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Dienstag, 14. April 2020

Corona und der strafende Gott

Eine Diskussion beim SPIEGEL zu diesem Artikel:

Prostitutionsverbot wegen Coronakrise. Auf Kosten der Frauen Wegen des Corona-Kontaktverbots ist Prostitution verboten. Damit Sexarbeitende nicht auf der Straße landen, hat der Bund Übernachtungen in Bordellen erlaubt. Für viele war das zu spät. Von Milena Hassenkamp 11.04.2020

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Werner-Jo6gE5GZg

In diesen Zeiten soll man ehrlich sein: Mir geht das hochmoderne Gesülze mit den "Sexarbeitenden" - eigentlich ja "Sexarbeiter*innen" - furchtbar auf den Senkel. Ab jetzt vertrete ich die These von Convid-19 = Gottes Strafe für Sodom und Gomorrha.


Befund um 23 Uhr 19, Ostersamstag: 13 Bewohner von Sodom lehnen meine These ab.

Hab ich was anderes erwartet? - Natürlich nicht!


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Andererseits

Noch wach? So ein Statement in der Nacht vor Ostern. Die Zeiten haben sich seit dem Alten Testament geändert. Es gibt keinen strafenden Gott!

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Auch wenn die Karawane längst weitergezogen ist, fühle ich mich zu einer Antwort verpflichtet. (14.04.2020, 14:00)

Vorweg mal: Da habe ich aber in das hedonistische Wespennest gestochen! Wow!

Dann zur Sache:

"Die Zeiten haben sich seit dem Alten Testament geändert. Es gibt keinen strafenden Gott!"

Das sagen die - nein, einige moderne Theologen, die mit der Theodizee nicht fertigwerden. Aber einerseits kann man ja jüdisch und damit mit dem Alten Testament denken und argumentieren; auf der anderen Seite aber ist das Neue Testament - wie jede große Programmschrift - da nicht eindeutig. (Anleitung für Religionsgründer: "Formuliere Widersprüche! Sprich von der Großartigkeit der Nächstenliebe und anschließend, dass du das Schwert bringen willst, nicht den Frieden!")


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Donnerstag, 12. März 2020

Klaas Huizing: 'Zu dritt'

Die Wikipedia spart bei Karl Barth und bei Charlotte von Kirschbaum die Roman-Darstellung von Klaas Huizing, 'Zu dritt. Karl Barth, Nelly Barth, Charlotte von Kirschbaum', aus. Sei's drum. Ich werde es nicht mehr nachtragen.

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Dienstag, 11. Dezember 2018

Karl Barth

Notizbuch

Ein Podcast, Zeitzeichen, über K. B. Darin vieles, was ich nicht wusste. Vor allem zum "sehr privaten Karl Barth".

Das bürgerliche Igitt?

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... Oder wollte ich wissen, dass Karl Barth sich im hohen Alter unglücklich in eine Krankenschwester verliebte (413 f.), dass Charlotte von Kirschbaum ein Alkoholproblem hatte (670) oder es zwischen ihr und Nelly Barth mitunter Ohrfeigen setzte (669)? Möchte ich wissen, dass Nelly Barth im Haushalt ein unerbittliches Regiment führte (721 u. ö.)? Muss ich es wissen? Eberhard Busch beteuert im Vorwort, es gäbe in seinen »Notizen Manches, was ungedruckt bleiben darf«, ansonsten aber bedürfe es »von Seiten der Leser eines verständnisvollen Großmuts«. Bin ich kleinmütig, dass ich Barths psychoide Einlassungen über seine »vier Frauen« (418 f. 664 ff. u. ö.) nicht in einem doch eigentlich theologisch angelegten (Tage-)Buch erwarte? Die Erlebnis- und Erfahrungsschilderungen zu Rösy Münger (»Er weinte und sprach von ›Rösy‹, von seiner ersten Liebe, von der unversiegten, unverloschenen Liebe zu ihr …« [228]), Nelly Barth (»Er habe sie wohl zu schnell und überstürzt geheiratet« [45]), Charlotte von Kirschbaum (»Ich bin verzehrt von dem, was ich tags und nachts mit Karl zu arbeiten hatte« [21.670]) oder jener Anonyma (»Noch nie sei er im Leben so verliebt gewesen« [413]) entfalten über 760 Seiten eine atemberaubende Dynamik. Barth selbst schimpft sich immer wieder einen »Esel« (322 u. ö.) oder einen senex loquax (162 u. ö.). Er kann tief verzweifelt sein und in Tränen ausbrechen, er kann dem eine theologische Grammatik verleihen und von der Hölle träumen, die »in eiskalter Landschaft eine unendliche Leere« ist und »mittendrin ein unendlich einsamer Mensch«. Und er sagt zu sich selbst: »Das droht dir!« (thlz.com)

Oktober/2011 - Busch, Eberhard: Meine Zeit mit Karl Barth. Tagebuch 1965–1968. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2011.

Rezensent: Reiner Marquard

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Das "Oder wollte ich wissen..." legt nahe, dass der Rezensent Marquard das nicht wissen wollte. Aber dann wird es doch gelegentlich auch bei ihm anrührend. Alles in allem -- ein Bericht zu dem viel zu wenig behandelten Zusammenhang zwischen öffentlicher und privater und, ja: intimer Person, die Menschen immer zugleich sind.

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Nachtrag: Und kaum wird man fündig, geht es immer weiter! Da gibt es also sogar einen Roman über Karl Barth!

Klaas Huizing: Zu dritt. Karl Barth, Nelly Barth, Charlotte von Kirschbaum. Tübingen: Klöpfer & Meyer. (Rezension: saarbruecker-zeitung.de)

Sonntag, 20. August 2017

Religion, Grausamkeit und Krieg

Das Wikipedia-Café ist ein Ort der Inspiration! Im Internet-Zeitalter ungefähr das, was für die Wiener Literaten ihr Kaffeehaus war. Jetzt mal wieder eine Einlassung meinerseits:

Verblendete von Religionen sind für gut 80-90% aller Grausamkeiten der Weltgeschichte verantwortlich, aber ich soll an mir arbeiten? Da haben wir es doch schon: Kaum fühlt sich einer (Du als Gottes Burgmanne?) auch nur ansatzweis ein seinem Aberglauben in Frage gestellt ist die Aggression gegen Andersdenkende nicht weit. qed! Benutzerkennung: 43067 20. Aug. 2017

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"Verblendete von Religionen sind für gut 80-90% aller Grausamkeiten der Weltgeschichte verantwortlich ..."

Jetzt mal ungewohnt ernsthaft: Ich gehe, was diese ja ziemlich verbreitete These von den 'schlimmen Religionen en gros' angeht, seit geraumer Zeit mit folgendem Hinweis auf Reisen: 1. Das mit den Prozentzahlen sollte man einfach lassen. Suggeriert Pseudo-Exaktheit, wo keine ist. Wie sollte man so etwas messen können, wenn Religion und Macht in Schlieren ineinangerlaufen? 2. Religion ist im Kern eine spirituelle Größe, ohne Macht und Krieg. Religionen reagieren auf die Tatsache, dass wir sterben müssen und mit unserer "Geworfenheit" nicht so recht wissen, wozu das Leben gut sein soll. (Das gegenwärtige Weltbild des aufgeklärt-wissenschaftlichen Westens enthält zwei sich widersprechende Komponenten: a) der naturwissenschaftliche Anteil wirkt verstärkend: Der Kosmos als unverstandene Brühe von Supgergalaxien. Nur die, die sich immer rasch zufriedengeben, streicheln sich da satt über den Bauch und schlafen zufrieden ein. b) Kernsatz: "Der Konsum gepaart mit wohlfeiler Egozentriertheit ist mir Lebenssinn genug! Was sollte mir denn da noch fehlen?!") 3. Anthrophologische Konstante: In jeder Bewegung, die Wichtiges im Leben anspricht, springen sogleich die "politischen Naturen" herbei, also diejenigen unter den Menschen, die die Fähigkeit haben, Machtstrukturen aufzubauen. Sie wittern bei jeder an sich guten Sache den Erfolg für ihre Art zu leben und zu denken. Dass es darum geht, Macht zu haben, ist ihnen Dogma und Gesetz. -- 4. Schlussfolgerung: Im Jahr der Analytischen Philosophie sollten deliberativ veranlagte Menschen lernen, 2. und 3. auseinanderzuhalten. -- Ok, ich sammle Anhänger für diese Einsicht! Bitte melden, wenn Zustimmung.

Mal schauen, ob jemand zu meinen Thesen Stellung nehmen mag.

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Stellungnahmen? Ja, es ging ganz schnell.

Wo kann ich unterschreiben? Sollte unter denkenden Menschen in der Tat eine Selbstverständlichkeit sein. Grüße Dumbox

2) und 3) analytisch auseinanderzuhalten dürfte kaum Schwierigkeiten bereiten, es klappt aber in der Praxis nicht. Prämisse: Gäbe es diese Idiotie bei 2) nicht, würde 3) nicht funktionieren und die Welt wäre gleich ein besserer Ort. Benutzerkennung: 43067

Mit der Darstellung der beiden Gegensätze unter 2) bin ich überhaupt nicht einverstanden. Atheisten sind nicht per se leicht zufriedenzustellen. Lediglich in der Frage nach dem Sinn ihres Lebens und ihres Platzes im Kosmos sind sie einstimmig der Meinung, dass schon die Stellung der Frage sinnlos ist und dass das Leben (schlafraubende) Probleme genug mit sich bringt. Man kann auch ein selbstreflektierter konsumkritischer Mensch sein, ohne dass man zugleich einer simplen Welterklärungslehre aus einem Jahrtausende alten Märchenbuch anhängen muss. --Gretarsson 

"Verblendete von Religionen sind für gut 80-90% aller Grausamkeiten der Weltgeschichte verantwortlich ..."
Die Auseinandersetzungen der Neuzeit hatten überwiegend säkulare Gründe, daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass hier überhaupt 10% erreicht werden, schon allein deshalb, weil früher einfach weniger Menschen lebten. Und auch früher hatten die Kriege immer eine säkulare Komponente. Der dreißigjährige Krieg z.B. hätte nicht so lange gedauert, wenn es das damalige Geschäftsmodell der Söldnerarmeen nicht gegeben hätte, die aus der Kriegsbeute bezahlt wurden. --2003:E4:2BC0:E47B:C110:1AB6:74A7:5988

@Benutzerkennung:43067 "Gäbe es diese Idiotie [Plural?] bei 2) nicht, würde 3) nicht funktionieren und die Welt wäre gleich ein besserer Ort." -- Halte ich für etwas monomanisch auf Religionen ausgerichtet. Überhaupt das Monokausale, das gleich neben dem Monomanischen siedelt, es hilft in der Regel nicht weiter! -- Gegenargumente meinerseits, kombiniert mit @IP "Die Auseinandersetzungen der Neuzeit hatten überwiegend säkulare Gründe": 1. Ob es überhaupt die Religion an erster Stelle oder doch nicht die Kombination mit anderem oder gleich: ganz Anderes war und ist, muss noch erhoben werden. a) reine Macht- / Territorial- und Wirtschaftskriege (der Alte Fritz gegen Maria Theresia; Napoleon gegen Resteuropa), b) Wirtschafts- und Ideologiekriege (Amerikanischer Bürgerkrieg), c) Wirtschafts-, Rassen- und sonstige Ideolgiekriege (Kolonialkriege, Hitlerei), usw. 2. Meine These: Hätte es keine Religionen gegegeben / gäbe es keine Religionen, dann träten andere Gründe gewiss an die Religion-Stelle, soweit diese überhaupt betroffen ist. (Also: Ja, ich akzeptiere, dass es extrem religionslastige Kriege = meinetwegen: Religionskriege gab (die Kreuzzüge, der 30jährige Krieg); allerdings: mein Religion&Mächtige-Herbeispringen-Argument von oben bitte nicht außer Acht lassen!)

@Dumbox Danke! Ich nehme das mal als Unterschrift. :-)

Nachtrag: Ich bin mit der Islamisten=Verlierer-Erklärung Enzensbergers, die er nach 9/11 geschrieben hat, nicht vollständig zufrieden, aber man sollte sie nicht einfach außer Acht lassen (vgl. Enzensberger: SchreckensMänner. Versuch über den radikalen Verlierer. 2006) Meine Paraphrase: In der islamischen Welt, soweit sie zum Islamismus neigt, kommen zwei Dinge zusammen: eine extreme Männer-Stolz-und-Ehre-Ideologie und eine große Zurückgebliebenheit in Sachen Wissenschaft und Wirtschaft. Daraus bildet sich dieses terroristisch-explosive Gemisch der Männer, die sich immer nur als Opfer sehen, ohne auf eine eigene Schuld blicken zu können. Sie sind ja doch einfach stolze Krieger! Man muss sachlich dagegenhalten: "Werdet wissenschaftlich und wirtschaftlich erfolgreicher, dann geht es euch besser. Um das zu erreichen, gehören so seltsame Dinge wie -- ja nun: westliche Bildung einfach mit dazu. Kriegt ihr das nicht hin, bleibt ihr die Abgehängten."

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Nachtrag 2: @Gretarsson 

"Mit der Darstellung der beiden Gegensätze unter 2) bin ich überhaupt nicht einverstanden. Atheisten sind nicht per se leicht zufriedenzustellen. Lediglich in der Frage nach dem Sinn ihres Lebens und ihres Platzes im Kosmos sind sie einstimmig der Meinung, dass schon die Stellung der Frage sinnlos ist und dass das Leben (schlafraubende) Probleme genug mit sich bringt."

Kann ich gut verstehen, diese Sätze. Meine Antwort: Ja, es gibt, was die Sache Lebenssinn & Spiritualität angeht, offenbar einfach unterschiedliche Temperamente. Du formulierst den einen Part, ich den anderen. Da steht wohl Aussage gegen Aussage. Es gibt eben Menschen, die unterschreiben: "Worüber man nicht reden kann, darüber muss man schweigen!" (Das Ausrufezeichen ist von mir.) Die anderen sehen das anders: "Worüber man nicht schweigen kann, darüber muss man reden." Ich bin gegen Redeverbote in Sachen 'letzte Dinge & letzte Fragen'. Ansonsten: Peace!

Freitag, 4. Dezember 2015

Sinnvolle Berufswahl

Gibt es eigentlich Untersuchungen darüber, wie man mit dem eigenen Beruf Geld sparen kann? Welche Berufsgruppen da am meisten profitieren?

Also im Sinne von: Wer ein Automechaniker ist, kann vieles an seinem Auto selbst machen. Dinge, für die die anderen viel Geld zahlen müssen.

Wie komme ich auf den Gedanken? Nun, Rechtsanwälte haben die Möglichkeit, alles und jeden zu verklagen. Wenn es sich nur halbwegs plausibel anhört, wird die Klage zugelassen werden. Anwaltskosten entstehen -- keine! Ich überlege das, als ich meinen alten Artikel über Gott und Microsoft wieder mal lese.

Freitag, 17. April 2015

Köpfe-Verpflanzer 2.0

Ich lese eben etwas und denke mir: Hey, du warst da schon! Wann war das? Am 6. November 2011 schon!

"KOPFTRANSPLANTATION VON VALERY SPIRIDONOV | Russe will sich seinen Kopf transplantieren lassen Von Torsten Harmsen || Es klingt wie die Geschichte von Doktor Frankenstein: Bei Transplantationen von Herz oder Nieren geschieht zwar schon Ähnliches jeden Tag in den Kliniken. Doch ein italienischer Neurochirurg will nun den nahezu unvorstellbaren Schritt gehen und einen Kopf von Mensch zu Mensch verpflanzen. Drucken per Mail Tausend Fragen kommen auf, wenn man liest, was zur Zeit durchs Internet geistert. Ein Russe, der an einem unheilbaren, am Ende tödlichen Muskelschwund leidet, will seinen Kopf auf den eines hirntoten Spenders transplantieren lassen, um zu überleben. „Meine Entscheidung ist endgültig“, sagte der 30-jährige Informatiker Valery Spiridonov einer britischen Zeitung. Die erste Kopftransplantation der Welt wäre zweifellos eine Sensation. So unglaublich, dass man Mühe hat, nicht an einen makabren Scherz zu glauben. Wären da nicht die Publikationen auf wissenschaftlichen Seiten oder in Magazinen wie etwa Science Alert oder New Scientist. Sie stellen die durchaus ernstzunehmenden Pläne des italienische Neurochirurgen Sergio Canavero aus Turin vor, der bereits 2017 die Operation an Spiridonov durchführen will. „Head Anastomosis Venture“ (Kopf-Verbindungs-Projekt) nennt sich sein Vorhaben. Zur Zeit sucht er dafür noch Geld und hält Vorträge – auch auf Video –, um für die Operation zu werben." (Berliner Zeitung)

Ja, dieses Thema hat mich nicht mehr losgelassen, seit wir in der Schule über den Sitz der Seele gesprochen haben und der Religionslehrer die katholische Position verkündet hat: Die Seele ist mit dem ganzen Körper verbunden. Und ich zurückgefragt habe: Und wenn es eines Tages gelingen sollte, einen Kopf zu verpflanzen, welche Seele hat dann dieses neue Wesen?

Und heute? Wenn diese Sache auch nur halbwegs gelingt -- wie alt werden dann die Köpfe? Wie schnell altert das Gehirn selbst, wenn es immer wieder auf neue junge Körper gepflanzt wird?

Freitag, 19. Dezember 2014

Der Fund zum Schabbes ...

Der Fund zum Schabbes Chol Hamoied (28. Kislew 5775):


Für die Suchmaschinen:
Gott Vater wurde zur Löschung vorgeschlagen von Kopilot 
[Kopilot® ist ein eingetragenes Warenzeichen der Autorengruppe 
Karl Marx, Friedrich Nietzsche (Gott hab sie selig!) 
und Richard Dawkins, Inc.]


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Meine Anmerkung war: 

"Also ... Ja ... Hmm. Ich hab zu dieser Frage 'Gott Vater - Löschen oder nicht?' keine besondere Meinung. Was mich aber zum breiten Grinsen gebracht hat, war der Sinneseindruck beim (noch) bestehenden Artikel als solchem: '''''Gott Vater'' - wurde zur Löschung vorgeschlagen'''. Ich werde jetzt eine schöne Grafik daraus machen. Darunter die Zeile: '''(''Kopilot'' ist ein Gemeinschaftspseudonym der Autorengruppe ''Marx, Nietzsche & Dawkins, Inc.'')''' Wer will, dann sich dieses Plakat dann ergooglen. (Und ich an der Stelle der Löschbefürworter würde schon ein wenig den altbekannten ''Zorn Gottes'' fürchten. So im Sinne von "Gott lässt seiner nicht spotten!")"

Das hatte ich um 16:45, 19. Dez. 2014 geschrieben. Die Anmerkung wurde 15:52, 19. Dez. 2014, also exakt 7 Minuten später vom‎ Kopiloten gelöscht. Seine Eingebung, immerhin als Bitte formuliert: 

"bitte hier nur über Löschantragsgründe diskutieren".

Ich hatte so sehr gehofft, die Gründe seien, wenn auch implizit formuliert, jederzeit klar. Expliziert: Die ganze Diskussion ist Kokolores. Begründung: Wenn Tisch, Stuhl und Käsekuchen ein "Lemma" der Wikipedia sind, einfach weil sie jenseits aller Wissenschaft als Wörter vorhanden sind, dann sollte Gott Vater, einfach weil die Leute so sagen, seinen Eintrag haben. Jenseits aller theologischen oder sonstigen Spitzfindigkeiten. 

Aber gut, das mit dem Übertrag von impliziten Argumenten in Richtung Explizierung ist für viele innerhalb der Wikipedia schon immer schwierig gewesen. Warum sollte das hier anders sein.

Montag, 2. Juni 2014

"Glaubst du an Gott?"

Vor 50, ja vielleicht vor 20 Jahren konnte man, wenn man jemand einigermaßen gut kannte, diese Frage stellen. Sie hatte einen Sinn. Antwortmöglichkeiten: "Ja / Nein / Schwer zu sagen. / Als ich ein Kind war, da habe ich an den lieben Gott geglaubt. / Ich bin Agnostiker. / ..."

Heute hat diese Frage einen anderen Wert und Inhalt. Es ist ungefähr so: Es gibt Profis. Bischöfe, Kardinäle, der Papst an ihrer Spitze. Die Profis glauben von berufswegen. Wie sie das machen, was da der Inhalt ist, bleibt weitgehend unklar. Ist es ein großes Gefühl? Ein vages Spüren, ummantel von den Möglichkeiten und den Pflichten des Amtes? Eine These mit einem jeweils gesonderten Gottesbild?

Für die Nicht-Amtsträger der Kirchen, die Laien also, und für die Menschen überhaupt und allüberall hat die Frage ungefähr den gleichen Stellenwert und Sinn wie die Frage an einen, der leibhaftig vor einem sitzt: "Schwimmst du im Amazonas?" Eine solche Frage verwirrt den Gesprächspartner nachhaltig.

Erwartbare Gegenfrage, nach einer verlegenen Nachdenkenspause: "Äh, meinst du -- ob ich oft bei Amazon was bestelle?"

Wissend um diese Zusammenhänge: Was würden die Menschen, die man kennt, wohl so sagen, wenn man sich heute noch traute, sie zu fragen?

Mittwoch, 30. März 2011

Theodizee

Die gleiche Frage an die Gottgläubigen wie an Georg Wilhelm Friedrich Hegel wie an Gottfried Wilhelm Leibniz: Wozu war Hitler und der 2. Weltkrieg gut? Wie konnte Gott das zulassen, usw.

Denken wir einmal daran: Wäre die Atombombe ohne einen Hitler entwickelt worden, wahrscheinlich so um 1955. Ein wenig damit aufrüsten und damit dann: Krieg. Das wäre wohl das Ende der Welt gewesen.

Theodizee einmal sachlich.

Montag, 28. Juni 2010

Thank you, Fußball-Gott! (c) The BILD-Zeitung

Die BILD-Zeitung jetzt also auch: philosophisch, metaphysisch, religiös. Wegen dieses unerhörten Ereignisses einer neuen Art von Bericht, bringe ich die Einschätzung des gestrigen Spiels hier im Volltext:


NACH 44 JAHREN IST WEMBLEY ENDLICH AUSGEGLICHEN



Thank you, Fußball-Gott!


JETZT WISSEN DIE ENGLÄNDER, WIE WIR UNS DIE GANZE ZEIT GEFÜHLT HABEN


27.06.2010 - 23:48

  • 30. Juli 1966. Die 101. Minute im WM-Finale im Londoner Wembleystadion. Englands Geoff Hurst hämmert den Ball an die Unterkante der Latte. Der Ball springt auf die Linie, die Kreide staubt auf. Dann geschieht das Unfassbare: Der sowjetische Linienrichter Tofik Bachramow zeigt an: TOR! 3:2 (Endstand 4:2), England ist Weltmeister. Deutschland weint.
  • 27. Juni 2010. Die 38. Minute im WM-Achtelfinale von Bloemfontein. Lampards 17-Meter-Schuss kracht an die Unterkante der Latte. Er prallt klar (geschätzte 40 Zentimeter) hinter der Linie auf den Rasen. Er springt zurück an die Latte. Torwart Neuer fängt ihn auf. TOR – so klar wie Wembley KEIN TOR war.
Es wäre das 2:2 gewesen. Und wer weiß, wie das Spiel dann gelaufen wäre. Doch der uruguayische Schiri-Assistent Mauritio Espinosa reagiert nicht, seine Fahne bleibt unten. Er hat kein Tor gesehen. Vermutlich als einziger Mensch auf diesem Planeten. Eine dramatische Fehlentscheidung! So wie 1966. Aber diesmal weint England.

THANK YOU, FUSSBALLGOTT!

Du hast dir viel Zeit gelassen, das Unrecht auszugleichen. Wir hatten schon nicht mehr daran geglaubt. Seit gestern ist Wembley wettgemacht. Liebe Engländer, jetzt wisst Ihr, wie wir uns 44 Jahre lang gefühlt haben. Wütend über soviel Ungerechtigkeit, bestohlen um den Titel.

Auch wenn viele Leser dieser Zeilen das Wembley-Tor nur aus Erzählungen kennen: Dieser verfluchte Fußball-Moment wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Nun ist er gebrochen.

Wir geben ohne Wenn und Aber zu: Das war gestern EIN TOR, ihr seid betrogen worden. Aber bitteschön, nun gesteht Ihr auch: Wembley war KEIN TOR.

Liebe Engländer, lasst uns gemeinsam den Schluss-Strich ziehen. Und uns auf künftige große Duelle zwischen unseren Teams freuen.

Und die SUN mault. Und betreibt dann doch Trauerarbeit. Auch das ein schöner Schritt. Und die Einsicht zwischendurch:

"None are as blind as those 
who cannot see." 

Sonntag, 28. Juni 2009

Dialogische Wunschwelt

Die Zufallslektüre steuert das Denken vermutlich mehr als ein rationaler Geist wahrhaben will:

"Wie ist dann die erkennbare Kluft zwischen islamischer Wirklichkeit und dialogischer Wunschwelt zu deuten? Welcher Art von Vernunft folgen die Vertreter eines Dialogs, der offensichtlich so wenig Kenntnis vom realen Kontext und Selbstbild der Muslime nehmen will?"

Da steht man dann am Anfang...

Freitag, 26. Juni 2009

Luther, die Juden und die Wikipedia

Eine Übernahme aus einer Wikipedia-Diskussion. Ich kommentiere nicht.


"Dazu kam eine Politisierung des Christentums in lutherischer Tradition wie bei dem Berliner Hofprediger Adolf Stöcker. Luthers antijüdische Schriften wurden wiederentdeckt und ausgiebig für antisemitische Propaganda benutzt. Daran konnten später Nazis wie Julius Streicher, Alfred Rosenberg und „Der Stürmer“ anknüpfen. Dabei wurde allerdings Luthers theologischer und zeitgeschichtlicher Kontext stets ignoriert. Erst ab 1945 begann die evangelische Kirche, zeitbedingte Judenfeindlichkeit und genuine Wort-Gottes-Theologie bei Luther auseinanderzuhalten."
Das halte ich am Ende für eine blässliche Schutzformulierung, nach der nicht sein kann, was nicht sein darf. Das Gute ins Kröpfchen des Gültigen, das Schlechte ins Töpfchen der Zeitbedingtheit So wird man dann in 100 Jahren auch die "zeitbedingte Judenfeindlichkeit" jener Nazis einordnen, die neben ihrer "Verfehlung" was Gutes getan haben, kann es im Grunde genommen heute schon. Sachlicher ist es anzuerkennen, dass auch große Geister grässliche Antisemiten waren, zu jeder Zeit. --Delabarquera 00:01, 26. Jun. 2009 (CEST)
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Luther war kein Antisemit, sondern im damaligen Katholizismus einer der ersten, der die unbedingte Geltung des Bundes Gottes mit den Juden anerkannte. Er wurde später zu einem Hasser der "verstockten" Juden, die an ihrer Religion festhielten. Er wollte sie nicht vernichten, sondern an ihrer Religionsausübung hindern und bemühte dazu die damals üblichen lange vorgeprägten Klischees.
Das soll gar nichts rechtfertigen, es war auch so übel und wirkungsmächtig genug. Aber diese historische Differenzierung ist gerade deshalb nötig, damit die Nazis und ihre heutigen Anhänger sich nicht u.a. auf Luther berufen können, um zu behaupten, es sei doch irgendwas Gutes, gar "Christliches" an ihrem Völkermord gewesen.
Und auch die banale Feststellung, dass es "zu jeder Zeit" "grässliche Antisemiten" (Judenhasser) gegeben haben soll, spielt der Geschichtsfälschung der Nazis in die Hände, die mit solch angeblich unverändlicher, zeitloser Judenabneigung auf einen "Rasseninstinkt" schließen, der das Böse in den Juden immer wieder "wittere" und jedes humane Zusammenleben mit ihnen illusorisch mache. Jesusfreund 08:42, 26. Jun. 2009 (CEST)
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Also, ich kann mir nicht helfen: Das überzeugt mich nicht. Man kann doch mit dem Argument, eine bestimmte kritische Sicht einer Person würde den Neo-Nazis in die Hände spielen, nicht den eher schlichten, aber vernünftigen Gedanken und die entsprechenden Formulierungen ablehnen. Mir geht es darum zu sagen: Die Ablehnung der Juden hat eine lange Tradition, die uns heute sehr fremd vorkommen muss, die aber nach einer tieferen Erklärung verlangt. Solange man diese Erklärungen nicht gefunden und überzeugend formuliert hat, sollte man, meine ich, nicht das immer gültige und darum eben auch nichts-sagende Argument von der Zeitbedingtheit bemühen. --Delabarquera 16:58, 26. Jun. 2009 (CEST)
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Tja, mit philosophischen Allgemeinplätzen dieser Art leistest du keine Artikelverbesserung. "Zeitbedingt" ist im Kontext auf die damaligen Klischees bezogen, die Luther aus der katholischen Tradition übernahm. Das ist belegt. Um Kenntnisnahme der Belege kommt hier niemand herum, der nicht abstrakt herumschwurbeln, sondern mitarbeiten will. Für privates undefinierbares Unbehagen gibt es Drogerien und Apotheken. Jesusfreund 17:25, 26. Jun. 2009 (CEST)
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WOW! --Delabarquera 13:18, 27. Jun. 2009 (CEST)

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Nachtrag (17.08.2015, 17:48): Der her so engagierte Jesusfreund schreibt später zum Abschied von der Wikipedia dies:

Wikipedia: ZU LANGSAM, ZU MÜLLVERLIEBT, ZU KLEINKARIERT, ZU HERZLOS GEGENÜBER DEN ERNSTHAFTEN, SCHLICHT UND ERGREIFEND ZU DOOF. Das reicht auch mir irgendwann. Bin dann mal weg. Jesusfreund 21:22, 7. Mär. 2011

...

Und eben darum lehne ich Kommentare dazu auf DIESER Seite vollständig ab. Rekompostiert euren Scheißhaufen, wenn ihr könnt, aber nicht hier und nicht mehr auf meinem Rücken. Ade. Jesusfreund 10:31, 9. Mär. 2011

Sonntag, 21. Juni 2009

Zecken im Schöpfungsplan

Der Hund hat, wie so oft in den letzten Wochen, eine Zecke im Pelz. Ein 13ärhriger Junge aus dem Freundeskreis ist von einer Zecke gebissen worden und muss jetzt Antibiotika nehmen. Aus solch einfachen Fragen kommt man in den Bereich der Philosophie, Theologie: Abteilung Theodizee. Musste die Zecke wirklich im göttlichen Schöpfungsplan vorkommen?

Der praktische Mensch fragt sich: Spricht etwas dagegen, den Zeckenbestand in Wohngebieten auf Null zu bringen? Gibt es da nicht eine umweltfreundliche Lösung, vergleichbar mit der, von der ich vor Jahren einmal gelesen habe, mit Blick auf die -- war es die Tstsefliege, die mit einfachen Mitteln, Fallen aus Plastiksäcken, Kuhdung und Rinderblut, an manchen afrikanischen Flüssen ausgerottet wurde? Wie müsste eine solche Zeckenfalle denn aussehen?

Natürlich haben sich auch andere schon mit dieser Frage beschäftigt. Eine "Beste Antwort" sieht beispielsweise so aus (Originalton):

"Leider wird das wohl nichts mit dem ausrotten, geht genauso weng wie bei den Ratten! Zecken haben "Nahrung" im überfluss und überall! Man kann sich nur kurzfristig (Antizeckenmittel) und unter einhaltung bestimmter Regeln vor den Viechern schützen!"

Auf der anderen Seite: Dieses Argument trägt sein eigenes Gegenteil schon in sich. Wir haben ja oft jedenfalls, dort, wo wir sie nicht haben wollen, keine Ratten. Und wo sie auftauchen, kriegen wir sie auch relativ gut wieder weg. Also, warum nicht auch so bei Zecken? Weil der Wald so groß ist? Möglicherweise. Aber -- wo ein Wille ist, ist doch auch ein Waldweg.

Mittwoch, 9. Januar 2008

Martin-Walser-Extreme

Martin Walser, wie alle literarischen Männer, die das Extreme nicht scheuen, schwadroniert über Samenerguss -- als Ausschüttung -- und das Schlucken von Samen. Das ist ein wenig besser als jener Paradimensatz "... und er befreite sich in sie". (Der ist nicht von Martin Walser, schon recht.) Natürlich ist das alles vom "Erzähler" der von "Rosa" erzählt, es ist natürlich nicht vom "Autor".