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Dienstag, 13. Juni 2017

ARD-Themenwoche: "Glauben"

Meine Anmerkung, eben geschrieben, zur laufenden ARD-Themenwoche und zur Diskussion im Wikipedia-Café:

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Eine Anmerkung muss ich noch machen. Ich glaube, dass diese Themenwoche, wie so vieles andere auch in diesen Tagen, aus einer tiefen, aber ziemlich klar benennbaren und historisch begründeten Verwirrung des Mainstream-Westens herrührt. Mal konkreter: Bis ca. 1990 bestand die Welt aus Ost und West. Der Osten war materialistisch-astheistisch, der Westen agnostizistisch-locker-liberal. (Ja, da und dort gab es Abweichler jeglicher Art, in mehr oder weniger großer Zahl, natürlich! Aber es geht ja um den Mainstream.) Dann kam auf einmal, als der Osten wegbrach, eine Religion daher, der Islam. Auf einmal war da, vollkommen diffus und in tausend Richtungen zersplittert, eine Art 'Bewegung', die man im Westen längst überwunden glaubte. Überwunden in Richtung: "Jaja, klar, es gibt da so menschlich-religiöse Bedürfnisse und Anlagen. Der Tod. Der nicht erkennbare Sinn des Lebens. Der schier unendliche Weltraum, und die Erde ein Staubkorn mittendrin. Unser fundamentales Nicht-Wissen bei all dem Wissen. Und so weiter. Aber da suche sich bitte jede und jeder so ihren / seinen eigenen Weg aus dem Verwirrtheitslabyrinth. Wer mag, geht zu Osho. Oder zum Papst. Alles erlaubt. Aber doch bitte -- PRIVAT und STILL!" Jaha! Die Muslime, die nahmen ihren seltsam-mittelalterlichen Glauben, den man bis dahin im Westen als schräge Folklore von erkenntnismäßig und wirtschaftlich Zurückgebliebenen angesehen hatte, und machten -- du ahnst es nicht: ERNST! In alle Richtungen. Während die Kirchen sich immer weiter leerten, wurden Moscheen gebaut. Es entstand eine Missionstätigkeit, die man den christlichen Kirchen, weil ja imperialistich, längst verboten hatte. Und die Kirchen schlossen sich dem Verbot an. Sie versuchten in Afrika und Südamerika Gutes zu tun, ohne zu missionieren. Nun also, der Islam, der die Freiheiten des Westens durchaus extrem asymmetrisch ausnutzte. Hier Moscheen, aber in der Türkei keine Kirchen. Und die Kopten in Ägypten erst mal niedermachen. Eine christliches Gotteshaus in Saudi-Arabien? Das wäre die Besiedlung des Mars auf religiös. Aber im Westen natürlich von den Saudis oder der Ditib finanzierte Moscheen samt entsprechenden Imamen. -- Unterm Strich: Im Westen Verwirrung aller Orten, weil da ein Glauben auf einmal daherkam und das gemütliche, westlich-laizistische Mainstream-Leben wild durcheinander brachte. Ja, und da kommt, aus dem Tiefschlaf und einem anschließenden Islam-Traum aufgewacht, die ARD und fragt, noch schlaftrunken und sehr verwirrt: Woran man denn so glaube.