Posts mit dem Label Fakten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fakten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 14. November 2019

Wikipedia-Café 1: Erinnerungen

Vermisse ich eigentlich das Wikipedia-Café?

Nein, eigentlich nicht. Und das, wo doch gilt: Ich habe mich früher viel da rumgetrieben! 

Eben habe ich mal wieder hingeschaut, seit langem wieder mal. Und was soll ich sagen -- ich hab mich da nachgerade fremd gefühlt. Hatte auch den Eindruck, dass früher da mehr los war ...

Wie auch immer, ich habe zurückgeblättert. Ich hatte da beispielsweise mal geschrieben:

--

... Doch noch das, auch wenn es jetzt so langsam das Thema verlässt. "Und das nur, weil man es nicht geschafft hat, vom Recht Gebrauch zu machen, den Tatsachen ins Auge zu sehen und mal wieder so unfähig ist, den Radikalen das Wasser zu reichen." (Ich denke, die kleinen Veränderungen, die ich im Zitierten vorgenommen habe, kommen hin.) Ich werbe ja, wo ich gehe und stehe, dafür, es so zu sehen: Die Sache mit den Tatsachen und den Fakten ist ziemlich schwierig. Warum nicht der Wahrnehmungspsychologie folgen: Wir nehmen Sinnesdaten wahr, und die deuten wir in Kategorien. Da geht es schon mal los. Und diese aus der Interpretation gewonnenen 'Fakten', von denen es, bei gleichen Sinnesdaten, nahezu immer unterschiedliche gibt, die verketten wir kunstvoll zu Alltagstheorien. Wenn einer eine andere Alltagstheorie hat als wir selbst, neigen wir dazu, den betreffenden Menschen für verrückt zu erklären. Man muss schon ein wenig nachgedacht haben, um das nicht zu tun. (In der Wissenschaft ist das nicht anders; dann sind es eben wissenschaftliche Theorien.) Bei politischen Globalannahmen wie Antisemitismus, einem Konglomerat aus vielen Alltagstheorien, werden wir nie auf einen grünen Zweig kommen, wenn wir nicht eine Klärung der Begrifflichkeiten vorschalten. 24. Juli 2017


--

Doch gar kein schlechter Gedanke! Für's Kaffeehaus aber doch wohl ein wenig zu grundsätzlich und zu kompliziert.

Samstag, 5. Oktober 2019

Die Teflonpfanne in der Spülmaschine ...

... gehört in die Gruppe: "Die Spinne in der Yuccapalme"

--

gutefrage.net ist manchmal .net -- also nett! Manchmal gibt es natürlich auch Probleme. Schon, wenn die Aufforderung kommt, den AdBlocker auszuschalten. Und dann ...
Da haben wir's mal wieder:
--
"... Denn die bröckelnden Schichten des Teflons sind giftig und krebserregend."
--
"... Das ist ein Fake - Teflon ist nicht krebserregend, weil Teflon vom Körper nicht verarbeitet wird! ... Der Körper kann mit Teflon absolut überhaupt nichts anfangen: Selbst kleinste Teflon-Teilchen werden vom Körper einfach wieder ausgeschieden. 21.02.2018"

Und dann doch noch das dazu:

"Jeder kennt es, jeder hat es und das Internet ist voll davon: Halbwissen. Halten Beziehungen doppelt so lange, wenn der Musikgeschmack ähnlich ist? Kann Benzin niemals billiger als 78 Cent werden? Wurde die kugelsichere Weste wirklich von einem Pizzaboten erfunden?" (jumpradio.de)

--

Vorausgegangen ist bei gutefrage.net:

Kann die Teflonbeschichtung der Pfanne durch eine Spülmaschine Schaden nehmen? Bitte mit Erklärung, wie evtl. die Beschichtung kaputt gehen kann. Oder umgekehrt, warum geht die Beschichtung nicht kaputt?
von Kuechenjunge vor 10 Jahren
Du kannst sie gelegentlich in die Geschirrspüle tun. Das solltest Du aber nicht regelmäßig machen! Durch die Chemikalien und Temperaturen in der Geschirrspüle leidet Teflon.
...
Wenn Du die Teflon Pfanne mal in den Geschirrspüler gegeben haben, kannst Du sie pflegen, indem Du sie mit einem Tropfen Speiseöl einreibst.
--
von vollimleben vor 10 Jahren
Gebe meine seid Jahr und Tag in die Spülmaschine,es wird ja nicht daran gekratzt und Heisses hat man ja beim Braten noch mehr.Die Teflonschicht wird ja nicht nur draufgestrichen sondern versiegelt!
--
von joxandra vor 10 Jahren
Es gibt billig verarbeitete Teflon Pfannen und nicht so billige. Im Grunde darf man überhaupt keine Teflon Pfannen reinstecken, da die Chemikalien ( Klarspüler, Reinigungsmittel und Salz ) die Schichten nach und nach verätzen und zerstören. Bei billigen Ikea Pfannen passiert das relativ schnell, bei teueren Pfannen hat man ein paar Jahre. Umso schlimmer: Denn die bröckelnden Schichten des Teflons sind giftig und Krebserregend. Darum : Teflon Pfannen nie in den Geschirrspüler, lieber direkt nach dem Zubereiten des Essens per Hand ausspülen. Dann ist auch noch nichts angetrocknet.
--
Ich halte mich an das, was ich mal im Netz von einem Chemiker gelesen habe: Dass das mit "Teflonpfannen nicht in die Spülmaschine" ein kompletter moderner Mythos ist. Teflon sei wegen seiner Hitzebeständigkeit und seinem Nicht-Reagieren mit anderen Stoffen bekannt. Es gebe chemisch gesehen kaum etwas Widerstandsfähigeres als Teflon. Also, ab mit den Pfannen in die Spülmaschine!

--

Samstag, 29. Juni 2019

Singles 50plus

Diese Anzeige bei der ZEIT. Ich habe sie aber auch schon auf anderen Seiten gesehen. Nein, sie erscheint nicht bei jedem an dieser Stelle. Google schaltet ja personensensitiv!


Und immer das Gleiche! Der schöne Betrug mit den Bildern. Natürlich gibt es 53jährige Frauen, die so gut aussehen. Aber das sind 0,271 Prozent eines Jahrgangs!

So ist es gut und realistisch, ob mit oder ohne Kopftuch!

18 < > 50


Donnerstag, 11. April 2019

Fake-news 3: Giorgio A., Mörder


Das Bild zeigt den Mörder Giorgio A., etwa 1 Stunde nach der Tat. Giorgios Freundin Gudrun K. hatte am Vorabend gestandene, Giorgio mit dessen Freund Stefan P. betrogen zu haben. Giorgio A. versicherte lachend, dass ihm das nichts ausmache. Am nächsten Morgen jedoch erdrosselte er Gudrun K. mit einem Handtuch. 20 Minuten nachdem er dieses Selfie gemacht hatte, rief Giorgio A. die Polizei.

Quelle: ZEIT Magazin, heute

Fake-news 2: Uraufführung


Das -- leider etwas unscharfe -- Bild entstand 
nach der gestrigen Generalprobe des Stücks 
"Der Franke ist unser Unglück - Das wünscht Dir - Dein Großvater"
von Annabelle Zach und Florian Müller. 
Ort: Münchner Kammerspiele. 
Uraufführung: Freitag, 12. April 2019, 20 Uhr

Quelle: ZEIT Magazin, heute

Fake-news 1: Angelina & Heiko -- Heirat!


Gesellschaftskritik - Über Wahrscheinlichkeit 
Heiko Maas hat Angelina Jolie 
geheiratet. Wer, um alles in der Welt, 
konnte dies vorhersehen?

Quelle: ZEIT Magazin heute

Mittwoch, 10. April 2019

„Planet Nine"

Gewinnt man nicht langsam den Eindruck, die Astronomen und Astrophysiker führen das Publikum im Zirkus vor?

--

Wir sind wieder vollzählig: Forscher finden neunten Planeten | Die Astronomen glauben, eindeutige Belege für einen riesigen Planeten gefunden zu haben, der in weiter Ferne um unsere Sonne kreist. Gesichtet haben sie ihn aber noch nicht. | Von Christine Kewitz | Nachdem Pluto, der lange als Nummer neun der Planeten unseres Sonnensystems galt, sein Status aberkannt wurde, sind wir planetar nun endlich wieder vollzählig. Denn, wie es scheint, kreist ein weiterer Planet hinter Neptun um unsere Sonne, welchem vorerst der extrem coole Sci-Fi-Titel „Planet Nine" verliehen wurde. (motherboard.vice.com)

--

Also -- erst Pluto degradieren und, nachdem die Zahl 8 ja wirklich komisch klingt, einen neuen Planeten aus dem Hut zaubern! Trotz Hubble und anderem Teufelszeug noch nicht entdeckt! Da lachen doch die Hühner!

Montag, 18. März 2019

"Alle zwei Sekunden ..."

Eine Wikipedia-Diskussion. Hintergrund: Absturz einer Boeing 737 Max. (Ganz kleine Bearbeitung am Anfang von mir. In Sachen Großschreibung.) 

Meine Anmerkung zum Schluss.

--

Durchschnittlich startet oder landet weltweit alle zwei Sekunden eine 737 - das ist doch Quatsch! Ist das wirklich so richtig? Dann müsste es weltweit doch Millionen von Boeings geben, damit überhaupt durchschnittlich alle 2 Sekunden eine starten oder landen kann. --≈≈≈≈

10.000 Maschininen * 2 s => da kann Jede Maschine ca. 6 h fliegen (6h / Flug * 60 s / Min * 60 Min / h = 20.000 Sekunden Flug). Und es wurden ca. 10.000 Stück gebaut. Also die Aussage kann hinkommen. --GodeNehler (Diskussion) 18:11, 14. Mär. 2019

[...] [Es wird weiter vorgerechnet.]

(Nachträglicher Einschub zur Klärung: Was derzeit nicht fliegt, ist nur die neueste Version (MAX) – ein Bruchteil der heute betriebenen Flotten. --Monow (Diskussion) 01:41, 16. Mär. 2019

Hier geht es nicht um "glauben" oder "Quatsch", sondern um simpelste Rechenfähigkeiten.
Dieser Abschnitt kann archiviert werden. Uli Elch (Diskussion) 13:14, 15. Mär. 2019

Darf ich, trotz "Erledigt", noch was anfügen? Ob die Rechnung stimmt ist nur das eine; das andere ist: Solche Veranschaulichungen führen fast immer auf Pfade, die mit "Unsachliches Beeindrucken der Leserschaft" gut überschrieben sind. -- Richtung: "Haben Sie ... gewusst, dass jede Sekunde weltweit vier Kinder geboren werden. Das ergibt sage und schreibe 345.600 Geburten täglich. Pro Sekunde betreten außerdem 700 Menschen eines der 32.000 McDonalds-Restaurants und es werden weltweit 150 Dosen Redbull geleert. Jede Sekunde werden außerdem weltweit 3000 Geschlechtsakte vollzogen. Daraus entstehen im Schnitt elf Schwangerschaften. Das wiederum bedeutet, das stündlich insgesamt 39.600 Frauen schwanger werden." --Delabarquera (Diskussion) 10:19, 18. Mär. 2019

--

12:13 Uhr P. S. Natürlich reizt so etwas immer zum Nachrechnen. Aber es lenkt doch von den wichtigen Dingen ab. [Hier: "jede Sekunde weltweit vier Kinder geboren werden" vs. "stündlich insgesamt 39.600 Frauen schwanger" 39.600/(60*60) = 11/Sekunde. Differenz: 7. So viele Abtreibungen u. ä.? -- Wo ist der Rechen- oder Denkfehler?]

Montag, 11. März 2019

Süddeutsche: "Die Akte Strache"

Wieder Surfen...

Unterwegs kommt mir ein Artikel -- nein, eine große Einzelseite quer:

--

... Teil II. Psychogramm eines Populisten. Heinz-Christian Strache könnte nach der Wahl am Sonntag zum Vizekanzler Österreichs aufsteigen. Wie ist er so weit gekommen? Eine Spurensuche, die im Wien der 1970er Jahre beginnt. (gfx.sueddeutsche.de)

--

Seltsam, diese Haltung des Sich-mit-dem-Unfassbaren-beschäftigen-müssen! "Wie ist er so weit gekommen?" Vielleicht, weil das Volk sich bei Wahlen so entschieden hat? 

Das Ausgrenzende in der Sprache, das das selbstverständliche Einverständnis des Lesers immer schon voraussetzt, das ist langsam nicht mehr hinzunehmen, liebe Süddeutsche. Die ich doch abonniert habe. Sollten da nicht erst einmal die berühmten Fakten kommen. Und der Rest -- sollte er nicht in dem Meidungs- und Kommentarteil verschoben werden?

Staatsfernsehen?

Notizbuch

Surfen heißt das. Diese Tätigkeit, bei der einem unvermutet Medientreibholz entgegenkommt. Manchmal liegt dann solches Treibholz auch am Strand herum.

--

Von Stefan  über die aktuelle Studie des Medienforschers Michael Haller gelesen hatte. Haller hat zusammen mit der Uni Leipzig und der Hamburg Media School eine groß angelegte Studie zur Medienberichterstattung während der Flüchtlingskrise 2015 und 2016 erstellt und dafür tausende Zeitungsartikel ausgewertet. Zentrales Ergebnis der Studie: Die Medien, zumindest die Tageszeitungen, hätten in erster Linie die Perspektive der Politik eingenommen.

Frau Zimmermann fühlte sich von der Studie in ihrer vor eineinhalb Jahren geäußerten Kritik vor allem an den öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland bestätigt. Sie habe sich damals zwar von ihrer Aussage distanziert, dass Journalisten direkte Anweisungen zur Berichterstattung erhalten, an der generellen Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk, hält sie jedoch fest: „Vor allem die großen Fernsehsender ARD und ZDF werden immer als Staatsfernsehen kritisiert, und meiner Meinung nach stimmt das. Es wird zu wenig kritisch über die Regierung berichtet. Das liegt nicht daran, dass die Journalisten schlecht sind. Das System funktioniert von oben nach unten. Chefredaktionen oder Studioleitungen sorgen dafür, dass zu kritische Berichte gar nicht erst gesendet werden.“

Im Gespräch mit MEEDIA legt Frau Zimmermann Wert darauf, dass sie nicht die einzelnen Journalisten kritisieren will, die ihrer Meinung nach in der Regel einen guten Job machen. Allein die Einstellungspolitik der öffentlichen Sender und die Abhängigkeit vor allem der festen Freien Mitarbeiter (diesen Status hat auch sie selbst beim WDR) verhinderten ihrer Meinung nach, dass allzu kritisch über die Regierung und die Flüchtlingsfrage berichtet werde. „Wenn jemand hinsichtlich der Flüchtlingsproblematik kritisch berichtet, wird er sehr schnell in die rechte Ecke gestellt. Die Problematik mit den Flüchtlingen wird nach wie vor viel zu positiv dargestellt“, sagt sie zu MEEDIA.

--



„Meine journalistische Karriere in Deutschland ist zu Ende”: die bittere Bilanz einer WDR-Journalistin nach ihrem umstrittenen Zitat in der Flüchtlingskrise › Meedia

Frau Zimmermann fühlte sich von der Studie in ihrer vor eineinhalb Jahren geäußerten Kritik vor allem an den öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland bestätigt. Sie habe sich damals zwar von ihrer Aussage distanziert, dass Journalisten direkte Anweisungen zur Berichterstattung erhalten, an der generellen Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk, hält sie jedoch fest: „Vor allem die großen Fernsehsender ARD und ZDF werden immer als Staatsfernsehen kritisiert, und meiner Meinung nach stimmt das. Es wird zu wenig kritisch über die Regierung berichtet. Das liegt nicht daran, dass die Journalisten schlecht sind. Das System funktioniert von oben nach unten. Chefredaktionen oder Studioleitungen sorgen dafür, dass zu kritische Berichte gar nicht erst gesendet werden.“ (meedia.de)

--

Und die ZEIT, die Gouvernante mit dem Durchblick, hat sich auch zu Wort gemeldet:

WDR. Niemand wird zu schlechtem Journalismus gezwungen. Die WDR-Journalistin Claudia Zimmermann fühlt, der Sender habe seine Berichterstattung über Flüchtlinge freiwillig geschönt. Offenbar hat sie ihren Beruf missverstanden. Von Felix Stephan

...

Zimmermann allerdings argumentiert nicht, sie spricht über ihre Empfindungen. Als Journalistin, der an der Wahrheit gelegen sein sollte, bleibt sie ausgerechnet an jenen Stellen seltsam vage, an denen sie ungeheuerliche Enthüllungen andeutet. Wer hat welche Tatsachen verschwiegen? Inwiefern tragen Polizei und Politik einen Maulkorb? Was ist es genau, das nicht gesagt werden darf? Zimmermann verrät es nicht. Sie unterstellt nur, dass es alle wissen.

Einen Hinweis gibt eine Frage der RP-Journalistin Annette Bosetti, die das Interview geführt hat. Seit Paris und Charlie Hebdo habe sich die Sprachregelung geändert, sagt Bosetti. Bis dahin hätten "sich nahezu alle Journalisten im Westen zurückgehalten und Täter, wenn sie Ausländer waren, nur selten als solche bezeichnet". Woraufhin Zimmermann die Formulierung mit dem "selbst auferlegten Maulkorb" einfällt. (zeit.de)

--

Jetzt frage ich mich, ob das ernst gemeint sein kann? Ein Gegensatz zwischen Argumentation und Empfindungen? Umgekehrt wird ein Schuh draus, liebe ZEIT! Man muss unbedingt von seinen Empfindungen sprechen, die prüfen, wenn man argumentiert! Hast du nicht darüber nachgedacht, liebe ZEIT? Noch nie?!

Ach, du liebe ZEIT!

--

Es lohnt sich, die Kommentare zu lesen. Die so beginnen:

Out the door #1 — 22. Januar 2016, 18:30 Uhr 276
Das Schweigekartell bröckelt.
atech #1.1 — 22. Januar 2016, 18:41

welt.de/politi...
""Nichts soll nach außen dringen" - So lautet die Anweisung für schwedische Polizisten bei Straftaten im Zusammenhang mit Flüchtlingen."
Antwort auf #1 von Out the door

BarbeQ #1.2 — 22. Januar 2016, 18:51 Uhr 173
Es bröckelt nicht, solange in den Chefetagen der öffentlich-rechtlichen Männer/Frauen mit dem "richtigen" Parteibuch sitzen. Nicht Frau Zimmermann hat ihren Beruf verfehlt, sondern die unzähligen Journalisten, die statt unabhängig und kritisch zu berichten, sich als Sprachrohr der Regierung fühlen.
Antwort auf #1 von Out the door

--

Donnerstag, 28. Februar 2019

Der Feinstaub, das Ozon und der Tod

Ist das mit den 13.000 ein Faktum?



--

Mal nachdenken ...

--

Also dann: Wie kommt man überhaupt zu so einem Befund? Der ja wohl eine extrem vage Abschätzung ist. Aber auch die Schätzung -- wie kommt man dazu? Nehmen wir mal an, dass es eine Welt ohne Feinstaub und Ozon gäbe. Also das Schutz-Ozon oben soll perfekt sein, nur unten, wo geatmet wird, gibt es keins. Wie viele dieser Todesfälle, die da eingerechnet werden, würden im Verlauf des folgenden Jahres an was anderem -- woran? -- sterben? Überhaupt also, was soll ich mit einer solchen Meldung anfangen?

Der Volksmund hat ja einst gedichtet:

Alkohol und Nikotin
rafft die halbe Menschheit hin!

Ohne Alkohol und Rauch
stirbt die andere Hälfte auch.

Von der gewiss ketzerischen Frage, ob es vielleicht Fälle gibt, in denen Feinstaub, Ozon, Alkohol und Nikotin sogar lebensverlängernd wirken, sehe ich jetzt mal ab.

--

Artikel-Anfang:

27. Februar 2019. Feinstaub Gift aus dem Auspuff. ... An der Autobahn A8 wird darauf Stuttgart gehört einer aktuellen Untersuchung zufolge weltweit zu den am stärksten mit Feinstaub belasteten Städten - genauso wie Köln und Berlin. ... In Deutschland sterben jedes Jahr 13 000 Menschen an den Folgen von Feinstaub und Ozon aus dem Verkehr, besagt eine neue Studie. Nur in China, Indien und den USA ist die Lage bedenklicher. Von Hanno Charisius. Weltweit sterben etwa 385 000 Menschen an den Folgen von Feinstaub und Ozon aus dem Verkehr. Nach einer Studie der Umweltorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT), in der Daten aus dem Jahr 2015 ausgewertet wurden, ist die Lage in Deutschland besonders bedenklich. Stuttgart, Köln und Berlin gehören den Autoren zufolge zu den am stärksten belasteten Städten weltweit.

--

"... besagt eine neue Studie." Soso. Das Känguru von Marc Uwe Kling sagt ja, dass es eine Abstufung gibt, wenn man eine Behauptung als wahr hinstellen will:

... hab ich gehört 
... hab ich gelesen 
... haben Wissenschaftler herausgefunden
... haben schwedische Wissenschaftler herausgefunden

Jetzt also, noch viel akkurater:

"Nach einer Studie der Umweltorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT), in der Daten aus dem Jahr 2015 ausgewertet wurden..."

O - key... Nur -- welche Daten mögen das sein? Und wie bringt man diese Daten in ein nachvollziehbares Ursache-Wirkung-Verhältnis? Ich meine: Wenn man sagt, dass 1.213 Menschen 2015 in Deutschland an Stichverletzungen gestorben sind, die ihnen von anderen zugefügt worden sind -- auch da mag es Grenzfälle geben, aber im großen und ganzen ist das nachvollziehbar. Ob Messer oder Schraubenzieher -- egal. Aber bei Feinstaub und Ozon als Ursache. Noch einmal: Wie macht man das?

Sonntag, 10. Februar 2019

Frauenraubkriege

Notizbuch

Suchweg: Stanford > Palo Alto > Bateson > Mead

--

Die Beschreibung der Arapesh auf Neuguinea in den 1930er Jahren als äußerst friedliches Volk trug Mead die Kritik ihres früheren Ehemannes Reo F. Fortune ein. Fortune wies 1939 Meads Forschungsergebnisse energisch zurück und beschrieb detailliert die Frauenraubkriege der Arapesh.

Der Anthropologe Paul Shankman zeichnet ein vermittelndes Bild von der Kontroverse Mead - Freeman. Er ist der Auffassung, dass auch Freemans Untersuchung nur unzureichend von der Beweislage gedeckt ist; beide Seiten der Kontroverse stehen unter Ideologieverdacht. (Wikipedia)

--

Dienstag, 29. Januar 2019

Jan Josef Liefers

Notizbuch

Fake oder dumm? Was ist von einer Meldung zu halten, die Liefers zum -- auch noch: beliebten --Tatort-Kommissar macht?

--

Genug ist genug. Das dachte sich wohl auch Schauspieler Jan Josef Liefers, dem nach falschen Spekulationen über seine Ehe mit Anna Loos, 48, der Kragen geplatzt ist. Auslöser ist die aktuelle Ausgabe eines Boulevard-Magazins. Darauf zu lesen: "Jan Josef Liefers und Anna Loos: Steht er jetzt noch zu ihr?“ Nicht das erste Mal, dass der beliebte Tatort-Kommissar unschöne Geschichten über sein Privatleben lesen muss.(gala.de)


--

Sonntag, 23. Dezember 2018

Vom Saulus zum Paulus? Oder umgekehrt?

Man bleibt bei dieser Relotius-Geschichte hängen. Was ist das überhaupt für ein Name? Wie tickt jemand, der differenziert schreiben kann und solch ein Risiko eingeht? Fragen ...





[...] Bei Claas Relotius verfließen alle Sphären. Er sagte, am vergangenen Donnerstag, "Heim in die Hölle", die Geschichte einer furchtbaren Besserungsanstalt, in der viele Jahre lang Kinder gequält wurden, sei eine recherchierte Geschichte, im Gespräch mit Opfern und Zeitzeugen und Besuchen vor Ort sauber erarbeitet. Dasselbe sagt Relotius von "Gottes Diener", erschienen im SPIEGEL im Februar 2015. Der Text ist ein politisches Porträt des Gynäkologen Willie Parker, der im US-Bundesstaat Mississippi als letzter Arzt noch Abtreibungen ausführt. Aber kann das, mit dem neuen Wissen um Relotius' Verhältnis zur Wirklichkeit, wahr sein? Dass es im ganzen Staat Mississippi nur noch einen Arzt gibt, der Schwangerschaftsabbrüche vornimmt? Und dass dieser Arzt dann auch noch eine Wandlung vom Saulus zum Paulus hinter sich hat, weil er einst selbst ein Gegner der Abtreibung gewesen sein soll? Fragwürdigkeiten stellen sich sofort ein, sobald man einmal anfängt, sie zu suchen. Wer arglos liest, merkt nicht weiter auf. Wer das Falsche sucht, wittert es bald überall. Es gehört zur Grundausstattung des Menschen, im Umgang mit Wahrheit und Wahrscheinlichkeit erstaunlich großzügig zu sein, solange kein Grund zum Zweifeln besteht. (spiegel.de)

--

Ich bleibe hier hängen: 

"Dass es im ganzen Staat Mississippi nur noch einen Arzt gibt, der Schwangerschaftsabbrüche vornimmt? Und dass dieser Arzt dann auch noch eine Wandlung vom Saulus zum Paulus hinter sich hat, weil er einst selbst ein Gegner der Abtreibung gewesen sein soll?"

Dass der Abtreibungsgegner der Saulus ist, der Abtreibungsarzt aber der Paulus, also der christliche, fortgeschrittene, bessere Mensch, das muss man erst mal erklären. Und das einfach vorauszusetzen -- ja nun, lieber SPIEGEL, vielleicht beginnt da die Kunst des subtilen Fälschens?

Merke: Die eigene Bildlichkeit nicht im Griff zu haben, das ist ein großes Problem.


Mittwoch, 5. September 2018

Newsflix*

* Weil Paperflix schon vergeben war! Natürlich gibt es irgendwo Newsflix auch schon, aber das soll erstmal nicht weiter stören.

--

Wahrscheinlich haben alle Tages- und Wochenzeitungen ein großes Finanzierungsproblem: Große Redaktionsapparate, die bezahlt sein wollen, stehen sinkende Auflagen und Abo-Zahlen und vor allem: Werbeeinnahmen gegenüber. Darüber schreiben die Zeitungen, wenn überhaupt, nur, wenn es um "die große andere Zeitung" geht. Wo habe ich letzthin etwas zu dem Chefredakteur-Gerangel beim SPIEGEL gelesen? Im Hintergrund auch da immer: die sinkenden Einnahmen.

Jetzt treffe ich mal wieder auf eine der inzwischen so beliebten Plus-Seiten. Immer geht es um den Versuch, Online-Leser durch "Mehrwert" zu zahlenden Kunden zu machen. (Sehe ich es recht, hat nur die SZ ein anderes Modell: Plus bedeutet da: Papierabo plus Online-Zugriff.) Die Leser, nehme ich mal an, sträuben sich auf für die Zeitungen ganz unangenehme Weise gegen diese Plus-Angebote. Hier ist es also die WELT. Es könnte beinahe jede andere große Zeitung sein.


(Draufklicken = Vergrößern)

Ich gehe einmal davon aus, dass die Zeitungen gut daran tun, sich auf das Neue einzustellen. Das da sein wird: Flatrats für das, was man liest, aus allen Redaktionen. Konkreter: Ich bezahle 10 Euro / Monat. Für alles. Das, was ich voraussichtlich rein mengenmäßig lesen kann, ist ohnehin zeitlich begrenzt. So eine Art Netflix für Zeitungen also. Da wird es dann auch rasch Eigenproduktionen geben. Heißt: Dieses Paperflix wird eigene Leute beschäftigen, die da recherchieren und schreiben.

Sonntag, 19. August 2018

Altersstruktur der Länder

Ein ZEIT-Kommentar, etwas ausführlicher, weil hier ohne Umfangsbeschränkung:

--

Oben, unter 19.1ff., wird, durchaus kontrovers, auf die Altersstruktur von Polen, Ungarn und Deutschland hingewiesen.

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-08/ungarn-asylbewerber-nahrungsentzug-hungarian-helsinki-committee?cid=21937753#cid-21937753

Da alles mit allem zusammenhängt und wir ohnehin von dem Verhalten Ungarns gegenüber Migranten reden, sollte man auch mal das Ende der CIA-Factbook-Aufstellung anschauen, also den Teil, in dem die Länder mit dem jüngsten Altersdurchschnitt aufgeführt sind:

--

200 KENYA 19.7 || 201 YEMEN 19.5 || 202 RWANDA 19.0 || 203 SIERRA LEONE 19.0 || 204 GUINEA 18.9 || 205 TIMOR-LESTE 18.9 || 206 SENEGAL 18.8 || 207 AFGHANISTAN 18.8 || 208 GABON 18.6 || 209 CONGO, DEMOCRATIC REPUBLIC OF THE 18.6 || 210 CAMEROON 18.5 || 211 SAO TOME AND PRINCIPE 18.4 || 212 NIGERIA 18.4 || 213 BENIN 18.2 || 214 SOMALIA 18.1 || 215 ETHIOPIA 17.9 || 216 CHAD 17.8 || 217 LIBERIA 17.8 || 218 TANZANIA 17.7 || 219 BURKINA FASO 17.3 || 220 SOUTH SUDAN 17.3 || 221 GAZA STRIP 17.2 || 222 MOZAMBIQUE 17.2 || 223 BURUNDI 17.0 || 224 ZAMBIA 16.8 || 225 MALAWI 16.5 || 226 ANGOLA 15.9 || 227 UGANDA 15.8 || 228 MALI 15.8 || 229 NIGER 15.4 2017 EST.

--

Ich weiß, ich weiß, man soll mit Bildern und Vergleichen vorsichtig sein; aber eine "Drucksituation" in Afrika ist das wohl schon. Mit der Europa auf lange Zeit konfrontiert sein wird.

--

* Die CIA hat ja bei vielen europäischen Menschen keinen guten Ruf; aber das "Factbook" der CIA wird, wenn ich es recht sehe, so schnell nicht angezweifelt. Was auch heißt: Die vielgepriesenen "Fakten" sind das Eine, die Interpretationen über den Fakten aber das wichtige Andere. Meine These: Das Preisen der "Fakten" ist was für die schlichten Gemüter, denn die Fakten sind genau dann und nur dann Fakten, wenn sie unstrittig sind. Das eben macht sie zu Fakten. Jenseits davon beginnt die Meinung und die Interpetation über den Fakten.