Samstag, 2. Februar 2008

Bernd Eichinger, Lothar Mathäus und ich

Der politische Roman von heute könnte -- müsste als Ich-Erzählung und dann so beginnen:
"Wenn man wissen will, wie das Gehirn eines Schrifstellers tickt, ist die folgende Begebenheit recht lehrreich.
Nun denn, ich schlafe, wie so mancher ernsthafte Schriftsteller, schlecht. Nicht immer, aber oft. Unter dieser Schlaflosigkeit kann man leiden oder einfach, wenn es wieder soweit ist, kurz nach 4 am Morgen aufstehen. Wenn dann der Zeitungsbote schon die Süddeutsche in den Postkasten gesteckt hat, ist man als Schrifsteller und Mensch dankbar und macht sich einen wie üblich sehr starken Kaffee. Dann beginnt man in seinem zerschlissenen Ledersessel die Zeitungslektüre. Das Streiflicht wie meist, nein: fast immer eigentlich, zuerst. Wie Karnevalsmuffel leben und überleben. Nun, der Schriftsteller hat sich schon mal mehr über ein Streiflicht amüsiert. Aber, Gott -- gut ist die Rubrik allemal.
Aber dann -- prasselnde Nachrichten und Berichte am Morgen: Die Politik. Afghanistan und die Forderungen von Gates, nicht Bill, sondern US-Verteidigungminister, dass die Deutschen mal wieder schießen könnten. Nach Jahren historisch bedingter Zurückhaltung. (Schießen verlernt ein Volk doch ebensowenig wie der Einzelmensch das Fahrradfahren' , schwingt da still mit. Ontogenetisch besehen, sozusagen.) Das leichtere Fach: Britney Spears als Ballett-Vorbild. Nun gut. Mike Paterson und Uri Zwick, Informatiker ihres Zeichens, berechnen die Überhangmöglichkeit von Stapeln. Dann natürlich: Microsoft kauft Yahoo und tritt gegen Google an. Will kaufen, um genau zu sein. Was daraus wohl wird?
Die Suche nach Paterson und Zwick bei den beiden Diensten geht jedenfalls -- heute morgen -- eindeutig zugunsten von Google aus. (ungefähr 1.820 für Mike Paterson Uri Zwick. (0,18 Sekunden, sagt Google, während Yahoo vermeldet: Wir konnten keine Ergebnisse zu Mike Paterson Uri Zwick finden. Kann man mit den dynamischen Links [1] und [2] ausprobieren. Das Ergebnis kann sich natürlich ändern, mit der Zeit und mit Microsoft im Rücken.)
Aber dann, die Meldung des Morgens! "Die Gesichter des Baader Meinhof Komplexes. Ein erster Blick auf die Besetzung von Bernd Eichingers Kino-Adaption der RAF-Geschichte." Schon die Bilder lassen den Schriftsteller erschaudern! Die RAF-Gesichter und ihre Schauspieler-Doubles. Immer pärchenweise.
Und dann das dazu. O-Ton Eichinger: "Man kann ja alles mögliche sagen. [...] Ich meine das ohne jede moralische Wertung - aber charismatisch waren diese Leute schon."
Schriftsteller werden immer wieder einmal in der Volkshochschule gefragt, woher sie ihre Phantasie nehmen. Die Schriftsteller sind dann immer etwas hilflos. 'Die Phantasie ist doch das Normalste von der Welt!' denken sie still. 'Woher soll die schon kommen? Sie ist einfach da. Nimm eine Meldung aus der Zeitung und mache sie konkret. Was gibt es Leichteres?' (Dass das Konkrete dann stimmig bleibt, das zu schaffen ist nicht einfach; aber einfach erst mal eine Zeitungsmeldung zu konkretisieren, sodass da sofort eine Geschichte daraus wird, das ist doch nicht schwer.)
Nun also, ich habe ja noch was gelesen, vorhin. " Lothar Matthäus, 46, Ex-Fußballprofi, hat sich von seiner Freundin Liliana, 20, getrennt. 'Wir sind nicht mehr zusammen', sagte er zu BILD. 'In aller Freundschaft", habe man die Beziehung beendet, erklärt er. Als Grund gaben L&L an, sie hätten zu wenig Zeit füreinander, die Trennung sei also "eine Vernunftentscheidung". Matthäus, der ab Sommer wieder als Trainer arbeiten will, hatte das Model im letzten Jahr auf dem Münchner Oktoberfest kennengelernt. Ja, da schau her! Von seiner dritten Ehefrau Marijana, 36, lebt er getrennt." (Bei Focus gibt es Infos aus der Sicht des Mädchens L., mit Bild.)
Nun stelle ich mir auf einmal vor, ich hätte Lothar Mathäus als Pressesprecher. Was für eine grandiose Vorstellung! Aber doch nicht schwer herzustellen, oder? Wie alle Pressesprecher hat er an internen Diskussionen meiner multplen Ichs teilgenommen und muss nun die Erkenntnisse dieses Gremiums, meine Ansicht also, für die Presse in eigenen Worten wiedergeben.
Herr Mathäus würde also sagen: "Ja -- Herr D. ist der Meinung, glaubt -- dass Herr Eichinger alles will --, was öffentlich in den Köpfen ist. Er ist auf Berühmtheit fixiert. Ob die Berühmtheit durch Leistungen oder durch Quatsch zustande gekommen ist, ist dem Bernd nicht so wichtig. Oder, nein. Der Quatsch ist dem Bernd lieber. Er ist ein Anhänger -- da hab ich mir eine Notiz gemacht. Ja, also -- der Bernd ist so ein Anhänger des Heros -- strates."
Der Vorteil ist, wenn mein Pressesprecher Lothar M. das sagt, dass da in BILD eine kurze Meldung auftaucht. Und -- ich habe ja nichts dagegen, dass BILD mich zitiert. Ohne Lothar würde ich das nie schaffen.
Ich fasse meine Ansicht aber zur Sicherheit doch besser noch einmal mit meinen eigenen Worten zusammen. Wir haben hier eine hochbedeutende Offenlegung des Begriffs Charisma, so wie ihn Eichinger und anverwandte Seelen, also die Medien-Erfolgreichen des Landes, verstehen.* Politisch verquere Schreihälse erreichen die Medien, nehmen die Medien für sich ein, steigern sich in was hinein, hier: den "bewaffneten Kampf". Die Medien-Brüder, die allesamt auch gerne mehr aufregende reality erleben würden, berichten weiter, immer weiter. Machen jede auch noch so depperte Steigerung mit. Wäre Schleyer, wären viele andere nicht noch am Leben, wenn Baader nicht auf einmal gesehen hätte, dass er, dümmlich-arrogant, ohne Ausbildung und nur sendungsbewusst, wie er nun mal war, doch noch einen Zipfel der bürgerlichen Berühmtheit erlangen kann? Mit rigid-dümmlicher Arroganz. Wenn die Zeitungen und das Fernsehen mal beschlossen hätten, dass man nicht allen sendungsewussten Dumpfbacken die Öffentlichkeit verschaffen muss, die sie so hemmungslos suchen, wie wäre das Ganze damals ausgegangen? (Wer diese Steigerung und das damalige Drama aus einem anderen Blickwinkel sehen will, kann das tun. Es gibt ja Kurt Oesterles Buch "Stammheim". Warum hat dieses Buch nur ein paar erstklassige Rezensionen nach sich gezogen und nicht den Blick auf die Zeit damals und auf Eichingers Darlings vollkommen verändert?!) Wie auch immer -- diese 'Charismatiker* waren nur deshalb keine selbsternannten Revolutionäre, weil die Medien ihnen seinerzeit so blitzschnell die publizistischen Ernennungsurkunde überreicht haben. Ja, manchmal glaube ich, dass selbst Aust so einer aus der Riege derer war -- und ist --, die die Realityshow zu sehr lieben und also den Schreiern der Firma BM Charisma zugestanden und also medial verschafft haben."
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* Wobei ja durchaus bemerkenswert ist, dass Bernd Eichinger rein äußerlich gesehen als ein still-introvertierter, mit leichten Artikulationsproblemen behafteter Berufsjugendlicher daherkommt. Dass er das geworden ist, was er heute ist, trotzdem, das zeigt schon Leistung. Vielleicht ja sogar CHARISMA.

Mittwoch, 30. Januar 2008

Noch'n Quiz!

Die WELT bringt einen Test. Ob man als Erwachsener, der Grundschüler spielt, wohl fürs Gymnasium geeignet wäre. Ich habe 26 von 29 richtige Antworten und wäre wohl sio eben noch geeignet. Aber eben -- drei falsche Antworten! Eine Aufgabe, bei der ich falsch liege, verstehe ich dabei im Ansatz nicht.

Nämlich diese:

Musik: Im Kinderlied "Der Kuckuck und der Esel" streiten die beiden darum, …
… wer wohl am besten sänge.
… wer wohl am schnellsten liefe.
… wer wohl am höchsten klett're.
… wer wohl am schwersten trage.

Mathematik: Auf der deutschen Ein-Cent-Münze sehen wir …
… eine Kirchenfassade.
… ein Portrait.
… einen Triumphbogen.
… ein Eichenblatt. xxx

Sachkunde: Welches Tier hält weder Winterschlaf noch Winterruhe?
Igel
Hase xxx
Bär
Siebenschläfer

Religion: Welcher Feiertag ist nicht auf einen bestimmten Termin festgelegt?
Nikolaus
Heilige Drei Könige
Ostern xxx
Heiligabend

Musik: Welches Instrument ist kein Schlaginstrument?
Cembalo
Triangel
Trommel
Tamburin

Usw. Oder:

Deutsch: Das Märchen "Die kleine Meerjungfrau" wurde geschrieben von …
… den Gebrüdern Grimm.
… Wilhelm Hauff.
… Hans Christian Andersen.
… Gerdt von Bassewitz.


Religion: Der Nikolaustag ist benannt nach …
… dem Heiligen Klaus von Köln in Deutschland.
… dem heiligen Nikolaus von Myra in der Türkei. xxx
… dem heiligen Niccolò von Assisi in Italien.
… dem heiligen Nikolaos von Samaria in Griechenland.



Wunderbar, auf in die 2. Klasse mit dem Fach Deutsch: Das Alphabet hat seinen Namen von …
… den Grammatikschulen des Mittelalters.
… den ersten beiden Buchstaben des griechischen Alphabets.
… dem deutschen Duden.
… Martin Luther.


Sachkunde: Von der Kartoffelpflanze essen wir …
… die Knolle.
… die zur Frucht gereifte Blüte.
… die Wurzel.
… die verdickten Stiele.

Dienstag, 29. Januar 2008

Microsoft Explorer - Offener Brief

Liebe Firma Microsoft,
warum beschäftigen Sie nicht einen Menschen mit kleinen PC- und normalen Alltagskenntnissen? Der hätte Ihnen doch sofort gesagt, dass in einem Allround-Explorer nicht in erster Linie Musik verwaltet wird. Sondern Text-, Bild- und sonstige -Dateien. Warum also bekomme ich als Normalvorgabe dann die Musikidauer und Sternchen für die Bewertung vorgesetzt? Im Internet geht eine rege Diskussion vor sich, wie man das dauerhaft verändern kann. So kann man die Zeit der User sinnlos an sich reißen.

Mittwoch, 23. Januar 2008

Päda-go-go!

Nehmen wir mal an, Sie sind von Beruf -- nun ja: Psychologe mit Spezialsierung "Lehrerpsyche". Oder so ähnlich. Und sie haben heute eine Lehrerfortbildungsveranstaltung hinter sich. Als Clou ist Ihnen für diese Veranstaltung Folgendes eingefallen: Sie haben gleich am Anfang die These aufgestellt, dass wir alle, also auch Lehrer, von Vourteilen gesteuert sind. Das haben Sie dann ausgetestet. In einem Quasi-Selbstversuch. Sie haben gesagt: "Also, stellen Sie sich einmal vor, ich wäre Lehrer. Für Deutsch und Englisch. Versetzen Sie sich für einen Moment in die Schülerrolle. Wie gut wäre ich wohl als Lehrer? Benotet mit einer Schulnote. Wenn Sie wollem mit Plus oder Minus."

An Selbstbewusstsein mangelt es Ihnen nicht. Sich selbst würden Sie, von wegen Bescheidenheit, keine glatte 1 geben. Sondern eine 1-. Wegen Ihrer angeborenen Bescheidenheit.

Dann in der ersten Pause blättern Sie die Zettel durch, die Sie eingesammelt haben. 3, 4, 3-, 2-, 4, 4, 3+, ... Einer hat dazugeschrieben, ein Mann, da sind Sie sicher, wahrscheinlich der aus der zweiten Reihe links am Gang: "Übrigens: Ich bin eine Lehrerin!" Eine andere, ziemlich sicher eine Frau, hat einen dicken Strich gemacht und angemerkt: "Diese Frage ist ohne Kenntnis der Schulsituation unsinnig!"

Und was ist da mit Ihren Vourteilen?

Sie schauen in das Publikum vor sich. Diese allzeit zur Kritik bereiten Gesichter. Was wird uns von dem wohl geboten? Die gute alte 'Erziehung zur Kritikfähigkeit', hier ist sie an ihr zum Selbstzweck gewordenes Ziel gelangt. In den Köpfen, die Sie vor sich sehen ist eine stumpfe Kritikfähigkeit am Werkeln. Beständing lauernd. So wenig Denkfähigkeit war nie...

Die Lehrer? Ja, klar, die sind immer noch da. Und Ihre eigenen Vorurteile? Auch. Und sie sind jetzt verstärkt, Ihre Vorurteile. Lehrer sind, erstens, Besserwisser, zweitens unkreativ, was, drittens, das Prädikat denkfaul nach sich zieht. Kein Wunder. Immer sind Lehrer mit per definitionem Unterlegenen konfrontiert, denen sie die Welt erklären dürfen. Immer in der überlegenen Position. Wissenschaft auf Sparflamme. Bis zum 65. Lebensjahr vor sich hinköchelnd. Und viertens? Noch einmal: Besserwisser. Für den Lehrer gibt es das Faktum und die Sicherheit des Faktischen, wo es für vernünftige Menschen erst einmal die Besinnung, das Nachdenken, das Überlegen und die Unsicherheit des Nachdenkens gibt.

Dann sagen Sie sich, dass Jürgen von der Lippe, selbst wohl als Lehrer ausgebildet, zwar vielen Schmarrn gemacht, aber eben auch ein paar Perlen aus der Schale geholt hat. Beispielsweise jenes Lied "Päda-go-go!"

"Wer bringt sich ein, wer macht nie zu,
wer sieht im Ich auch stets das Du?
Wer ist politisch und als Mensch ein Gewinn?
Der Lehrer und die Lehrerin!"

Ach ja! Wie ist Ihre Fortbildungsveranstaltung eigentlich gelaufen?

Dacht ich's mir doch. Beschissen. Ein Haufen besserwissererischer, motzender Pädaogen war am Nachmittag vor Ihnen. Im Ton und in der leerlaufenden Kritikfähigkeit schlimmer als jede von der Leine gelassene Mittelstufenklasse.

Na gut, es ist Abend, und Sie haben es hinter sich. In Zukunft werden Sie dieser Klientel einfach aus dem Weg gehen. Ein Psychologe hat so viele Zielgruppen wie er will.

Und leicht schaudernd erkennen Sie jetzt nach dem zweiten Bier: In allen Zielgruppen ist was von den Lehrern! Und Sie sagen sich: Kein Wunder. Es kann gar nicht anders sein. Schließlich sind alle Menschen in diesem Land mal zur Schule gegangen.

Schu-hu-ule! Schub-schubi-du!

Gesellschaft der Wolkenliebhaber

Ich glaube, bei der Cloud Appreciation Society werd ich Mitglied. Angeblich kostet das nur eine einmalige Aufnahmegebühr von fünf Euro. Hat der ORF gemeldet. Aber das ist es ja eh nicht. Es einfach eine gute Idee, eine solche Gesellschaft zu gründen.

Ikea-Hacking verhindern!

Liebe Ikea,

vielleicht ist es ein Versuch, Veränderungen an deinem geistigen Eigentum mitsamt seiner Fehler zu schützen, also Ikea-Hacking, zu verhindern. Fakt ist jedenfalls: Wenn man das Schubladen-Element zum Schreibtisch JONAS zusammenbaut, stehen die Halteschrauben der Schienen ein Stück weit vor. Was dazu führt, dass ich jedenmal ziemlich kräftig ziehen muss, um diesen "Druckpunkt" zu überwinden und die Schubladen aufzubekommen. Bei einem Schrank auf Rollen besonders lustig, weil jedesmal der Schrank mitfährt, wenn man zieht.

Der Mensch, der gewohnt ist, solche kleinen Ikea-Fehler selbst auszubügeln sucht sich eine kleine Holzschraube, mit einem flachen Kopf. Entsprechende Löcher in der Schiene sind ja vorhanden. Anschließend soll natürlich die Hindernis-Schraube raus.

Nun aber! Wenn man die Schraube mit dem Rundkopf dreht, kommt das Beste. Sie lässt sich nicht mehr rausdrehen! Sie dreht durch. Aber auch wieder nicht so sehr, dass man sie von innen mit Hilfe eines schmalen Schraubenziehers o. ä. rausklopfen könnte. Da hält die Schraube bombenfest. Was bleibt? Wohl dem, der eine vorne ganz schmale Elektrozange hat, mit deren Hilfe er den Schraubenkopf in der schmalen Führungsschiene gerade noch drehen kann. Das dauert dann ungefähr eine Viertelstunden. Immerzu drehen mit gleichzeitigem kräftigen Ziehen. Dann ist die Schraube endlich raus. Und die Nerven liegen blank.

Offener Brief an AOL in Sachen Kundenfreundlichkeit

Liebe AOL,

nun bin ich schon so lange bei dir Mitglied, und dennoch schottest du dich ab wie Rapunzel, und ich finde nicht mal lange Haare zum Raufklettern.

Da ist also, beispielsweise das:



Da kann ich also in deiner Gruppe in die Betreff-Zeile schreiben, nicht aber in das Inhaltsfeld. Und als ich das über die Betreffzeile melden will, kommt -- irgendwie höhnisch -- die Aufforderung, doch irgendwas zum Inhalt einzugeben. Man kommt sich doch ein wenig vera... vor. Mit Recht, oder?

Gehen tut's übrigens um das: Ich habe vor Tagen eine Mail bekommen, die ich als Pishing-Versuch einstufen würde. Und da wollte ich halt mal fragen, ob ich da richtig liege. Ich kopiere jetzt hier ein und nehme alle Links raus. Um nicht andere in Gefahr zu bringen.
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Dienstag, 15. Januar 2008

Vanitas

Wenn man große Wahnsinne einordnen will, die Zeit der Nazis beispielsweise, dann muss man erst einmal erkennen: Der Mensch als solcher ist für alle Bizzarerien gut. Eine davon, die man nur aus sicherer Entfernung erträgt, geht heute durch die Nachrichten: "Laut Anklage war ihr [der Mutter] der vier Monate alte Sohn am 3. Juli 2007 auf dem Weg in den Garten aus dem Arm geglitten. Aus Angst, ihr Wunschkind würde ein Leben lang schwerstbehindert bleiben, habe sie den Kopf des Babys rund ein Dutzend mal gegen die Treppenstufe geschlagen. Später soll sie im Wohnzimmer gegen den Kopf des Kleinkindes getreten haben."
Ein anderer Bericht.
Soll man diese Handlungsweise verurteilen? Es hat keinen Sinn. Ein Wunschkind, die Angst, dass das Kind behindert sein könnte und dann als Lösung das? Nein. Da steckt natürlich etwas unbegreiflich Anderes dahinter.

Samstag, 12. Januar 2008

Fotos - minimalistisch

Heute, spontan, die Einrichtung eines Foto-Blogs. Thema und Programm: Minimalismus.

Blogger über das Bloggen

Eine solche Linksammlung musste einfach her!

Wie soll ich bloggen? 1

ROMULUS

Dass ich nichts vergesse, hat G. einmal gesagt. Halb bewundernd, halb vorwurfsvoll. Also also vergesse ich auch das nicht. Aber ich nehme die entsprechende Seite raus. Noch ist es nicht so weit.
Sonntag, 22. April 2007

Ein Roman neuen Typs

Die Grundsätze, die diesem "Roman neuen Typs" zugrunde liegen werden:

Form und Inhalt des ROMULUS werden reflektiert, besser und exakter, als literaturwissenschaftliche und feuilletonistische Interpreten das nach Vorliegen des Texts tun könnten. (Das richtet sich direkt gegen das Reich-Ranicki-Diktum -- das viele Literaturwissenschaftler als gesichert verinnerlicht haben: dass nämlich Autoren von den Kompositionsprinzipien ihrer Texte so viel verstünden wie die Vögel von der Ornithologie.)
Die Möglichkeiten des neuen Mediums Internet werden in das Schreiben mit einbezogen.
Es ist soweit: Literatur und Religion bewegen sich aufeinander zu. (Das sollte, bitte, so, und so missverständlich wie es ist, akzeptiert werden. Was damit gemeint ist, wird erst klar werden, wenn der Roman fertig ist.)

Gepostet von Haizara unter 03:01 0 Kommentare

Labels: Literatur und Internet, Literaturkritik, Reich-Ranicki


Samstag, 21. April 2007
Der Beginn der Vorbereitungen


Ich beginne mit der Vorbereitung zu meinem Roman ROMULUS.

Zur Vorgeschichte.

Die erste Fassung, oder besser: den ersten Versuch, habe ich vor 37 Jahren geschrieben. 60 Seiten, ohne genauen Plan. Die Idee war, dass sich ein Bild aus dem vorausgehenden ergeben müsste.


*


Die erste Szene: ein junger Mann sitzt in einem Café, das am Fuß einer sehr hohen Mauer liegt, und versucht zu beschreiben, was nun beginnt. Er lebt in "der Stadt", und in dieser Welt, in der der junge Mann lebt, gibt es nur diese eine Stadt. Eine der wichtigsten Institutionen der Stadt sind die "Märchenerzähler", die die Gegenwartsmythen der Stadt erschaffen.
Zu den uralten Mythen der Stadt gehört eine Geschichte, die besagt, es gebe "das Meer". In dieser Welt gibt es kein reales Meer. Nur diese alten Geschichten sprechen davon. Allerdings gibt es Brunnen in der Stadt, aus der das Wasser stammt und in die sich die psychisch Kranken stürzen, wenn sie nicht mehr weiter wissen. Sie hoffen, dass sie durch die Brunnen zum Meer getrieben werden.
Der junge Mann, Romulus, will Märchenerzähler werden, und tatsächlich hat er an diesem erfahren, dass er versuchen kann, ein Erzähler zu werden. Allerdings, so hat der Mann, der ihm das mitgeteilt hat und der sein erster Lehrer werden wird, gesagt: Von den vielen jungen Männern, die versuchen, Märchenerzähler zu werden, scheitern beinahe alle während der Ausbildung. Denn diese Ausbildung ist lang und hart.
Es folgt die Beschreibung der Ausbildung des Romulus.


*


Vor 20 Jahren habe ich versucht, die erste richtige Fassung zu schreiben. Immerhin ein Versuch, der fast zwei Jahre in Anspruch genommen hat. Dann habe ich aufgegeben. Es war klar, dass ich "noch immer nicht so weit" war.


*


Jetzt also ist es so weit. Ich habe noch eine Vorbereitungszeit von einem Jahr. In dieser Zeit will ich Notizen, die ich über die ganze Zeit hin angefertigt habe, zu ordnen, die theoretischen Probleme zu erörtertn. Probefassungen wird es hier nicht geben.

Die neue und wirklich mit dem ursprünglichen Gedanken nur noch lose verbundene Geschichte der nachfolgenden dritten, der wirklichen Fassung, ist mir vor ungefähr 5 Jahren in Umrissen klar geworden. Seitdem habe ich sie in der Vorstellung ausgebaut. Jetzt also der Anfang der Vorbereitungen, während ich noch an einem anderen Roman schreibe.


Gepostet von Haizara unter 03:38 0 Kommentare

Labels: Entwurf, Literaturtheorie, Roman

KD Wolff

Was es im Laufe des Lebens nicht so alles gibt. Auf einem recht knappen Umweg, den K. findet, ein Kontakt zu KDW. Und er ist, mit Lebengefährtin, Musikwissenschaftlerin, auf einmal zu Gast im Bauernhof. Wo er prompt auf der ausgetretenen Treppe ausrutscht und sich verletzt. Das Bewusstsein der Ironie: Wenn SDS-Führer in die Jahre kommen! Das ist eine Metapher für das und ein Trinkspruch auf das Leben als solches. Jetzt ist noch herauszufinden, ob KD der Stroemfeld-Verleger wurde, weil er er Sohn von Kurt Wolff ist. Auch Verleger. Lassen wir es langsam angehen ...
KDF -- sein notorisches Betteln sollte ihm mal jemand abgewöhnen. Es ist und bleibt eine dumme Marotte.
Später stehe ich auf der Buchmesse mal rechts von KDF, während er mit jemandem spricht. Eigentlich wollte ich ihn dann ansprechen und sorgsam und langsam auf den Bauernhof geleiten. Aber sofort war mir klar, dass ein Mann, der so vielen Menschen begegnet, daran keine Erinnerungen mehr haben wird. Also gehe ich still weiter.
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Mittwoch, 9. Januar 2008

Verkehrsrowdy ...

... das ist ein Wort, das nach Oma klingt, die ängstlich mit 110 km/ auf der Autobahn unterwegs ist und sich ständig bedrängt fühlt.

Das ist so ein anderer Fall: Den, der mit dem Kennzeichen RO MC 45* vorhin, um 13:55, auf der Autobahn bei Brannenburg Richtung Innsbruck Innsbruck mit seinem Mercedes-SUV mit geschätzten 210 km/h herankam und seine Karre bis auf vier Meter auf meine 170 km/h heranbrachte, sodass ich sein Gemüsegärtlein-Bärtchen im Rückspiegel erkennen konnte, den sollte ich eigentlich anzeigen, glaube ich. Aber -- würde es was nützen?

Nachdem aber Schüler ihre Lehrer ganz offiziell benoten dürfen, darf ich das denn auch bei solchen Zeitgenossen? Auch mit Nennung der letzten Stelle des Kennzeichens?

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NACHTRAG zu gestern, 21.01.2008, auf dem Weg von Unterhaching nach Ottobrunn, 9:16. Da gibt es eine Einfädelspur für die, die von der Autobahn kommen. Amüsiert beobachte ich, wie einer aus der normalen Spur nach rechts fährt, um eine alte Dame, die ihm zu langsam ist und zu viel Abstand hält, rechts zu überholen. Freie Fahrt dem Tüchtigen, den nichts aufhält!

Aber dann! Da wo's einspurig wird schießt ein kleiner schwarzer Smart rechts ran. Ich habe versucht einen halbwegs vernünftgen Sicherheitsabstand zu halten. Da passt der Smart M LH 57* mitsamt seinem Werbeaufdruck natürlich -- kurzes Reißen am Lenkrad, und ZACK! -- prima rein. Als ich reflexartig hupe, weil ich fast auf ihn draugefahren wäre, hupt der Smart fröhlich zurück.

Also, liebe Leute! So wird man ein tüchtiger, durchsetzungefähiger Münchener. Einer, der's natürlich, weil er ja tüchtig ist, immer eilig hat, und so fährt man als solcher. Damits ihr's nur mal wisst! (Vielleicht war's aber a bloß a zuzogner Preiss, a tüchtger, damischer, a gscherter!)

Tour de France

Das Assoziationsvermögen des Menschen ist zuweilen arg deppert. Des Menschen. Meins also auch. Ich lese bei Ebay, bei einem Rudergerät, nicht bei einem Fahrrad: "Trainieren wie die Tour de France Profis mit einer Pulsanalyse!" Sofort liegt mir die Frage auf der Zunge, respektive auf der Tastatur: "Liefern Sie auch die entsprechenden Dopingmittel?" Nicht sonderlich witzig. Aber so funktioniert das Denken eben. Für eine Pointe die Großmutter und die eigene Reputation verkaufen ...

Martin-Walser-Extreme

Martin Walser, wie alle literarischen Männer, die das Extreme nicht scheuen, schwadroniert über Samenerguss -- als Ausschüttung -- und das Schlucken von Samen. Das ist ein wenig besser als jener Paradimensatz "... und er befreite sich in sie". (Der ist nicht von Martin Walser, schon recht.) Natürlich ist das alles vom "Erzähler" der von "Rosa" erzählt, es ist natürlich nicht vom "Autor".

Ikea-Soziologie

Ich bestelle bei den praktischen Soziologen eine umfassende Untersuchung zu der Frage, was den Erfolg von Ikea ausmacht. Dabei sollte Hilfe eingeholt werden: Gefilmt werden muss unbedingt der Weg zum Beispiel einer Schreibtischkombination JONAS vom Kauf bis zum endgültigen Aufstellen am bestimmten Platz. Genau sollte geachtet werden, wie die Leute mit der Tatsache umgehen, dass beim Umdrehen des Schubladen-Elements die Rollen dauernd abfallen. Auch andere Feinheiten dieser Art.
Ach ja, der Erfolgsfaktor. Vorab muss so einiges gesagt werden. Etwa dass, wenn wir die Zusammenbau-Zeit zu der Kaufzeit mit nur 15 Euro pro Stunde ansetzen, die Preise realistischer werden . (Oder mal den Zusammenbau-Dienst, den es auch gibt, antreten lassen und bezahlen.)
Aber der Erfolg von Ikea kommt wahrscheinlich doch von dem Bemühen der Menschen beim Zusammenbauen; da bin ich mir ziemlich sicher. Das wollen die Leute erleben. Aber eine empirische Bestätigung müsste natürlich doch noch sein.

Dienstag, 8. Januar 2008

Es grünt so grün...

"Gewalt hat immer Ursachen." heißt es bei der Grünen Jugend. Und dazu wird ein niedlich lächelnder Kleiner mit eiem Pflasterstein in der Hand gezeigt. Darf man mal rufen: Ja, die Gründe liegen in der Grünen Natur! Die hat Aggression und Egoismus entstehen lassen. (Das sieht man schon bei den Hirschen, die um Revier und Weibchen keilen. Und vor allem bei den niedlichen Knutbären, die, ziemlich grundlos, nur vom kleinen Hunger überfallen, ihre Babys auffressen.)

Dazu auch, dass der Mensch nicht immer des Menschen Freund ist. Von Schlimmerem ganz zu schweigen. Und auf jeden Fall doch bitte nicht immer: Dieses Gejammere über "die Gesellschaft", "den Kapitalismus" oder was der Übel mehr da sind. Das ist einfach nur ein gutmenschliches Gejammere, mit dem man sich auf die bessere Seite begibt, um andere für nicht gut erklären zu können. Wer sein Auto abschafft, hat was getan. Wenn er noch 100 andere dazu bringt, es ihm gleichzutun, hat mehr getan. Wer klimatisch und aggressionsverdammend jammert und einen alten Mercedes fährt und dann noch über seinen Nächsten von der CSU bös herzieht und für Bullenkloppen viel Verständnis hat, der ist schlichtweg -- sagen wir, um nichts Aggressives zu sagen: ein Depp.

Samstag, 5. Januar 2008

Skandal-Video

Was man doch so alles unter Skandal-Video findet! Oben-Ohne-Frauen mahnen in Dänemark zur Einhaltung des Tempo-Limits. (Was da wohl die Männer der islamischen Frauen sagen?! Gibt es schon Flaggenverbrennungen vor Fernost-Koranschulen?)

"Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, sorgte das Filmchen bereits für einen handfesten Polit-Skandal in Skandinavien. Die rechtspolitische Sprecherin der dänischen Sozialdemokraten, Karen Hækkerup, bezeichnete den Aufklärungsfilm als „exzeptionell bescheuert“ und forderte die rechtsliberale Regierung auf, sich mit dem „internationalen Skandal“ zu befassen."

IMac vs. PC

So, und das soll auch noch überliefert werden. Keine Ahnung, was die Normal-PC-Benutzer dazu meinen. Kann Ihr PC das auch? Bezie- hungsweise: Können Sie das mit Ihrem PC machen?


(Gefunden bei AOL)

Freitag, 4. Januar 2008

Verschwörungstheorien

Zugegeben, ich liebe Verschwörungstheorien, egal ob sie zum Lachen, zum Weinen oder einfach und tatsächlich zum Staunen sind. Das menschliche Gehirn, so mein Schluss, ist ein Abbild des Kosmos. Oder von Gott. Oder von dem, was wir nicht kapieren. Die Verschwörungstheoretiker sind die Interpretatoren des sonst Ungesehenen. Hoch soll'n sie leben!
Heute wieder so ein globaler Fund, mit unbekannten Objekten in Grönland, einer unbekannten Raumstation neben der ISS und einem Film über Mormonen-Untaten im 19. Jahrhundert. Also -- was wäre das Leben ohne den Kitzel des Phantastischen?!

Dorothy Stratten

Eine Übung in Sachen Taxonomieisierung: Männer einteilen in Gruppen. Irgendwo diese Unterscheidung (immer mit JA / NEIN):

-- die den Playboy lesen oder gelesen haben
-- die sich an ein Playmate of the year erinnern
-- die bei der Auswahl Dorothy Stratten nennen

"Dorothy died when she was just 20 years old, on August 14, 1980. She was just on the cusp of superstardom then."

Blog-Grenzen

Merkwürdig: Wenn ich blogger.com aufrufe und mich anmelde, dann ich zwar neue Artikel schreiben, aber die vorhandenen nicht überarbeiten. Das war schon manchmal so. Waran mag das liegen?
Wahrscheinlich stoße ich einfach an die Grenzen des Blogbaren. Denn: Worüber man nicht bloggen kann, darüber muss man bei Gelegenheit mal nachdenken.

Fundsachen heute 2: Stefan Aust und der SPIEGEL

Okay, diese Meldung ist auch schon nicht mehr frisch:

"Nach der Absage des ZDF-Manns Claus Kleber geht die Suche des Nachrichtenmagazins nach einem neuen Chefredakteur weiter. Sie begann, als der Vertrag des langjährigen Chefs Stefan Aust nicht über 2008 hinaus verlängert worden war. Inzwischen spekulieren Branchenkenner über ein spektakuläres Comeback."

Und was also ist der Stand der Dinge? Gut, Weihnachten, Fest des Friedens, war zwischendurch mal. Aber wurde nicht zwischen den Jahren eifrig weitergesucht?

Auf der Suche findet man Kerner, der für mich ein Problem ist: Aussehen tut er immer wie ein sehr freundlicher, doch etwas unterbelichteter Gymnasiast. Also wundere ich mich, dass er allüberall im Fernsehen erscheint. Und dann redet er aber durchaus witzig und differenziert im Interview, also doch wohl ohne die Hilfe der Gag-Schreiber. Und so kann es sein, dass JBK doch nicht so überbewertet ist, wie ich und andere [sic] so manchmal glauben.

"SZ: Warum haben Sie Aust 2000 während der Olympischen Spiele in Sydney in Ihre Sendung eingeladen?

Kerner: Es war das einzige Mal. Und es hätte vielfach Grund gegeben, ihn erneut einzuladen.

SZ: Aust wurde nach Australien eingeflogen.

Kerner: Schwimmen ging nicht. Stefan Raab und Wolfgang Schäuble wurden damals auch eingeflogen. Sie waren Gäste meiner Sendung. Aust ist ein großer Liebhaber der Reiterei und konnte sachdienliche Hinweise geben in einer Sportart, in der ich nicht so zuhause bin."

Fundsachen heute 1: Bai Ling

Dass eine noch recht junge Frau bei ihrem Geburtsdatum um drei bis fünf Jahre schummelt, wird häufiger vorkommen. Aber gleich neun Jahre? Wikipedia jedenfalls vermeldet:

"Bai Ling [...] (* 10. Oktober 1970 in Chengdu) ist eine chinesische Schauspielerin. Nach den Angaben ihres Vaters soll Bai Ling am 10. Oktober 1961 geboren sein."

Und dass sich eine Frau aus dem Großen Roten Reich so offenherzig und barbusig zeigt, hätte man auch nicht so leicht vermutet.

[ Viele, viele Bilder! ]

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NACHTRAG (16.10.2014): "Die "Berlinackte" ist zurück. Bai Ling wieder im Nacktkleid auf dem roten Teppich". (rp online)

Dienstag, 1. Januar 2008

Mindestlohn

So kann es gehen:

"FDP-Chef Guido Westerwelle warf der Bundestagsmehrheit vor, sie wolle nur den »Staatsmonopolisten« Post AG schützen." (Quelle)

Wie wäre es mit der Sichtweise: Da beuten Kapitalisten frohgemut arme Schweine aus, um Kasse zu machen. Und wenn das nicht mehr in vollem Umfang geht, dann schaffen sie ohne mit der Wimper zu zucken Arbeitslose. Um der Politik mal zu zeigen, wo Bartel den Most holt und wo der Hammer hängt. Ja, eben: Nicht bei der Sichel, sondern in den Vorstandsetagen.

weltgeschichte

Das Jahr fängt gut an! Ich suche bei google "die 100 wichtigsten ereignisse der weltgeschichte" und finde das:

Sonntag, 23. Dezember 2007

Fundsachen: Karrieren

Erst mal ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat:

"... Die Zierde, Lothar Bossle, war Juso-Vorsitzender und führender SDS-Funktionär, bevor er sich zur CDU bekehrte. 1972 gründete er rechtsaußen eine „Aktion der Mitte", die mit Industrie-Millionen in Wahlzeitungen und großen Zeitungsanzeigen Schlammschlachten („ein Sozialismus, der von 1933 bis 1945, war genug") gegen die sozial-liberale Koalition führte."

Der Kontext ist hier nachzulesen.

Und zu dem Mann der Wikipedia-Eintrag.

Sucht und Süchtig machen

Was ich mir noch vornehme: die Übergänge vom legalen zum illegalen Anfixen genauer zu bestimmen. Also denn. Die offizielle, gesetzlich vorgeschrieben Schnellsprechansage: "Glücksspiel kann süchtig machen..." Die Schnäppchen-Versprechungen. "Mediamarkt. Ich bin doch nicht blöd!" Ergänze: "Aber latent konsumsüchtig!" Und dann vor allem, meine Lieblingssparte: Die Anfix-Probepackungen auf den PCs, die man so kauft. Vorinstalliert. Drei Monate zur Probe. Oder: Die Vollversion, leicht hier online zu erwerben, kann noch das. Und das. Und das auch noch. -- Bitte geben Sie ihre MasterCard-Nummer an." Ein kleiner Ekel kann da nicht mehr runtergeschluckt werden.
Was wir aber festhalten wollen, eben: Die Übergänge sind absolut fließend. Vom Schulhof-Ansprech: "Hey, willste mal Stoff? Kostenlos!" bis zu den Handy-Versprechen: "Flatrate Festnetz, Flatrate PC, Flatrate Handy. Alle 0,00 Euro."

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Sprachfragen: der oder das Blog?

Die Frage sollte eigentlich entschieden sein, denn Blogs sind ja wichtig und eingeführt. Sagt man also der Blog oder das Blog. Zuerst die reinen Fakten, die faktischen Fakten sozusagen, wie sie uns von Google übergeben werden:

85.500 für "das Blog von"
80.100 für "der Blog von"

Auch wenn Blog als Neutrum knapp an der Spitze liegt -- man muss sich die absoluten Zahlen ansehen --, ist die Sache doch, was die Sprachnorm angeht, unentschieden. Die Gründe für die Abweichungen sind auch klar: der Blog erinnert an der Block. Das schlägt durch. Und das Blog geht auf die Wortzusammensetzung ein WWW+das Logbuch.
Der Wikipedia-Befund:

"Genus Im deutschen Sprachgebrauch überwiegt leicht der Gebrauch des Wortes mit sächlichem Artikel vor dem mit männlichem Artikel. Mit der 24. Auflage wurde das Wort in den Duden aufgenommen (zusammen mit bloggen, Blogger und Bloggerin); dabei wurde die sächliche Form als Hauptvariante und die männliche Form als zulässige Nebenvariante dargestellt, was jedoch weiterhin umstritten ist, nicht nur aufgrund anderer, erwiesenmaßen falscher Schreibweisen im Duden (siehe z.B. Dönerkebab)."

Das Witzig-Unfachliche an der Argumentation der WP: Die WP-Leute, die hier sprechen, können es nicht lassen, irgendwo im tiefen metaphysischen Hintergrund das vorhandene und mit den richtigen Mitteln zu entdeckende "Sprachrichtige" zu postulieren. Das es auf jeden Fall gibt, das der Duden aber nur nicht kennt, usw. Aber linguistisch sinnvoll sind nur zwei Vorgehensweisen: a) Wiesenweg-Methode: 'Mal sehen, wie es sich in der Schreib- und Sprechpraxis so entwickelt.' Und, b) jenseits unserer angeborenen Bescheidenheit müssen wir uns beteiligen mit dem Satz: 'Mein sehr gut entwickeltes Sprachgefühl sagt mir, dass wir die Variante X der Variante Y vorziehen sollten.'

Ich mit meinem Sprachgefühl bin für: der Blog. (Argument: Hoch lebe die oberflächliche, lautliche Analogie!)

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Party-Spiel: Literaturnobelpreisträger -- wann?

Auf der Suche nach Sprachspielen (als Partyspiele geeignete!)

Heute morgen wache ich auf und überlege: Wann hat eigentlich Böll, wann Grass den LNP bekommen. Ich schätze grob:

Böll 1984 (richtig: 1972. Ach so, er ist ja auch schon 1985 gestorben!)
Grass 2002 (richtig: 1999. Verflixt! Ich hatte zuerst 2000 da stehen.)

Wie Lösungen liegen sehr nah ...

Wie doch im Gedächtnis alles ins Ungefähre zerfließt. Bei dem einen weniger, bei dem anderen mehr. (Bei mir: mehr.)

Und, wussten Sie denn: "Derek Walcott, Nobelpreisträger für Literatur 1992"


Kritik der reinen Tüchtigkeit


















Lebte Kant heute (1964 - ?) , er würde die Vernunft -- als Begriff und praktische Wirkung -- immer noch im Dunkeln liegend vorfinden. Er wüsste gegen seinen Vorfahren Immanuel (1724 - 1804), dass die Vernunft immer in den Tiefen von Überzeugungen und Emotionen wurzelt und nicht die geringste Chance hat, sich von diesen irrationalen, irr-rationalen Wurzeln zu lösen. Nachaufklärer, der er somit wäre, würde er sich von der Kritik von Vernunft und Urteilskraft ab und der Kritik der Tüchtigkeit zuwenden. Anregend fände er in diesem Zusammenhang vieles, zum Beispiel den "Hochschulanzeiger" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, November 2007. Unterzeile des Titels in Kapitälchen: "KARRIERE STUDIEREN"*.

Leicht würde dem neuen Herrn Kant auffallen, dass die Hochschulanzeiger-Titelzeile "Jahrmarkt der Talente" eine intertextuelle Verbindung hat. Zum "Jahrmarkt der Eitelkeiten", natürlich. Er würde lächeln, der neue Herr Kant. Ihm wäre sofort klar, dass diese Verbindung kein Zufall ist. Dann würde ihm die unerträgliche Leichtigkeit des halbgar schlechten Gewissens der Journalisten ins Auge stechen: "Was Jobmessen wirklich bringen". Jobmessen? Job? Dieses Wort aus hingehauchter Flüchtigkeit und ironisch versuchtem modernen Unernst. "Ich mach halt meinen Job." Nirgendwo Beruf und Berufung. Ernst, Zukunft und Vergangenheit, Lebensfragen unf -aufgaben. Sondern Geld, Prestige, Porsche wenn möglich. Basta. Der Aufruf anbei: "Schließt alle aus, mobbt alle, die da nicht mitmachen wollen!" Alles ein dümmliches Spiel, dessen Dümmlichkeit nicht zu transzendieren ist. Prinzpiell nicht! Die stillschweigende Anerkennung des Larifari per Common-sense der jungen Tüchtigen wird vorausgesetzt.

Dann würde unser Post-Aufklärer im Blattinneren (auf der Seite 24f.) entdecken: "Was ziehe ich an? Die optimalen Messeklamotten." (Bildliche Antwort: s. oben) Fortsetzung des auf dem Titel eingeschlagenen Kurses also. Klamotten trägt der junge Tüchtige auf der Messe. Selbst auf der Messe dieses sich hinziehende Gewissen, das mit dem so überaus modernen Unernst verschliert ist. (Wie Joschka Fischer, der Altrebell, zu sagen pflegte: "Der Anzug, das ist halt meine Arbeitskleidung." So geschickt formuliert, dass zwischen Blaumann, Jeans und Dreiteiler mit Nadelstreifen kaum ein Millimeter Unterschied mehr war. Der Immer-noch-Rebell im Tarnanzug, so fühlte er sich wohl [sic], unser Herr Ex-Außenminister.) Klamotten nicht Kleidung also auf der Messe.



Und was dann abgebildet wird, bringt den neuen Herrn K. dazu, sich halb abzuwenden, um dann doch wieder hinzuschauen. Zwanghaft. Diese beiden sollen es sein, die die Zukunft erringen? Kein Bücherwurm und keine Denkerin. Diese kokette Haltung bei beiden, die die Lässigkeit als geschäftliche Tugend im Spielbein trägt.

Dann würde sich Herr K. hinsetzen, sich das Pseudonym Martin Henkel ausdenken, weil er zu anschließenden Diskussionen mit der FAZ und den Tüchtigen im Land überhaupt keine Lust hat. Hinter dem Pseudonym wird er sich konsequent verstecken. Und unter diesem Pseudonym wird er in einer wüsten 120-Seiten-Polemik den Begriff 'Karriere' und die Tüchtigkeit der Karrieremacher niederbügeln. So gekonnt und umfassend, dass anschließend eine Zeit anbricht, die eine Mischung aus Barock und Romantik ist. Und in dieser neuen Zeit, siehe da, würden alle Abiturienten wissen, was es heißt und welche Konsequenzen es für das Berufsverständnis hat, dass sie nun in einer modernen Zeit leben, die eine Mischungaus Barock und Romantik ist.


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* Bedeutung höchst unklar. "Studieren und dann Karriere machen"? "Studieren, wie man Karriere macht"? "Die Karriere von Karrieristen studieren und sich dann angeekelt abwenden"? 'Recht anregend, dieses Schillernde!' denkt der neue Kant.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Nicholson's Child was born -- where?

Jack Nicholson lässt uns wissen, er sei potentieller Vater von ca. 7.000 Kindern. Oder waren es 9.000. (Offiziell hat er vier.) Na ja, auch egal. Die Frage, die einen umtreiben kann: Warum muss ein 70jähriger so was bekennen? Ist es die Prahlsucht wie bei einem 17jährigen? Oder verspürt N. so etwas wie die Pflicht des Promis zur Information der Öffentlichkeit auch in solchen Belangen? Schon der Weise Jürgen von der Lippe dichtete: "Man weiß es nicht. Man weiß es nicht!"
Dennoch treibt einen die Frage weiter um. Antwortskizze 1: Warum veröffentlichen Menschen, was sie am Anfang ja immer: privat schreiben oder malen oder komponieren? Ist der Beischlaf für Mr N. das, was für den Dichter das Dichten? Ist er traurig, dass er so oft gedichtet hat und so wenig Gedichte hinterlassen wird?

Dienstag, 4. Dezember 2007

Voodoo ...

... who knows it loves it.

Sonntag, 2. Dezember 2007

Soziopath

Wie das so ist. Manches veröffentlicht sich heute von selbst, durch versehentliches Anklicken. Peinlich oft, wenn da eine Mail zum falschen Adressaten fliegt. Hier ist es nicht schlimm Ein Zitat aus der Wikipedia:

"Die heutige Bedeutung des Begriffes Soziopath bezieht sich auf Personen, die nicht bzw. nur eingeschränkt fähig sind, Mitleid zu empfinden, sich nur schwer in andere hineinversetzen können und die Folgen ihres Handelns nicht abwägen können."

Das lassen wir doch einfach mal so stehen.

Mittwoch, 28. November 2007

Doktortitel im Pass

Der bayerische Ministerpräsident hat im Frühjahr 2007, als er noch bayerischer Innenminister war, den Doktortitel im Pass verteidigt. Der gestrichen werden sollte. Die Süddeutsche zitiert in indirekter Rede und dann wörtlich: "Ein Doktorgrad sei zudem nicht nur Ausdruck einer besonderen wissenschaftlichen Leistung, 'er ist vielmehr auch im täglichen Gebrauch zur höflichen Anrede üblich', schreibt Beckstein an Dr. Schäuble, interessanterweise aber nur unter der Anrede ,'Sehr geehrter Herr Kollege, lieber Wolfgang'."

Mit dem zuletzt vermerkten Punkt ist die SZ nun aber nicht auf dem Altehrwürdig-Laufenden. In Deutschland ist es üblich, dass sich Personen mit gleichem Titel ohne den Titel anreden. Sozusagen von gleich zu gleich. Ganz anders in Österreich, wo man es erleben kann, dass sich zwei Professoren oder Doktoren gegenseitig durchaus mit dem Titel anreden. Die Liebe zu Titeln -- sie ist halt gegen die Vernunft, so ungefähr wie Ferrari- oder Porsche-Fahren. Sagen wir also vernehmlich: Die Menschen sind unvernünftig und legen Wert aufs Prestige.

Wer die Feinheiten erspüren will, bedenke: Bei Buchtiteln nehmen auch in Deutschland nur die den akademischen Titel mit auf, die es nicht besser wissen. Es ist unüblich. Und auch in den Nachrichten wird man den "Dr. Schäuble" ja vergebens suchen.

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Nachtrag.

Witzelt der STERN: "Aber die Wahrheit ist doch: Unsere Freunde in den Einwohnerpassbehördenabstempelungszentralen ertragen es einfach nicht[. dass der Dr.-Titel im Pass steht]. Sie haben die Volksschule mit 'Genügend' abgeschlossen, um sich danach zu Einwohnerpassbehördenabstempelungszentralenmitarbeitern züchten lassen. Nun sitzen sie da in ihren C&A-Anzugshosen unter Neonröhren, die Radiergummis muffeln und das Wochenende im Schrebergarten ist noch weit. Für diese Menschen sind Doktoren ein ständiger Stachel im Fleisch, ein unbeschreibliches Etwas, das sie aus der Ferne hochnäsig und ironisch anblinkert. Sie können ja nicht wissen, dass wir nur promoviert haben, um ihnen genau diesen Eindruck zu vermitteln."

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Ach ja, und danach habe ich eigentlich gesucht, weil ich es vor Monaten mal gelesen habe: "Einst Markenzeichen der „doctores“ – nun akademische Verzierung, von der Bundesregierung traditions- verhaftet und gesetzwidrig geschützt." Der Autor kämpft -- unpromoviert -- gegen die Doktoristen und ihr Begehr. Hätt er doch nur seinen Doktor gemacht vorher! Seine Einlassungen hätten irgendwie glaubwürdiger geklungen.

Amüsant aber schon, was passiert, wenn sich jemand an alle möglichen wichtigen Leute und Gruppen mit so einer Frage wendet. (Zum Nachlesen und Nachlachen klicken Frau Doktor bitte einfach hier!)
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Hier noch ein hübscher Nachtrag aus der Sicht der Österreicher, mit dem feinen Hinweis, dass man doch bitte und besser "honoris causa (Ablativ)" statt "... causae" sagen möge.

Sonntag, 25. November 2007

Energiesparen

Bei einer Diskussion im Bayerischen Rundfunk habe ich das zum ersten Mal gehört: Wenn ein größerer Parkplatz in der Nacht auf seine Beleuchtung verzichtet, können alle Standby-Möglichkeiten in privaten Haushalten in Deutschland angeschaltet bleiben, und es wird dennoch gespart. Oder so ähnlich. Dazu passt diese Feststellung:

"Laut Philips fallen in Deutschland nur 20 Prozent des Energieverbrauchs für Beleuchtung in privaten Haushalten an, 80 Prozent im gewerblichen und öffentlichen Bereich. So werde etwa ein Drittel der Straßenbeleuchtung mit Technologie der sechziger Jahre betrieben."
Geht es also mal wieder um lautsprecherische Tönerei, und keiner weiß, wo die großen Verbraucher wirklich sitzen? Ich meine, was nützt es, wenn wenn alle Otto Normalverbrauchers zusammen bei größter Anstrengung das einsparen können, was die Straßenbeleuchtung zwischen 3:45 und 4 Uhr morgens ständig vor sich hinverbraucht?

Montag, 19. November 2007

Kabelsignal drahtlos übertragen

Man kann es gar nicht deutlich und einfach genug formulieren: Antennen- oder Kabelsignale können nicht in der ganzen Frequenzbreite per Funk übertragen werden! Ich Tolpatsch* hab mir also ein Gerät gekauft, das immer 1 Frequenz überträgt. Wenn ich -- wie ich überall hätte nachlesen können -- einen alten Videorecorder nehme, Antennenkabel rein und dann das Kästchen anschließe, kann ich das jeweils eingestellte Programm übertragen. Mehr aber auch nicht. Also, ihr alle, die ihr das gleiche wollt wie ich es wollte: Bedenket wohl ...
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* Heute auch schon: Toll-Patsch, Komparativ: Toll-Patscher, Superlativ: Toll-Patscherkofel.

Ungebetene Metasuche

Gibt es jemanden, der dabei ist, ein Buch über all das zu schreiben, was das Internet kaputtmacht oder auch nur, was da so alles nervt? Dann mal hier ein Beispiel: die sich ungefragt ausplusternden Metasuchmaschinen. Ich gebe in Google ein ma-620 infrarot treiber und bekomme Dutzende von Hinweisen, wo ich die "Einzelteile" suchen könnte.

Ja, Menschenskind, Leute! Könnt ihr eure geschäftlichen Energien nicht sinnvoller einsetzen? So einen Quatsch zu programmieren und ins Netz zu stellen, kostet doch Zeit und Geld.

Sonntag, 18. November 2007

Will, Meckel und die Sprachbeobachtung

Nachdem ich heute gelesen habe, dass Anne Will und Professor Miriam Meckel ein Paar sind und sich dazu bekennen, wollte ich wissen, wer MiMe ist. Da finde ich unter einem Foto den Satz:

"Schon die Einleitung von Miriam Meckel beschwörte die Zuhörer- schaft mit einer dieser beliebten Folien, wo drauf stand Web 2.0 ist kein Ding, sondern eine Geisteshaltung." (Quelle)

Da interessiert mich dann auf einmal der Gang der Sprachdinge wieder mehr als die Frau Professor Meckel. wo drauf stand? Vielleicht doch ein Komma oder ein Doppelpunkt? beschwören -- N. N. beschwor die Zuhörer, das und das ja nicht zu tun. So ungefähr hab ich mir bisher die Verwendung des Verbs beschwören vorgestellt. Und nun das! Und dass das Web 2.0 kein Ding ist? Je nun, wer hätte denn das jemals angenommen?! Aber dann gleich eine Geisteshaltung? Jesses na!
Wenn da stünde: Geschwafel ist kein Ding, sondern das Produkt einer Geisteshaltung, dann unterschriebe ich sofort.
Bleibt die Frage offen: Wer ist denn nun das interessantere Paar, Will - Meckel oder Illner - Obermann? Oder ist das keine Frage, sondern beschwörte dies, kaum zur Frage geworden, eine Geisteshaltung?

Sonntag, 11. November 2007

Schäuble, der Datenschutz und die festen Meinungen

Rationalität ist ein hohes Gut in der Politik. Was die Online-Durchsuchungen angeht, so ist es schwer, diese Rationalität aufrechtzuerhalten. Die meisten Blogger sind -- natürlich? -- gegen die Online-Durchsuchung durch den Staat. Eine Probe? Nachschlagen nur mal hier, bei blogger.de. Die "schweigende Mehrheit" (oder ist es doch eine Minderheit?), die die alte These unterstützt: "Wer nichts Kriminelles zu verbergen hat, braucht sich vor der Online-Durchsuchung nicht zu fürchten"´kommt kaum vor.
Versuchen wir es mal mit den Vorstufen zu einem guten Besinnungsaufsatz. Zwei Fragen für den Anfang:
  • Wovor fürchte ich mich konkret, wenn meine Festplatte durchsucht wird? (Mögliche Antworten: vor gar nichts; ich möchte das prinzipiell ganz einfach nicht -- ... -- davor, das meine Liebesbriefe an Monika ... meine geschäftlichen Mails mit Firmengeheimnissen ... meine Raubkopien von CDs und DVDs ... meine normalen pornografischen Streifzüge im Netz ... meine kinderpornografischen Files ... meine Absprachen mit den Leuten meiner kriminellen / terroristischen Vereinigung entdeckt werden)
  • Wie soll mit Online-Kriminalität der verschiedenen Formen und terroristischen Aktivitäten via Netz umgegangen werden? (Schäuble hat schon recht; solche Untersuchungen müssen generell mögich sein ... Der bisherige Rechtsweg 'Anfangsverdacht', 'richterliche Genehmigung', 'Durchsuchung in diesem gegebenen Einzelfall' reicht völlig aus)

Das Problem mit der politischen Rationalität, hier wie anderswo, besteht darin, dass die wenigsten Menschen es aushalten, bei sensiblen Bereichen die Alternativen neben ihrer eigenen instinktiven Meinung zu durchdenken. Aber nur unter dieser Voraussetzung ist politische Rationalität möglich. Es hilft nicht, wenn jede abweichende Meinung sofort schabloniert wird und zu allergischen Abwehrreaktionen führt.

Donnerstag, 8. November 2007

Aldis Ferari (Oder: Das erzähl ich Lafontaine!)

Eine Meldung und ein Angebot verdienen es, miteinander verknüpft zu werden. Das Angebot von Aldi: einmal einen Ferrari fahren.

* Fahrt im Ferrari F355 durch den Raum München
* kurze Einweisung durch einen erfahrenen Streckencoach
* Coach als Beifahrer
* Gelegenheit zu einem Erinnerungsfoto
* Kraftstoffkosten
* Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung

Wie lange? Nett0 25 Minuten. Das kommt man auf dem Mittleren Ring nicht allzu weit.

Die Meldung des Abendblatts: "Zehn Prozent besitzen zwei Drittel des Vermögens". Was sich weiter spezifizieren lässt. "Allein das wohlhabendste Prozent der Bevölkerung verfügt demnach über mehr als 20 Prozent der Werte"

Wie lange kann das gut gehen? Vor allem, wenn René Obermann weiterhin Fernsehfrauen freit und gleichzeitig die Leute vor die Tür setzt. Mein sozialrevolutionäres Herz sagt mir: Da passt doch was nicht zusammen!

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Nachtrag: Wer es partout nicht lassen kann, der gehe -- pardon fahre (mit seinem getunten Kleinwagen) doch bitte eher zur Speecacademy nach Österreich.

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Was haben Claudia Roth und Joschka Fischer ...

gemeinsam?

Dass ihnen den Willen zur Macht nicht sofort ansieht. Fischer, der jenseits der 40 immer einer war, der prächtig das Bäuerle von der Schwäb'sche Eisebahne hätte darstellen können, Roth, die vielleicht den Stricklieselclub Amelsbüren repräsentiert. Hätte man denken können. Statt dessem? Wackere Streiter für die Grüne Macht. Mal erfolgreicher, mal weniger.

Fazit: Begreife einer das politische Geschäft! Es ist bei diesem Geschäft wie bei den Aktienkursen: Man erkennt die Regeln nicht. Erkennte man sie, man würde ja vielleicht selbst gar auf den Gedanken kommen, nach der Macht zu streben. So aber -- dieses Instinktspiel, gesteuert von Trial and Error, das geht dem normalen Menschen doch ziemlich auf den Keks.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Zeitmanagement

So, jetzt noch das, und dann ist es aus dem Kopf und es ist gut:

Zeitmanagement-Päpste empfehlen, man soll delegieren. Wenn ich das Geld oder die Untergebenen hätte, um zu delegieren -- ich wüsste ganz genau, wie das geht. Nur hab ich weder das eine noch das andere. Also ist dieser Rat in meinem Fall, der wahrschein der Fall der Mehrheit ist, der größte aller Quätsche.

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Tanzen und Fechten

Ist das nicht schön, ja sogar revolutionär?

"Vor mehr als 2000 Jahren wollte bereits der griechische Philosoph Platon Grammatik und Mathematik aus dem Pflichtkanon der Jugend-Schule verbannen. Deren Hauptfächer sollten damals sein. Grammatik und Mathematik durften ernsthaft frühestens ab dem 20. Lebensjahr gelehrt werden." (Quelle)

Ich schlage -- Pardon, Platon! -- eine Modifikation vor, die ein wenig mehr der Entwicklungspsychologie entspricht: Wer als Kind schon Spaß an der Mathematik und der Grammatik hat, der darf so früh beginnen wie er will. Tanzen und Fechten muss er allerdings trotzdem lernen. Die anderen, die die keine Sonderbegabung haben, lernen ab dem 14. ebensjahr Grundzüge der Fächer, immer bezogen auf die praktische Anwendung und die Bereicherung des eigenen Weltbilds. Grundlage sind gute populärwissenschaftliche Bücher.
Was aber ist Realität? Die Bildungspolitiker sehen Platon als Pflichtlektüre. Im Groben. Aber seine kritischen Einlassungen kennen sie nicht. Oder wollen sie nicht wahrhaben.

Mittwoch, 10. Oktober 2007

das geheimnis meines lebens

Woher stammt das? Und was bedeutet es?

Er führte ihn auf den Dachboden. Vor einer versperrten Tür blieb er stehen. Er zog den Schlüssel aus der Tasche und öffnete.

Sie traten in eine Kammer, in die durch eine Dachluke spärliches Licht fiel. Colbert wandte sich Modlizki zu. "Hier", sagte er. Er hatte Modlizki am Knopf seiner Jacke ergriffen. "Nun will ich es dir anvertrauen, mon cher: C'est le secret de ma vie! Es ist das Geheimnis meines Lebens!"

Er sprach ernst und feierlich.

Modlizki hatte den Kopf mit den kurzgeschnittenen schwarzen Haaren leicht geneigt.

"Ich weiß, daß du mir anhängst", sagte Colbert. "Ich habe dich als Sechsjährigen aus dem Waisenhaus des Klosters zu mir genommen und dich gehalten wie mein Kind. Mon enfant, du wirst mich nicht verraten!" Er kämpfte mit den Tränen.

Sonntag, 7. Oktober 2007

Die Globalisierung, oder: Externe Festplatte, zum Zweiten...

Bei Ebay bestelle ich ein USB 2.0 Festplatten Gehäuse 2,5" HDD CASE Neu für -- 1 Euro 99. Aus Hongkong. Das wollte ich schon immer. Mal ausprobieren, was passiert, wenn man in China direkt bestellt. Versandkosten 4,99 unversichert, 5,99 versichert. Wenn da noch eine Nachversteuerung kommt, von der man manchmal im Netz liest, egal. Zu viel kann das nicht sein. Bei Amazon kostet so ein Gehäuse zwischen 25 und 35 Euro.
Nun, ich muss zwar 12 Tage warten, bis das kleine Packl da ist. Kann man sich ja denken. Aber es kommt. Das Kabel sieht ein wenig anders aus als auf dem Bild. Ein einfaches USB-Kabel. (Ich korrigiere. Es sieht aus wie auf dem Angebot. Das mit dem einfachen Stecker war von der anderen Festplatte. Siehe ... zum Ersten.) Aber dafür ist an dem Gehäuse auch ein normaler USB-Stecker, keine von den drei oder vier Varianten, für die man immer das rechte Kabel erst suchen muss, wenn Sache und Kabel einmal getrennt sind. Und -- rührend! Es liegt ein kleiner grüner Schraubenzieher bei, damit man die zierlichen Kreuzschlitz-Schräubchen leicht gleich einsetzen kann.
Nun denn, die vorhandene Platte rein. An das Notebook. Windows-Klingklang und -- nichts mehr. Enttäuschung? In Grenzen. Es war ja vorauszusehen. Für 2 Euro kann das doch nicht funktionieren!
Dann packt mich der Ehrgeiz. Wenn die Platte erkannt wird, muss da doch noch was sein. Ein paar Minuten später sehe ich -- es liegt an der Platte, nicht am Gehäuse. Die Platte ist nicht vorformatiert. Formatierung einschalten und Fußballspielen gehen. Bei Rückkehr habe ich eine Festplatte mehr.
Was bleibt? Erstaunen. Auch darüber, dass so etwas für das Geld gemacht werden kann. Ist es Ausbeutung? Gilt das alte Argument der Billigkäufer: Wenn ich nicht kaufe, haben die da drüben gar nichts davon. Außer dass sie arbeitslos sind. Forderung nach Mindestpreisen, analog zu den Löhnen? "Da lachen ja die ökonomischen Hühner!" grinst der Große Vorsitzende Mao in seinem Mausoleum.

Bayern 2 Radio: Ehe und Indianer

Am Morgen in BR2 zwei Sendungen nacheinander. Die eine, als ich einschalte: "Von der Endlichkeit der Ehe und der Unendlichkeit der Liebe". Nun gut. Bemerkenswert dabei: Ein hasserfülltes Liebesgedicht nach der Liebe, an die Verflossene. Von Brentano, glaube ich. Die andere Sendung: Über die Indianer. Wie gut die doch waren. Kein Tier haben sie getötet, das sie nicht zum Essen oder für die Fellkleidung brauchten. Das Reh haben sie um Entschuldigung gegeten, nachdem sie es erledigt hatten. Die edlen Wilden eben.
Was lässt sich sagen? Zwischen dem, was ist, und dem, was wir glauben und sagen, schieben sich die sinnerzeugenden Interpretationen. Amor omnia vincit auf der einen, Endlich bin ich dich los auf der anderen Seite. Die guten Indianer haben auch in einer unendlich grausamen Weise andere gemartert. Geblieben ist davon die witzige Annahme des Marterpfahls bei Bully Herbig und dem Schuh des Manitu. Dabei war das bei den Indianern doch die reine Bestialität, ob diese edlen Menschen nun die Rehlein, nachdem sie sie getötet hatten, um Entschuldigung gebeten haben oder nicht. Gesichert ist: die denkenden Menschen machen gerne glatte Geschichten, die keine Widersprüche haben. Aber die Geschichte ist ein einziger Widersprch in sich.

Freitag, 5. Oktober 2007

Externe Festplatte, zum Ersten...

Nicht ganz ein Spontankauf. Mediamarkt in Innsbruck. Eine Maxtor Onetouch III. 160 GB. 89 Euro. Angeschlossen. Ein ständiges envervierendes Klickern und ein gelbblinkendes Lämpchen. Es lässt sich abspeichern. Aber dieses Klickern. Dazu ein langes Doppelkabel, das zwei USB-Plätze belegt.

Kurz und gut: gleich zurückgebracht. Der Service-Mann weist streng darauf hin, dass er keinen Fehler feststellen könne. Die nächste würde auf jeden Fall eingeschickt. Na gut.

Ersatz ist eine WD Passport, ebenfalls 160 GB. 20 Euro Draufzahlen. Hier ist die Verpackung aus jenem Extremhartplastik, das wohl vor Diebstahl schützen soll. Man bekommt es mit einem sehr scharfen Messer und unter ständiger Selbstverletzungsgefahr auf, wenn man die Verpackung an der passenden Stelle mühevoll einsticht und aufschneidet. Das ist ungefähr so einfach wie einen gerade erlegten Hirsch aufzubrechen. Inliegend diesmal ein Kabelchen von ca. 35 cm Länge, das in dem Tresor nicht zu sehen war.

Na, dann wolln wir mal...
Ja, die Platte funktioniert. Formatiert ist sie auch. Warum sie so schief designet ist. bleibt ein Geheimnis des Herstellers. Unerreichtes Vorbild an Schönheit: die kleine Schwarze von Trekstor.

Dienstag, 2. Oktober 2007

Karl der Dick-Dünne

Haben wir es nicht geahnt? Dass einer, der so aussieht und so auftritt einen Sprung in der Schüssel hat? Aber -- um dem Sinne nach mit Borwin Bandelow zu sprechen: Wer heute wirklich berühmt werden will, der muss einen in früher Kindheit schon gesetzten Schuss haben, sonst klappt das nicht. Oder, um es mit Joseph Beus kontaminiert durch Wolf Wondrastschek zu sagen: "Zeige deine Schusswunde!"

Ach so. Worum es geht?
Es geht um unseren lieben Karl vom Feldlager, also Karl Lagerfeld. Da hat jetzt jemand geplaudert, geschrieben besser, und der SPIEGEL tratscht es weiter. (Danke, SPIEGEL!) Dass Arnaud Maillard, ein ehemaliger Mitarbeiter Lagerfelds was aufgeschrieben hat. Ein Enthüllungsbuch . Titel: "Merci Karl".
Der SPIEGEL:
"Maillard schreibt über den großen Hunger, den der große Lagerfeld vor seiner radikalen Diät hatte, wie er gnadenlos abspeckte und wie seine Eitelkeit parallel zu den purzelnden Pfunden nach oben schnellte. 'Sein Narzissmus wird peinlich', stellte er fest. 'Er redet mit uns, ohne uns anzuschauen, er antwortet und mustert sich dabei über unsere Schulter hinweg in einem Spiegel.'"
Ich meine, wie so oft geht es auf dem Umweg über das besondere Individuum um den Zustand der Gesellschaft. Wäre diese Gesellschaft rational und mit halbwegs geschmacksicherem Urteil ausgestattet, so hätten die Fernsehredakteure und die Zeitungsmacher in dieser Gesellschaft doch sagen müssen, als der dann dürre Lagerfeld in seinen eng anliegenden Hosen daherkam, in Hosen, die immerzu an den verblichenen Rudolf Nurejew in Dienstkleidung erinnerten: "Das ist so peinlich, dass man diesen Menschen KL nicht mehr bringen darf. Und wer sich so kleidet und so benimmt, der kann eigentlich auch keine Maßstäbe in Sachen Mode mehr setzen." Haben sie das gesagt? I wo. Berühmt bleibt berühmt, Quote bleibt Quote, und eitler Wahn bleibt schöner Wahn. Basta! Um es diesmal mit Gerhard Schröder zu sagen.

Sonntag, 30. September 2007

Langbogen-Flucht

Bei Hugendubel gestern, um der Menge auf dem Marienplatz und allüberall zu entkommen: Hingesetzt und einfach gelesen. Clemens Richter, Bogenschießen. Der abendländische Weg. Fasznierend, auch und gerade in der Handwerker-Monomanie mit Eibe und Esche. Die Geschichte, wie der Autor mit dem Flugzeug neben einem Kloster landet und dabei sofort nach dem Aussteigen einen bogenschießenden Mönch trifft, der auch noch dazu mit einem vom Autor vor Jahren angefertigten Bogen schießt, dazu der beeindruckende Meisterschuss in der Manier des Zen, "Nicht Zielen, sondern einswerden mit dem Ziel"-- das alles erinnert an die Fabulierwut von Enquist. Will sagen: Non è vero, ma ben trovato.
Das chinesische Mädchen im violetten Kleid, mit der kleinen Schwester. Anrührend. Viel Leben in der Stadt, auch in der Zeit des Oktoberfestes.

Freitag, 28. September 2007

Rechtschreibreform ad infinitum

Die RSR hatte einen tiefen Sinn: Damit alle ganz demokratisch im Internet mitschreiben können, musste das ganze elitäre Zeug von ehedem offiziell zerstampft werden. Das ist gelungen, und die Reformer verdienen dafür unser Lob. Jetzt kann über Jim Morrison in der Wikipedia-Diskussion mitgeschrieben werden:

Die Mutmaßung über den Drogentod von Morrison finde ich unangepaßt. Auf seinen ausschweifenden Lebenswandel wird ja bereits oben hingewiesen. Ob und das Morrison an einer Überdosis gestorben ist reine Spekulation. Ich werden den Teilsatz deshalb entfernen. Jeder kann und soll sich eine eigene Meinung über Jim Morrison bilden.
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Gerade deswegen sollte der Hinweis auf einen möglichen Drogentod drinbleiben, woher sollte jemand, der keine Biographien Morrisons hat sonst so etwas erfahren?
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Soviel ich weiss, ist die Todesursache offiziell Herzversagen. Es wird vermutet, dass Morrison Heroin seiner Freundin, dass er für Kokain hielt, konsumierte. So gesehen war es ein Unfall... . Aber was für einer wenn er das "Kokain" von ihr bekam und sie schon lange Heroin süchtig war.


"Heroin süchtig" - das gefällt mir besonders. Das ist RSR im Überfluss.

Donnerstag, 27. September 2007

Wahnsinn und Gesellschaft 2

PLUS, die Ladenkette, überschreibt jeden, aber wirklich jeden Preis im Prospekt mit
WAHNSINN!
Ausnahme ist nur der Sonderpreis. Über dem steht dann:
ECHT IRRE!
Nun denn:
Tu delira Germania eme!

Wahnsinn und Gesellschaft 1

Eine von Dämlichkeiten durchglühte westliche Gesellschaft: Sie verleiht Michael Jackson, wenn er konvulsivisch hervorstößt

I'M BAD!

und sich dabei in den Schritt fasst, platinene Auszeichnungen. Die Leute finden das einfach chic! Aber wenn Michael dann an kleinen Jungen rumfummelt, dann geht das natürlich nicht. Dann ist er abstoßend. Findet die schizoide Mehrheit.
Eine Reminiszenz an MJ im Deutschlandradio, von Oliver Schwesig. Warum eigentlich? (Hab da reingeschaltet. Finde die Sendung nicht im Internet. Fast habe ich den Eindruck, dass man ein Recht hat, alles im Internet zu finden. Eigenartige Zeiten das.)

Mittwoch, 26. September 2007

Mass Media Cycle (Circulus medialis maximus)

Auf der Seite 11 der Mittwoch-26.-September-2007-Ausgabe bringt die SZ zwei Artikel.

Einen über eine Website, auf der Airline-Essen dokumentiert werden. Natürlich wünscht man sich eine etwas differenziertere Datenbank (nicht nur Airline, Jahr, von-nach, sondern auch, direkt suchbar: Fleisch-, Fischgerichte, Bewertung, ...). Aber offenlegend ist die Sache allemal.

Sodann: Oliviero Toscani, der mit der Benetton-Werbung-Schock-Fotos von ehedem, hat eine neue Masche oder Aufklärungskampagne gestartet. Thema: Magersucht. Auch die taz und andere berichten davon. Natürlich. Es ist ja auch eine Idee, an der man die Regeln moderner PR-Verflechtungen trefflich studieren kann:

a) ein allgemein negativ gegutachtetes Phänomen in interessanter Atmosphäre
b) schockierende Offenlegung durch das Bild
c) Aufgreifen der Bilddarstellungen durch die Mediem
d) Aufgreifen des Aufgreifens der ...
e) Schneeball-Lawine-Effekt im Tonzyklus bam-bam-bam: c) - d) - c)

Natürlich: Beziehungen und einen recht hohen Bekanntheitsgrad muss man schon haben, damit das klappt.

Microsoft, Gott und der Gerichtsweg

Das Geschäftsleben ist hart, und irgendwie muss man sich ja ins Gespräch bringen. Wer hätte schon vom Rechtsanwalt Feil aus Hannover gehört, wenn der nicht die Idee gehabt hätte, mal -- quasi -- Microsoft zu verklagen.

"Der Anwalt Thomas Feil aus Hannover hat nun eine Anzeige gegen Unbekannt eingereicht, da dieses Vorgehen von Microsoft einen Verstoß gegen §303a StGB darstellt. Dieser Paragraph stellt Veränderungen von Daten unter Strafe. Vorerst läuft die Anzeige gegen Unbekannt, da ermittelt werden muss, ob Microsoft Deutschland für die heimlichen Updates verantwortlich ist.

In seiner Anzeige nennt Feil das Unternehmen Microsoft bereits als Verdächtigen. Wenn der Staatsanwalt der gleichen Meinung ist, dürfte ein interessanter Prozess entstehen, denn die Redmonder haben das Vorgehen bereits zugegeben. Allerdings kann es noch so genannte Rechtfertigungsgründe geben - dazu zählt beispielsweise eine mutmaßliche Einwilligung. Allerdings wird dies wohl kaum vertretbar sein, denn der Protest der Windows-Nutzer war groß."
(Ausführlicher hier.)

Wobei, seien wir ehrlich und sehen wir klar: Er kommt zu spät, der RA Feil aus Hannover. Denn der Senator von Nebraska, Ernie Chambers mit Namen, hat doch tatsächlich GOTT verklagt. Also nicht Karel oder sonst einen irdischen Gott, sondern den richtigen, den allmächtigen Gott. Und damit hat er es in die Weltschlagzeilen geschafft. Das nenn ich clever!

Montag, 24. September 2007

Netzstandards, gewünschte: Datum bei Beiträgen

Ich habe via Google nach Möglichkeiten gesucht, TV-Signale im Haus drahtlos zu übertragen. Ich finde natürlich vielen Hinweise. Was wieder einmal auffällt: Wenn bei einem Beitrag nicht ein Datum dabei steht, ist die Sache schwierig bis sinnlos. Was nützen mir -- schnellebige (sic) Zeit! --, wenn ein Hinweis aus dem Jahr 2004 ist? Also die Bitte: dass bei technischen Hinweisen und Hilfen das Datum der Erstellung und der Aktualisierung an erster Stelle des Beitrags steht.d

Freitag, 21. September 2007

Wikipedia und die Makler-Mäkler

Das Folgende ist aus der Diskussionseite zum Artikel "Makler"; es lässt sich natürlich auf das gesamte WP-System anwenden:

Zum Artikel: -Im Artikel steht ein solcher Unfug wie ich ihn selten hier gelesen habe. Imo sollte man den einfach bis auf das Wichtigste löschen und sperren. (Der vorstehende, nicht signierte Beitrag stammt von 80.131.229.97

Dann schreibe ihn doch um! WP:SM --Spongo
Sehr richtig! Die Einlassungen -- und vor allem der Ton! -- zeigen, dass dieser WP-Nutzer das WP-Prinzip nicht verstanden hat. Wer genug Sachverstand hat, dass er kritisieren kann, der ist verpflichtet, diesen Sachverstand durch Artikelbearbeitung und -verbesserung einzubringen. WP ist kein Restaurant, bei dem die einen die Köche und die anderen die Gäste sind, die herummäkeln dürfen, wenn es ihnen nicht schmeckt. --Delabarquera 09:15, 21. Sep. 2007 (CEST)

Donnerstag, 20. September 2007

Anne Will (Titelschutz)

In der ZEIT (Nr. 39 / 20.09.2007, S. 3) titel Patrik Schwarz: "Die Anne Will in uns". These: Moderatoren-Stil beherrscht das Land. Der Gedanke etwas willkürlich, aber nicht uninteressant.

Das bringt mich jetzt aber dazu, dass ich überlege, Titelschutz für folgende Titel zu beantragen:

Anne Will ...

... nicht schweigen / sich endlich outen / noch mehr / nicht mehr / (k)einen Cowboy als Mann / alles.

Na ja, und all das, was mir heute nachmittag noch so einfällt.

Wortanatomie: der Schnösel

Wir suchen ein Nachmieter für ein Haus. Da kommen unterschiedliche Menschen, um "das Objekt" zu besichtigen. Einer davon war ein junger Manager. Er ging herum. Sein Blick zwischen kühl und kalt. Wenige Worte. Ist mit so einem Menschen ein normales Gespräch möglich.?
Ich will es jetzt mal wissen. Als ich frage, was er denn beruflich so macht -- eine Frage, die man wohl stellen darf, wenn jemand ein Haus mieten will --, da erfahre ich, dass er von Frankfurt zur Niederlassung der durchaus weltbekannten Firma NN im Münchener Süden wechselt. Nun gut. Es geht gelingt mir sogar, den recht jungen und sicherlich in seinem Metier erfolgreichen Mann ansatzweise in ein Gespräch zu verwickeln. Über die doch sehr hohen Mieten in München. Zwei Sätze, dann Stopp. Ein paar Informationen über das Haus, ja, die solle ich ihm doch noch per Mail schicken. Dann ist er weg. Ich schicke die Informationen. Mit der Bitte um eine kurze Antwort.
Weshalb das Treffen mit dem jungen Mann dennoch für mich von Nutzen war? Weil es mich dazu gebracht hat, wieder einmal über ein altes, selten nur noch verwendetes, aber vielleicht doch gebrauchtes, heißt: nach wie vor notwendiges Wort nachzudenken. Der Schnösel.
Was ist ein Schnösel?
Nun von der Wortnachbarschaft, der Kollokation her, ist der Schnösel jung. Mein junger Mann war, geschätzt, so knapp unter 40 und damit zum wirklich jungen Schnösel 20 Jahre zu alt. Aber es ist eben so, dass sich manche Männer nicht nur ihre Jugend, sondern auch ihre Schnöseligkeit über die normale Zeitspanne hinaus bewahren. Mein Beispielheld war so einer.
Sodann: Es heißt der Schnösel. Der Schnösel ist maskulin. Natürlich gibt es auch junge Frauen, die jung, extrem tüchtig und so unangenehm im Umgang sind, dass ich ihre Gesellschaft meide oder, wenn unvermeidlich, bei sich biedender Gelegenheit, fliehe. Aber, abgesehen davon, dass die Zahl der Frauen-Quasi-Schnösel geringer ist als die der Mann-Schnösel, das Wort wie das mit mit dem Wort Bezeichnete ist und bleibt im Kern maskulin.
Der erweiterte Kern des Wortes, der Begriff: Eine bestimmte Mischung aus tatsächlicher oder zu erwartender Tüchtigkeit im Sinne der Tüchtigen der Gesellschaft, emotionaler Unterversorgtheit und dem instinktiven Annehmen, dass die eigene Person den meisten anderen Menschen überlegen sei. An Wichtigkeit, Können und Einkommen. Das gehört zum Schnösel
*
Bleiben zwei Fragen: Was ist, wenn sich zwei oder mehr Schnösel privat begegnen? Sie halten den jeweils anderen für unangenehm und glauben, sie seien ganz anders als er. Diese Fähigkeit zur spontanen Ausbildung eines blinden Flecks hat natürlichi nicht nur der Schnösel, aber er hat sie sehr ausgeprägt.
Und: Was ist, wenn der Schnösel auf einen normalen Menschen trifft. (Ja, doch die normalen Menschen mit normalen, angenehmen Umgangsformen gibt es. Man findet sie übrigens oft unter Münchener Handwerkern.) Nun, dann ist der Schnösel dem normalen Menschen zum Davonlaufen, und der Schnösel findet, wie zu erwarten, den normalen Menschen einfach nicht wichtig genug. Nicht zu seiner Kaste, der Kaste der Wichtigen und Erfolgreichen, gehörig.
*
Ach so, ja. Die erbetene Antwort auf meine Mail habe ich von meinem Schnösel natürlich nicht bekommen.

Mittwoch, 19. September 2007

Sex mit dem Volksmund

Noch ein Zitat aus der "Webpräsenz" der Damenzeitschrift ELLE (hier ohne die Pünktchen des Originals):

"Dirty Talk ist für Sie Neuland? Dann beginnen Sie im richtigen Moment damit! Ein ungewohnt explizites "Lass uns jetzt sofort vögeln", während Anne Will Gruselnachrichten zur Gesundheitsreform verliest, wäre für Ihren Partner sicherlich eher verblüffend. In erregtem Zustand dagegen findet er es toll, eine neue Seite an Ihnen zu entdecken. Der beste Zeitpunkt, in die Kunst des Dirty Talk einzusteigen, ist deshalb -- natürlich -- beim Sex."

Und weil so etwas immer mal gut ist, um die Seite etwas häufiger aufgerufen werden zu lassen (was ich ja sonst streng vermeide, weil nichts Populistisches an mir ist), also diese Liste und gleich dazu die Weise ihrer Erzeugung (!):
Nein, dazu habe ich jetzt keine Lust. (sic) Das ist doch einfach öde.
Ach ja, und das noch: Mit der Emanzipation der Frau geht auch ein Fortschritt in Richtung verbaler Explizitheit einher. Es tönt fast wie bei den Männern. Ein Fortschritt für die Frauen, nehme ich an. Jedenfalls für die, die sich ale Jungdynamikerinnen sehen. Es muss aber vielleicht doch erlaubt sein, diese Richtung der Entwicklung die Dämlichkeitsemanzipation zu nennen.

Wasserregister ...

... heißen die Wärmetauscher bei Kaminöfen. Habe ich heute von einem netten Kaminkehrermister gelernt. Mein Modell eines Ofens, der einfach mit Wasser ummantelt ist, ohne gleich an die Zentralheizung angeschlossen zu sein, wollte er nicht gelten lassen. Irgendwas wird da zu heiß, meint er. Und ich bin trotzdem sicher, dass ein Stahlbehälter mit Ofenrohr das Beste wäre. Ach und, ja: die Verkalkung: Unser Wäschetrockner erzeugt übers Jahr genug Kondenswasser, um den Wasserbehälter unverkalkt zu lassen. Ich werde also das Modell selbst zusammenschweißen müssen. Nun gut.

Wenn jemand, der den Weg auf diese entlegene Site findet, mir zuvorkommen will, hier die erste Modell-Zeichnung. (Nein, so ganz maßstagetreu ist die jpg-Umwandlung nicht; aber wir wissen was gemeint ist, nicht wahr?)

Montag, 17. September 2007

Anne Will

Die meisten werden die erste AW-Sendung gesehen haben. Der mediale Werbeeinsatz vorher war ja auch entsprechend hoch.
1.Also: Thema "Wert der Arbeit". Ja, warum nicht. Wichtig.
2.Die Geladenen. Immer schwierig. Alle farblos. Am besten noch René Obermann von der Telekom. Kurt Beck einfach nervig mit seinem Parteigequengel, das keinen interessiert. Rüttgers deutlich ruhiger und dadurch besser. Unklar allerdings, wie seine Argumen- tation in der Mindestlohn-Frage läuft wenn a) das Beispiel mit den 5 Euro steht und also klar ist, dass das »freie Spiel der Kräfte« Gewerkschaft gegen Kapitalseigner nicht mehr funktioniert und wenn b) die meisten europäischen Länder einen solchen Mindestlohn haben. Auf Frau Käßmann, Beschöfin, wurde vom sonst sehr gut berichtenden Experten durchgehend mit Frau Kläsmann angesprochen.
3.Summe Gäste: Vielleicht wäre es am Besten, wenn immer nur 1 Politiker geladen würde und auf Experten unddas Volk trifft.
4.Der Einfall, eine Betroffene und einen Experten zu Wort kommen zu lassen war gut. Die Betroffene, eine Ingenieurin, die für 5 Euro Stundenlohn in einem Call-Center arbeitet und es als demütigend empfindet, dass sie dann auch noch Ergänzungsgeld bei einem Amt abholen muss.
5.Verwirrend das »Bühnenbild«. Irgendwie postmodern-mediale Schrankwand. Ein wenig kleiner und vor allem ruhiger hätt es auch getan.
6.Die Moderatorin: sehr gut. Ruhig, unaufdringlich, ruhig nachfragend und steuernd.
7.Alles in allem: eine gute Sendung als Form, im Detail natürlich verbesserbar.

Samstag, 15. September 2007

Meistgesuchten Google-Begriffe

2005 waren das die meistgesuchten Google-Begriffe. Was sagt uns das? Viel.

  • ? Welche Wörter und Wendungen kenne ich gar nicht, bzw. weiß nicht, was sie hier bedeuten sollen?
  • Welche Wörter wurden unterdrückt, weil nicht political correct?

    Myspace
    ?Ares
    ?Baidu
    ?wikipedia
    orkut
    iTunes
    ?Sky News (Warum so oft gesucht?)
    World of Warcraft
    ?Green Day (Der Tag, an dem die Green Cards ausgegeben werden?)
    Leonardo da Vinci

Eine neue Form des Spam

Ich bekomme eine Mail, angeblich von mir selbst.


das großzügige Angebot, das Folgende zu Super-Konditionen zu kaufen!



Freitag, 14. September 2007

Aspekte des Umgangstons im Netz: Drohen und Beleidigen

Natürlich frage ich mich auch gelegentlich, was ein Anonymus an Beleidigungen im Internet so alles von sich geben darf. Wird also so etwas von der Staatsanwaltschaft verfolgt oder ist das Sache einer Privatklage, bei der der Angepöbelte und Bedrohte die IP -- und den Menschen hinter der IP -- gefälligst selbst herauszufinden hat?

Flüge, Klimawandel und Dämlichkeit

In der Schule stellt der Lehrer das Thema für die Erörterung: "Muss angesichts des Klimawandels der Flugverkehr für Urlaubsreisen eingeschränkt werden?" Lustlose Arbeitsatmosphäre. *gähn*
Im Fernsehen fliegt vorgestern ein immer frischfröhlicher Jungredakteur mal eben in die USA, um dort zu überprüfen, ob man, wie im Werbespot gezeigt, wirklich mit dem neuen, starken Küchenmixer auch Coloa-Dosen und Handys zerkleinern kann. Er hat einen normalen Mixer, der gegen den neuen, starken anderen antritt. Was da in den Mixern vor sich geht, das wollte doch jeder schon mal wissen. Dafür muss man mal eben in die USA jetten.
Außerdem das Totschlag-Argument: Am Urlaubs- und am generellen Unterschichtsfliegen* hängen Arbeitsplätze! Nicht nur bei Aldi. Aber eben auch da. "Traumreisen zu Aldi-Preisen."
Nicht dass das Evolutionsprodukt 'menschliche Dummheit und Kurzsichtigkeit' nicht schon dichterisch erfasst wäre. Es nutzt nur nix.
Wir erinnern uns:
  • "Glücklich ist, / wer vergisst, / was nun mal nicht zu ändern ist."

Die ökologische Dämlichkeit des Menschen ist also ein Produkt der Evolution. Wir kommen gegen sie nicht an. Sie ist stärker als Sex und das Bedürfnis nach Speis und Trank. Was uns in den nächsten fünf Jahren nicht unbringt, ist uns recht.

  • "Kost's Benzin auch drei Mark zehn / scheißegal, es wird schon geh'n. / Ich geb Gas, / Ich geb Gas! / Ich will Spaß. / Ich will Spaß!"

Und, wir erinnern uns noch, was wir auch noch wollen? Wir, als großes kollektives Ich?

  • "Ich will Genuss sofort!"

NACHWORT: Auf Phuket stürzt eine Maschine ab. Billigflieger. Urlaubflieger. Die Lemminge sind unterwegs. Ich glaube, es gibt tatsächlich Leute, die damit angeben, dass sie mal wieder just for fun einen kleinen Teil der Atmosphäre ruiniert haben. Es war ja auch nur ein winziges Stückchen. Und die anderen machen es doch auch. Warum sollte da ausgerechnet ich zurückstehen?! -- Und wetten: Wenn das Wasser, von der Nordsee kommend, seinen Weg durch die Norddeutsche Tiefebene gefunden hat und in den Hügel von Thüringen zur zentraldeutschen Haustüre hineinschwappt, werden die deutschen Fernost-Urlauber dastehen und auf ihr Recht zu Fernreisen beharren. Es ist nun einmal so: Der Mensch als solcher hat für einen Zeitraum, der über fünf Jahre hinausweist, kein Sensorium. Das wissen wir doch. Warum sich also aufreagen. Deshalb hat man ja in der Sowjetunion auch immer Fünfjahrespläne gemacht. Fünf Jahre wird es schon noch gehen. Und dann? Nach uns die Sintflut. Was denn sonst. Traurig stimmt nur, dass die, die da den Untergang bereisen, keine sprachlichen Mittel haben, um wenigstens eine Ode zu hinterlassen. (Was würden wir -- schauen wir vom Wasser ins Feuer -- drum geben, wenn wir eine CD mit Neros Gesang kaufen könnten!)

---

* Dieses Wort nehme ich zurück. Natürlich fliegen auch brave Bürgersleut' und auch Oberschichtler nach Thailand oder sonstwohin, nur um sich dort die Haut verbrennen zu lassen.

Montag, 10. September 2007

Wechseljahre -- Wechselzeiten

Man fragt sich ja schon, wie sich rechte Muslime und vor allem Musliminnen fühlen in dieser Gesellschaft. Wenn sie mit Kopftuch oder gar tief verschleiert an einer Plakatwand vorbeigeht, auf der ein Triumph-Model im knappen Büstenhalter abgebildet ist. Ein Gesamtbild, das dann ein Fotograf auch gleich einfängt und in die Zeitung setzt.
Oder wenn eine Frau im STERN mit Bild und vollem Namen über ihre Wechseljahre berichtet und dabei angibt:
Nach einem halben Jahr habe ich gesagt: Schluss damit - ich nehme Hormone. Nach einigem Experimentieren habe ich das richtige Präparat gefunden, und schon nach einer Woche waren alle Symptome verschwunden. Ich war wieder gut gelaunt, schlief die Nächte durch und hatte Lust auf meinen Mann. // In jeder Ehe sollte Sex ein fester Bestandteil sein. Wer sagt, er braucht das nicht mehr, der kann doch gleich alleine leben, das ist viel einfacher. Ich kann trotzdem abends mal nein sagen, wenn ich müde bin und keine Lust habe. Dann wiederum wecke ich meinen Mann unter Umständen nachts um drei Uhr, wenn ich wach werde. Klar kann man um die Zeit Sex haben!
Zwei Fragengruppen: 1. Muss das in der Zeitung stehen? Was bezwecken die Frau und der STERN damit? 2. Was macht diese Frau mit 60, 70, 80, so Gott will mit 90 oder 100? Nimmt sie dann immer noch Hormone?
Und dazu, weil diese Frage heutzutage wahrscheinlich von vielen in der Zielsetzung gar nicht verstanden wird, die Erläuterung: Gehört es nicht zu einen vernünftigen Leben, dass man lernt, sich mit Evolution und biologischen Gegebenheiten abzufinden? Ja, sicher, es ist ein Kennzeichen des Menschen, dass er gegen Alterserscheinungen angeht. Aber wann fangen die Leute an, sich damit abzufinden, dass sie älter und dann alt werden. (Schon merkwürdig: dass der Komparativ weniger alt meint als die einfache, die "positive" Stufe dieses Adjektivs. Noch einmal bemerkenswerter, dass die linguistische Terminologie in der Wikipedia das schon aufgenommen hat: "Es werden diese fünf Steigerungsstufen unterschieden: Positiv (lat. ponere - festlegen) // Komparativ (lat. comparare - vergleichen) // Superlativ (lat. superferre - herausheben) // Elativ (lat. efferre - herausheben) // Exzessiv")
Weil auch das, was ich meine, noch einmal summarisch falsch verstanden werden kann: Nein, ich habe nichts gegen diese Frau und ihre Hormoneinnahme. Ich versuche sie und ihre Bereitschaft, sich damit in die Illustrierte setzen zu lassen, als Zeichen für die Gegenwart zu sehen und zu sagen: Schon gut, aber -- nein, selbstverständlich ist das nicht. Zumal solch liberale Menschen wahrscheinlich auch noch dafür eintreten, dass andere Kulturen natürlich auch das Recht haben, ihre je eigenen Ansichten zu haben. Nur dass eben bei vielen Kulturen dazugehört, das liberale Element dieses Exhibitionismus nicht zu tolerieren.
Und auch hier, bei dieser ambitionierten Kopftuch-Frage, lohnt sich der Blick.

Sonntag, 9. September 2007

Metaphern: die Digitalwaage (Korona vs. Soehnle)

Vor ein paar Jahren: beim Mediamarkt in Innsbruck eine formschöne digitale 100-g-Waage der Firma Korona gekauft. Sie war nicht allzu teuer. Irgendwann erst dämmerte mir, dass diese Waage nicht zu gebrauchen war. Warum? Weil sie, wenn man fünf Mal nacheinander daraufstieg, manchmal vier verschiedene, mindestens aber zwei verschiedene Werte anzeigte. 200-g-Waagen schaffen es relativ leicht, dass sie das Gleiche anzeigen, wenn nacheinander das gleiche Gewicht darauf gestellt wird. Abei 100-g-Waagen schaffen das nur die guten. Vor ein paar Monaten, die neue Waage von Soehnle, die bekommt das hin.
So, und jetzt können wir darüber nachdenken, was das wohl bedeutet, wenn wir das Ganze als Bild nehmen und auf die Politik und im Zweifelsfall auf die Philosophie des Lebens übertragen.

Donnerstag, 6. September 2007

Beyonce

Are Eva Longoria and Beyonce lesbian lovers?

Who knows?

(But as far as I know -- they are not!)