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Samstag, 12. September 2020

Wahrheit


"Sage nicht, etwas sei falsch,
wenn du nicht sagen kannst,
wie es sich wirklich verhält."

Montag, 1. Juni 2020

"Geschützte Gruppen"

Wenn etwas grotesk lächerlich ist, aber das Lächerliche sich auf "geschützte Gruppen" bezieht, darf die Meinungs- und Publikationsfreiheit offenbar außer Kraft gesetzt werden.

Man muss vorab über das "Sokal-Squared-Projekt" Bescheid wissen.

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Anfang Januar 2019 wurde bekannt, dass die University of Portland aufgrund des Sokal-Squared-Projektes eine Untersuchung gegen Peter Boghossian wegen wissenschaftlichen Fehlverhaltens (scientific misconduct) forschungsethischer Art eingeleitet hat. Als Reaktion haben sich zahlreiche Wissenschaftler mit Boghossian solidarisch erklärt, darunter u. a. Richard Dawkins[18], Steven Pinker[19] und Jonathan Haidt. || Nach Boghossians Angaben beschloss seine Universität, dass er seine „Meinung bezüglich sogenannter geschützter Gruppen nicht kundtun dürfe.“

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Die Welt, auch die wissenschaftliche, ist ein Zustand, der nur mit viel Alkohol im Blut zu ertragen ist!

Überlegung: Kann man "die offensichtlich Dummen" zu einer benachteiligten Gruppe erklären? Wenn ja, dann dürfen Lügen und Nonsens, die aus dieser Gruppe heraus geäußert werden, nicht mehr kritisiert werden, weil ja sonst eine geschützte Gruppe angegriffen würde. Ein schönes Konstrukt wäre das, oder?

Dienstag, 3. September 2019

"Brexit. Johnson lügt" (SZ) - Wirklich?

Von den Kommentar-Seiten der ZEIT übernommen:

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Die Süddeutsche, mal zum Vergleich:

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3. September 2019. Brexit. Johnson lügt. || Der britische Premier behauptet, er wolle einen besseren Deal mit der EU erzwingen. Deshalb will er das Parlament kaltstellen. Sein eigentliches Ziel: Neuwahlen, um seine Macht auszubauen.

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Jetzt mal: So kompliziert kann politische Logik sein. Mal angenommen es stimmt: BJ sagt, dass er einen besseren Deal will, in Wahrheit will er Neuwahlen. Dann wird ihm keiner, der Demokrat ist, das verübeln können. Neuwahlen sind erlaubt, denn: Das Volk kann sagen, was von es von BJ und seiner Politik hält. 

Es tut mir immer ein wenig weh, wenn Journalisten, die ja nicht vom Hintertupfinger Tagblatt kommen, solche Zusammenhänge nicht intuitiv sehen und in ihren Formulierungen berücksichtigen. Man sieht: Es ist erst mal eine vorgefasste Meinung, Haltung: BJ ist schlecht. Der Rest der Argumentation findet sich dann. Scheinbar.

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Samstag, 20. Juli 2019

Unangenehme Webseite: safepersonalalarm.com

Tragödie: Ein einfaches Gerät hätte diesem Mädchen das Leben retten können Wednesday, July 17, 2019 | By Rachel Manfield Augsburg, Bavaria || Es geschah vor sechs Jahren. An einem 22 Grad warmen Frühlingstag. Es wehte eine leichte Brise. Paul Mader uns seine Tochter Christine waren im Einkaufszentrum unterwegs, wo sie ein Kleid für einen Tanzabend an Christines Schule suchten. „Ich hatte meinen Geldbeutel im Auto vergessen“, so der damals 46-Jährige Vater. „Ich bat Christine, schnell zum Auto zu laufen.“ Es sollte das letzte Mal sein, dass Paul Mader seine Tochter sehen würde. Der Polizei zufolge sah alles nach einem verpatzten Raubüberfall aus. Es gab Hinweise auf eine Rangelei. Die Autotür stand offen und die Schlüssel lagen am Boden. Mader's Geldbeutel war verschwunden. Die Polizei fand Blutspuren an der Autotür. Eine Blutanalyse ergab, dass es sich dabei um Christines Blut handelte. Nur 30 Meter von dem Ort entfernt, an dem Christine entführt wurde, hielten sich Passanten auf. Aber keiner sah oder hörte etwas. Die Polizei hat Christine bis heute nicht gefunden. Paul Mader hat es sich zum Ziel gesetzt, sicherzustellen, dass andere Menschen keinen ähnlichen Albtraum durchleben. Hierzu hat er den SafeSound Taschenalarm entwickelt.


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Dann eine erstaunliche Wendung! Aber -- das müssen zwei unterschiedliche Personen sein!

22-Jährige wollte über 1,7 Millionen Euro ihres Vaters abheben. Von Franz Summerer Kempten Das Geld, das Paul Mader auf seiner Flucht mitgenommen hat, ist aufgetaucht (siehe auch Allgäu Rundschau). Wie die Kemptener Polizei gestern mitteilte, hatte Mader die 1,7 Millionen Euro auf eine Bank in Achenkirch in Tirol eingezahlt. Und auf dem Konto liegen sogar noch mehr. Als seine Tochter das Geld vergangene Woche abheben wollte, war das Konto schon gesperrt. Die 22-Jährige wurde festgenommen.

Wie berichtet, war Mader mit seiner Frau und den veruntreuten 1,7 Millionen Euro vor zwei Wochen nach Achenkrich in Österreich geflohen. Dort hatte er nach den Ermittlungen der Polizei die Summe auf ein Konto eingezahlt, auf dem sich jetzt weiteres Geld in sechsstelliger Höhe fand. Mit Hilfe der Österreicher Behörden ließ die Staatsanwaltschaft Kempten das Geld einfrieren.

Seine Tochter beauftragte Mader das Geld in Achenkirch abzuheben. Die junge Frau wohnt mittlerweile in einem Ort in Oberbayern. Dort nahm sie die Kripo Kempten nach ihrer Rückkehr fest. Die Staatsanwaltschaft Kempten hatte einen Haftbefehl wegen Verdachts auf Geldwäsche ausgestellt. Darauf stehen zwischen drei Monaten und fünf Jahren Gefängnis. Jetzt sitzt sie in Untersuchungshaft, wo sie wohl auch in wenigen Tagen ihren 23. Geburtstag feiern muss. Der Kemptener Unternehmer Paul Mader ist weiterhin flüchtig. Seine Tochter sitzt jetzt in Untersuchungshaft.

https://www.all-in.de/kempten/c-lokales/maders-tochter-festgenommen_a174169

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Mittwoch, 10. Juli 2019

Martin Schneitewind

Notizbuch

Auf Schneitewind und all das, was hinter diesem Namen steht, hat mich das Buch von Thomas Strässle, Fake und Fiktion. Über die Erfindung von Wahrheit gebracht.

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Spektakulärer Fund? Ein Orient-Roman von Martin Schneitewind | BR24 || Wenn überhaupt sind solche Spekulation nur der Anlass, sich selbst zu befragen, wie man es denn so hält mit der Trennung zwischen Fiktionen und Fakten. Und noch einmal muss man ihm, Raoul Schrott, recht geben: "Was alte Quellen ausdrücken, sind Ideen. Je älter, desto frischer sind sie in ihrer Konzeption. Anders ließe sich nicht erklären, weshalb die griechische Mythologie heute noch so bedeutsam ist." (br.de)

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Den Umschlag von Strässles Buch würde ich übrigens gerne den Book-Cover-Award 2017 verleihen. Also -- erst mal für diesen Preis vorschlagen, meine ich.


Man muss ein wenig suchen, 
bevor man den Grafiker findet. Also -- 
Umschlag: Peter-Andreas Hassiepen, München


Und das Buch von Strässle? Unbedingt lesenswert!

Sonntag, 23. Dezember 2018

Vom Saulus zum Paulus? Oder umgekehrt?

Man bleibt bei dieser Relotius-Geschichte hängen. Was ist das überhaupt für ein Name? Wie tickt jemand, der differenziert schreiben kann und solch ein Risiko eingeht? Fragen ...





[...] Bei Claas Relotius verfließen alle Sphären. Er sagte, am vergangenen Donnerstag, "Heim in die Hölle", die Geschichte einer furchtbaren Besserungsanstalt, in der viele Jahre lang Kinder gequält wurden, sei eine recherchierte Geschichte, im Gespräch mit Opfern und Zeitzeugen und Besuchen vor Ort sauber erarbeitet. Dasselbe sagt Relotius von "Gottes Diener", erschienen im SPIEGEL im Februar 2015. Der Text ist ein politisches Porträt des Gynäkologen Willie Parker, der im US-Bundesstaat Mississippi als letzter Arzt noch Abtreibungen ausführt. Aber kann das, mit dem neuen Wissen um Relotius' Verhältnis zur Wirklichkeit, wahr sein? Dass es im ganzen Staat Mississippi nur noch einen Arzt gibt, der Schwangerschaftsabbrüche vornimmt? Und dass dieser Arzt dann auch noch eine Wandlung vom Saulus zum Paulus hinter sich hat, weil er einst selbst ein Gegner der Abtreibung gewesen sein soll? Fragwürdigkeiten stellen sich sofort ein, sobald man einmal anfängt, sie zu suchen. Wer arglos liest, merkt nicht weiter auf. Wer das Falsche sucht, wittert es bald überall. Es gehört zur Grundausstattung des Menschen, im Umgang mit Wahrheit und Wahrscheinlichkeit erstaunlich großzügig zu sein, solange kein Grund zum Zweifeln besteht. (spiegel.de)

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Ich bleibe hier hängen: 

"Dass es im ganzen Staat Mississippi nur noch einen Arzt gibt, der Schwangerschaftsabbrüche vornimmt? Und dass dieser Arzt dann auch noch eine Wandlung vom Saulus zum Paulus hinter sich hat, weil er einst selbst ein Gegner der Abtreibung gewesen sein soll?"

Dass der Abtreibungsgegner der Saulus ist, der Abtreibungsarzt aber der Paulus, also der christliche, fortgeschrittene, bessere Mensch, das muss man erst mal erklären. Und das einfach vorauszusetzen -- ja nun, lieber SPIEGEL, vielleicht beginnt da die Kunst des subtilen Fälschens?

Merke: Die eigene Bildlichkeit nicht im Griff zu haben, das ist ein großes Problem.


Donnerstag, 28. Dezember 2017

My newest fake news: VW

Was ist falsch an dieser Meldung?

"Nach Informationen der Zeitung sowie von WDR und NDR will der Konzern verhindern, dass ein auf Antrag von Aktionären gerichtlich bestellter Sonderprüfer die Affäre untersucht. Über den Einsatz des Sonderermittlers hatte das Oberlandesgericht (OLG) Celle im November entschieden. Den Recherchen zufolge argumentiert VW, durch diese Entscheidung in seinen Grundrechten auf Betrug und Verschleierung verletzt worden zu sein." (spiegel.de)