Dienstag, 15. Februar 2011

Obsoleszenz

Eine kleine Unterhaltung, wie es sie in Foren halt so gibt:

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Ein Freund -- Geschäftsmann -- behauptet, er wisse verlässlich, dass große Hersteller eigene Abteilungen haben, deren Aufgabe es ist, die "Verfallszeit" der hergestellten Geräte zu "optimieren": Kaputt auf keinen Fall in der Garantiezeit, aber auch nicht zu lange nach Ablauf derselben. Wenn da was dran ist, dann hat diese Abteilung bei Siemens Küchengeräte in unserem Fall gute Arbeit geleistet. Nun denn -- unsere Spülmaschine Siemens SD 11 TT 1S

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Ich (Fachfrau) sage, dass dein Freund (Geschäftsmann) eine wahre Räuberpistole in die Welt setzt. Solche Hersteller wie Siemens, Bosch oder Miele trimmen ihre Geräte bestimmt nicht darauf, dass sie nach Ablauf der Garatiezeit kaputt gehen. Bei Miele kannst du inzwischen die Garantiezeit auf 10 Jahre verlängern und das nicht bei Kaufabschluss sondern innerhalb der 2-jährigen gesetzlichen Garantiezeit. Bei Siemens gibt es inzwischen etwas ähnliches. Würde dein Freund recht haben, würden sich die Firmen damit ja ruinieren.

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Nun gab es heute um 20:15 Uhr eine Sendung auf ARTE, der der Sache einen Namen gibt. Selbst die Wikipedia kennt die Sache gut: Obsoleszenz.



Heute gekauft und morgen schon Schrott? 
Wie unsere Wegwerfgesellschaft den Planeten verwüstet.

"Geplante Obsoleszenz" bedeutet in Wirtschaftssprech gezielter Verschleiß bzw. "Veralterung" eines Industrieprodukts. Ob Haushaltsgeräte, Drucker, Handys oder Modeartikel: Die Nutzungsdauer vieler Produkte ist kurz, weil die Hersteller dies so initiieren oder die Verbraucher Neues begehren - Wegwerfen statt Reparatur, Trendigeres muss her. Was unsere Wirtschaft anheizt, hat andernorts verheerende Folgen für die Umwelt. Gründlich recherchiert, liefert die Doku einen schonungslosen Blick auf die Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Eine Diskussion folgt.
Themenabend: Die Wegwerfer || 21.30 | 75 Min. Wdh. am 18.2.

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Noch ein Nachtrag: "Also, ich wollte ja noch sagen, was aus der Sache [mit der kaputten Spülmaschine] geworden ist: Kundendienst kam. Ein schnöseliger junger Mann, dem kein persönliches Wort und schon gar kein Lächeln zu entlocken war, diagnostizierte: Es sei da ein Teil (Pumpe?) verdreckt und verstopft. Das Geschirr sei halt nicht ausreichend vorgereinigt worden... (Unterton: Ihr Schmutzfinken!) Meinen Hinweis, dass ich, der ich diese Spülmaschine in der Hauptsache bestücke, immer auf eine gute Vorreinigung geachtet hätte und dass die Kinder vielleicht mal -- aber wirklich selten, wenn wir nicht da waren -- vielleicht nicht so gut vorgereinigt hätten, nahm er nicht mehr zur Kenntnis. Genau so wenig wie meine Überlegung, dass die Vorsiebe eigentlich den groben Schmutz ja zurückhalten sollten. Wozu seien die denn da? Und wozu habe man eine Spülmaschine, wenn man ohnehin mit der Hand vorspülen muss.
Die Alternative, vor der ich stand: Das sei eine "vollintegrierte Maschine", und die koste neu so 850 Euro. Die Reparatur mit dem Ersatzteil 320. Ich habe reparieren lassen.
Dass bei der gleich, als 3 Jahre alten Mikrowelle der Motor für den Drehteller kaputt war, hat der Mechaniker nicht mehr zugunsten von Siemens begründen mögen oder können. Aber auch wieder: Gutes Stück. Neu 350 ungefähr. Ich habe dann auch gleich reparieren lassen. Neuer Motor. Kosten: 120 Euro.
Vielleicht ist es tatsächlich besser, gleich bei Miele mehr zu bezahlen...?"


Was Miele angeht: Vor zwei Tagen sagte mir jemand, dass sie eine Miele-Waschmaschine wegen "hält viel länger als andere Fabrikate" gekauft habe. Ergebnis: Nach drei Monaten Pumpe kaputt. Was soll's. Life is trouble, only death is not!

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