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Samstag, 9. September 2017

Gibt es keine AOK-Kritik?

Wieder herüberkopiert, diesmal aus der Diskussion zum Wikipedia-Artikel AOK.

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Bei großen Institutionen wie der AOK / den AOK Teilverbänden gibt es in der Regel einen Abschnitt, der sich mit kritischen Stimmen und mit Problemen auseinandersetzt. Das Lesen und das Durchsuchen des Artikels haben mir nichts dergleichen gezeigt. Die Suchen "krit" und "prob" bleiben ohne Ergebnis. -- Hier ein Fall in eine bestimmte Richtung: Ein Arzt hat mir bei einem Polit-Nachbarschaftstreffen erzählt, als über politische Missstände unterhalb der Wahrnehmunsschwelle gesprochen wurde, in Deutschland gäbe es, auf sehr kostspielige Weise, viele nicht-private Krankenkassen, weil sich deren Verwaltungs- und Vorstandsaufbau sehr gut dazu eigne, verdiente Parteimitglieder mit Posten zu versorgen. (Wenn ich mich nicht verzählt habe, gibt es 11 unabhängige AOKs. Allein hier kommen also so einige Versorgungsmöglichkeiten zusammen.) -- Ich habe jetzt nur mal bei der AOK Bayern nachgesehen: Matthias Jena, "seit Januar 2016 Verwaltungsratsvorsitzender der AOK Bayern". Da findet sich in der Wikipedia:

"Matthias Jena [...] hat in Würzburg, Hamburg und München die Realschule besucht und anschließend Sozialpädagogik an der staatlichen FH München studiert, Abschluss: Dipl.-Soz.päd (FH). Danach studierte er Politische Wissenschaften, Psychologie und Evang. Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. | Er war ca. 20 Jahre lang ehrenamtlich in der evangelischen Jugendarbeit engagiert und u. a. von 1984 bis 1989 1. Vorsitzender der Evang. Jugend München. Von 1989 bis 1995 war Jena Vorsitzender des Kreisjugendringes München. [...] Beruf | Von 1986 bis 1990 war Jena Büroleiter des damaligen SPD-Landesvorsitzenden Rudolf Schöfberger. Von 1991 bis 2006 war Jena in verschiedenen Funktionen beim DGB Bayern beschäftigt, ehe er als Pressesprecher zur IG Metall Bayern wechselte. Am 12. Februar 2010 wurde Jena als Nachfolger von Fritz Schösser zum Vorsitzenden des DGB Bayern gewählt."

Das bestätigt ein wenig das, was mir jener Arzt vor Jahren gesagt hat. Die Ausbildung und die berufliche Vorarbeit von Herrn Jena ist ja nicht gerade Medizin-affin. Dafür war er Büroleiter eines SPD-Landesvorsitzenden. Nur eine Fallstudie, klar; aber gibt es da nicht Untersuchungen, die die AOKs insgesamt mal kritisch durchleuchten. Im Moment erinnern mich diese Krankenkassen -- Achtung, subjektiv, nur Intuition! -- an den ADAC vor dem Skandal.



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Und dann nehme ich auch gleich noch die erste Reaktion und meine Antwort dazu hier mit auf. Weil beides auch ein schöner Hinweis auf den Wikipedia-Stil ist.

Dir ist durchaus bekannt, dass hier keine persönlichen Meinungen zum Artikelgegenstand usw. gefragt sind, sondern es auf dieser Seite allein um die Verbesserung umseitigen Artikel geht? (WP:Disk; btw sind deine spamartigen Verweise auf anderen Artikeldiskussionsseiten nicht regelkonform.) Gut, du wünschst dir also einen Kritikabschnitt, der etwaig, da maße ich mir kein Urteil an, angebracht wäre. Doch sodann ist dieser ganz sicher nicht auf Basis von Theoriefindung, wie der obigen, sondern unter Wahrung des WP:NPOV anhand valider Informationsquellen zu erstellen. Dabei gilt dann das Wikiprinzip WP:Sei mutig. -- Verzettelung

Nun ja, das mit der "Verbesserung [des] umseitigen Artikels" habe ich offen gestanen für selbsterklärend gehalten. Aber gerne noch mal ausbuchstabiert. Der Verbesserungsvorschlag lautet: Es sollte Ausschau gehalten werden nach Veröffentlichungen, die sich mit dem System AOK als Ganzem und mit Teilaspekten kritisch auseinandersetzen. Der Hinweis, in welche Richtung diese kritische Auseinandersetzung gehen könnte / müsste, ist durch das Beispiel illustriert. Hinzugefügt sei: Ich werde da auch selbst Ausschau halten. -- Also bitte jetzt nicht ohne nachzudenken auf das Leuchtturm-Wort "subjektiv" anspringen; das ist nur ehrlich und hat als Hinweis auf eine ja vorher begründete Vermutung durchaus seinen Sinn. [Nachtrag: Die verlinkten Hinweise sind mir im Großen und Ganzen wohl bekannt. Ich halte solches geballte Anführen von Verweisen auf die Wiikpedia-Gesetzlichkeiten immer für etwas arg gouvernantenhaft. Mag aber sein, dass ich da überempfindlich bin.]