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Montag, 17. Mai 2010

Thema "Mülltrennung" (Anfrage zu Beginn)

Die locker formulierte Ausgangsfrage vom Sonntag, 21. März 2010:

Das Thema "Mülltrennung" beschäftigt mich schon lange. Vor allem, weil man an diesem Thema erkennen kann, wie vorhandene Strukturen und Institutionen -- im vorliegenden Fall der "Grüne Punkt" und ähnliche Einrichtungen -- ihre Existenz und Existenzberechtigung verteidigen, auch wenn die technische Entwicklung sie überholt hat. Ungefähr alle 2 Jahre versuche ich, Fortschritte zu finden. Jetzt ist es wieder soweit.

Hier also die schlichte Frage: Wie steht es in Sachen (Nicht-)Mülltrennung heute? Gibt es Initiativen, die Gesetzeslage auf Landesebene, ggf. per Initiative im Bund, zu ändern?

Als Dokument zum Stand der Dinge hänge ich das Protokoll einer WDR-Sendung aus dem vergangenen Jahr an. Ein weiterer Link unten. Mit einer Antwort auf meine Frage hat es
-- ausnahmsweise ;-) -- überhaupt keine Eile.

Mülltrennung, Land

Heute folgt auch die Antwort des Landes Bayern (Referat für Bürgeranliegen beim Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit) auf meine Anfrage in Sachen Mülltrennung. Zunächst und auf den ersten Blick fällt auf, dass Bürokratie-Sprache ein hervorragendes Instrument ist, um Menschen schwindelig zu reden. Ich werde später einmal versuchen, die "Sachverhaltsdarstellung" und die Argumentation so auseinanderzunehmen und umzuformulieren, dass verständlich wird, was gemeint ist. (Nicht unterstellt werden soll, dass hier irgendeine böse Absicht der Ministerialbeamten vorliegt. Es gilt natürlich: So reden sie eben, die Menschen aus der Verwaltung. Sie haben es nicht anders gelernt.)

(Der Hintergrund der Frage hier. Der Text meiner Mail, auf den sich die Antwort bezieht, findet sich hier. )

Unser zuständiges Fachreferat teilt Ihnen hierzu Folgendes mit:

Nach der GVM-Studie (Gesellschaft für Verpackungsmarkt) "Aufkommen und Verwertung von Verpackungsabfällen in Deutschland" im Jahr 2006, die im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt wurde, sind im Jahr 2006 ca. 2,9 Mio. Mg Kunststoffe als Verpackungsabfall angefallen. Hiervon wurden ca. 80% stofflich und energetisch verwertet (incl. Abfallverbrennungsanlagen mit Energierückgewinnung).

Auch die Fraktionen Glas (2,9 Mio. Mg) und Papier, Pappe (7,1 Mio. Mg) weisen Verwertungsquoten von über 80% auf; Metalle (0,9 Mio. Mg) sogar über 90%. Uns liegen keine Hinweise vor, dass diese Quoten nicht mehr erreicht würden.

Die von Ihnen gestellte Frage, ob im Hinblick auf die verbesserten Sortiertechniken sowie die teilweise hohen Fehlwurfquoten sowohl im Restmüll als auch im Gelben Sack / in der Gelben Tonne die getrennte Erfassung noch notwendig ist, sollte in einem Modellversuch in der hessischen Landeshauptstadt untersucht werden. Es sollten Erkenntnisse gewonnen werden, ob Verpackungsabfälle und sonstige Wertstoffe aus gemeinsam erfasstem Restmüll und Leichtverpackungen in hinreichender Qualität aussortiert werden können.
Erste Ergebnisse haben gezeigt, dass die Durchführung des Versuchs mehr als 2 Millionen Euro kosten würde. Der Hauptgrund liege in den hohen Sortierkosten, da nicht nur die Verpackungsabfälle aus der Gelben Tonne, sondern der gesamte Müll und damit die zehnfache Menge sortiert werden müsse. Die Kosteneinsparung bei der Einsammlung und Abfuhr könne diese Mehrkosten nicht ausgleichen.

Die am Beispiel einzelner Stadtteile Wiesbadens durchgeführte Studie habe erkennen lassen, dass den Mehrkosten keine finanziellen Vorteile gegenüberstünden.
In diesem Zusammenhang ist auch von Bedeutung, dass die Getrenntsammlung von Abfallwertstoffen nach dem aktuellen Arbeitsentwurf für eine Novelle des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes künftig verstärkt werden soll. Dies betrifft Regelungen zur grundsätzlichen Getrennthaltungspflicht von Bioabfällen, Papier, Metall, Kunststoff und Glas sowie die Verankerung einer Wertstofftonne im Gesetz.

Wir hoffen, dass wir Ihnen weiterhelfen konnten.

Dienstag, 30. März 2010

Automatische Mülltrennung wäre möglich

..., wenn da nicht ...!

[ Alles Posts zu diesem Thema ]

Ausgangspunkt ist eine Frage, die ich so alle zwei, drei Jahre immer wieder stelle. Siehe Betreffzeile. Diesmal am 20.03.2010 am späten Nachmittag gefragt. Antworten bei GuteFrage.net schon mal eine ganze Reihe von Antworten.

Ist schon lange her, dass ich in irgendeiner Fernsehsendung die Behauptung gehört habe: Es wäre möglich, den Müll vollautomatisch zu trennen. Ich glaube an der Uni in Paderborn hatte ein Professor eine Modellanlage entwickelt. Aber: die vorhandenen Müllbetriebe und insbesondere der Grüne Punkt mit seiner riesigen Organisation und Bürokratie würden die Einführung der automatischen Mülltrennung verhindern.
Weiß jemand was Näheres darüber?

Dann eine Mail a) an meine Gemeinde, b) an das Bundesland Bayern und c) an das Umweltministerium in Berlin.

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So, weiter geht's. Die Berliner waren mit der Antwort -- per Papierbrief - am schnellsten. Hier per Bild diese Antwort. (Per Klick vergrößerbar.)


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Was sagen wir vom kommunikationstheoretischen Standpunkt zu dieser Antwort? Positiv: Die Leute im Ministerium sind am Ball. Negativ: Auf das, was so im Fernsehen und in den Newsgroups gezeigt und gesagt wird, geht das Ministerium nicht ein. Erklärung: Aus Effizienzgründen werden vorgefertigte Formbriefe leicht angepasst und verschickt. Effizienz. Nun ja, an die Effizienzkritik schließt sich die Demokratietheorie und ihre Fragen an. Wenn übrigens von Modellversuchen die Rede ist, die Fernsehberichte usw. widerlegt haben, wüsste man schon gerne, welche Versuche das waren. Was lässt sich zu dem Bericht in BILD DER WISSENSCHAFT sagen? Oder zu der WDR-Sendung, die als Anlage meiner Frage angehängt war?

Sinnvoll wäre es wohl: Solche Nachfragen zur Auffrischung der eigenen Argumente zu verwenden. Kritische Fernsehberichte beispielsweise sollten im Übrigen auf der Homepage des Ministeriums kommentiert werden, sonst sieht alles -- selbst wenn wir mal von der merkwürdig kalten Bürokraten-Sprache aus dem Ministerium mal absehen -- nach einer rein formelhaften Reaktion aus dem Textbaustein-Kasten aus.

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Wann kommt die nächste Antwort?

Samstag, 4. März 2017

Mülltrennung

Auch das noch schnell aus dem WP-Café rübergezogen:

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Zwei Themen in einem: (1) So alle fünf Jahre beschäftige ich mich mit diesem Thema: Könnte der Müll nicht längst automatisch und dann viel sortenreiner getrennt werden als das mit dem Gelben Sack usw. geschieht? ... Vor ca. 10 Jahren habe ich in diesem Zusammenhang schon gelesen: Der Grüne Punkt, genauer: das Duale System Deutschland mit Sitz in Köln sei inzwischen so mächtig, dass es jeden Versuch der Einführung automatisierter Systeme hintertreibe, weil dadurch seine Punkt-Existenz gefährdet wäre. Für mich ist die Frage: Ist an dieser Vermutung was dran? Denn -- ganz egoistisch -- ich würde gerne wieder Flaschen, Papier, Plastik, grünes Zeug in eine Tonne werfen. Es wäre auch, was die Müll-Abholung angeht, viel einfacher.

Dann (2): Gestern hat ein Nachbar, der gerade Müll rausbrachte, beim Übern-Zaun-Gespräch gesagt: Das Getrennte würde eh alles wieder zusammengeschmissen und verbrannt. Der Mann ist Ingenieur und ein sehr sachlicher Charakter. Hat er denn Recht? Vor Jahren habe ich, als ein Journalist der Frage nachging, was mit dem Plastikmüll geschieht, gelesen: Die Recycling-Firma sagte, daraus würden Plastik-Parkbänke für die sibirische Stadt X gemacht würden. Womit die Firma wohl nicht gerechnet hatte: Der Journalist hat in X angerufen. Antwort: Wegen des Wetters dort gäbe es überhaupt keine Parkbänke. Frage also: Wer weiß genauer, ob der getrennte Müll anschließend wieder zusammengeschmissen wird oder was da genauer abläuft?