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Freitag, 8. April 2022

"Kulturelle Aneignung"

>> Debatte um "kulturelle Aneignung": Alles geklaut? Stand: 24.09.2021 -- In Zeiten von "Black Lives Matter" wird die Debatte um die "kulturelle Aneignung" verschärft geführt: Welche kulturellen Anleihen sind legitim, welche sind es nicht? << (ndr.de)

Wo wird gefragt, was die andere, nicht-weiße Welt sich nicht alles von der weißen Welt "angeeignet" hat? Vom Auto bis zur Kalaschnikow. Wenn die islamische Welt nur mit dem kämpfen dürfte, was sie an Waffen selbst entwickelt hat, dann wäre sie arm dran bzw. die Welt friedlicher. Kleidung und Champagner nicht zu vergessen. Warum dürfen die das, sich was aneignen, und wir nicht?! 

Sonntag, 26. Dezember 2021

Niggemeier und Martenstein

Es ist schon lustig, immer wieder mal zu sehen, dass Stefen Niggemeier an Harald Martenstein "einen Narren gefressen" hat. (Ich meine mich zu erinnern, dass Martenstein das einmal selbst so formuliert hat.) Bemerkenswert auch, dass Niggemeier sich wirklich auf seine Blog-Leser einlässt und ihnen antwortet. Das tun ja nicht so viele Journalisten in dieser Weise. 
Heute mal wieder nachgelesen, auf einer Seite, die ich hier schon mal verlinkt habe. Dabei zusätzlich gefunden: 

Rassismus in Werbung ist weiter verbreitet, als man vielleicht denken und fühlen mag, eben weil heute wohl niemand absichtlich rassistisch wirbt.

Was mir auffällt, ist was anderes. Es ist die lustige vorauseilende politische Korrektheit in der Werbung. Gibt es denn noch Firmen, die ohne "multiethnische Bilder" werben mögen. Es muss ja nicht gleich so krass wie in der Bahn-Werbung, für die Boris Palmer einen seiner Shit-Stürme eingefahren hat.

Wo hatte ich das doch gleich?

... 

Ich finde das Bild nicht! Eine schwarze Frau in einem strahlend weißen Kleid und ein Auto fliegt vom Himmel. War es denn kein BMW?! Dabei hatte ich geglaubt, ich hätte gefragt, ob das die Frau des Botschafters von Swaziland ist, die ein neues Auto braucht und -- gefunden hat.

Na gut, fangen wir halt mal so an. Irgendwann werde ich schon finden, was ich suche.

Sonntag, 25. April 2021

"Zwei Negerküsse bitte!"

 Onkel Wolfgang versucht im SPIEGEL das als Kommentar zu posten:

"Mit geht das ganze Sprachgetue, einschließlich des dämlichen N-Wort-Getues unglaublich auf den Keks. Wenn jemand Negerkuss sagen will, dann sagt er eben Negerkuss. Welche Instanz mit welcher Legitimität greift da in die Sprachgewohnheiten ein? Soll es ein Gesetz über Zigeunerschnitzel und Negerkuss geben? Die spinnen doch, die Neugermanen!"

Natürlich hat er keine Chance, dass das gebracht wird. Sagt der Onkel auch selbst.


"Kunde filmt Rassismusvorfall. Aldi entschuldigt sich – und entlässt Mitarbeiter." (spiegel.de)



Dienstag, 9. Juni 2020

George Floyd

Ziemlich lange überlegt, ob ich das notiere. Jetzt aber doch.

Frage: Warum führt ausgerechnet der Tod von George Floyd zu diesen weltweiten Demonstrationen?

Es gab - gesprochen für Deutschland - wie immer konkurrierende Themen in der vergangenen Woche. Ich greife heraus: Der Missbrauchsfall in Münster. Ist jemand dafür auf die Straße gegangen?

Warum dieser Fall Missbrauch vs. Rassismus? Einfach weil beide, generalsierbar, ungefähr gleich komplex und kompliziert sind.

Die Komplexität hat jemand bei der ZEIT angemerkt, dass in Chicago die Bürgermeisterin Lori Lightfoot und der Polizeichef David O’Neil Brown schwarz sind. Und dass in Chicago-Süd, die Schwarzenviertel, die Todesraten immens sind: Schwarze gegen Schwarze. Ist das jetzt auch ein Ergebnis des Rassismus der Weißen?

Und dann auch noch: Was soll man gegen Rassismus tun? Werden Demonstrationen wirklich was ändern? Oder werden einfach die Gräben tiefer? 

Und dann sind da noch die -- Weißen --, die auf den Bürgerkrieg in den USA hoffen ...*

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* Leicht aufzulisten, diese Gruppen:

  • 211 Crew
  • Aryan Brotherhood
  • Aryan Circle
  • Aryan Republican Army
  • Atomwaffen Division
  • Black Legion
  • The Covenant, The Sword, and the Arm of the Lord
  • Knights of the White Camelia
  • Ku-Klux-Klan
  • United Klans of America
  • White Knights of the Ku Klux Klan


Freitag, 29. Mai 2020

Rassismus im Zusammenhang gesehen

Zwei Fragen, ganz kühl entwickelt:

"JOHN ROTH 28.05.2020 || Limburg – Am 1. September 2019 stiegen der Bad Kreuznacher Restaurant-Besitzer Hasan Y. (39) und sein Begleiter Yasar Y. in seinen Porsche. Dann fielen sieben Schüsse, töteten Hasan Y., der Beifahrer überlebte. Der Täter flüchtete. Zwei Tage später stellte sich Izzettin Y. (28) bei der Polizei. Nun stehen er und zwei weitere türkischstämmige Männer vorm Limburger Landgericht. | Izzettin Y., Ramazan Y. (38) und Haci Y. (28) wird gemeinschaftlicher Mord aus Heimtücke vorgeworfen. Bei Ramazan Y. kommt laut Anklage noch Habgier hinzu. Zu Prozessbeginn räumte Izzettin Y. die Tat ein – er will allerdings allein gehandelt haben. Anwalt Frank Richtberg (62) verlas die Erklärung seines Mandanten: „Ich allein habe Hasan Y. erschossen, weiß, dass ich mich dafür zu verantworten habe.“ Ramazan Y. (38) und Haci Y. (28) wollen weder beteiligt gewesen sein noch von dem Plan gewusst haben."

Ich entnehme diese Meldung der BILD-Zeitung, weil ja ZEIT und FAZ über so etwas nicht berichten.

Die Fragen:

1. Ist es denn ausgemacht, dass solche Meldungen, weil quasi aus den Niederungen der Gesellschaft, nicht einmal auch von ZEIT, SPIEGEL, FAZ oder SZ gebracht werden sollten? Wie werden denn die Relevanzkriterien der Zeitungen begründet? Mit einem "Igitt!"?

2. Was erklärt eigentlich, dass Habgier und "Aggression pur" weniger sicherheitspolitisch relevant sind als rassistische Anschauungen?

Mittwoch, 7. August 2019

Tönnies: "Achtung, jetzt kommt’s!"

Ich
Notizbuch

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Nun, siebzehn Jahre später, versteht man in solchen Dingen keinen Spaß mehr. Der Fleisch-Unternehmer Clemens Tönnies, nicht nur Wurst-Essern, sondern vor allem Schalke-Fans als Aufsichtsratsvorsitzender des Ballsport-Unterhaltungsunternehmens ein Begriff, hat beim Tag des Handwerks in Paderborn im Zusammenhang mit der Klimawandel-Diskussion gesagt, man solle lieber zwanzig Kraftwerke in Afrika finanzieren, statt in Deutschland höhere Steuern auf CO2 einzuführen. „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und“ – Achtung, jetzt kommt’s – „sie hören auf, wenn es dunkel ist, Kinder zu produzieren.“ (wiwo.de)

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Was soll man an dieser Äußerung eigentlich kritisieren? Wenn man ein ernsthafter Mensch ist, dann: Dass die Überbevölkerung in Afrika und die offensichtlich zu hohe Geburtenrate sicherlich nicht mit Kraftwerken und Strom für Fernsehen und elektrisches Licht verändert werden kann.

Im Grunde genommen aber geht es darum, dass da ein Mensch auftritt, der über die Jahre hin so sehr in seinen eigenen Innenräumen sich aufgehalten hat, dass er glaubt, solche Sätze würden in der Öffentlichkeit noch als Witzchen verstanden.

Schlimm finde ich diese dummen Sprüche im Grunde nicht. Es ist halt an denen, die sich immer gerne aufregen, dass sie sich wieder einmal aufregen können.

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Und der Wirtschaftswoche sei gedankt, dass sie historische Parallelen zieht, die es durchaus in sich haben:

Wer schon vor zwei Jahrzehnten seine Abende mit Talkshows vor dem Fernseher verbrachte, wird sich vielleicht erinnern. Gloria von Thurn und Taxis, laut Wikipedia eine „Unternehmerin und Managerin“, bekannt als einst lebenslustig-bunthaarige Braut und nunmehr Witwe des gleichnamigen Fürsten, dessen Vermögen sie erfolgreich managt, hatte 2001 in der Talkshow „Friedmann“ für jene typisch bundesdeutsche Aufregung gesorgt, die sich nicht aus Taten sondern Worten nährt. Die Fürstin hatte gesagt: „Afrika hat Probleme nicht wegen fehlender Verhütung. Da sterben die Leute an AIDS, weil sie zu viel schnackseln. Der Schwarze schnackselt gerne.“

Damals versuchte man solche Dinge noch eher mit Humor zu nehmen. Der „Spiegel“ brachte daraufhin – in Form einer Glosse – das Bedauern zum Ausdruck, dass „der deutsche Adel seiner gerechten Strafe“ entkommen sei, weil die deutschen Freiheitsbewegungen „die Guillotine vergessen“ hätten. Ob das so viel geschmackvoller war als der fürstliche Schnacksel-Satz?

Dienstag, 7. August 2018

Absatz über Rassismus in Sachsen

Notizbuch:

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"Edit-War" zu Sachsen Kritische. Infos vom Dienstrechner aus Wikipedia-Einträgen gelöscht. Wikipedia gehört zu den am häufigsten genutzten Seiten im Internet. Was dort steht, gilt als geprüft. Doch über manchen Eintrag gibt es auch Streit. Aktuell zeigt sich das in Sachsen. Ein Unbekannter hat den Beitrag über den Freistaat geändert, weil er den Absatz über Rassismus in Sachsen für reine Meinung hielt. Pikant ist das, weil der anonyme Autor aus dem sächsischen Verwaltungsnetz heraus arbeitete. Das zeigt die IP-Adresse, die bei Wikipedia öffentlich einsehbar hinterlegt ist. von Ine Dippmann, MDR AKTUELL Landeskorrespondentin Sachsen.

Montag, 23. Juli 2018

"Ein Kommentar von Christian Spiller"

Wieder mal: Schaumermal, ob die ZEIT das freigibt.

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Der deutsche Fußball und Özil. Özil und die deutsche Nationalmannschaft. Eigentlich ein ziemlich fünftrangiges Thema, gemessen an dem, was es in der Welt an echten Problemen so gibt.* Aber man kann beim Fall Özil lernen, wie das Symbolische die Bewusstseine der Menschen kapert. Und dann die Heftigkeit der Auseinandersetzungen, auch hier im Kommentarbereich! Ich kann nur staunen. Sogar eine Vorabprüfung wird notwendig! (Nun gut, die Vorabprüfungen werden eh zahlreicher, hab ich den Eindruck.)

Ich würde nur eines vorschlagen: Von 'Rassismus' sollte man im Fall Özil / Gündogan nicht reden. Eher von Nationalismus. ("Zwei Nationen wohnen, ach, in meiner Brust!") Und natürlich sind derartig gedoppelte Identitäten ein ganz und gar praktisches Problem, überall, wo Emotionen im Spiel sind. Und wo sind Emtionen nicht im Spiel?! Was, wenn Deutschland gegen die Türkei um die EM-Teilnahme 2020 spielt? Wird es da Türkischstämmige der 3. Generation geben, die für Deutschland sind?

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* Eines der echten Probleme ist übrigens die Sache mit den Klimazielen. "Am 30. Juni 2012 äußerte der damalige UEFA-Präsident Michel Platini die Idee, den Wettbewerb europaweit statt in einem oder zwei Ländern auszutragen. Am 6. Dezember 2012 entschied die UEFA, dass die Endrunde 2020 in ganz Europa ausgetragen werden soll." Da kommen wieder ein paar schöne Flugzeugkilometer zusammen, mit den entsprechenden Abgasen! Aber das zählt ja nicht, weil ein bisschen Spaß schließlich sein muss.

Freitag, 29. Juni 2018

""Diese Art Männern ..."

Zu einem ZEIT-Kommentar ein Kommentar (von heute):

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Mal in Gänze:

"Diese Art Männer braucht die Welt von morgen nicht mehr - schwanzgesteuert, sexistisch, von ihrer vermeintlichen Überlegenheit gegenüber allen, die nicht in die Kategorie angry white men passen, überzeugt, intolerant, voller Hass."

Ich versuche einzuordnen:

Dieser Kommentar kommt von einer Frau, nehme ich mal an. Von einer Frau, die dann per se nicht "schwanzgesteuert" ist. (Wortspiele in Richtun der Frage, was denn stattdessen die Steuerung übernommen haben könnte, verkneife ich mir.) Aber diese Frau scheint sich zumindest die aggressiven Sprachgewohnheiten von Alphamännchen gut abgeschaut zu haben.

sexistisch > Jetzt wird es spannend! Ist die aggressive Verdammung von männlichem Sexismus denn nicht auch -- eben weiblicher -- Sexismus? (Hier kann ich es mir nicht verkneifen zu fragen, ob der Eunuch das Idealbild der Kommentatorin darstellt.)

angry > Die Verfasserin (ich nehme also an, dass eine Frau das geschrieben hat) scheint mir auch ziemlich 'angry' zu sein und es leicht mit Matussek aufnehmen zu können.

white > Ist die Verfasserin eine 'Farbige'? Oder sind wir, siehe in Analogie 'sexistisch' -- einfach bei einem lockeren Rassismus ex negativo? (Ach Gott, das mit den angry old (fehlt noch!) white men ist inzwischen so abgedroschen! Es soll afrikanische Länder geben, in denen Weiße rassistisch verfolgt werden.)

intolerant > Ist der Kommentar ein Beispiel für Toleranz?

voller Hass > Ist der Kommentar ein Beispiel für entspanntes, freundliches Umgehen mit anderen?

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Donnerstag, 14. Juni 2018

Rassistisches Dating

Auch bei diesem Thema muss die ZEIT die Kommentare vorab prüfen? Schon seltsam ...

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Ich wollte einen Text zur Frage schreiben, ob es rassistisches Dating gibt. Dann merkte ich: Auch ich treffe fast nur weiße Frauen. Bin ich selbst ein Rassist? || Rassismus ordnet unser Denken und Zusammenleben. Mit dem Schwerpunkt "Alltag Rassismus" wollen wir herausfinden, warum das so ist, was das für die Gesellschaft bedeutet und wie sich das verändern ließe. In diesem Teil stellt sich unser Autor die Frage, ob und wie ihn selbst rassistische Denkmuster prägen.

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Mein Kommentar:

Das ganze hat einen sozialpsychologisch ernsthaften Hintergrund: Die nicht-verordnete Rassentrennung der unterschiedlichen Gesellschaften. Die USA / Mexiko / Brasilien / Südafrika / ... / Deutschland: wie viel % an "Mischehen"? Und auch die an und für sich offenen Gesellschaften wie Brasilien oder Mexiko (Richtung Mestizen) sind, was ihre Oberschichten angeht, ziemlich hermetisch abgeschlossen weiß.

Man kann dazu auch eine filmwissenschaftliche Arbeit schreiben. Wenn sich in einem US-Normalfilm zwei küssen, stimmen die Hautfarben in der Regel überein, oder? (Vor Jahren habe ich mal gelesen, dass in einem US-Film ein schwarzer Chef und seine weiße Sekretärin sich auf einer Dienstreise näherkommen. Und sie wissen beide nicht, wie sie das mit der anstehenden Liebesnacht hinbekommen sollen: Sie hatten dazu noch keinen Hollywood-Film gesehen.

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Und dann könnte man noch Coleman Silk anschauen ...

Mittwoch, 13. Juni 2018

"Erfindung des Rassismus"

ZEIT-Kommentar, der wieder erst freigegeben werden muss.

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Ideologie. Die Erfindung des Rassismus. Seit jeher halten Menschen ihre eigene Gruppe für überlegen. Doch erst die Idee von unterschiedlichen Rassen ermöglichte es, dieses Gefühl zu begründen und durchzusetzen. Von Vanessa Vu. 13. Juni 2018 | 19 Kommentare

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Mal wieder eines jener überkomplexen Themen, bei denen sich normaler Journalismus verhebt und übernimmt. Oben hat schon jemand geschrieben:

"'Seit jeher halten Menschen ihre eigene Gruppe für überlegen. '
Meines Erachtens ist schon dieser Satz falsch und nicht historisch falsifizierbar. "

Da ist zwar ein 'Widerspruch in sich' in der Argumentation. Was nicht falsifizierbar ist, ist nicht falsch, sondern eben -- nicht einer rationalen Beweisführung zugänglich. Aber die Grundannahme, der Rassismus habe eine Sonderstellung unter der aggressiven Seite von Ideologien und politischen Globalansichten ist sicher nicht richtig. Religionen, Nationalismus -- große Welterklärungen jeder Art mit einem "Wir und die anderen" haben allesamt die gleichen Probleme mit der aggressiven Seite -- die ja nicht das Ganze ist.

Mittwoch, 30. Mai 2018

Chronologie eines Wikipedia-Konflikts 1

Gestern mal wieder – ich sehe im Wikipedia-Café einen Eintrag unter der Überschrift „Roma“ (Sinti und Roma, nicht die Hauptstqadt Italiens), und ich habe gerade keine Zeit, das, was da steht, durchzulesen. Als ich später zurück bin, steht der Eintrag immer noch da, aber zwei Kommentare dazu waren offenbar gelöscht. Die Formulierung zur Begründung: Das, was da gestanden habe, sei „rassistischer Müll“.

Nun habe ich es gerne so, dass ich diese Entscheidung, ob ich etwas Geschriebenes für Müll halte oder oder eben auch nicht – dass ich diese Entscheidung gerne selbst treffe und also nicht von anderen in einer Art Vorzensur treffen lasse.

Jemand merkt also an, dass hier zensiert wurde, und ich schreibe dazu:

"Stimmt. Hab mal nachgesehen. Jemand schrieb von "rassistischem Müll" und hat dann ein paar Beiträge gelöscht. (Eine Formulierung, die ich wegen des Mülls auch nicht gerade für sehr vernünftig erachte. Aber je nun – wen der Furor des Gerechten anwandelt, der kennt da halt keine Gnade.)

Ich merke bei der Gelegenheit wieder, dass ich eher dem US-Meinungsfreiheit-Gedanken anhänge: Alles, wirklich alles darf gesagt und öffentlich gemacht werden. Die vernünftigen Bürger erkennen schon, was nicht geht oder nahe am Wahnsinn siedelt, und wer so redet, der stellt sich dann selbst ins abseits.

Also bei der Gelegenheit wieder mal die Frage: Wie halten wir es hier im Café mit solcher Zensur?"

Die Zensur-Diskussion koppelt sich schnell von der Roma-Frage ab, und ich schlage vor, daraus einen eigenen Thread zu machen, was tatsächlich wenig später jemand anders tut. Allerdings wird in einem Aufwasch der Roma-Eintrag gleich ganz gelöscht.

Die Sache zieht sich dann hin. Ein Wort ergibt das andere, wie man so sagt. Und kaum hat man sich's versehen, ist da ein veritabler schöner Streit im Gange. Ich werde also heute und morgen versuchen, diesen Streit -- den ich durchaus sportlich nehme -- hier zu dokumentieren. Und ich hoffe, dass ich es gleichzeitig hinbekomme, dass die Kommentarfunktion wirklich funktioniert.