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Sonntag, 28. September 2014

Probleme der politischen Argumentation

Eine Sache, die ich eben im Wikipedia-Café angesprochen habe. Mal sehen, was daraus wird.


Ich hab mir überlegt, ob ich das Folgende unter den Abschnitt da oben, "Resozialisierung der IS-Kämpfer: Jobben in Zukunft als Kellner?", schreibe; aber ich denke, weil es ein generellen, ein sehr generelles Problem betrifft, mache ich damit einen eigenen Abschnitt auf. Also, die -- überraschend wenigen -- Einlassungen zu diesem Thema sind charakterisiert von einigen Eigenheiten, die man hier im Café und auch im alltäglichen Leben allenthalben findet. Und nicht gut finden muss. Oder anders rum, klarer: Ich finde das hier im Café nicht immer gut, und im alltäglichen Leben geht es mir ziemlich oft auf den Zeiger.

Zur Sache, anhand eines Beispiels: Da wird da oben eine Frage gestellt, die in ihrem ersten, ernsten Teil heißt: "Kann man sinnvollerweise davon ausgehen, dass man nach Deutschland (Europa) zurückkhrende IS-Kämpfer resozialisieren kann? Wenn ja, wie? Möglichst konkret, bitte!" Der zweite Teil der Abschrift, "Sollen die als Kellner arbeiten?" zieht diese an sich vernünftige und ernsthafte Frage gleich mal ins Lächerliche. Nun gut: Lustige. (Was ist daran eigentlich lustig?)

Die Antworten nehmen dann (a) den Ironie-Drive auf: "Fragt er das wegen dem Café-Bild oben..? 'Herr Ober, einen Kaffee - mit Schuss!'" U.ä. Oder sie verweisen auf was ganz andaeres, um den ernsten Teil der Frage vollständig zu relativieren. "Ukrainische Neonazis resozialisiert man lieber auf andere Weise. Wieder etwas gelernt." Ok. Gut und wichtig dieses Thema. Aber das war ja nicht die Frage!

Was ich davon ableite: Unsere gegenwärtige Art, relativ ernsthafthafte oder wirklich ernsthafte Dinge zu diskutieren, hat, neben vielen anderen extremen Zügen (extremer masochistisch-gutmenschlicher Zug ("am Terrorismus ist der Westen / sind die USA selbst schuld"), Bekenntnis zum gelebten Schwachsinn, usw.), diese zwei Grundprobleme: Dass durchaus ernsthafte Fragen und wichtige Fragen ins Witzenlde gezogen werden oder dass die Fragen, mit einem relativierenden Querverweis abgetan und damit einfach nicht beantwortet werden. (Wie oben schon angedeutet: Dass die Antwortrichtung 'Witzelnd' bei dem gegebenen Beispiel schon in der Frage angelegt waren, ist mir durchaus bewusst.)

So, abschließend: Normalerweise kann ich an beiden Haltungen auch sehr Gutes finden: (a) an Ironie und Witz und (b) an Querverweisen, die Fragen relativieren und ausweiten. Nur heute morgen -- heute bin ich einfach mal anders drauf.