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Samstag, 10. Juni 2017

Rezensionen eines Küchen- und Kunstromans

Ich informiere mich über Neuerscheinungen. Auch Älteres kommt so nebenbei in den Blick. Und ich komme zu dem Schluss, dass für viele Rezensenten das Schreiben ein ebenso routiniert-nichtssagender Akt ist wie bei den besprochenen Schriftstellern ihr Schreiben. Und gleich anbei die Frage: Wird von den Romanen, die da in den Zeitungen besprochen werden, irgend etwas übrig bleiben? Was übrig bleiben heißen soll? Nun, dass sie in 10, 20, 50 Jahren noch von Menschen gelesen werden. Sahnehäubchen obendrauf: dass jemand eine Dissertation über ein Werk oder den Autor schreibt.

Aber nun -- die Rezensionen. Sie stehen in den Zeitungen, und gleich wird aus den Rezensionen beim Verlag Werbung. Rezensent und Verleger -- "Wir kennen uns ja!"

Ok, keine Namen.
  • »In ihrem reflexiven Bildungsroman spielt sie an drei Figuren durch, welche soziale Rolle Kunst haben kann und Kunstspezifisches gerade dadurch meist verfehlt wird.«
  • »Mit viel Liebe zum Detail schildert X Abgründe und Höhenflüge, findet auch Platz für satirische Passagen.«
  • »Ein sehnsuchtsvoller Küchen- und Kunstroman.« [Ja da schau her!]
  • »Eine sehr genaue Beobachtung des eher nichtakademischen, kleinbürgerlichen Milieus mit Gespür für Situationskomik und skurrile Charaktere.« [Soso.]
  • »Umstandslos realistisch und trotzdem nicht pessimistisch und düster. Man würde X Y unbedingt einen großen Preis dafür wünschen.«
Aber -- ach was! Vielleicht bin ich ja nur neidisch, dass ich nicht dazugehöre, zu diesem Milieu (im Zilleschen Sinne von Miljöh).