Donnerstag, 15. April 2010

Argumentation und Provokation

Gero von Randow, in der ZEIT, berichtet über den Erfolg des französischen Provokateurs Eric Zemmour. Ausgabe von heute, Rubrik Politik, S. 6. Schöne Sätze und Kommentare. Ein Satz und sein Kommentar als Beispiel:

"Die Polizei kontrolliert die Schwarzen und die Araber mehr als andere, weil die meisten Drogenhändler arabisch und schwarz sind." Sagt Semmour.

"Verlässliche Statistiken existieren nicht. Aber man kann Gerichtsgebäude besuchen, um sich von der kriminologischen Korrektheit des zweiten Halbsatzes zu überzeugen." Sagt von Randow.

Wir diskutieren mal die Frage nicht weiter, ob es heißen muss: "... weil die meisten Drogenhändler arabisch oder schwarz sind".

Dazu in dieser ZEIT eine ganze Abteilung über Provokateure wie Sarazin und die Frage, was man heute sagen und nicht sagen darf. Im Sinne von Westerwelles: "Man wird doch wohl noch sagen dürfen, dass..."

Meine Überlegung dazu, dass es eine sprachliche Erziehung geben sollte, die beinhaltet:

Für ein kluges Urteilen und das Nachdenken über kluges, krudes und wahnsinniges Urteilen sind wichtig
  • die klaren Fälle, die keiner bestreiten kann, (Draußen regnet es gerade.)
  • die Fälle, in denen diese -- also doch nur scheinbar klaren -- Fälle dennoch bestritten werden,
  • und die Kategorien dieses Bestreitens
  • also beispielsweise die Kategorieninterpretation (Das soll Regen sein? Es nieselt doch höchstens!)
  • oder die Hintergrunderläuterung (Das ist kein Regen. Das ist die Feuerwehr, die für einen Film Regen simuliert!)
  • die Tatsache, dass Prädikate wie vernünftig und unvernünftig und abwegig immer standpunktgebunden und also nicht voraussetzungslos richtig sind (Es gibt Zeiten und kulturelle Voraussetzungen, in denen für die Zeitgenossen / Mitglieder der jeweiligen Gruppe Sätze wie Es wurden im 3. Reich keine Juden in Gaskammern umgebracht! oder Frauen sind von Natur aus weniger wert als Männer! unbestreitbar richtig sind.)
  • die Rolle der Mehrheiten von Anhängern, die für Urteile und Sentenzen gefunden werden
  • die Machtverteilung bei der Veröffentlichung von Meinungen und Urteilen und
  • die Rolle der Veröffentlichung bei der Frage, was überhaupt diskutiert wird und was nicht
  • die Unterscheidung oder die Nicht-Unterscheidbarkeit von Meinung, Urteil und objektiv feststellbarem Faktum
  • die Frage, ob 'objektive Fakten' überhaupt nur deshalb unstrittig sind, weil mit ihnen keine wirklichen Interessen verbunden sind
  • die Frage, ob Interesselosigkeit -- verbunden mit welchen Gründen des Nicht-Interesses -- überhaupt vorkommt (Warum hat keiner ein Interesse daran, das Urteil 2+2=4 anzuzweifeln; von welchem Typus sind die Menschen, die die biologische Evolutionslehre in Zweifel ziehen)
  • die absolute Notwendigkeit der Differenzierung innerhalb von Kategorien, die beim Urteil verwendet werden, wobei
  • die Unterscheidung von 'klaren Fällen' an den beiden Extremen und Binnenkategorien zwischen den Extremen wichtig ist
  • die Rolle von Sentenzen des grundsätzlichen Bezweifelns (Beliebtestest Zitat, durch die Häufigkeit der Verwendung schon abgewetzt-verkommen klingend: "Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als eure Schulweisheit sich träumen lässt."+ Darum wenigstens noch einmal englisch herausgekramt: "There are more things in heaven and earth, Horatio, / Than are dreamt of in your philosophy." Hamlet, I.5.167 Mit der schönen Übersetzungsfrage, ob denn philosophy wirklich Schulweisheit meint.)
Damit sind wir noch nicht am Ende der Problematisierunskette. Aber -- ein Anfang ist gemacht.

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+ Folge: "geschrieben von Nikola, 06.12.07 "Es gibt FE-Maschinen ich habe eine mit meinen eigenen Augen gesehen. Wer an die Naturgesetzte glaubt und an die Schulwissenschaft der tut mir leid das es sich so verarschen lässt." -- FE-Maschinen = Freie-Engergie-Maschinen. -- "Geschrieben von Channing 01.01.2007 Wer ein Gerät bauen möchte, welches auf Basis von "freier Energie" funktioniert, findet hier die notwendigen Anleitungen dazu. Im Prinzip ist dies ein Elektromotor ("Rotoverter" genannt), welches mehr Energie liefert (etwa 3mal soviel), als es eingespeist bekommt. Diesen Zustand nennt man auch "Overunity" oder einen "Effizienzgrad über 100%"." (Frage: Ist die Fähigkeit zu Einigermaßen-Grammatik, Einigermaßen-Rechtschreibung und Einigermaßen-Zeichensetzung doch ein Indikator für Einigermaßen-Vernünftigkeit?)

Mittwoch, 14. April 2010

Giú!

Vor vielen Jahren, ich besuche in Rom ein Konzert von Gianna Nanini. Keiner sieht so recht etwas, weil die vorderen Reihen aufstehen. Giú! brüllen die Leute hinten. Runter! Oder so ähnlich. Schwer zu übersetzen. Seitdem kenne ich dieses Wort und seine Verwendung.

Aus der Wikipedia-Seite von Silbermond: "Bekannt sind Silbermond für das enge Verhältnis zu ihren Fans. Das überwiegend jugendliche Publikum der Band hat – vor allem über das Internet – bereits zahlreiche Aktionen verschiedenster Art gestartet, die von der Band ihrerseits massiv unterstützt wurden. Zu nennen ist hierbei die finanzielle Unterstützung der Wohltätigkeitsaktion Fans helfen sowie die Durchführung von Benefizkonzerten. Außerdem fördern Silbermond zahlreiche junge Bands aus ihrer Region, z. B. indem sie diesen Auftritte im Silbermond-Vorprogramm ermöglichen."

Ich denke an Rom und an das Giú! Der schlichte Gedanke: Es können nicht alle groß und berühmt sein. Silbermond lässt auftreten mit dem Wissen, dass die Vorbands nicht ihre, der Band Silbermond, Berühmtheit erreichen werden. Eine universelle Größe: Damit die einen groß sein können, müssen andere klein sein. Wenn sich alle setzen würden, könnten alle was sehen. Aber da müsste die Vernunft den spontanen Impuls niederringen. Das kann die Vernunft nicht.

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Nachtrag: Die Bilder sind gegenläufig! Was bedeutet das?

Reisen, Wahrnehmen, Erinnern


Vor einem Jahr auf dem Nil. Kairo. Flug Luxor. Schiff Assuan und zurück. Die Fahrt auf dem Nil. Hitze. Das absolut typische Touristenprogramm.

Deck-Umblicke. Fremde, die ich jetzt und nur hier und dann nie wieder sehe. Die eigene Familie. Nachdenken über das Reisen. Die schnellen Bilder der Digitalkameras. Der Wunsch, über den Nil-Grünstreifen hinauszugehen. Die Wüste zu durchqueren. Nur mit einer Wasserflasche in der Hand. Natürlich nicht möglich. Das Leben -- eine Reise. Ich, der ich ein Nicht-Reisender bin. Andere, die aus dem Reisen einen gehörigen Teil ihres Lebenssinns ableiten.

Die Macht der Bilder und der Metaphern.

Dienstag, 13. April 2010

Zeitaufw_ndig

Welcher Hilfsheriff schreibt "zeitaufwändig"? Na ja, die Vernunft und das Sprachgefühl haben einen beruhigenden Vorsprung. 



Wer hat denn eigentlich in seinem stümperhaften Verständnis der deutschen Sprache die Machtposition erlangt, die es ihm gestattet hat, aufwendig von Aufwand und nicht von aufwenden abzuleiten? Warum hat besagter Stümper dann nicht gleich dafür plädiert, aufwänden zu schreiben, um auch die Analogie zu Ich habe ... aufgewandt abzubilden.

Dorian G.

Das Buch muss man doch mal wieder lesen. Muss man sich den Film ansehen? Vielleicht auf Italienisch.

Gretozza91 Film stupendo! Io sono un'estimatrice di Oscar Wilde, ma nonostante abbiano cambiato molte cose e inserito il personaggio di Emily (che adoro) amo questo film, non faccio altro che ripensare a ogni attimo della riproduzione!!! Stupendo Ben il Dorian perfetto, a mio parere, nonostante sia moro, Colin supremo, Sibyl l'unica che mi ha deluso...



Montag, 12. April 2010

Der Preis der Freiheit

BILD überliefert ihn mal wieder. (Natürlich der Gedanke: In der Sowjetunion wäre das nicht passiert.)

PROZESS IN SANKT PETERSBURG
Russen-Kannibalen essen Mädchen auf
… DAZU GAB ES KARTOFFELN!

GRUSEL-PROZESS
GOTHIC-FANS VERSPEISEN MÄDCHEN
Die Gothic-Fans Maxim Golovatskikh (20, l.) und Yury Mozhnov (20) sollen Freundin Karina (16, r.) ermordet und gegessen haben

Beherzt griff die junge Russin zu, als ihre Mitbewohner selbst gekochtes Gulasch mit Kartoffeln servierten. Wenig später erfuhr sie, dass sie das Fleisch einer ermordeten Freundin (16) gegessen hatte...
...
Beim Anblick der Tatort-Fotos wurde einem Geschworenen so übel, dass der Prozess unterbrochen werden musste. Beide Killer haben die Tat gestanden. Ihr grausiges Motiv: „Wir waren betrunken und hatten Hunger.“

Süchte, verschiedene

Das wollten wir doch immer schon mal hören! Sucht ist ein hochinteressantes Wort, kein Zweifel.

"Ob es tatsächlich Sexsucht war, die Jesse James dazu gebracht hat, Sandra Bullock zu betrügen, lässt sich aus der Ferne unmöglich beantworten. Seit dem Bekenntnis von Golfprofi Tiger Woods, er leide an Sexsucht, mag diese als eine Art Mode-Krankheit erscheinen. Eine praktische Diagnose, die für den Promi sogar als Entschuldigung dienen kann. Schließlich ist es ein Kennzeichen des Süchtigen, dass er die Kontrolle über seine Handlungen verloren hat. In einer teuren Klinik kann er diese wieder erlernen - und geläutert wieder in die Gesellschaft aufgenommen werden." (STERN)

Revolver

Ein Ausschnitt aus einer Zeitung, vom 17.02.1992. 
Aus der Zeit vor dem Internet. Man stelle sich das vor! 


Und dann die Unterschrift, wenn man sie als Überschrift versteht! 


Wer wird sich da noch erinnern? 

Schon wieder werde ich reich!

Mein Gott, erst vor kurzem bin ich so superreich geworden! Und das hab ich heute bekommen -- nein, in meinem Spam-Ordner entdeckt:

"HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass die Summe von 600.000,00 € gewonnen hat von Yahoo! MSN (Windows Live) Awards-Programm.

YAHOO! sammelt alle E-mails von Leuten, die online aktiv sind, unter den Millionen, die Yahoo und Hotmail und nur wenige aus anderen E-Mail-Anbieter abonniert. Sechs Menschen werden monatlich für diese Promotion zu qualifizieren ausgewählt, und Sie sind einer der Gewinner ausgewählt.

ZAHLUNG DER PREIS UND NACHFRAGE

Die Gewinner werden im Einklang mit ihren Settlement Zentrum gezahlt. Yahoo Prize Award muss spätestens 15 Tage ab dem Zeitpunkt der Bekanntgabe ziehen geltend gemacht werden. Preise werden nicht innerhalb dieser Frist geltend gemacht werden verloren gehen."

Blöd nur, dass ich wieder mal der Versuchung nicht widerstehen konnte und nachgelesen habe.

Gymnasium, Mikrowelle und Energieverbrauch

Der Zusammenhang ist der: Ich glaube, ab der 8. Klasse des Gymnasiums sollte getrennt werden nach Leistungsvermögen. Wer in Physik / Mathematik nicht gut oder sehr gut ist, sollte Physik so lernen und kennenlernen, dass er seinen Alltag mit physikalischen Kenntnissen gut bewältigen kann. Dass alle über die Infinitesimalrechnung zu abstrakten Handständen getrieben werden, die sie ein Jahr nach dem Abitur weder brauch noch anwenden können, ist vollkommen vergeudete Energie. Psychische Energie diesmal. (Und das uralte Gerede, die unanwendbare Abstraktion in der Physik -- oder in Latein -- gehöre eben zum Rüstzeug des "gebildeten Menschen"! Das ist, mit Verlaub, Kokolores, der durch seine angestaubte Dignität nicht richtig wird. Der so gebildete Mensch hat in der Praxis von nichts eine Ahnung! -- Wer es genauer wissen möchte, der prüfe sich, vermittels eines von mir extrem hoch geschätzten SZ-Streiflichts!)

--

Eine Frage, die der nicht-Physik-spezialisierte Abiturient vernünftig beantworten könnten sollte, als Beispiel einmal, hier:

Wie hängen in handelsüblichen Mikrowellen-Geräten Menge und Energieaufwand zusammen?

Wenn ich eine bzw. zwei gleich große Tassen mit Wasser bei gleicher Leistungsabgabe in die Mikrowelle stelle, wie viel Energie brauche ich, um das Wasser auf 60 Grad C. zu erhitzen? Drei Möglichkeiten:

a) Ob eine oder zwei Tassen, das ist der gleiche Energieverbrauch. (Bild: Die Mikrowellenstrahlung geht diffus in den Erhitzungsraum hinein. Ob 1 oder 2 Tassen -- das ist, als ob die Sonne 1 oder 1000 Sonnenanbeter bräunt. Die Sonne verbraucht immer die gleiche Energie.)

b) Der Energieverbrauch ist bei 2 Tassen etwa doppelt so groß wie bei 1 Tasse. (Bild: Es gibt nichts umsonst. Es ist, als ob du mit dem Bügeleisen 1 oder 2 Hemden bügelst. Das macht auch den Unterschied. Ca. doppelt so viel Energieverbrauch. Vom Aufheizen des Bügeleisens, das nur einmal anfällt, mal abgesehen.)

c) Die Sache ist diffus und komplex. a) und b) spielen zusammen. Die Faustformel sieht so aus: ...

Soeben gefragt bei gutefrage.net

Sonntag, 11. April 2010

Die Fragen eines Sonntag-Morgens

Woher kommt das Wort Mette?
"Das Wort kommt von lat. (hora) matutina = Morgenstunde, dies von der altitalischen Mater Matuta = „Mutter der Frühe“. Die Matutin(e) (lat. matutinus = morgendlich), auch Vigil (lat. vigilare = wachen) oder Nachtoffizium genannt, ist das Nachtgebet des Stundengebets. Gefeiert wird die Matutin zwischen Mitternacht und dem frühen Morgen." (Wikipedia)

Was wissen wir so über Hermann Kant?
(Der gerade den Roman Kennung vorgelegt hat, worin er die Stasi als die Bewegung vorführt, die geschaffen wurde, um den allwissenden Erzähler abzuschaffen (Helmut Böttiger, SZ 81, Fr 09.042010, S. 14)
"Hermann Kant wurde in Hamburg als Sohn eines Gärtners in ärmlichen Verhältnissen geboren. Sein Bruder Uwe Kant wurde später ein bekannter Kinderbuchautor. Wegen der drohenden Bombenangriffe auf Hamburg zog die Familie 1940 nach Parchim, wo sein Großvater väterlicherseits als Töpfermeister lebte. Nach der Volksschule begann er eine Elektrikerlehre in Parchim, die er 1944 erfolgreich als Monteur beendete. Am 8. Dezember 1944 wurde er als Soldat eingezogen. Er geriet in polnische Kriegsgefangenschaft und wurde zunächst in einem Warschauer Gefängnis, später in einem Arbeitslager inhaftiert, das sich auf dem Gelände des Warschauer Ghettos befand. Dort war er Mitbegründer des Antifa-Komitees und Lehrer an der Antifa-Zentralschule. Während dieser Zeit begegnete ihm die Schriftstellerin Anna Seghers, die ihn nachhaltig beeindruckte. Nach seiner Entlassung als Kriegsgefangener ging er 1949 in die DDR und trat dort der SED bei.
1952 holte Kant das Abitur an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät (ABF) in Greifswald nach. Von 1952 bis 1956 studierte er Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Diplomarbeit trug den Titel „Die Darstellung der ideologisch-politischen Struktur des faschistischen deutschen Heeres in Pliviers Roman Stalingrad“. Anschließend arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Germanistischen Institut und ab 1959 als Redakteur der Zeitschrift Neue Deutsche Literatur. 1960 wurde er freiberuflicher Mitarbeiter des Schriftstellerverbandes der DDR."
[...]
"In seinem ersten Roman Die Aula (1965) beschrieb Kant eigene Erlebnisse an der Arbeiter- und Bauernfakultät. Im Buch ist die Schließung der ABF Anlass für eine Abschlussfeier, auf der die Hauptfigur eine Rede halten soll, für die sie dem Schicksal ihrer Mitstudenten und damit einem Teil ihres eigenen Lebens und der Pionierzeit der DDR erzählerisch nachgeht. „Kants bekanntester und bester Roman“ machte ihn in Ost und West schlagartig bekannt, auch weil das Buch in beiden deutschen Staaten kontrovers diskutiert wurde. Während in der DDR überwiegend das „parteiliche Bekenntnis“ der Kantschen Hauptfiguren zur „sozialistischen Entwicklung“ gelobt wurde, warf Marcel Reich-Ranicki Kant vor, er sei zu feige, die Wahrheit über die Verhältnisse in der DDR zu schreiben."

Was wissen wir über Anne Enright?
"Anne Enright (* 11. Oktober 1962 in Dublin) ist eine irische Schriftstellerin und Literaturkritikerin."
"Enright studierte am Dubliner Trinity College und im kanadischen Vancouver und arbeitete danach insgesamt zwölf Jahre als Programmdirektorin, Produzentin und für das Kinderprogramm von Radio Telefís Éireann. Im Rahmen eines Stipendiums war sie Schülerin von Angela Carter und Malcolm Bradbury an der University of East Anglia.
Mit The Portable Virgin erschienen 1991 ihre ersten Erzählungen; sie wurden mit dem Rooney-Preis für irische Literatur ausgezeichnet. 2007 erhielt ihr Roman The Gathering mit dem Booker Prize den wichtigsten Literaturpreis für ein englischsprachiges Werk.
Enright lebt in Bray im County Wicklow, ist verheiratet mit einem Theaterintendanten und -regisseur und hat zwei Kinder." (Wikipedia)
Der deutsche Titel von The Gathering, 'Das Familientreffen' entspricht dem Titel einer Erzählung des deutschen Science-Fiction-Autors Werner Zillig aus dem Jahr 1978.


Samstag, 10. April 2010

Lali Puna, usw.

Ich höre dem Deutschlandfunk zu. Während ich Hemden und Unterhemden bügle. Ein seltsam träge-unterkühlt klingende Moderatorin, die was für Insider vorstellt. Und die Moderatorin-Einlassungen wie die ihrer Objekte, Band-Mitglieder eben, klingen für den Außenstehenden, der ich ohne Zweifel bin, wie Selbstparodien. Schon Namen wie Lali Puna, Jesses na!

Ich muss mal bei Gelegenheit versuchen, die niedergeschriebenen Beiträge zu in die Hand zu kriegen. Wie liest sich so was? Kann man, wenn ich mich fünf Minuten einhöre und dann eine Parodie schreibe, Original und Parodie auseinanderhalten? Wer kann es auseinanderhalten und wer nicht?

--

seit 15:05 Uhr: Corso. Kultur nach 3. Verträumte Privatheit - Lali Puna auf der Suche nach einer bessere n Welt "Wir sind nicht das hipster-mäßige Elektro-Pop-Duo". // Die New Yorker MGMT gehen neue Wege "Die dunklen Charaktere sind die interessanteren" David Byrne und sein Musical-Projekt zu Imelda Marcos.

Donnerstag, 8. April 2010

BILD-Feingefühl

Ich habe gar nichts gegen die BILD-Zeitung. Würde ich sonst am Abend noch mal reinschauen?! Aber dass es da keinerlei Feingefühl gibt bei der BILD, das stört natürlich schon. Früher hieß es noch, als Parodie auf die normale BILD-Schlagzeile: "Frau von Ehemann erschlagen. BILD sprach mit der Leiche."

Und heute abend sieht das mit der Schlagzeile, ohne Parodie, so aus:

Man muss es für den BILD-Kenner nicht eigens sagen; für die anderen aber vielleicht schon: Genau so, schräg gegenüber, stehen die Bilder und die Zeilen. Hier ist nichts montiert. Es ist nur einfach schräg.

Beziehungsdrama in Freiburg

Aktualisiert um 16:08 Uhr

Blutiges Ende einer Ehe: Ein 43-jähriger Familienvater aus Tunesien hat am Dienstag in Freiburg seine Ehefrau getötet.

Er meldete sich wenige Stunden später auf einem Polizeiposten und gestand die Tat, wie die Kantonspolizei am Mittwoch mitteilte. Das Paar hatte zwei gemeinsame Kinder im Alter von 9 und 11 Jahren. Sie wurden dem Sozialdienst übergeben.


Das Folgende, gerechtfertigt oder sinnloses Stereotyp?

"Südländer" tun sich schwer mit dem Einfach-Zulassen, wenn Frauen aus einer Beziehung ausbrechen wollen. Und Frauen tun sich schwer, wenn es darum geht, so etwas -- das Unmögliche, das aus der Kränkung resultiert -- am Anfang einer Beziehung zu einen "Südländer" vorauszusehen.

Google Street View und der Datenschutz 2

Aus der Wikipedia-Diskussion übernommen:

Ich bin schon seit einer Weile bei diesem Thema mit dabei, und ich weiß, dass die Frage, ob das Folgende der Verbesserung des Artikels dient, in einem schlichten und einfachen Sinn wahrscheinlich mit NEIN beantwortet werden muss. Aber wenn eine Enzyklopädie irgendwie die Menschheit via Wissensvermittlung voranbringen soll, dann muss eine allgemeinere Diskussion in der WP doch versuchen, den Stand der Dinge zu reflektieren und voranzubringen. In diesem Sinne: In den ganzen USA, so habe ich neulich, ich glaube in der SZ, gelesen, gibt es eine = 1 Klage gegen Googles Street-View. In Deutschland aber fühlt sich gefühlt jeder Dritte in seinen Daten-Rechten von herumfahrenden Filmend-Autos stark beeinträchtigt. Was sagt uns das aufs Ganze gesehen? Dass die Amis halt einfach datenschutzmäßig zu unempfindlich sind oder dass die Deutschen sich datenschutzmäßig was auf ihr FDP-Leutheusser-Schnarrenberger-Überkandidelt-Syndrom zugute halten? Und dabei in der restlichen Welt ungefähr so vernünftig dastehen wie der Name Leutheusser-Schnarrenberger angenehm klingt. Wie gesagt: Im Sinne der höheren Wahrheitsfindung sei's mal gefragt.

Ich weiß, dass ich nichts weiß.

Heißt irgendwo irgendein Podcast. Ich habe -- hatte ihn auf der Festplatte, unklar woher und warum. Nun geht der Gedanke so: Solche philosophischen Allgemeinplätze sollte man meiden. Wann immer es geht. Sieht immer aufgeplustert aus. Die sind wie Gassenhauer, diese Schlagwörter. Zu bekannt, ab- und durchgenudelt. Anyway. Ich höre rein in den Podcast. Jemand berichtet kieksend von seiner Kaffeemaschine, die im vorigen Jahr oder vor zwei Jahren der Testsieger war. Führt die Geräusche in Vierkanalton vor.

Dass Alltäglichkeiten Kunst sein können, sei zugestanden. Aber dann muss die Stimme dessen, der da berichtet angenehmer sein. Überzeugen können.

Ergebnis: Mal schnell alles gelöscht.

Mittwoch, 7. April 2010

Guido W. im freien Fall an der Wähler-Nordwand

Ja, da kann nun Guido W. sagen: "Ich bleibe bei meiner als richtig erkannten Linie und Art!" Und er muss dann die Konsequenzen tragen. Oder er schafft sich einen guten Berater an. Der ihm dann sagt, was man besser nicht sagt und macht. Als Außenminister nicht, und nicht als FDP-Vorsitzender.

Browser-Lösungen

Wir denken ja kaum noch darüber nach, dass hinter den Browsern eine ziemlich komplizierte Software steht. Hier macht sich das mit der Kompliziertheit wieder mal bemerkbar. Eine Seite von Grundig (Diktiergeräte) wird unter Google Chrome so dargestellt...

... und dann dieselbe Seite, mit dem Microsoft Internet-Explorer, richtig so:

Ich werde reich!

Grad eine Mail. Ich könnte blitzschnell reich werden! In aller Knappheit steht da nur:

EUR.2.810.000.00,Erbschaft, möchte ich, gemeinsam mit Ihnen, 50/50%, ich bin Anwalt Bitte fragen Sie nach Details nennen email: infaabo@aol.com

Aber wenn ein anderer reich werden möchte? Bitte!

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Und weiter geht's!

Preis gewonnen! (One Million, fünfhundert tausend Pfund Sterling), freundlicherweise bestätigt den Empfang dieser E-Mail, durch die Übermittlung Ihre Angaben wie folgt zu unseren Veranstaltungen Manager auf E-Mail: msnclaimsdept@hotmail.co.uk Name / Adresse / Tel Anzahl / Alter / Beruf engegeben / Country of Origin.

Dienstag, 6. April 2010

Twölf Points...

So, und zum Tagesausklang halten wir das hier fest:

BILD-Namenkunde

Das mit der Schreibung fremder Orts- und Personennamen ist immer kritisch. Aber Moskau war doch bisher eine einvernehmliche Schreibung im Deutschen. Jetzt hat BILD doch eine Variante kreiert.

(Dieser Teil der Titelseite ist einzeln nicht anklickbar und morgen wird die Seite verschwunden sein.)

Einsteins Müllmann

Der Müllmann aus Berlin, dem Albert Einstein 1923 sagte, er solle die Mülltonne doch besser rechtsrum auf den Wagen heben; so gehe es doch viel leichter, sagte knapp: "Klugscheißer!" Und drehte die Tonne weiterhin linksrum. Der Mann glaubte voller Überzeugung, dass er Recht hatte. Er war schließlich der Experte in Sachen Müll! Und wer kann schon sagen, ob er nicht am Ende recht hatte mit Linksrum.

Audio-Dateien einbinden

Ich bin auf der Suche nach einem Programm, besser: einer einfachen Technik, mit der man Audio-Dateien bei blogger.com einbinden kann. Gibt es das nicht auf eine einfache Weise. Das hier kommt mir immer noch viel zu umständlich vor.

IIN (Internet In Nuce)

Wir können davon ausgehen: keine Website entsteht von selbst. Oder anders: Hinter jeder Website steht mindestens 1 konkreter Mensch. Nachdem das klar ist, beginnt das Sich-Wundern: Wie viele Websites gibt es, hinter denen mindestens 1 Mensch steht, in der Regel aber mehrere Menschen stehen, die hoffen, mit dieser 2021. Seite gleicher Funktion noch irgendwie Geld zu verdienen. Das muss man doch wohl Vergeudung von Kenntnissen und Ressourcen nennen. Denn die, die da hinter einer Seite stecken, sind ja, im technischen Sinn, kluge Leute. Aber sie haben offenbar keine Idee, wie sie etwas machen können, das halbwegs neu ist. Beispiel: Wie viele Seiten gibt es wohl, die hoffen, dass einer sie anklickt, um fremde Programme herunterzuladen? Schon am Morgen klicke ich wieder auf einen Link, und es erscheint:



Was empfindet man da? Mitleid mit den armen Dackeln, die da viel Mühe investiert haben? Ich zumindest komme ins Sinnieren. Ich denke: Zwischen Steve Jobs und den Machern dieser Seite besteht etwa das Verhältnis wie zwischen Karl dem Großen und einer seiner Fußsoldaten.

Montag, 5. April 2010

Graue Haare und Rechtschreibfehler

Nicht unflott, wie sich die BILD-Leser in den Schreibkampf um die rechte Haarfarbe stürzen. Und wie feinsinnig und offen! Es ist ein Genuss, dem Volk auf's Maul bzw. auf die Schreibgriffel zu schauen: "Wenn der Sack Falten bekoomt last ihr ihn abschneiden..."

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blackdevil1976:
Graues Haar sieht doch gut aus. Man haben wir Männer ein Glück. Keine Periode, keine Kinder austragen, das Alter lässt uns nur reifer wirken,...das Leben ist schön.
Habt ihr nix besseres zu tun als die Schreibfähigkeiten von anderen zu denunzieren?

labernich:
@Entfernter User
Dran schreibt man nur mit einem "n".Soweit zu Deiner Rechtschreibung.Hast wohl auch in der Schule gefehlt zu dem Zeitpunkt....

Entfernter User:
Hi Clubcard...
Wenn man Dein Deutsch so liest, kann einem echt übel werden!!!!
Was hast Du in der Schule gemacht, als Rechtschreibung drann war????????

Clubcard:
Was soll man gegen Graues Haat tun , nichts ihr Anfänger last sie da wo sie sind .
Graues Haar ist normal wenn man älter wird , ich selber habe reichlich davon und finde es schön . Wenn der Sack Falten bekoomt last ihr ihn abschneiden , bekommt das Gesicht Falten geht der Star zum Schönheitdoktor und läst es weg machen , immer und immer wieder bis er wie , na er sieht dann aus wie IT. Schaut einige Promis an , die sehen scheiße aus nach solchen OPs , ich persönlich finde es wichtig und gut das man sieht das , dass mnälter wird gehört nunmal zum Leben dazu .

pälzer1:
Was kann man gegen graue Haare tun ???
----Scheidung --- !!!!!"
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Der Stefan Raab der Große lässt ja vor den Wahlen immer das Wissen der Erstwähler testen(*. Wie wäre es da mit einem Test der BILD-Kommentatoren? Kann man mit ihnen Demokratie wagen? Oder sind die beiden Gruppen identisch, die Raab-Erstwähler und die Kommentatoren da oben?

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(* Die Raab-Sendung ist nicht mehr abrufbar, die Rechte und das Geld halt. Ob sich Raab und Pro7 damit Freunde machen? Ich jedenfalls finde diese Reaktion kleinlich und doof.

Zusammenhalten wie Pechstein und Schwefel?

Pechstein -- wie sehen wir das?


http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/04/01/dlf_20100401_0741_015415d1.mp3

Freitag, 2. April 2010

Die deutsche Sprache und das Internet

Nein, es geht nicht um Denglisch oder gar Englisch! Ein schöner Fund einfach:

hat sich erledigt:das kommt dafon dass man wenn man programme instaliert hat dann kommt das manchmal mit rauf das ist ein ADD-ons kann man über firefox-einstellungen plugin deintalieren wegbe- kommen das ist also kein virus aber ein unerwünschtes progi und dann normal deinstalieren start sistensteuerung dann is es weg habe es im mozilla forum gefunden

würde mich aber freuen wenn einer seine meinung dazu schreib danke gruss

Donnerstag, 1. April 2010

Wer wirf da wem was vor?

Auch die ZEIT ist vor, zugegeben: kleineren, Sprachschnitzereien nicht sicher:

"Katholische Kirche: Bayern prüft Misshandlungs-Vorwürfe gegen Bischof Mixa"

Das schimmert so schön. Wer wirf da wem was vor?

Kohl als Revolutionär

Da ruft beim Bayerischen Rundfunk ein Nachfahre des Herrn von Herder an, der sich arg aufregt, dass er -- er sei nun gottseidank im Westen wohlhabend geworden -- die Ländereien und das Schloss seiner Vorfahren zurückkaufen müsse, weil Kohl die unrechtmäßigen DDR-Enteignungen nicht rückgängig gemacht habe. Kohl in den Augen dieses Mannes ein Umstürzler und Enteigner.

Warum ist mir, mir als doch recht Konservativem, dieser Mensch von Herzen unsympathisch? Warum möchte ich ihn daran erinnern, dass es Zeiten gab, in denen seinesgleichen das Schicksal des fran- zösischen Adels und des französischen Königs Ludwigs XVI. blühte, und wir nehmen das heute doch eher als gesellschaftlichen Fort- schritt. Auf das Blutvergießen nach 1789 würden wir zurückschauend gerne verzichten, aber auf die Enteignungen und den Machtverlust einer bigotten, sich selbst beweihräuchernden Pseudo-Elite wohl doch eher nicht. Jener Elite, die immer der Ansicht war, dass die umfangreichen Ausbeuter-Taten ihrer Vorfahren die Legitimität der Besitzungen schon garantiere. Aber in historisch-rechtlichen Dimensionen zu denken war die Sache der traditionell Herrschenden noch nie. Wie auch. Es ginge ja gegen ihre dumpf-selbstverständlichen Interessen.

Und am Ende überlegen wir also: Was unser Kohl-Robespierre doch alles so bewirkt hat!

Mittwoch, 31. März 2010

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Ausbuchstabiert:

"Die Hoffnung auf die gewinnmaximierende Kraft
der Verbraucherdummheit ist sehr, sehr groß!"

Davon zeugen Beispiele wie dieses:


Es soll die Gierpanik erzeugt werden: Hoffentlich komme ich bei diesem phantastischen Angebot nicht zu spät!

Dienstag, 30. März 2010

Automatische Mülltrennung wäre möglich

..., wenn da nicht ...!

[ Alles Posts zu diesem Thema ]

Ausgangspunkt ist eine Frage, die ich so alle zwei, drei Jahre immer wieder stelle. Siehe Betreffzeile. Diesmal am 20.03.2010 am späten Nachmittag gefragt. Antworten bei GuteFrage.net schon mal eine ganze Reihe von Antworten.

Ist schon lange her, dass ich in irgendeiner Fernsehsendung die Behauptung gehört habe: Es wäre möglich, den Müll vollautomatisch zu trennen. Ich glaube an der Uni in Paderborn hatte ein Professor eine Modellanlage entwickelt. Aber: die vorhandenen Müllbetriebe und insbesondere der Grüne Punkt mit seiner riesigen Organisation und Bürokratie würden die Einführung der automatischen Mülltrennung verhindern.
Weiß jemand was Näheres darüber?

Dann eine Mail a) an meine Gemeinde, b) an das Bundesland Bayern und c) an das Umweltministerium in Berlin.

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So, weiter geht's. Die Berliner waren mit der Antwort -- per Papierbrief - am schnellsten. Hier per Bild diese Antwort. (Per Klick vergrößerbar.)


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Was sagen wir vom kommunikationstheoretischen Standpunkt zu dieser Antwort? Positiv: Die Leute im Ministerium sind am Ball. Negativ: Auf das, was so im Fernsehen und in den Newsgroups gezeigt und gesagt wird, geht das Ministerium nicht ein. Erklärung: Aus Effizienzgründen werden vorgefertigte Formbriefe leicht angepasst und verschickt. Effizienz. Nun ja, an die Effizienzkritik schließt sich die Demokratietheorie und ihre Fragen an. Wenn übrigens von Modellversuchen die Rede ist, die Fernsehberichte usw. widerlegt haben, wüsste man schon gerne, welche Versuche das waren. Was lässt sich zu dem Bericht in BILD DER WISSENSCHAFT sagen? Oder zu der WDR-Sendung, die als Anlage meiner Frage angehängt war?

Sinnvoll wäre es wohl: Solche Nachfragen zur Auffrischung der eigenen Argumente zu verwenden. Kritische Fernsehberichte beispielsweise sollten im Übrigen auf der Homepage des Ministeriums kommentiert werden, sonst sieht alles -- selbst wenn wir mal von der merkwürdig kalten Bürokraten-Sprache aus dem Ministerium mal absehen -- nach einer rein formelhaften Reaktion aus dem Textbaustein-Kasten aus.

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Wann kommt die nächste Antwort?

Leichtes Ekelgefühl als Argument

Viele Menschen -- und nicht nur einfache Gemüter -- halten ihr persönliches Bauchgefühl schon für ein Argument. Manche halten ihr Bauchgefühl sogar für das entscheidende Argument. Und der Witz ist: Sie liegen damit gar nicht falsch! Argumente sind vom argumentativen Hintergrund vollständig abhängig, und das Tragische an der Aufklärung und an der Theorie des Rationalismus 1. Stufe ist es, das nicht erkannt oder jedenfalls nicht akzeptiert zu haben. Allerdings, es gibt Grenzen des Bauchgefühls. Grenzen, die allerdings anders verlaufen, als viele Rationalisten der 1. Stufe glauben.

Also, der technische Rationalismus ist mächtig, weil er auf drei unhintergebaren Fakten beruht: Wer mathematisch-technisch mehr weiß und kann baut a) die mächtigeren Waffen und ist b) bei der Produktion technischer, verkaufbarer Güter besser. Hinkommt c), dass der technische Rationalismus die Zukunft besser voraussagen kann. Jedenfalls in den nicht zu komplexen, den berechenbaren Gefilden. (Beim Wettervorhersagen ist die Sache schon ziemlich zäh, wie wir wissen.)

Aber nun kommt's! Die technischen Rationalisten, die, wären sie politisch eine einheitliche Bruderschaft, die mächtigste Partei der Welt wären, diese Rationalisten lassen sich vor den Karren von Politikern und Unternehmern spannen, die in manchen Fällen nicht den geringsten Schimmer von den technischen Abläufen haben. Oder besser und anders herum: Das politische Vorzeichen in diesen Menschen + ihre politische Hilflosigkeit macht sie zu Werkzeugen ohne eigenen Willen. Hinzukommt gelegentlich die Hoffnung, anständig Geld zu verdienen. Wobei "anständig verdienen" bei vergleichsweise moderaten Beträgen beginnt.

Was beispielsweise versteht der Bauingenieur Mahmud Ahmadinedschad von Atomphysik? Und dass er ein wenig technisches Verständnis haben wird, ist vollkommen überflüssig für das Ziel, Atomwaffen für den Iran zu bekommen. (Sagen wir es mal so: Der Präsident könnte die formale Vorbildung von Joschka Fischer haben -- als Politiker, der weiß wie die Macht funktioniert, wäre es durchaus ausreichend für seinen Posten qualifiziert.)

Nun denn, conclusio: Rationalismus ist etwas, das man nur lehren kann, wie man gutes Benehmen, das Absehen vom hemmungslosen Durchsetzen von eigenen Interessen lehrt. Erst wenn der, der sich wie eine politisch-offene Hose benimmt, wie ein Depp in der Öffentlichkeit dasteht, erst dann ändert sich etwas. Wenn allerdings der Mächtige eine unmittelbare Umgebung findet, in der er nicht als Depp dasteht, kann er, als internationaler Depp, durchaus bis zu seinem Lebensende ein mächtiger Politiker in seinem Land bleiben. Schauen wir mal, nur so als Beispiel, auf das Leben von Robert Mugabe...

Montag, 29. März 2010

Der eigene Jet 1

Tja, es gibt Sätze in Interviews, da kann man eigentlich nur Kulturkritiker werden. Ganz spontan. Und -- na ja, lassen wir die Quelle mal weg.

P: Sie gelten als deutsche Paris Hilton. Ein Kompliment oder eine Beleidigung?

Kristin: Ein ganz großes Kompliment. Sie sieht gut aus und hat mit dem, was sie macht, Millionen verdient. Wenn ich so viel Geld bekommen würde, nur weil Menschen mich für doof halten – bitte!

P: Brauchen Sie die Millionen denn?

Kristin: Ich bräuchte sie nicht. Aber ich hätte schon gern meinen eigenen Jet und mein Apartment in New York.

Mittwoch, 24. März 2010

Internet-Verkaufsstrategen

Aus unserer Reihe: Die blödesten Maschen der Internet-Verkaufsstrategen.

Ein IQ-Test geht los, und nach der -- ich weiß nicht -- vierten Frage soll man dann erst mal ein Handy kaufen und gleich die Nummer eingeben. Oder nein -- die eigene Handy-Nummer eingeben. Dann bekommt man das Ergebnis. Man schüttelt sich. Brrrh!

Dienstag, 23. März 2010

Google, China und die Argumentationstheorie

Die chinesischen Behörden finden das Verhalten von Google unerhört. Keine Zensur? Ja wo kommen wir da denn hin! (Von Zensur wird natürlich nicht geredet, sondern von den Gesetzen des Landes.)

Der westliche Mensch findet die chinesische Zensur und die Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten in China unerhört. Nun ja, mehr oder weniger. China ist weit weg. (Aber, wenn er spricht, dann er spricht von Zensur und Willkür und der Todesstrafe, der westliche Mensch.)

Halten wir fest: Bevor wir darüber reden, wer Recht hat, müssen wir lange festlegen, welche Hintergründe der Argumentation warum gelten oder nicht gelten. Freilich: Die Behauptung muss erst einmal entkräftet werden, dass es allgemein menschliche Standards gibt. Wenn eine Handlung klar beschrieben, Reden aufgenommen und gesendet, Videos gedreht und ausgestrahlt werden, dann gibt es über das Recht und das Unrecht des Dargestellten klare Mehrheiten, quer durch die Kulturen. ("quer durch die Kulturen"! -- Wohlgemerkt, nicht "quer durch die Länder oder Staaten"!)

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Fact or Fiction?: The Chinese Eat Dogs

LONDON, January 26 /PRNewswire/ --

New Book Highlights the Importance of Understanding the Chinese Culture

For hundreds of millions of Chinese around the world, Sunday will mark the beginning of the Year of the Dog, which is a fitting symbol for the cultural differences that have to be bridged between China and the rest of the world. Given China's historical attitudes toward dogs and the emerging Chinese interest in keeping pets, many Westerners have often pondered, "Do Chinese really eat dogs?"

According to Tom Doctoroff, author of Billions: Selling to the New Chinese Consumer, published this month by Palgrave Macmillan, the answer is, historically, a declarative "yes."

"True, there are some hot pot dog restaurants, particularly in the South, and one or two on the sparkling streets of Shanghai, but most educated folks wouldn't admit to having a dog sandwich for lunch," explains Doctoroff. "But globalization is everywhere, and with international standards of behavior and consumerism impacting China too, dog chowing is less and less popular."

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Klar ist auch, dass es doch grundsätzliche Probleme gibt: Überzeugte Vegetarier nehmen das Tierfleisch-Essen auf die gleiche Stufe wie das Hunde-Essen. Die grundsätzlichen Probeme müssen benannt und mit Beispielen illustriert werden. Konkret!

Sonntag, 21. März 2010

Schlagwörter

"Fordern und fördern!"
"Leistung muss ich wieder lohnen!"
"Die Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden!"
Usw.

Selbst die besten Ideen werden zu Asche, wenn sie, auf Schlagwörter verkürzt, von Bürokratencharakteren hirnlos wiederholt werden!

Handys, die Ingenieure und die Selbstverwirklichung

Die Verbindung zu einem Sony-Ericsson M600i funktioniert nicht. Jetzt ist die Frage, ob das vorhandene Kabel auch das wirklich richtige ist. Die naheliegende Idee: Die Firmen machen -- wenn sie sich schon nicht von ihren proprietären Lösungen verabschieden wollen -- eine Großaufnahme des individuellen Steckers, sodass man sehen kann, ob man das richtige Kabel hat. Die Idee ist wahrscheinlich zu klar und schlicht. Auch in der Wirtschaft müssen sich Leute selbstverwirklichen können bevor sie zur Sache kommen.


So, und jetzt leiste ich Dreiviertel-Abbitte: Wenn ich mich nach vorne beuge und die Pixel des Monitors anstarre -- genau das habe ich gerade getan --, dann meine ich erkennen zu können, dass -- ich das falsche Datenkabel habe. Das prüfe ich jetzt, für 2 Euro und 59, plus Porto. Nein, doch nicht! Ich nehme das reellere, für 4,19 Euro, ohne Porto.

Dienstag, 16. März 2010

Handy-Akku

Ich schreibe bei Amazon rein: "Sonst kann man sich auf die Rezensionen verlassen oder mindestens einen Anhaltspunkt bekommen. Warum ist das bei Handy-Akkus so schwer? Ich habe vor einiger Zeit einen Akku gekauft, bei dem das Handy nach dem zweiten Laden sagte, ich solle die Batterie austauschen. Ich würde gerne ein paar Euro mehr zahlen, wenn sicher wäre, dass das Teil eine gute Qualität hat."

So, und jetzt mache ich mich mal auf die Suche. Mal sehen, was die Experten sagen.

Montag, 15. März 2010

Falsche Fälschungen

Eine Meldung und ihre Geschichte...

F Ä L S C H U N G E N

Kujau-Museum vor dem Aus
Kölner Stadtanzeiger vom 20.04.2006 17:04

Pfullendorf/Dresden - Das Museum über den Fälscher der vermeintlichen Hitler-Tagebücher, Konrad Kujau, steht nach nicht einmal einem Jahr vor dem Aus. Die Betreiberin des Museums in Pfullendorf (Kreis Sigmaringen) soll mit gefälschten Bildern gehandelt haben, wie die Staatsanwaltschaft Dresden am Donnerstag mitteilte. Die 47 Jahre alte Dresdnerin habe im Internet mehr als 500 Ölbilder verkauft - angeblich alles Kujaus Fälschungen. Die Bilder seien tatsächlich in Fernost entstanden...Die jetzt gehandelten Bilder sind nach Ansicht der Ermittler nicht Kujaus Fälschungen, sondern "falsche Fälschungen"...Die Dresdnerin gibt sich als Nichte Kujaus aus. "Wir können aber nicht klären, ob sie wirklich eine Verwandte ist", sagte ein Sprecher der Polizei Dresden.

Thunderbird-Probleme

Manchmal staune ich noch, über bestimmte Computer-Probleme. Etwa über das Problem: Mozilla Thunderbird eröffnet die Möglichkeit für Filter. Die kann man also einrichten. Und irgendwann findet der Filter dann den Zielordner nicht mehr. Will ihn partout nicht finden, obwohl man ihn mit der Nase drauf stößt: "Hier ist der doch! Da hinein...!"

Dann will man einen Filter löschen. Das geht auch. Nur -- beim nächsten Mal ist der Filter wieder da. Einfach so. Es fällt auf, dass die entsprechende Maske keinen Button "Schließen" hat. Man kommt nur über das Kreuz oben rechts wieder raus. Das aber macht, dass das Programm das eben Getane wieder vergisst.

Sonntag, 14. März 2010

Wertig

Wenn mich etwas in Rezensionen, Kritiken, Besprechungen nervt, dann das tönend-aufgesetzte Adjektiv "wertig"!

"Die Kamera macht eine wertigen Eindruck..."

Brrrh!

Wann hat dieses kreuzdämliche Wort eigentlich seinen Marsch in die Sprache der Möchtegern-Kenner angetreten?

Brother - Multifunktionsdrucker 1

Kaufgründe
Nun denn, ich habe diesen Drucker aus drei Gründen gekauft: Zum einen, weil mir die guten Einzugsscanner zu teuer sind und ich mit Einziehen scannen will, zum anderen, weil ich einen A3-Drucker brauchen kann. Schließlich zu dritten, weil ich bei Amazon, hier, gute Besprechungen gelesen habe.

Aufstellen und Installieren
Ich bin gerade dabei das Gerät aufzustellen. Es soll erst mal via USB mit dem PC verbunden werden. Das LAN-Kabel, mit dem es Netzwerk-Drucker werden könnte, ist für den PC. Ich überlege, ob ich mit dem PC drahtlos zum Router gehe und das Kabel für den Drucker nehme, aber ich verwerfe diese Idee gleich wieder.
Nun gut. Auspacken, hinstellen, anschauen. Links, seitlich: Stromanschluss, LAN-, Telefonanschluss. USB an der Front, unterhalb des Zahlenblocks für die Faxnummern. Ich suche ungefähr 5 Minten lang nach einem zweiten USB-Anschluss, denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man von diesem Frontanschluss zum PC gehen soll. Langsam dämmert es mir: So ist es gedacht. Ich kann es nicht glauben. Ein Kabel, das ständig da vorne rumhängt, und dann hinter dem Schrank zum PC geführt wird... Im Handbuch wird, jedenfalls offiziell und im Inhaltsverzeichnis, von dieser Verbindung gar nicht gesprochen. Auch nicht bei der Software-Installation. Sehr, sehr seltsam! Mal sehen, wie es weiter geht.

Gibt es einen Ein-/Ausschalter?
Nun also, aufgestellt. USB-Kabel von der Frontseite her. Stromkabel eingesteckt -- und es bewegt sich nichts, es leuchtet nichts, es passiert rein gar nichts. Gibt es einen Einschalter, von dem im Handbuch nichts steht? Man kann das pdf-Handbuch ja mal durchsuchen... "...schalten...", da kommt "Fax einschalten". "Schalter". Nichts. Verflucht, die könnten doch mal freundlicherweise hinschreiben: "Es gibt keinen gesonderten Ein/Ausschalter. Das Gerät ist sofort betriebsbereit." Irgend sowas.
Leichte Verzweiflung. Muss man zuerst die Farbpatronen einsetzen, damit das Display aufleuchtet? Aber ich will nicht erst mal die Farbkartuschen öffnen, wenn ich das Teil anschließend zurückschicken muss! Hab ich wirklich ein neues, doch kaputtes Gerät bekommen?! So kaputt von Anfang an, dass nicht das geringste Fehlerlämpchen leuchtet, kein Ruckeln irgendwas anzeigt. Ich bedenke auch: Niemand hat von einem solchen Problem geschrieben. Im ganzen weltweiten Netz nicht. (Also gut, in Japan vielleicht.) Also, entweder bin ich heute besonders schräg drauf oder das Ding ist hin...

Mittwoch, 10. März 2010

Der lange Winter und der Golfstrom

Ich hab es aus zweiter Hand, jemand hat es im Fernsehen gesehen: Ein Meteorologe kommt mit der Idee daher, dieser lange, durchgehende Winter könne mit der Verlagerung oder dem zukünftigen Abreißen des Golfstroms zusammenhängen. Das ist doch ein Gedanke, der vor 10 Jahren oder länger im Gespräch war. (Na gut, die Wikipedia sagt vor 5 Jahren. Gefühlt waren es 10.) Warum muss ein solcher Winter her, um diese Möglichkeit in die Köpfe zurückzubringen?

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Ich schaue mal in der Diskussion der Wikipedia-Artikels Golfstrom nach und füge dort ein:

"Von meiner Seite eher eine Bemerkung zum allgemeinen WP-Stil und -Argumentieren, anhand dieses Beispiels: "2005 sorgte die Studie eines britischen Ozeanographen für Aufsehen, die eine starke Abschwächung des Golfstroms postulierte; diese gilt jedoch mittlerweile als widerlegt, da die durchgeführten Messungen nicht als repräsentativ betrachtet werden können." Ich glaube, Bemerkungen, dass eine Studie oder XY als widerlegt gilt, basta und Fußnote, lässt bei den meisten Menschen ein ungutes Gefühl zurück. Es sollte schon noch ein Satz, vielleicht zwei, drei Sätze über die "ungenauen Messungen" hinaus da stehen. Ich habe, um ein anders gelagertes Beispiel zu geben, mal vor Jahren in einer Kongressdiskussion auf die Two-Cultures-These von Charles Percy Snow hingwiesen, worauf ich von einem anderen Teilnehmer mit "das sei doch eine uralte Kamelle" niedergebügelt wurde. Er hat es jedenfalls erst mal versucht, das mit dem Niederbügeln. Solche hochnäsigen Einlassungen sind als Argumente immer extrem schwach. Lange Rede, kurzer Sinn: Hier sollte hinter den Satz mit den "Messungen nicht als repräsentativ" noch ein wenig Erklärung und Erläuterung kommen. Und BTW: Dass man im Zusammenhang mit naturwissenschaftlichen Messungen von nicht repräsentativ spricht, mag zwar nach einigem Nachdenken durchaus sinnvoll erscheinen (weil die Messungen z. B. nicht zufällig genug verteilt waren und verborgene Variablen reinspielten); es klingt aber trotzdem komisch, weil das "nicht repräsentativ" eher an Meinungsumfragen erinnert, bei denen die Sache mit der Zufallsauswahl der Befragten nicht gestimmt hat."

Montag, 8. März 2010

Spritzgeräte: Erwartung und Realität

Ein Gerät zum Farbspritzen gekauft, um eine Tür weiß zu bekommen. Vorher: Holzfurnier mit altem Klarlack. Also, abgeschliffen. Das Sprühgerät fertiggemacht. Die Anleitung beachtet.

Erstes Problem: Die Farbkonsistenz herauszufinden ist schon mal nicht einfach. Ein Messbecherchen und die Abtropfgeschwindigkeit. Mal zu dünn, mal zu dick. Dann endlich.

Jetzt -- die große Enttäuschung! Ich hatte erwartet, dass man mit diesem Ding -- zugegeben nicht das teuerste -- flächig Farbe auftragen könne. Realität: Kleine Portionen, dazu zwischendurch hellere, dunklere Flächen. Wollte man das einigermaßen gut machen, bräuchte man dazu drei mal so lange wie mir relativ kleinen Pinsel und fünf mal so lange wie mit dem größeren Farbkissen.

Schlussfolgerung: Hände weg vom Spritzen von großen Flächen!

Samuel Beckett - Try again

Mein Frühstücksbrettchen. Schön, wenn man solche Geschenke bekommt, die einen am früen Morgen schon anschauen.

Sonntag, 7. März 2010

SZ-Magazin-Häme: Das Depressionen-Heft



Man kann ja alles im Internet nachvollziehen, was man auf Papier liest. Vielleicht nicht alles. Fast alles.

SZ-MAGAZIN, Fall 1: Johannes B. Kerner wird interviewt. Noch darf er seine Sicht der Dinge darstellen. Fall 2 (im Moment findet er sich hier): Jetzt rücken zwei SZ-MAGAZIN-Reporter bei ihm an, die ihn nur noch indirekt und zitatweise zu Wort kommen lassen. Dazwischen: solide, kühle Häme. JBK sei, so sagen es Kollegen, immer ein Streber gewesen. Einschaltquoten wie Schulnoten. Wenn ein Musterschüler von der 1 auf eine 5 abgerutscht. Vielleicht auch eine 4-. Ja, da gibt es was zu grinsen.

Ich war nie einer, der sich Kerners Sendungen angesehen hat. Weder beim ZDF noch bei SAT1. Aber so etwas kommt mir doch ziemlich gemein vor. Sagt Kerner jetzt: "Ja, so läuft das Spiel. Ich bin ein alter Hase. Das habe ich immer gewusst." Ein großes Fragezeichen. Oder ist er doch gekränkt und weiß, dass das das Letzte wäre, was er im Medien-Dschungel tun darf: sich gekränkt zu zeigen. Wieder: großes Fragezeichen.

Das andere in diesem SZ-Heft, aus zwei Perspektiven: 1: Ein Mann hat zwei Kinder und findet heraus, dass beide nicht von ihm sind. 2: Eine Frau lebt mit einem Mann zusammen. Will ein Kind. Die Freundinnen raten zum geheimen Absetzen der Pille. Sie lehnt das ab. Sie will ehrlich sein. Dann bekommt der Mann von einer anderen ein Kind und sagt, dass er aber diese andere nicht liebt. Dann bekommt die andere ein zweites Kind von ihm. Und er geht zu der anderen und den Kindern. Bodenlosigkeitsgefühle in beiden Fällen. Von Psychologen, den Wirklichkeitserkärern unserer Zeit, sachlich kommentiert.

Das mit den Kindern ist so eine Sache. Spontanes Leser-Gefühl: Es muss doch nicht alles in die Zeitung und die Öffentlichkeit! Oder aber: Ist das ein Beitrag zur Aufklärung? So geht es bei uns zu. Und vielleicht sogar - vielleicht fühlen sich die beiden, die da alles offengelegt haben, besser. Immerhin haben sie es ihren Ex gezeigt. So habe ich mich gefühlt, du ...!

Samstag, 6. März 2010

Demokratie 2.0

Inzwischen wird ja alles gerankt. Das ist das Ergebnis von WELT und TALKSHOW. Was sagt uns das?

Fotos von nackten Schülern

Diese Monsterwelle -- sexueller Missbrauch in katholischen Einrichtungen, Internaten und Schulen vor allem. Darf man da noch Korrektheit der Berichterstattung anmahnen? Doch, ja, darf man.

Also, liebe WELT, schiel nicht auf die herbeiredbare Sensation. Niemals. Ein halbnackter und ein nackter Schüler, dass sollte schon ein Unterschied sein. Zumal der halbnackte Schüler wahrscheinlich eine Badehose oder so was ähnliches anhatte und nicht -- aber lassen wir das.

"Die Hölle von Ettal"
Pater stellte Fotos von nackten Schülern ins Netz
Die "Hölle von Ettal" – so beschreiben Ex-Schüler ihre Zeit auf der bayerischen Klosterschule. Zu ihrem Alltag gehörten Prügel und Missbrauch. Es heißt zwar, diese Zeiten seien vorbei. Doch das stimmt so nicht: Ein inzwischen suspendierter Pater hat Fotos von halbnackten Schülern im Web veröffentlicht. (Quelle)

Freitag, 5. März 2010

Datenschutz - ein ewiges Dilemma

Das muss man sich in Sachen Datenschutz auch überlegen: Ich gebe ein Formular an -- sagen wir eine größere neue Arbeitsgruppe. Name, Vorname, Adresse usw. Ein paar Fragen sind ein wenig heikel: Telefonnummer? Ausdrücklich fakultativ: ein Bild der betreffenden Person. Heikel, ich weiß. Es gibt bei vielen Menschen ein gerüttelt Maß an Misstrauen: das eigene Passbild herausrücken?

Nun aber, man kann die Menschen auch danach klassifizieren: Gibt eine Information / gibt sie nicht. Das ist eine sehr, sehr wichtige Information. Gegeben ex negativo. Sozusagen.

Donnerstag, 4. März 2010

Martenstein und Hegemann

Heute in der ZEIT gelesen. Im Internet nachgeschaut: Schon da! Ein äußerst lesenwerte Kolumne, wieder mal. Etwas lässt stutzen: © Nicole Sturz. Wer ist Nicole Sturz? Die Agentin von Martenstein? Oder die, die den Text blitzschnell auf diese Website gebracht hat. Ich schaue nach. Bei Google, dann auf der Ursprungsseite. Seltsam, seltsam. Da kommt Nicole Sturz überhaupt nicht vor. Auf der Ursprungsseite, meine ich. Aber ich habe doch nur rüberkopiert? Ansonsten ist Nicole Sturz eine Fotografin mit einer sehr puristischen Website. Sie -- also Nicole -- fotografiert auch für die ZEIT. Nun denn. Lassen wir's gut sein.

Am besten ist es, die gelehrten Kommentare zu lesen, die es schon zu Martensteins Kolumne gibt. Fazit: Ich glaube, die deutschen LeserInnen sind zu gelehrt und verkopft. Was die dem guten Martenstein alles vor- und nachwerfen! Wahnsinn!

Hegemann und Airen im Textvergleich
Harald Martenstein wundert sich über den Literaturskandal um Helene Hegemann. Er findet, sie hat den Text des Bloggers Airen verbessert.

© Nicole Sturz

Ich habe mir die Textlandschaften von Helene Hegemann angeschaut. Ich habe sie mit den Textlandschaften von Blogger Airen verglichen.

Falls jemand in den letzten Monaten im Ausland war: Helene Hegemann ist achtzehn. Davor war sie siebzehn. Sie hat den Roman Axolotl Roadkill geschrieben. Dann kam heraus, dass sie Teile des Romans aus anderen Büchern und dem Internet abgeschrieben hat, vor allem bei Blogger Airen. Wie ich beweisen werde, ist dies aber überhaupt nicht der Fall.

Ausgelöst wurde die Affäre durch das Wort "Vaselintitten". Jemandem ist bei der Lektüre des Romans dieses Wort aufgefallen. Dann hat dieser Jemand "Vaselintitten" gegoogelt und ist bei Blogger Airen gelandet. Jetzt ist das Wort in der deutschen Sprache allgegenwärtig und voll dudentauglich. Sogar in der FAZ standen Sätze wie: "Es geht nicht nur um die Vaselintitten", oder: "Wem gehören die Vaselintitten?" Ich selbst schreibe Sätze wie: "Ohne Vaselintitten wäre die neuere deutsche Kulturgeschichte anders verlaufen."

Usw.

Aber noch einmal zum Marketing für diesen Roman. Wie muss man sich das vorstellen? Ein Verlag nimmt das Konvolut, bringt es heraus. Lässt seine Verbindungen spielen. Ziel: Wir machen einen Medienhype. Jugend, Rauschgift, Sex, Disco. Passende Sprache.

Der Verlag (wer genau?) ruft bei den Zeitungen an. Beim Fernsehen. Usw. Und dann läuft die Maschine an. Gut geölt, nennt man das in der modernen Welt. Wenn es der eine bringt, muss es auch die andere bringen. Ein Jungstar! Aufgepasst!! Nur eben -- da rufen sehr viele an, beim Fernsehen und beim Rundfunk. Warum schafft es Ullstein diesmal?

Mittwoch, 3. März 2010

Rechtschreibung: Rechtschreibduden

Man glaubt ja nicht, wie kreativ die Rechtschreibung von OpenOffice ist!



Flugangst

Das STREIFLICHT der SZ beginnt heute so:

"Fisch schwimmt, Vogel fliegt, Mensch läuft" hat der tschechische Langstreckler Emil Zatopek einmal gesagt, und damit hat er im Großen und Ganzen recht gehabt. Wohl gibt es auch fliegende Fische, schwimmende Vögel sowie fliegende und schwimmende Menschen, aber immer handelt es sich um etwas Widernatürliches, namentlich im Falle des Menschen. Nicht nur, dass er nicht ohne Hilfsmittel zu fliegen imstande ist, er kriegt es in den Bäuchen der Flugzeuge, in denen er hockt wie Jonas im Wal, auch immer wieder mit der Angst zu tun. Wissenschaftler haben tausend Erklärungen für diese Angst. Aber letztlich ist es ganz einfach: Der Mensch braucht festen Boden unter seinen Füßen, Erdboden; es steckt ihm in den Genen, ist ihm von Anfang an überliefert, dass die Luft ihn nicht trägt, denn wenn sie ihn trüge, dann wär" er ja eindeutig ein Vogel. Man kann sagen: Je mehr Angst jemand in der Luft hat, umso näher ist er bei seinen Wurzeln. (Nachzulesen für E-Paper-Abonnenten hier)

Und später, beim Ausräumen der Spülmaschine ertönt es aus dem Kopfhörer via Haus-Funk-Anlage: Das Lied der Wise Guys (nein, da sind nicht die Prinzen!) deren Lied über die Flugangst.

Merke: Intertextualität und Zufall beherrschen die Welt!

Werbung und Internet

Du willst eine Seite im Internet sehen. Wie etwa die, die die Songtexte der Wise Guys zu präsentieren verspricht. Und da -- Zack! Werbung schwebt ein. Blitzschnell klickst du sie weg. Und ZackZack -- die nächste Werbetafel. Erst jetzt begreifst du, dass du ja schon begriffen hast: Die Werbung wird in einem neuen Fenster geschaltet, wenn du sie schließt. Du hättest das Fenster wechseln müssen.

Jetzt fragst du dich: Wie könnte eine nicht-nervende Werbung überhaupt aussehen?! Im Internet, im Fernsehen. Überhaupt.

Dienstag, 2. März 2010

Fußball, Macho und Macha?

"Er hat einen Hintern wie Apollo.
In seinen Hüften schwingt Elan.
Hat einen Charme wie Rene Kollo,
und einen Blick wie Dschingis Khan!

"Du bleibst dein Leben lang ein Dodel!"
hat ihn der Lehrer oft geneckt.
Heut ist er Unterhosen-Model,
ein Macho und ein Lustobjekt."

Zu einer Affäre gehören immer zwei. Und also lesen wir heute in der WELT dies:

"Bridge machte sich damals offenbar noch Hoffnungen auf eine Aussöhnung mit der Mutter seines Sohnes, der Französin Vanessa Perroncel, einem Unterwäsche-Mannequin. In Terrys Verhalten sieht er einen nicht wieder gut zu machenden Verrat und Freundschaftsbruch. Der Chelsea-Kapitän seinerseits fand bisher kein einziges Wort der Entschuldigung, dafür aber den nicht alltäglichen Betrag von kolportierten 800.000 Pfund (ca. eine Million Euro), mit dem er sich das Schweigen der Französin, seiner Geliebten, erkaufte."

Und so sieht es die SUN... Eine Love-Affair, die die WM bedroht.

Die heilige Sadistin

Wenn sich Herrscher, ob geistlich oder weltlich, mit der Religion treffen, dann ist das immer so eine Sache. Herrschaft gibt es in der und in Verbindung mit der Religion. Natürlich. Aber nun!


"Ein erster Versuch, ihre Alleinherrschaft zu zementieren, scheiterte, sie musste abdanken, kehrte aber [Jahr] als Mitregentin zurück. Um drohende Konkurrenz abzuwehren, ließ sie die Brüder ihres verstorbenen Mannes blenden und ihnen die Zunge abschneiden. Nachdem die Truppen [N.N.1] zum Alleinherrscher ausgerufen hatten, ließ [N.N.2] [Jahr] auch ihren Sohn blenden und konnte wieder alleine regieren. In den Auseinandersetzungen um die Kaiserkrönung [N.N.3] im Jahr [Jahr] versuchte sie noch einmal die Reichshälften zu einen, doch ihre Pläne scheiterten mit ihrem Sturz im Oktober [Jahr], als ein geglückter Putsch sie mit der Verbannung nach Lesbos [...]."


Grausamkeiten gehören zum Machtgeschäft. Klar. Nur --, dass man mit diesen Taten eine Heilige werden kann, das ist schon absonderlich. Wer war's und wann war's?

Auflösung tatsächlich im Heiligen-Lexikon!

Google Street View

Ja, GSV ist mal wieder in der Diskussion. Und ich halte mal wieder fest: Da wollen die einen mit beinahe allen Mittel berühmt werden, und andere wollen mit allen Mitteln anonym bleiben. Die Bandbreite des menschlichen Wollens eben...

„Google kann die Fotos von den Häusern, Straßen und Menschen mit anderen Informationen verknüpfen“, sagte Schaar dem „Tages- spiegel“ vom Dienstag. „Wie und wo man wohnt, kann Rückschlüsse auf die Einkommensverhältnisse zulassen.“ Das könne bei Kreditanfragen eine Rolle spielen oder bei der Suche nach einem Arbeitsplatz."

Je nun, denke ich mir. Werden die Banken und die Arbeitgeber nicht ohnehin nachforschen? Brauchen die dazu wirklich GSV?

Dörrie, Kirschblüten, mal grundsätzlich

Die Mittelschichtskünstler -- nein, eine bestimmte Art von Mittelschichtskünstlern möchte die einfachen Leute immer auf eine gewisse, eine erhöhte Weise sehen. Warum? Darüber muss man gesondert nachdenken. Dass gute, ehrendwerte, aber doch schlichte Bayern sich für Butoh interessieren ist ungefähr so wahrscheinlich, wie auf der Rückseite des Mondes eine gotische Kathedrale zu finden. Aber Doris Dörrie projiziert ihre Hoffnungen in die einfachen Leute, weil sie an ihresgleichen, an ihrer Schicht, verzweifelt. Vermute ich mal. Aber das, ja nun -- das geht schon kräftig in Richtung Gründe...

"Rudi versucht, Trudis versäumtes Leben nachzuholen. Da ihre heimliche Leidenschaft Japan und dem japanischen Ausdruckstanz Butoh galt, reist Rudi zu seinem Sohn nach Tokio. Dieser ist von der Situation bald überfordert und wünscht seinen Vater wieder fort. Da lernt Rudi in einem Park, der in der Kirschblüte steht, eine junge Japanerin namens Yu kennen, die ihm auffällt, weil sie dort täglich den Butoh tanzt. Yu lebt in einem Zelt, hat erst vor einem Jahr ihre Mutter verloren, kann Rudis Situation gut nachvollziehen und hilft ihm, sich in der Großstadt zurecht zu finden. Trotz ihrer sprachlichen Verständigungsprobleme und trotz der großen kulturellen Unterschiede verstehen sich die beiden bald sehr gut." (Wikipedia)

Montag, 1. März 2010

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