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Sonntag, 3. September 2017

"Patrick Bahners fällt zunehmend ...

... mit verstörenden Wortmeldungen auf." Bahners, der von der FAZ.

Das hatte ich bei der Suchmaschine gelesen, aber es war gar nicht so einfach, die Stelle zu finden, an der das wirklich steht. Also, hier steht es.

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abhs • vor 4 Tagen | Patrick Bahners fällt zunehmend mit verstörenden Wortmeldungen auf. Nachdem er unlängst den Vorwurf des Antisemitismus als vielleicht größte Bedrohnung für die Meinungsfreiheit in Deutschland identifizierte, verwischt er nun gezielt die Grenze zwischen vergleichen und gleichsetzen, indem er die amerikanischen Analysen von Trumps Aufstieg, die Parallelen zum Deutschland der dreißiger Jahre sehen, in einem Atemzug mit der sogenannten Performance namens "Auschwitz on the Beach" nennt. Die Macher dieser letztlich zur Lesung umdeklarierten Veranstaltung behaupten, an den Küsten Europas würde ein gezielter Völkermord stattfinden, bei dem das Wasser des Mittelmeers Zyklon B ersetze. | Das ist so eklatant falsch, zynisch und hirnverbrannt, dass es auch nicht als die Debatte befruchtende Provokation durchgeht. Wer diese Gleichsetzung vornimmt, will die Vernichtung der europäischen Juden relativieren. Er will, wie die Zampanos der alternativen Fakten von Breitbart bis Russia Today, die Grenze zwischen Propaganda und Tatsachen einreißen. Das ist das Ende von Debatte und Politik, nicht ihr Anfang. | Zwar trifft es zu, dass in Deutschland auf Holocaust-Vergleiche zuweilen hysterisch reagiert wird. Sie sind auch in der Tat notwendig, schließlich ist Auschwitz gerade KEIN Mythos, der in einer Parallelwelt schwebt, sondern allzu wirklich – und damit Teil unserer Geschichte. | Wahr ist aber auch, dass der tabuisierte Vergleich tatsächlich häufig in böswillig relativistischer Absicht geäußert wird. Aus einem antisemitischen Opferneid gegen die Juden heraus. Viele Palästinenser, für deren Sache Bahners ja unlängst im Streit um die von Arte und WDR zensierte Antisemitismusdokumentation großes Verständnis erkennen ließ, sind da ganz vorn mit dabei. | Wer sich wie Bahners gar nicht die Mühe macht zu erwähnen, dass Auschwitz-Gleichsetzungen tatsächlich gezielte Perfidien sind, muss sich fragen lassen, welche Agenda er eigentlich verfolgt bzw. aus welcher Geisteshaltung heraus er spricht. Zumal wenn er für die alltäglichen skandalösen antisemitischen Anfeindungen in Deutschland kein publizistisches Wort übrig hat, ebenso wenig für die Hetzkampagnen konservativer Islamvertreter gegen liberale Muslime, aber in ausführlichen Texten darüber räsoniert, dass "Antisemitismusvorwurf" und "Holocaust-Vergleich-Tabu" große Probleme unserer Gesellschaft seien.

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Dieter Kief abhs • vor 3 Tagen | @ abhs - FAZ-Bahners ist ein idiosykratischer Christ & Geist. Im heutigen Feuilleton schreibt er unter dem Titel "Was lernen wir daraus?" vergleichsweise einfach: Wenn es dem guten Zweck dient, soll man auch schräge Vergleiche mit Auschwitz machen dürfen - wie in der abgesagten Performance "Auschwitz on the Beach" geplant. | Ihre Idee, abhs, Auschwitz solle nicht "der Mythos" sein, schon gar nicht ,wie ich Ihren Gedanken fortspinne, der Gründungsmythos der Bundesrepublik, als den nämlich Joschka Fischer Auschwitz noch immer begreift: Nun, diese Idee teilt auch Bahners - und legt sie nicht in Ihrem Sinne aus. Auch nicht in meinem, ich fand die geplante Performance sei ein weiteres dieser hochsubventionierten Lippengebete (Walser), bei denen mir wegen Routine- und Reflexnähe und schlicht Langeweile und Gedankenferne automatisch flau wird. ... (perlentaucher.de)