Mittwoch, 30. Januar 2019

AfD, die frühe

Nein, eigentlich kein Interview, sondern ein interessantes, erhellendes Gespräch, von der ZEIT moderiert.

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AfD. Wo haben sie sich verrechnet? Drei Hamburger Ökonomen und Ex-Manager haben die AfD groß gemacht, dann entglitt ihnen das Projekt. Jetzt reden sie darüber – aber an zwei getrennten Tischen. Interview: Stefan Schirmer und Marc Widmann 30. Januar 2019 ZEIT Hamburg Nr. 6/2019

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ZEIT: Sechs Monate nachdem das Jubelfoto entstand, war die Partei gespalten. Wie wurde aus Ihrer "Professorenpartei" die heutige AfD?

Lucke: Ich fange mal an. Ich hätte nie gedacht, dass die Gründung einer Partei zu so unendlich viel Streit führt. Ständig absurde Gerüchte, Verleumdungen und Intrigen.

Kruse: Ich habe in der AfD einen Menschenschlag kennengelernt, der anders war als die bürgerlichen Leute an der Uni oder im Tennisclub. Auch hinterfotzige Typen, die ich erst nicht durchschaute.

Lucke: Aber die meisten in der frühen AfD waren sehr manierliche Leute!

Kruse: Gewiss, es reichen aber schon zehn bis zwanzig Prozent andere, um eine Partei zu vergiften. Leider kamen einige, oft sehr faule Typen, aus finanziellem Interesse in die AfD.

Lucke: Stimmt, aber das war auch mir erst nicht klar. Früher kannte ich niemanden, der eine Privatinsolvenz hinter sich hat. In der AfD kam bei erstaunlich vielen, sehr aktiven Mitgliedern irgendwann heraus, dass sie wirtschaftlich Schiffbruch erlitten hatten. Das betont bürgerliche Auftreten war bei denen nur Fassade.

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