Freitag, 5. Juni 2020

Romantik & Fragment

Das Fragment gilt als das Beispiel für den romantischen Text. Wobei - natürlich hatten die Autoren nicht vor, Fragmente zu schreiben. Sie haben sich schlicht übernommen, waren zu schwach für das Große, dass sie sich vorgenommen hatten. 

Auf der anderen Seite: Manchmal ist das Fragment vielleicht auch die angezeigte Form. Manches in Wirklichkeit, im Leben ist eben dazu bestimmt, Fragment zu sein und zu bleiben.

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Lektüre von Bretanons Godwi. Buch 1, kein Fragment, Fortsetzung dann aber schon. 

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Novalis. Das Thema. Das romantische Fragment || Der Begriff des Fragmentarischen nimmt in der Entwicklung des frühromantischen Denkens und Schreibens eine hervorragende Rolle ein. Und wiederum ist es Friedrich Schlegel, der die entscheidenden Impulse setzt. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die Idee des Bruchstückhaften und des Unvollendeten als Zeichen und zugleich Werkzeug einer unendlichen Annäherung an das Absolute: "Die romantische Dichtung ist noch im Werden; ja, das ist ihr eigentliches Wesen, dass ewig nur werden, nie vollendet sein kann." Vor dem Hintergrund dieser postulierten Unendlichkeit ist jeder romantische Text, wie lang oder kurz, wie komplex oder einfach auch immer, vor vorneherein als fragmentarisch zu begreifen: Was nicht ausgeschöpft, nicht vollendet, nicht abgeschlossen kann, bleibt per se Fragment. (br.de)

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