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Donnerstag, 28. November 2019

Die Schmiedin des Glücks

Meine feministische Freundin M. schreibt mir soeben in einer Mail, dass sie festgestellt hat, wie diskriminierend doch das Deutsche sei! Sie habe verwenden wollen - und sei zusammengezuckt:

"Jede / Jeder ist seines / ihres Glückes Schmiedin / Schmied!"

Da zeige sich doch mal wieder der blamable Chauvinismus der Altvorderen!

Was soll ich ihr nur antworten?! Ich kann doch schlecht sagen, dass sie eine Nervensäge ist, oder?

Sonntag, 6. Oktober 2019

Grammatik "ganze sechs Mal"

Notizbuch

Wieder ein Beispiel für den Mikro-Sprachwandel.

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Sean Connery legte in den 1960er-Jahren den Grundstein für die bis heute überaus erfolgreiche Agenten-Filmreihe. Der Schauspieler schlüpfte ganze sechs Mal in die Rolle des James Bond, wurde aber immer unzufriedener mit der Darstellung seines Charakters. (kino.de)

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Donnerstag, 30. Mai 2019

"Sprachensterben pro und contra?"

Mal wieder bei gutefrage.net mitgelesen.

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Frage von Eilema2208 vor 1 Stunde, 47 Minuten


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"Ich glaube kaum, dass es da irgendwelche Vorteile gibt."

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Nun denn -- ein extrem großer Vorteil wäre: Wenn alle Sprachen bis auf eine ausstürben (!), dann hätten wir den Turm zu Babel überwunden! Wir würden uns überall auf der Welt mit dieser einen verbliebenen Sprache verständigen können. Wäre das nicht ein extrem großer Vorteil?

Ein bisschen weitergedacht:


  • Man muss prüfen, wie viel unreflektierte Sozialromantik in der Angst vor dem "Sprachensterben" drinsteckt. Heißt:
  • Man muss genauer hinschauen. Welche Sprache ist wann warum und mit welchem Effekt ausgestorben? (War's vielleicht doch nur ein Dialekt, der in den letzten Jahren seines Lebens von 384, 383, ... Menschen gesprochen wurde?)
  • Oder ist eine Sprache nur in Teilsprachen zerfallen?
  • Ein immer mich immer wieder faszinierender inverser Einzelfall: Die Rekonstruktion des Ivrit aus einer toten Religionssprache. Israel hat seine Standardsprache aus der Totenkammer zurückgeholt! (Wir Könnten es ja, vergleichbar, mal mit dem Kirchenlatein versuchen und daraus Europäisch machen!)


Zu 1-3: Wenn das Norn ausgestorben ist, dann wird das heute kaum jemand vermissen. Es sei denn aus prinzipiellen Gründen, weil nichts, aber auch gar nichts vergehen soll. (Siehe das mit dem Sozialromantischen!)

Latein ist in die romanischen Sprachen zerfallen. Ist es damit "ausgestorben" oder hat es Kinder bekommen und ist dann den Weg alles Irdischen gegangen?

Nicht vergessen: Die modernen Nationalsprachen sind relativ junge, merkwürdige Gebilde. In der Regel eine Vereinigung von vielen Dialekten in 1 Sprache. Wobei meist ein führender Dialekt zum Standard wurde. (Das Toskanische in Italien, das Hannover-Stadtdeutsch in Deutschland. -- BTW Vergesst die Mär von der sächsischen Kanzleisprache! Das war was künstlich Geschriebenes. Höchstens. Sächsisch hat sich in den letzten 300 Jahren kaum verändert. Es war und ist -- von außen besehen -- ein lustig klingender Dialekt.)

Und noch mal weiter: Viele Dialekte sterben aus (Norddeutschland) oder werden durch das Fernsehen und überhaupt: "die Medien" mit der Zeit stark ausgedünnt und verwässert (Süddeutschland). Auch da wird manchmal sogar von staatswegen dagegengehalten. Wahrscheinlich vertane Liebesmüh.

Also, Schlusspunkt, realistisch: Englisch zur Weltsprache zu machen, auch wenn dann ca. 700 Sprachen aussterben -- gar keine schlechte Idee. Nur eben nicht politisch durchsetzbar. Allein schon wegen der Franzosen. ;-)

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Sonntag, 23. Dezember 2018

Schlegel - Althof - Bürger

Spontan

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August Wilhelm von Schlegel an Ludwig Christoph Althof

Absendeort: Göttingen · Empfangsort: Unbekannt · Datum: 17.05.1789

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Göttingen, den 17. Mai 1789

Mit dem größten Vergnügen richte ich den Auftrag unsers gemeinschaftlichen Freundes Bürger an Sie aus, Ihnen in diesem Gedichte den Ausdruck dessen, was er bey einer so frohen Gelegenheit für Sie fühlt, zu übergeben. Gewiß wünschte er äußerst lebhaft, dieß selbst thun zu können, aber auch abwesend feyert er diesen Tag mit Ihnen und allen Ihren Freunden, und verdient daher wohl, daß wir der Erinnerung an Ihn einen zärtlichen Gedanken weihen. – Erlauben Sie mir meine herzlichsten Glückwünschungen mit den seinigen zu verbinden, und mich unbekannter Weise Ihrer werthesten Demoiselle Braut gehorsamst zu empfehlen.

Schlegel.

Sonntag Vormittags.

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Gar nicht so lange her. Aber wie sich die Sprache doch verändert hat!

Dienstag, 9. Januar 2018

"Europe mysteriously transformed ..."

Stimmt es denn?

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The genetic lineage of Europe mysteriously transformed about 4,500 years ago, new research suggests.

The findings, detailed today (April 23 [2ß13]) in the journal Nature Communications, were drawn from several skeletons unearthed in central Europe that were up to 7,500 years old.

"What is intriguing is that the genetic markers of this first pan-European culture, which was clearly very successful, were then suddenly replaced around 4,500 years ago, and we don't know why," said study co-author Alan Cooper, of the University of Adelaide Australian Center for Ancient DNA, in a statement. "Something major happened, and the hunt is now on to find out what that was."

The new study also confirms that people sweeping out from Turkey colonized Europe, likely as a part of the agricultural revolution, reaching Germany about 7,500 years ago.

For decades, researchers have wondered whether people, or just ideas, spread from the Middle East during the agricultural revolution that occurred after the Mesolithic period. (livescience.com)

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Wie stimmt das mit der These von der Einwanderung der Indogermanen und dem Vaskonischen überein, die Theo Vennemann vertritt?

Dienstag, 5. Dezember 2017

Wie wird, hier und sonst, 'ganze' verwendet?

Aus den ZEIT-Kommentaren:

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Was rein Sprachliches:

"Ganze 42 Jahre lang war Glaser Mitglied der CDU, lange war er Stadtkämmerer in Frankfurt am Main."

Wie wird, hier und sonst, 'ganze' verwendet? Die traditionelle Verwendung war jedenfalls: 'gegen die Erwartung wenig'. Ungefähr so: "Als er 1970 starb, waren von seinen einstigen Millionen noch ganze 300 Mark übrig." Es ist zu beobachten, dass heute dieses 'ganze' ins Gegenteil verkehrt wird: sehr viel oder, hier: sehr lange. Nun kann man gegen den Sprachwandel, so er denn Erfolg hat, einfach nichts machen. Aber gut beobachten kann man ihn immerhin. Ansonsten gilt natürlich die alte Duden-Weisheit: aus 'fälschlich oft' wird peu à peu 'heute auch schon'.