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Donnerstag, 6. Juni 2013

RR (Rauschexperte Räsch)

Von dem "Rauschexperten" und gleichzeitig "Eth­no­phar­ma­ko­lo­gen" -- Jesses, neben den Terrorismusexperten jetzt auch noch die Rauschexperten! -- Chris­ti­an Rätsch hatte ich bislang noch nicht gehört. Was nicht viel heißen muss. Jetzt kenne ich den Christian Räsch, und ich muss sagen, dass er Erstaunliches für meine Weiterbildung tut.

Was ist und wie wirkt ...

SPIEGEL: Crack?
Rätsch: Habe ich noch nie gesehen, und ich kenne auch niemanden, der es probiert hat.
SPIEGEL: Crystal Meth?
Rätsch: Eigentlich nix Dolles. Ein ganz normales Methamphetamin. Wirkt wie drei doppelte Espressi. Es kann allerdings bei übermäßigem Gebrauch ziemlich gefährlich sein.

Nun CM kenne ich, wie so vieles, da da verhandelt wird, nicht. Aber ich hab, als Zeitungsleser und ausgewiesener Nicht-Experte, auch schon ganz anderes gelesen. Ja nun gut -- drei doppelte Espressi, die kenn ich. Ich kann da also mitreden.

SPIEGEL: Ayahuasca?
Rätsch: Ein Trank aus ausgekochten Lianen und Chacrunablättern. Die Lianen enthalten Harmalin, die Blätter DMT. Dank dieser Kombination entfaltet der Trank eine stark bewusstseinserweiternde Wirkung. Die Schamanen des Regenwaldes nutzen Ayahuasca, um mit den Pflanzengeistern in Kontakt zu treten.
SPIEGEL: Welches ist die gefährlichste Droge?
Rätsch: Alkohol, ganz klar.
SPIEGEL: Alkohol ist gefährlicher als Kokain oder Heroin?
Rätsch: Nichts anderes fügt dem Körper so viel Schaden zu wie Alkohol. Er greift nahezu alle Organe an und macht unproduktiv, schläfrig, teilnahmslos. Ich trinke jedenfalls keinen mehr. Nie. Alkohol ist die einzige psychoaktive Substanz, mit der ich negative Erfahrungen gemacht habe.

SPIEGEL Nr. 23 / 02.06.2013. S. 117

Nun denn Freunde von Bier, Wein und Whiskey! Sagt nicht, der Experte hätte euch nicht gewarnt. Noch könnt ihr umsteigen. Oder natürlich ganz verzichten. 

Doch halt!

SPIEGEL: Es sterben jährlich Zehntausende Menschen durch Drogen. Wäre eine Welt ohne Drogen nicht eine schönere Welt? 
Rätsch: Eine Welt ohne Drogen gab es nie und wird es nie geben. Und die Menschen sterben nicht an den Substanzen selbst, sondern am unsachgemäßen Gebrauch und an der Kriminalisierung der Drogen. (Ebd.)

Und für alle die, die sich nun weiterbilden möchten, noch dies:

SPIEGEL: Machen Sie sich mit Ihren Forschungen eigentlich strafbar?
Rätsch: Ich bin kein Dealer, ich bin Wissenschaftler. Der Konsum dieser Substanzen ist nicht verboten. Bei manchen ist zwar schon der Erwerb strafbar, aber da befinden wir uns in einer rechtlichen Grauzone, ich habe jedenfalls noch nie Ärger bekommen.