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Freitag, 17. März 2017

Herbert Ernst Brekle vs. Hans Arens

Ein Fund im Vorbeigehen. Zu den Stichworten 'Wissenschaftsgeschichte' und 'Polemik'.

  • Sollte man Kritik so wie im folgenden Abschnitt formulieren?
  • Sind Abstufungen der Kritik möglich? Wenn ja: in welcher Weise?
  • Kritisiert Brekle Hans Arens auch, weil Arens nicht Universitätsprofessor war und keine wissenschaftsinterne Hausmacht hatte? (Darf man oder muss man in solcher Weise spekulieren?)

Hans Arens 1911-2003. Ab 1953 Gymnasiallehrer in Bad Hersfeld.

»[...] Eine Geschichte der westlichen Sprachwissenschaft ist Arens’ äußerlich beeindruckendes Buch [...] sicherlich nicht. Die meist sehr kurzen Kommentare und Verbindungstexte zwischen den Exzerpten zeigen, daß Arens aus Mangel an einem differenzierten Beschreibungs- bzw. Interpretationsapparat nicht in der Lage ist, die wesentlichen sprachtheoretischen Positionen der von ihm zitierten Autoren herauszuarbeiten. Die fundamentale methodologische Schwäche seiner Kommentare besteht weiterhin darin, daß er grundsätzlich dazu neigt, die Ansätze und Ergebnisse früherer Philosophen und Grammatiker an der Elle der von ihm als ›eigentliche‹ Sprachwissenschaft verstandenen historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft und der neohumboldtischen Weisgerber-Schule zumessen. Die mangelnde Strukturierung des ganzen Opus bringt es darüber hinaus mit sich, daß Arens zu dem mißlichen Verfahren des ›name-dropping‹ verleitet wird. Erklärlich wird dies alles dadurch, daß Arens sich mit ungenügendem sprachwissenschaftlichem Rüstzeug an eine solche enorme Aufgabe gemacht hat. Sein Buch ist sowohl für den Sprachwissenschaftler als auch für jemanden, der einen verläßlichen Überblick über die Geschichte des Faches gewinnen möchte, ungeeignet, ja sogar ein Ärgernis.« (Brekle, Einführung in die Geschichte der Sprachwissenschaft. Darmstadt 1985. S. 30.)