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Freitag, 7. Juni 2013

Sophie in Bayern

In dem -- nun ja: süffig geschriebenen Buch von Cornelia Ziegler über Ludwig II. von Bayern finde ich diese Stelle:

1867 Zusammen mit seinem Bruder Otto besucht Ludwig die Wartburg bei Eisenach in Thüringen. Er interessiert sich für den Wiederaufbau der Burg im mittelalterlichen Stil – zu Ludwigs Zeit geradezu eine Mode. Am 23. Januar dieses Jahres verlobt sich der König mit Sophie in Bayern, (der Adelstitel lautet tatsächlich so), der jüngeren Schwester der Kaiserin Elisabeth („Sisi“) von Österreich. Während Ludwig den Hochzeitstermin immer weiter hinausschiebt, verliebt sich Sophie in den Fotografen Franz Seraph Hanfstaengl, mit dem sie sich heimlich in Schloss Pähl trifft. Am 10. Oktober des Jahres wird die Auflösung der Verlobung öffentlich bekannt gegeben und später Sophie gemäß ihrem Stand mit einem anderen verheiratet. Als sie an Scheidung denkt, weil sie sich in ihren Frauenarzt verliebt hat, wird sie von ihrer Familie in das Sanatorium des Nervenarztes Richard von Krafft- Ebing verbracht und wegen „sexueller Abartigkeit“ behandelt. Nach einer fünfmonatigen „Therapie“, darunter das Übergießen mit Eiswasser, das Einreiben ihres kahl geschorenen Kopfes mit Zugsalbe und diverse Schockbehandlungen wie das Abfeuern von Pistolenschüssen nahe ihrem Ohr, gilt sie als geheilt und die Scheidungspläne gehören der Vergangenheit an.* Am 4. Mai 1897 stirbt Sophie während einer Wohltätigkeitsveranstaltung in Paris bei einem Brand – man vermutet, dass sie den Tod gesucht hat.

Andere Zeiten, andere Unsitten ... 

Das wäre ein Drehbuch für einen Film, der direkt neben die Romy-Sissi-Filme gestellt werden könnte.

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|* Ziemlich genau so steht es auch in der Wikipedia ...