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Donnerstag, 26. Juni 2008

EM D - T 3:2

D wie Dusel! Getrieben von der Türkei, die das Spiel machte. Aber bei fast maximaler Chancenauswertung ein Halbfinale gewonnen. Deutschland ist, sollte es das Endspiel gewinnen, 20 Jahre nach dem Fall der Mauer endgültig ein souveräner Staat. Es ist schon erstaunlich.
Und ein türkischer Fan deutscher Zunge sagt in Istambul in die Fernsehkamera: Ja, er habe sich natürlich gewünscht, dass die Türkei gewinnt. Aber so? Geht auch. Er lebe und arbeite schließlich in Deutschland. Wunder gibt es immer wieder ...!

Mittwoch, 25. Juni 2008

Eine eingeBILDete Meinung zur EM-Berichterstattung

BILD bewertet die EM-Moderatoren. Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen! Die BILD-Leute hätten doch noch ein wenig warten können... Vielleicht gewinnt Deutschland dieses Halbfinale ja doch?!
Und wenn nicht? Dann ist BILD schuld, liebe Fans! Zieht vor das Redaktionsgebäude und macht eurem Unmut Luft. Wie man so sagt.
Wie auch immer. Zur Benotung: Ob Günter Netzer wirklich mit diesem Tonfall, den er nun mal hat, die "klarsten Sätze der Fußball-Welt" spricht und die Note 1 verdient?
Und auf der anderen Seite den wirklich netten Urs Meier so zu fassen: "Als Regelexperte okay, aber sonst nervig. Sagt in jedem zweiten Satz „schlussendlich“. Nach der EM ist Schluss, endlich!" Das ist wieder mal ein prima Wortspiel auf BILD-Niveau und im Übrigen eine dümmliche Frechheit auf der Ebene der Hauptschulwitze.
Bleibt zu fragen: Wie wäre es, wenn die Beurteilten ihrerseits BILD beurteilen sollten? Würde der Günter N., bloß weil BILD ihm gut wollte, auch BILD hochleben lassen?
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Es bleibt dabei: Unterhalb von BILD ist das große Myzel der deutschen Volksseele, und an dieser einen Stelle sprießt eben dieser großgemusterte Giftpilz empor! Nicht davon naschen, Urs! Und mach dir nichts draus, aus diesem schlagzeilernden Fuß(ball)pilz! (Merke: Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil!)

Donnerstag, 19. Juni 2008

Recht-schrei-breform ad infinitum

Warum in aller Welt stoße ich immer wieder auf die Rechtschreibreform?! Sie soll, so mein Wunsch, doch langsam in Schulen und Ämtern verrotten -- die drohende Fäulnis nach Art gepflegter Komposthaufen gedämmt durch Zwischenschichten. Durch immer neue Reformen der Reform. Und ich? Ich schhreibe, wie ich will. Ich kann es schließlich!
Dann also finde ich, auf dem Weg, mal "heute früh / Früh" durch Internet-Suche zu testen, einen Artikel aus der Süddeutschen.
Zitate:
Ein Schüler, der nach seiner Rückkehr aus den Sommerferien immer noch ,,jedesmal‘‘ schreibt, ,,Stengel‘‘, ,,greulich‘‘ oder ,,leid tun‘‘, muss dafür nun einen Fehler angestrichen bekommen. ,,Heute abend‘‘ und ,,rauh‘‘, ,,schneuzen‘‘ und ,,zur Zeit‘‘, ,,im allgemeinen‘‘ und ,,des öfteren‘‘ - lauter vernünftige und viele Jahrzehnte gebräuchliche Schreibweisen also, sind mit dem heutigen Tage definitiv falsch.

Tja, Herr Steinfeld! Pech gehabt! Da schaun's doch bitte mal her. Sie können des auch durch Draufklicken (oder durch drauf Klicken? Naa, doch net!) größer machen.

Weiter der gelehrte Thomas Steinfeld:
Dennoch kann auch das Erreichte nicht befriedigen. Auch die neugefassten Regeln sind schwerverständlich und werden überdies durch ganz unerwartete Pakete von Ausnahmen belastet - so heißt es immer noch ,,Rad fahren‘‘, aber auch ,,eislaufen‘‘. Endgültig ist auch der jetzige Zustand nicht.
Interessant ist, wie durch die Reform das ehedem doch recht verlässliche "Rechtschreibgefühl" ausgehebelt wurde. schwer verständlich, warum nicht. Immerhin noch: Eis laufen -- never! Man läuft ja nicht das Eis oder mit dem Eis, sondern auf dem Eis. So ungefähr mein Gefühl. Nur: Wie lange noch wird es in solchen Fällen funktionieren? Ja und -- tut es mir nun Leid, dass ich da nicht besser bin? Na ja, schaumer doch mal! Und zwar hier:*
[...] Im Gegensatz zu "schwimmen lernen", wo man das Schwimmen lernt, lernt man bei "kennen lernen" eben nicht das Kennen. Jedoch hätte man sich an solchen Stellen noch etwas verbindlichere Formulierungen gewünscht und ein deutliches Abraten von der unsäglichen Form "kennen lernen", die ja offenbar nur noch aus Gründen der "Abwärtskompatibilität" mitgeschleift wird. Und gerade bei Varianten, wo eine Empfehlung bitter nötig wäre, etwa bei den zu Recht bespöttelten Auseinanderschreibungen mit "wohl" ("ein wohl durchdachter Plan"), schweigt der Wahrig.

Wie hat meine Mutter, Gott hab sie selig**, immer empfohlen: "Schreib beide Möglichkeiten hin, schau sie an und entscheide dich dann für das, was dir plausibler vorkommt!" Das waren noch Zeiten, als man auf diese Weise den Common sense aus sich herauskitzeln konnte! Jetzt fühle ich mich doch alleingelassen. (SIC)

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* Eine lustige Seite, wenn da nur nicht stünde:
Das Wort, daß [sic] Du meinst, ist "unsozial". "assozial" bildet sich aus einer Assimilation, "ad" + "sozial", wobei "ad" (lateinisch) "dazugehörig" heißt. Demnach bedeutet "assozial" sinngemäß "zum Sozialen gehörig". Um das Ganze noch zu ergänzen, schreibt man "assozial" mit 2 "s", weil das "d" zu einem "s" assimiliert wird.
Über die rote Kleinigkeit sehen wir hinweg. Kann passieren. Aber -- MERKE: Etymologie und Wortgeschichte erklären nie, niemals, never! die Bedeutung heutiger Wörter. Die Bedeutung entsteht, lassen wir da ruhig good old Wittgenstein die Ehre, im Gebrauch und darum bedeuten die Wörter, was sie eben bedeuten. Und sind ohne gelahrte Besserwisserei zu verwenden.
Ja, ok, es ist das nur ein Leser-Kommentar, und der wrd auch weiter unten richtiggestellt. Leider wieder, wenn auch passender, etymologisierend.

** Wegen seelig / selig vgl. hier! Unbedingt anschauen!

Samstag, 14. Juni 2008

FDP-Member 1: Beginn

Ich beginne heute und hier mit der Reihe

Why I'm a FDP-Member

Oder so. Das wollte ich schon seit einiger Zeit mal versuchen.
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Ganze Kapitel oder auch nur nur mehrere Abschnitte eines Buches in einen Blog zu setzen verbietet sich. Die Texte sind zu unterschiedlich. Darum hier nur eine Textprobe.

Eine kleine, nebensächliche Szene habe ich noch genau in Erinnerung: Eine junge Kollegin, eine der wenigen Menschen, mit denen ich mich an diesem Arbeitsplatz duze, geht neben mir über den Flur. Ich sage, dass ich an diesem Abend noch einen Termin habe und deshalb früher gehen müsse. Dann füge ich hinzu: Ich muss zu einer Parteiversammlung. Ich spüre, wie die Kollegin zögert. Sich fragt, ob sie mich das fragen darf. Ob das nicht doch zu persönlich ist. Dann aber stellt sie doch die Frage: Zu welcher Partei ich denn da ginge. Als ich sage, dass es die FDP ist, fühle ich, dass diese Kollegin erstarrt. Sie sagt dann noch einer kurzen Pause – ja, dass sie das erstaune. So habe sie mich nicht eingeschätzt. Ich wiederum schätze sie als eine linke SPD-Frau ein. Vielleicht gehört sie auch zu den systemkritischen Grünen. Oder doch – nein, eher nicht. Linke SPD, das kommt hin. Mit gelegentlichen Klagen, dass ma ja den SPIEGEL nicht mehr lesen könne. So seicht wie der geworden sei.

blogger.com und die Bilder

By the way ... Ach, das gehört in den nächsten Eintrag! Also in diesen.

Warum speichert blogger.com ein Bild, das man hochlädt, eigentlich immer an der Spitze des Eintrags? Ich möchte das Bild doch da haben, wo der Cursor gerade steht. Genau das geht nicht. Dumm! Erst lange Fummelei oder man lässt das mit der richtigen Reihenfolge von Text und Bild.

Avira Antivir



Ich habe eine Avira-Antivir-Lizenz erworben. Während Avira Personal problemlos funktioniert, ist die Lizenzeinspielung schwierig und diie Anweisungen sind ziemlich kryptisch formuliert. Nicht, dass das Folgende nicht zu verstehen wäre. Es ist kryptisch, weil es nicht funktioniert.

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Führen Sie bitte folgende Schritte aus:
1. Wechseln Sie zum manuellen Kopieren der Lizenzdatei auf Ihren Desktop. Klicken Sie direkt mit der rechten Maustaste auf die Lizenzdatei HBEDV.KEY und wählen den Eintrag Kopieren.
2. Anschließend öffnen Sie das Installationsverzeichnis der AntiVir Software (z.B. C:\Programme\Avira\AntiVir PersonalEdition Premium\ bzw. C:\Programme\Avira\Avira
Premium Security Suite\) und fügen über den Menüpunkt Bearbeiten - Einfügen die Lizenzdatei in dieses Verzeichnis ein.
3. Eventuell erscheint der Hinweis, dass diese Datei bereits besteht. Bestätigen Sie die Frage mit Ja, um die alte Lizenzdatei zu überschreiben.
---+´
Da hätte ich doch lieber einen 12-stelligen Schlüssel eingetippt. Aber na gut.
Leiderleider! Da meldet das Programm sich mit dem da oben. (Bild kann durch Draufklicken vergrößert werden.) Die Frustrationen des EDV-Alltags eben. Soll ich jetzt das Programm deinstallieren und neu installieren.Wahrscheinlich mit dem vorausgehenden Ergebnis?
Fragen wir mal die Hilfe bei Avira ...
Und dann sehe ich noch das? Habe ich vielleicht die Datei auf meinen Büro-PC und da auf den USB-Stick geladen, auf den PC zu Hause kopiert, und das Programm vermutet jetzt Betrug. Das mit dem Runterladen -- ich weiß es einfach nicht mehr.
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By the way ... Ach, das gehört in den nächsten Eintrag!

Mittwoch, 11. Juni 2008

Rechtschreibung und Demokratie

Wieder mal so ein Fund im Vorbeigehen:

"Die Deutschen ziehen die Sprache Goethes der Sprache Schröders vor. An der Frage, ob man die Schifffahrt nun mit drei oder zwei "f" schreibt, spaltet sich die deutsche Nation praktisch in zwei Hälften. Die Schweizer und Österreicher nahmen die linguistische Reform mit stoischer Gelassenheit auf. Doch unter Schröder ist das Thema sogar für einen Parteienstreit gut."
"Iswestija", Moskau

Es mag ja sein, dass die Deutschen im Gegensatz zu den Österreichern die größeren Rechthaber sind. Aber genauso gut könnte man die Österreicher und die Schweizer als übertrieben obrigkeitsgläubig kennzeichnen und die Deutschen als die, die Traditionen nicht in die Hand einer Clique von veränderungs- besessener Sprachwissenschaftlern geben wollen. Einer Clique, die es durch lange Bearbeitung von Schulbürokraten geschafft hat, ihre partikulären Vorstellungen Verordnung werden zu lassen. Und vergessen wir bitte nicht, es war die österreiche Zeitung Die Presse, die einst vollmundig verkündete, nie werde man sich die Rechtschreibung von geistigen Pickelhaubenträgern, also den Preußendeutschen, verändern lassen.* Was ist aus dieser Ankündigung geworden?
Warum komme ich auf dieses platte Thema "Rechtschreibreform" immer wieder einmal zurück? Nun, wahrscheinlich wegen des grandiosen Umfangs an Streit, aber auch wegen der theoretischen Interessantheit dieses Falles. Was kann man doch alles über akademische Selbstverwirklichung, Lobbyarbeit, langen Atem, Kulturtraditionen, aber auch über die Kurzsichtigkeit einzelner geisteswissenschaftlicher Theoretiker in Sachen komplexe Normen lernen! Und natürlich über die Schwierigkeiten, die aus Selbstverwirklichungstrips mit womöglich subjektiv besten Absichten alles entstehen können. Siehe beispielsweise hier!

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* Merke: Das Netz vergisst nicht! Nachzulesen im Zusammenhang hier.

Donnerstag, 5. Juni 2008

YSL - STGM

Wie der Modemacher-Kritiker Charles T. Willamoviz (nicht verwandt mit dem -- ja auch anders zu schreibenden -- Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff ) hat bereits 1939 gesagt: "Sie leben, als seien sie den unsterblichen Göttern gleich, und sie sterben wie jeder Bauer und der gewöhnliche Landedelmann." Es scheint gewiss, dass Willamoviz bei diesem Satz an Yves Saint-Laurent gedacht, ja den Inhalt nachgerade auf diesen Fürst der Modewelt zugeschnitten (sic) hat. Solche Kritiker können ja in die Zukunft schauen. Das qualifiziert sie für ihren Beruf.
Jetzt also ist YSL tot. Seit dem 1. Juni schon. Er, der sich so hart konturiert nackt fotografieren ließ, dass es nur beschnittene Bilder zu geben scheint. (Alles SIC! Und die ganz nackte Nachahmung gibt es natürlich auch.) Wobei diesem Fürsten zugute gehalten werden soll: Er war im Alter menschlich. Obgleich er zuletzt schlurfend daherkam, wie eine Fata Morgana, die einen uralten Pharao daherbringt.
Und die undankbare Nachwelt wird seiner gedenken, wie sie noch immer jedes Großen gedacht hat: Routiniert nach außen, mit wohlwollenden Gedenkworten. Und nach innen, tief unten im Unbewussten? Da tönt es: "Jetzt ist der hin, hin -- hin! Schaugts ean an, er ist hin!"
Die auch nicht mehr ganz jungen Postpubertären werden es sein, die seinen Stil imitieren.
YSL
STGM
(Ein Leichtes, das weitere Kürzel aufzulösen, nicht wahr?)

Dienstag, 3. Juni 2008

Flugzeug-Fallschirm

Zu den Ideen, die mir immer wieder einmal durch den Kopf gehen, gehört die eines "Flugzeug-Fallschirms". Nun sehe ich eben, als ich Downloads des Deutschlandfunks suche, dass es diese Idee und eine ansatzweise Realisierung schon gibt. Halte ich mich jetzt voller Enttäuschung für einen Post-Boten der Idee. Nein.
Meine Idee ging auch ein wenig anders. Die Frage lautet: Ist es möglich, für Verkehrsflugzeuge Fallschirmsysteme zu entwickeln, bei denen der Piloten und Passagierbereich wie eine Art großer Schleudersitz -- ohne Flügel, Triebwerke und Fahrwerk -- an großen Fallschirmen zu Boden gleitet. Entweder von den Piloten ausgelöst oder von einem Überwachungssystem automatisch ausgelöst. Letzteres eine Art Air-Bag in einem neuen Sinn.
Wer weiß, vielleicht ist es ja möglich. Ich müsste bei den Experten einmal nachfragen.

Montag, 2. Juni 2008

Hits of the Best

Gerade lese ich, dass mein Counter, just heute, 3.777 Treffer auf meinen Blog anzeigt. Hits, wie man heute auch sagt.

Bei dieser Gelegenheit: Es glaubt mir ja doch wieder kein Schwein. Aber mein Ehrgeiz ist, dass meine Kolumne nicht von vielen, sondern von den Besten gelesen wird. Das sind naturgemäß nicht viele, die Besten. Fühlen Sie sich also, sollten Sie das hier lesen, zu den Besten des Landes gehörig!

Korrespondenten-Erziehung im DLF

Jetzt hoffe ich, dass ich mich nicht vertue, denn ich schalte am Morgen schon mal von einem Radiosender zu einem anderen. Aber ich glaube nicht. Nun denn ...

Sandra Schulz heißt die Moderatorin der "Informationen am Morgen", die heute morgen im Deutschlandfunk ihrem Kollegen, der – aus der Schweiz? ja, aus der Schweiz - berichtet hat, so radikal das Wort abgeschnitten hat, dass ich doch richtiggehend erschrocken bin. Wirklich mitten ins Sprechen des Mannes hinein, sagte sie ihn ab: »Das war NN ...« Und NNs Mikrofon wird von der Regie schnell zugemacht. Die Länge des Korrespondenten-Interview war wahrscheinlich exakt bestimmt. 4 Minuten oder so.

Ich habe in meinem geistigen Ohr die Redaktionskonferenz gehört, bei der die Redaktionsleiterin zu dem Thema ›NN der Vielredner‹ gesagt hat: »Also, Sandra, wenn der NN wieder so ohne Punkt und Komma quasselt, dann gehst du mal ganz hart rein. Mitten in den Satz. Der lernt es sonst nie.«