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Donnerstag, 24. März 2022

Clickbaiting: XY wollen nicht, dass ...

Ein verlässlicher Anschlagschlag auf das menschliche Gemüt im Internet geht so: Da gibt es neuerdings ein Mittel, dass man kaufen kann. Dieses Mittel ist so toll, dass die Platzhirsche vom Bereich XY nicht wollen, dass es bekannt wird, weil es sonst ihr Geschäft stören oder zerstören würde. Ein weicher Ableger dieser Masche ist: XY sind verblüfft. 

Beispiel:



Hier wird angeblich entgiftet und Gewicht verloren, im Schlaf, durch ein Wundermittel. Es nützt einfach nichts, dass Ärzte immer wieder sagen, dass das Bild vom menschlichen Körper als Müllhalde, die man "entgiften" muss, absoluter Humbug ist. Das Bild vom Giftdepot ist offebar einfach zu eingängig.

Was macht der rationale Zeitgenosse, wenn er einer solchen Sache auf den Grund gehen will? Er sucht nach

erfahrungen mit detox pflastern

überspringt die Werbeanzeigen am Anfang der Ergebnisliste und findet dann beispielsweise: 

"Die Detox-Lüge. Immer mehr Produkte und Anwendungen versprechen, den Körper zu „entgiften“. Dabei kann der das sehr gut selbst. 06.05.2021"

Montag, 11. Mai 2020

Pandemie und Wahrheit

Schutzmaßnahmen seien grundsätzlich eine eigene Gefährdungsquelle, argumentiert Stephan K. Eine Pandemie könne daher zu einer "Multi-Gefahrenlage" führen. "Schutzmaßnahmen können nicht beliebig präventiv eingesetzt werden, weil auch sie das Potential in sich tragen, außergewöhnliche Schäden zu erzeugen", so der Beamte.

Aus der ZEIT

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Mein Kommentar

Dem kommt man wirklich nur bei, wenn man bei den analytischen Philosophen das Thema "Wahrheitstheorien" aufruft. Da müssen dann recht viele Größen eingebaut werden, um zu einem vernünftigen Modell zu kommen. Ich nenne einige, jeweils grob aufzuteilen nach dem Grad der Gegebenheit, 0-10:

- allgemeine Lebensklugheit
- Expertenstatus
- Experten > Gemeinsamkeiten
- Experten > Unterschiede 
- Daten > Selektive Wahl der Daten
- Fakten > Konstruktion der Fakten
- offizielle Beurteilungs- und Entscheidungsinstanzen
- ...

Von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet, ist alles, was diese und andere Punkte nicht umfassend berücksichtigt: Gerede. Oder wie das jemand mal genannt hat: social noise. Und natürlich hat jeder große, mittlere und kleine Beamte - wie jeder Bürger - das Recht, solche Geräusche zu produzieren. Man muss das, was da tagtäglich so ans Ohr dringt, aber auch nicht allzu ernst nehmen.

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Mittwoch, 1. April 2020

Prof. (DHfPG) Dr. med. Thomas Wessinghage


Ich rätsle weiterhin, warum sich Thomas Wessinghage* soviel Arbeit macht, um seine "Wunderübungen" zu verbreiten. Er hat doch alles im Leben erreicht, was man so erreichen kann! Doppelkarriere, Sport und Medizin. Was will man mehr?

Heute wieder - es leuchtet dieses Bild auf:


Dann auch die Titelitis: Prof. (DHfPG) Dr. med. Thomas Wessinghage. Warum? Wenn dann sich zwei Parteien finden, die um Titel streiten, wird es doch nur peinlich. Für beide Seiten!

"Thomas Wessinghage, der ärztliche Direktor des Medical Parks in Bad Wiessee, führt als Titel 'Prof. Dr. med.' – zu Unrecht, wie nun die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) mitteilt, da er 'keine Professur an einer medizinischen Fakultät ausübt'."** (tegernseerstimme.de)

Aber eigentlich wollte ich heute ja nur sagen: Wer so einen wunderbaren Hintern hat, wie der Modellathlet da oben - oder ist es doch eine Frau? -, der muss doch keine Wunderübungen machen! ;-) 

Scherz! Nein, ich weiß schon: Gesagt werden soll, dass diese Person ihre knackige Figur dank der Wunderübungen überhaupt erst bekommen hat!


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* Wikipedia: "(* 22. Februar 1952 in Hagen) ist ein deutscher Mediziner und ehemaliger Leichtathlet. Er stellte am 27. August 1980 in Koblenz den ältesten immer noch gültigen deutschen Rekord bei olympischen Laufdisziplinen der Männer über 1500 Meter (3:31,58 min) auf und wurde 1982 in Athen Europameister über 5000 Meter."

** Also - liebe BLÄK! Wer auf eine solche Bezeichnung mit solch einer eleganten Abkürzung gekommen ist, möchte ich auch mal wissen! Und wenn ich schon dabei bin, beckmesserisch zu sein: eine Professur hat man, man übt sie nicht aus.

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Ok, wenigstens das ist geklärt! Eine junge Frau.


Sonntag, 22. März 2020

Prof. Bernd Brinkmann | Karen Oehme > DNA-Analyse

Ich finde, dieser Fall sollte in dem Wikipedia über Prof. Brinkmann aus Münster auch erwähnt werden:

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Karen Oehme | Opfer eines Serienkillers? | Am 23. Juli 1983 findet ein Feuerwehrmann die 25-jährige Tochter des langjährigen ESSO-Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Oehme tot in einem Feld in der Nähe von Münster: nackt, auf dem Rücken liegend, die Beine gespreizt. Hals, Gesicht und Arme sind übersät mit Blutergüssen und Abschürfungen. | 26.05.2010 || ... | Knapp sechs Jahre später geschieht ein weiterer mysteriöser Mord: in der französischen Kleinstadt Avallon wird die vierundzwanzigjährige Studentin Sylvie Baton tot aufgefunden - in ihrer Badewanne. Sie wurde erwürgt und mehrmals vergewaltigt. Doch die Tat bleibt zunächst ein Rätsel. Ebenso wie eine Reihe weiterer Morde an jungen Frauen in der Region. | Erst Jahre nach diesem Mord wird in Deutschland die DNA-Analyse eingesetzt. Bernhard Brinkmann vom Rechtsmedizinischen Institut der Uni Münster untersucht im März 1992 die an der Toten gefundenen Spermaspuren zum ersten Mal mit Hilfe der neuen Technik. Zunächst ohne Erfolg. Aber der Rechtsmediziner hat Geduld. |  Im Dezember 2000 wird endlich das DNS-Profil des Täters ist identifiziert: Es ist der wegen mehrfacher Vergewaltigung vorbestrafte Ulrich M.. Nach seiner Verurteilung 2002 werden neue Erkenntnisse im Mordfall der Studentin Sylvie Baton bekannt. Auch dort werden Spermaspuren gefunden, die Ulrich M. zugeordnet werden können. Hat der Mörder der 25-jährigen Tierärztin auch die junge Frau in Frankreich umgebracht? | In der Dokumentation über den Fall Karen Oehme werden die letzten Stunden des Opfers, der vermutliche Tathergang, die Arbeit der Mordkommission und des Rechtsmediziners Bernhard Brinkmann minutiös rekonstruiert. Karen Oehme war M.s erstes Opfer. Aber sie war womöglich nicht sein einziges.  (spiegel.de)

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Dokumentation

Teil 1


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Teil 2


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Teil 3


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Dienstag, 4. Februar 2020

Abelards Kastration

Vor ein paar Tagen einen Podcast, ZeitZeichen*, gehört, über Abelard und Heloise. Heute auf einmal die Frage, wie man das mit der Kastration sich vorzustellen hat. Auch hier wird man in den Weiten des Internets schnell fündig.

Warum ist Abelard da nicht verblutet? Antwort: Es gab da Technik und Erfahrungen. Man musste vorher, was man tun würde.

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Das im wahrsten Sinne des Wortes einschneidendste Ereignis** im Leben des Philosophen war seine gewaltsame Kastration durch Mitglieder der Familie Fulberts. Die Schnittverletzung, die zum Verlust der Testikeln und der Zeugungsfähigkeit führte, hinterließ zwar bei Abaelard ein erhebliches psychisches Trauma, welches erst nach Jahren qualvoller Selbstvorwürfe einigermaßen sublimiert und aufgelöst wurde, stellte per se jedoch nur eine relativ geringfügige Verletzung dar. Den Vorgang der Kastration, die in der bäuerlich geprägten Gesellschaft des Frühmittelalters an Haus- und Nutztieren häufig praktiziert wurde, hat man sich folgendermaßen vorzustellen: Während mindestens zwei Helfer den Körper des sich wehrenden Opfers niederdrückten und festhielten, umschnürte ein weiterer mit einer dünnen und scharf schneidenden Darmsaite oder einem dünnen, reißfesten Zwirn den Hodensack des Betroffenen unter kompletter Drosselung der Blutversorgung ab und durchtrennte anschließend das Organ distal der Ligatur mit einem schnellen Messerschlag. Dabei wurden die Samenleiter - ductus deferentes - und die zu- und abführenden Blutgefässe und Nerven durchtrennt. Wegen der Ringligatur war die offene Wundfläche nur relativ gering. Der Vorgang dauerte nur einige Sekunden und dürfte wegen der durch das Abschnüren eingetretenen Anästhesie nur wenig schmerzhaft gewesen sein. Wegen der Ligatur kam es auch zu keinem nennenswerten Blutverlust. Falls die Wunde per primam intentionem, d.h. steril und ohne Wundinfektion, abheilte, fiel nach einigen Tagen die Ligatur von selbst ab, und es entstand eine trichterförmige, insgesamt nur wenig entstellende Narbe. Der Penis einschließlich der darin liegenden Harnröhre wurde bei dem Eingriff weitgehend verschont, so dass auch künftig die Harnkontinenz und eine ungestörte Miktion gewährleistet waren. Die notwendige Mindestzahl von drei Helfern - zwei haltende und ein schneidender - wird übrigens in einem anonymen Gedicht aus dem Kloster Fleury an der Loire, welches von einem Zeitgenossen Abaelards stammt und sich mit dem Schicksal des Philosophen beschäftigte, ausdrücklich bestätigt: "Drei Schurken haben sich verabredet: Stürzen wir auf den einen, packen wir ihn und schnüren wir ihn mit dem dreifach gekordelten Strick..." Abaelard selbst hat bestätigt, dass ihm nach dem Attentat weniger das Ausmaß der körperlichen Verwundung als die Scham darüber schwer zu schaffen gemacht habe: "Ich litt mehr am Mitleid als an der Wunde, fühlte mehr die Scham als meine Versehrtheit, war mehr bedrückt von der Schande als vom Schmerz..." Selbst die Kastration von Menschen war zur damaligen Zeit durchaus nichts Ungewöhnliches. Offensichtlich kam es mitunter nach dem Vorbild von frommen Männern wie Origenes zur Selbstkastration von religiösen Fanatikern. Das kanonische Recht enthielt genaue Regeln, wie mit solchen Personen zu verfahren sei. Die Kastration war auch fester Bestandteil der Sippenrache: Wenn ein Mädchen unehrenhaft entjungfert oder geschwängert worden war, drohte dem Delinquenten seitens der Familie des Mädchens eine entsprechende Strafe nach dem Talionsrecht. Eine derartige Selbstjustiz war in der Krondomäne allerdings weder durch das kanonische, noch durch das weltliche Recht abgedeckt. Deshalb drohte den Tätern in einem solchen Fall eine nicht minder schwere Strafe. Im oben genannten Gedicht aus dem Kloster Fleury ist - als einziger Quelle - auch die Rede davon, dass in Abaelards Heimat Graf Matthias von Nantes, der Sohn Hoëls, des Herzogs der Bretagne, und der jüngere Bruder des Nachfolgers Alain Fergent, vor seinem gewaltsamen Tode um 1103/1104 kastriert worden war.  Im Falle Abaelards wurden zwei der gefassten Täter - einer davon sein verräterischer Diener - geblendet und ebenfalls kastriert. Der dritte konnte entwischen. (abaelard.de)

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Die Stelle ist mit reichlich Fußnoten versehen (die ich hier weggenommen habe). Auch an Bildern fehlt es nicht.

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* Héloïse, Äbtissin (Todesjahr 1164). WDR ZeitZeichen, 26.12.2019 14:53 Min. (Online)

** Und wenn noch eine kleine Stilkritik erlaubt ist: "Das im wahrsten Sinne des Wortes einschneidendste Ereignis im Leben des Philosophen" -- diese Formulierung ist wirklich nicht gut. Weil ? Nun ja, überexplizit aus Freude an der Darstellung des Selbstverständlichen. Irgend so etwas.

Freitag, 3. Januar 2020

Hallo, liebe Ärzte!

Ich, der ich nicht viel Erfahrung mit Ärzten habe, habe kürzlich erlebt, dass stumm gewerkelt wurde. Anschließend knappste Hinweise, in fröhlichem Ton.

"'Sprechende Medizin'. Hört zu! Die "sprechende Medizin" liegt im Trend: Ärzte sollen möglichst viel mit ihren Patienten reden. Bitte nicht, liebe Kollegen. Seid lieber mal still. || Ein Gastbeitrag von Gian Domenico Borasio 2. Januar 2020 / 3. Januar 2020 (zeit.de)

Ich möchte, dass A) gesagt wird, was gerade gemacht wird, und B) Ziel und Befund dazu erklärt werden. Kurz, sachlich. Nicht stumm.



Dienstag, 9. Juli 2019

"Langsamer Stoffwechsel?"

Notizbuch

Denke ich zu wenig? ;-)

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Überraschend: Was unser Körpergewicht wirklich bestimmt - es ist nicht Sport und Ernährung

03.07.2019

Dünn oder dick: Unser Gewicht wird von vielen Faktoren beeinflusst, vor allem einer wurde lange Zeit nicht beachtet.

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Wer mehr Kalorien isst, als er benötigt, wird dick. Dieser Grundsatz wird jetzt von Forschern angezweifelt. Diese machen etwas ganz anderes für unser Körpergewicht verantwortlich.

Wer abnehmen will, hört immer dasselbe: Viel Sport und weniger essen soll es richten. Doch viele, die auf diesem Weg versuchen abzuspecken, schaffen es nicht. Dagegen gibt es Menschen, die den ganzen Tag essen, aber nicht zunehmen. Mit diesem Phänomen haben sich jetzt US-amerikanische Forscher befasst - mit erstaunlichem Ergebnis.

Dieser Körperteil benötigt extrem viel Energie - und wir merken nichts davon
So soll unser Gehirn ein wahrlicher "Energiefresser" sein. Rund ein Viertel der Energie, die wir über den Tag verteilt zu uns nehmen, verbraucht das Gehirn. Und das nicht nur, wenn wir unsere grauen Zellen in der Arbeit anstrengen oder Sprachen lernen: Unser Hirn verbrennt am meisten Energie in Form von Glukose, wenn es Hormone bildet und Stoffwechsel und Organfunktionen steuert, wie der Focus berichtet.

"Zu sagen, dass Fettleibigkeit ein Problem der Energiebilanz ist, ist wie zu sagen, dass Fieber durch Temperaturungleichgewicht verursacht wird", sagte Dariush Mozaffarian, Dekan der Friedman School. Die Annahme, dass Übergewicht durch ein chronisches "Zuviel an Kalorien" ausgelöst werde, sei dementsprechend in seinen Augen zu kurz gegriffen. Oder anders herum: Wer weniger Kalorien isst, als er täglich verbraucht, muss nicht unbedingt abnehmen.

...

Dick trotz Diät - das könnte dahinter stecken
Nicht nur das Gehirn beeinflusst unser Körpergewicht. Auch andere Faktoren steuern, ob wir schlank oder eher stämmig gebaut sind. Dazu zählen:

Die Art der Lebensmittel: Einige Nahrungsmittel wie Weißmehlprodukte oder Zucker fördern die Gewichtszunahme. Gemüse, Nüsse oder Obst dagegen halten oder machen schlank. Das Geheimnis liegt in den Ballaststoffen: Diese machen nicht nur länger satt, sondern verbrennen sogar zusätzlich Kalorien und fördern so das Abnehmen, wie eine Studie zeigte.

Genetische Veranlagung: Vieles, das für das Körpergewicht ausschlaggebend ist, ist vererbbar. Etwa unser Stoffwechsel, die Anzahl der Fettzellen im Körper oder unser Sättigungsgefühl. Diese Prozesse "umzuprogrammieren", ist nur in kleinem Umfang möglich - oder sogar gar nicht. | jg (merkur.de)

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Montag, 3. Juni 2019

Homöopathie: Abmahnung

Hätten Sie's gewusst?

Erst einmal diese Meldung (SZ, S. 14):

Montag, 3. Juni 2019 | Homöopathie Abmahnung wegen Globuli-Kritik || Ein Hersteller von Homöopathika geht rechtlich gegen Skeptiker wie die ehemalige Heilpraktikerin Natalie Grams vor. Betroffene sehen darin einen Einschüchterungsversuch. VON CHRISTOPH VON EICHHORN  || Als prominente Kritikerin der Homöopathie ist Natalie Grams einiges gewohnt - fast täglich wird die Aussteigerin aus der Szene in sozialen Netzwerken beschimpft. Aber einer Unterlassungsforderung mit Vertragsstrafe von 5100 Euro für den Fall der Zuwiderhandlung sah sie sich bislang noch nicht gegenüber. Damit droht die Pharma-Firma Hevert der ehemaligen Homöopathin. Diese fordert sie auf, nicht mehr in der Öffentlichkeit zu behaupten, homöopathische Arzneimittel wirkten "nicht über den Placebo-Effekt hinaus". Anlass ist laut dem Schreiben ein Interview mit dem Portal "Die Rheinpfalz" von Anfang Mai, in dem Grams vom Reporter gefragt wurde: "Machen wir es kurz: Wirken Homöopathika?" und sie mit dem Satz des Anstoßes antwortete. 

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Der Rest dann hier. Oder später im Archiv.

Sonntag, 5. Mai 2019

Parasiten, die ihre Wirte manipulieren

Notizbuch

Das hatte ich hier schon mal. Heute bin ich wieder drauf gestoßen.

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Schon seit den dreißiger Jahren beobachten Forscher an Tieren, dass Parasiten ihre Wirte manipulieren. Der kleine Leberegel etwa bringt Ameisen dazu, sich über Nacht an den Spitzen von Grashalmen festzuklammern. So werden sie morgens leichter von weidenden Schafen oder Rindern gefressen, in deren Körpern der Parasit sich vermehren kann. Saugwürmer machen Fische zappelig, damit diese von Seevögeln, den Endwirten des Parasiten, eher gesehen werden. Und Saitenwürmer treiben ihre Wirte – Grillen, in deren Hinterleib sie sich entwickeln – geradewegs in den Selbstmord. Ist der Wurm in ihnen ausgewachsen, hüpfen die Grillen ins Wasser, obwohl sie überhaupt nicht schwimmen können. Der Wurm kann sich jedoch dort vermehren. Nur dort.

Der Evolutionsbiologe Richard Dawkins erklärt das Phänomen so: Lebewesen passen sich im Lauf der Evolution immer besser an ihre Umwelt an. Irgendeine genetische Veränderung erweist sich als besonders praktisch, um mit den Umweltbedingungen klarzukommen – ihr Träger kann sich erfolgreicher vermehren, die Mutation setzt sich nach und nach durch. Und in manchen Fällen, meint Dawkins, bedeute Anpassung eben auch Manipulation anderer Organismen. (zeit.de)

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Wenn das jetzt noch für die politische Metaphorik entdeckt wird!

Dienstag, 12. Februar 2019

Dr. med. Wolfgang Joop (Gynäkologe)

Da staunt er aber, der Laie! Über die Fähigkeit zur Ferndiagnose. Durch angeheiratete Männer noch dazu.

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VIP-News 
Heidi Klum doch nicht schwanger? 
Dr. med. Wolfgang Joops Mann sorgt für Verwirrung 

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Mittwoch, 9. Januar 2019

Adderall (und die Widersprüche!)

Notizbuch

Bei Netflix eine Doku, in der Menschen von Adderall schwärmen. Ich hatte bisher noch nicht mal das Wort gehört! Also nachgeschlagen und gesehen, dass es sogar ein Pharmawiki gibt. Da dann eine extrem lange Liste der Nebenwirkungen! Der Blick schweift und bleibt hängen. Ein kleiner Auszug:


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  • ...
  • Geschmacksstörungen, Durchfall, Verstopfung, Appetitmangel, Gewichtsverlust
  • Allergische Reaktionen, schwere Hautreaktionen
  • Impotenz, Libidoveränderungen, häufige oder anhaltende Erektionen
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Besonders dass Impotenz und häufige oder anhaltende Erektionen zusammen genannt werden, sorgt für eine verquere Heiterkeit ...

Sonntag, 6. Januar 2019

Zahnseide?

Vor Tagen: auf der Suche nach der im vergangenen Jahr gelesenen These: 

  • "Zahnseide nützt wenig bis nix, wenn es um gesunde Zähne geht!"
Nun denn -- als ich meine Zahnärztin zu dieser Frage um eine Meinung gebeten habe, hat die mich so wenig verstanden, dass sie mir, ohne mit der Wimper zu zucken, sofort einen Vortrag zur Technik des Zahnseide-Verwendens gehalten hat.

Hier geht es aber natürlich auch um den Ton, in dem heute diskutiert wird. Wobei - simpel gestrickt ist ja noch Gold! Da darf man sich nicht weiter aufregen!

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Schleichwerbung wäre es, wenn eine bestimmte Herstellerfirma genannt würde. Es gibt davon aber mehrere. Und es wird kein "Umsatz" empfohlen, sondern höchstens der Einsatz dieser Bürsten. Kann es sein, daß Sie etwas simpel gestrickt sind? (Google-Suche)

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Sonntag, 9. Dezember 2018

Nobelpreis: Werner Forßmann

Notizbuch

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... Andere Forscher hingegen überlebten ihre irrwitzigen Selbsteingriffe - und wurden von der Fachwelt dennoch mit Häme gestraft.

So erging es Werner Forßmann, der den wohl berühmtesten medizinischen Selbstversuch der Geschichte unternahm. Sein Chef empfand das Ganze später als eine dumme "Zirkusnummer", der Medizin völlig unwürdig. Gutmeinende Kollegen warnten den deutschen Provinzarzt aus Eberswalde, er könne wegen seiner Experimente durchaus eine Karriere im Zuchthaus beginnen. Was war passiert?

1929 erfüllte sich der gerade einmal 25-jährige Assistenzarzt einen Traum. Er punktierte sich seine linke Ellenbogenvene und schob sich einen langen, dünnen, mit sterilem Olivenöl eingefetteten Schlauch in die Vene. Tiefer, immer tiefer, bis ins Herz. Er verspürte immer noch keinen Schmerz, sondern nur "ein Gefühl leichter Wärme", wie er später berichtete. Dann lief er während seiner Selbst-OP ein Stockwerk tiefer, zum Röntgengerät. Dort ließ er die Beweisaufnahme machen, die die Welt elektrisieren sollte: Forßmann hatte sich soeben den ersten Herzkatheter der Medizingeschichte gelegt.

Die Medien feierten ihn wie einen Popstar. Immer mehr Details kamen ans Licht: Forßmanns Vorgesetzte hatte den Versuch strikt untersagt. Kurz vor dem Experiment war Forßmann sogar von einer Krankenschwester erwischt worden. Um ihn aufzuhalten, bot sie sich sogar selbst als Versuchskaninchen an. Nur zum Schein ging der Arzt darauf ein; als die Schwester hilflos auf dem OP-Tisch geschnallt war, begann er mit der Arbeit – an sich selbst.

Die Fachwelt ignorierte den renitenten jungen Arzt, obwohl ihm neun weitere Versuche gelangen und er ein klares Ziel hatte: die Diagnostik des Herzens zu verbessern. Nach einem erfolglosen Zwischenspiel bei der Berliner Charité landete Forßmann wieder in seinem Provinzkrankenhaus in Eberswalde.

Schon in Vergessenheit geraten bekam er 27 Jahre nach seinem Selbstversuch Post aus Stockholm. Forßmann hatte gerade den Nobelpreis für Medizin gewonnen. (spiegel.de)

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P. S. Die Wikipedia stellt den Lebensweg anders dar als der SPIEGEL.

Dienstag, 13. November 2018

Armin Fuhrer

Notizbuch

In einem Podcast eher eine Nebenbemerkung: Pogromnacht. Aus vorgebliche Auslöser, Diplomantemord in Paris. Auf einen Befehl von oben sei vom Rath nicht gerettet worden.

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Zuzutrauen war Brandt eine solche bewusste Fehlbehandlung. Der Mediziner war 1939 bis 1941 Hitlers Beauftragter für den tausendfachen Krankenmord, beschönigend „Euthanasie“ genannt. Für die Beteiligung am ersten geplanten Massenmord der Nazis wurde er 1948 hingerichtet.

Armin Fuhrer urteilt mit Zurückhaltung: „Auch wenn letzte harte Beweise fehlen – es liegt nahe, dass die deutschen Ärzte auf allerhöchsten Befehl von Hitler Ernst vom Rath bewusst sterben ließen, obwohl er wahrscheinlich zu retten gewesen wäre.“ (welt.de)

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Man lernt eben nicht aus.

Freitag, 17. April 2015

Köpfe-Verpflanzer 2.0

Ich lese eben etwas und denke mir: Hey, du warst da schon! Wann war das? Am 6. November 2011 schon!

"KOPFTRANSPLANTATION VON VALERY SPIRIDONOV | Russe will sich seinen Kopf transplantieren lassen Von Torsten Harmsen || Es klingt wie die Geschichte von Doktor Frankenstein: Bei Transplantationen von Herz oder Nieren geschieht zwar schon Ähnliches jeden Tag in den Kliniken. Doch ein italienischer Neurochirurg will nun den nahezu unvorstellbaren Schritt gehen und einen Kopf von Mensch zu Mensch verpflanzen. Drucken per Mail Tausend Fragen kommen auf, wenn man liest, was zur Zeit durchs Internet geistert. Ein Russe, der an einem unheilbaren, am Ende tödlichen Muskelschwund leidet, will seinen Kopf auf den eines hirntoten Spenders transplantieren lassen, um zu überleben. „Meine Entscheidung ist endgültig“, sagte der 30-jährige Informatiker Valery Spiridonov einer britischen Zeitung. Die erste Kopftransplantation der Welt wäre zweifellos eine Sensation. So unglaublich, dass man Mühe hat, nicht an einen makabren Scherz zu glauben. Wären da nicht die Publikationen auf wissenschaftlichen Seiten oder in Magazinen wie etwa Science Alert oder New Scientist. Sie stellen die durchaus ernstzunehmenden Pläne des italienische Neurochirurgen Sergio Canavero aus Turin vor, der bereits 2017 die Operation an Spiridonov durchführen will. „Head Anastomosis Venture“ (Kopf-Verbindungs-Projekt) nennt sich sein Vorhaben. Zur Zeit sucht er dafür noch Geld und hält Vorträge – auch auf Video –, um für die Operation zu werben." (Berliner Zeitung)

Ja, dieses Thema hat mich nicht mehr losgelassen, seit wir in der Schule über den Sitz der Seele gesprochen haben und der Religionslehrer die katholische Position verkündet hat: Die Seele ist mit dem ganzen Körper verbunden. Und ich zurückgefragt habe: Und wenn es eines Tages gelingen sollte, einen Kopf zu verpflanzen, welche Seele hat dann dieses neue Wesen?

Und heute? Wenn diese Sache auch nur halbwegs gelingt -- wie alt werden dann die Köpfe? Wie schnell altert das Gehirn selbst, wenn es immer wieder auf neue junge Körper gepflanzt wird?

Montag, 10. November 2014

Der sportmedizinische Laie ...

... staunt da doch sehr. Wie lange ist ein Fußballer wohl nicht einsatzfähig, bei dem Folgendes diagnostiziert wird:

"Unverschobener, belastungsstabiler Wadenbeinbruch rechts."

Nun, ich hätte geschätzt, mit aufbauendem Traing: zwei Monate. Aber was lese ich nun:

"Nach Angaben des Vereins fällt der Grieche mindestens zweieinhalb Wochen aus."

Wunder der Sportmedizin?

Na gut: mindestens. Vielleicht also doch zwei Monate. Aber die Fachmann-Schätzung wird ja wohl mehr Gewicht haben.

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Ach, und hier läuft Kramers Eigentor in einer bösen Endlosschleife. Und bei 11-Freunde, wahrscheinlich ein wenig länger online, eine schöne Zusammenstellung dieses "unterschätzte[n] Traumtor-Genre[s]".


Donnerstag, 3. Juli 2014

Für eine radikale Drogenfreigabe

SPD-Bundestagsabgeordneter Michael Hartmann. Angeblich Crystal Meth - eine Droge mit Geschichte.

Ok, ich habe, wie die meisten wohl, mit Drogen nichts am Hut. Aber ich bin dennoch für eine radikale Freigabe aller Drogen. Warum? Weil damit in erster Linie Positives erreicht würde.

"Crystal gehört zu den am schnellsten zerstörenden Drogen überhaupt, wobei für die zerstörerische Wirkung wesentlich die Verunreinigungen verantwortlich gemacht werden, mit denen bei illegaler Herstellung zu rechnen ist."

Die Leute, die vordem Pervitin in reiner Form bekommen haben, haben offenbar ganz normal weitergelebt. War Heinrich Böll denn nach dem Krieg noch süchtig nach dem Zeug? ("Doch die Soldaten versorgen sich aus der Heimat. Der junge Gefreite Heinrich Böll bittet in nahezu jedem zweiten seiner Feldpostbriefe um Pervitin.")

Das Positive wäre:
  • Erfassung und Kontrolle der Süchtigen rein unter medizinischen Gesichtspunkten, wie z. B. bei Alkohol. Jeder wirklich Drogensüchtige gilt als krank. Dazu gibt es jede Menge Übergänge zwischen gesund und krank. Wie beim Alkohol eben.
  • Ende der verschiedenen Formen der Kriminalität, bei Herstellung, Verteilung und Beschaffung / Konsum.
Überhaupt die Gefahren! Die Leute haben in den 1960er Jahren auch geglaubt, dass die Gesellschaft zerfällt, wenn die Sexualmoral nicht mehr streng ist. Und was ist geschehen? Liebeskummer gibt es immer noch. Aber sonst?

Mittwoch, 11. Juni 2014

Ein Arztroman

Es gibt so vieles in der Welt. Und von den allermeisten Dingen erfährt man nur durch Zufall.


Klaus-Dieter Sprössel: Wende in Weiß. Arztroman. Über die Schattenseiten der Wende 1989.

Kann es sein, dass der Ansatz falsch ist? Wer würde erwarten, dass große Veränderungen keine Schattenseiten zeitigten? Aber lesen müsste man's. Natürlich. Nur -- wer hat die Zeit alles zu lesen?

Die große Frage: Wie sind die Filter beschaffen, die wir so leicht übersehen. Sodass wir glauben, was wir sehen, sei die Wirklichkeit.

Mittwoch, 5. März 2014

Todestrafe: Pentobarbital und anderes

Aus der Wikipedia-Diskussion.

Eine Frage, die mich umtreibt, seit ich Meldungen wie diese gelesen habe:

"Giftmangel ist das akuteste Problem. Ein EU-Ausfuhrstopp hat den Nachschub des vom dänischen Pharmakonzern Lundbeck hergestellten Pentobarbitals abgeschnitten. Viele Staaten testen auf eigene Faust Alternativen, mit oft grausigen Folgen. Die letzten Worte des in Oklahoma hingerichteten Mörders Michael Lee Wilson waren: "Ich spüre, wie mein ganzer Körper brennt." Texas, South Dakota und Missouri bestellen ihr Gift bei einer obskuren US-Apotheke. Andere erwägen, die Todeskandidaten statt dessen vor ein Erschießungskommando zu stellen." (SPIEGEL Online)

Gerade läuft eine Sendung in WDR 5, über Sterbehilfe in der Schweiz. Das neue Buch einer französischsprachigen Autorin. (Im Sendeplan von WDR 5 seltsamerweise nicht zu finden.) Das ist nur der Anlass für die folgende einfache technische Frage, jenseits der ethischen Implikationen: Warum verwenden die USA nicht die Mittel, die für die Sterbehilfe in der Schweiz und anderswo verwendet werden? WP, Sterbehilfe: "Aktive Sterbehilfe erfolgt oft durch Verabreichung einer Überdosis eines Schmerz- und Beruhigungsmittels, Narkosemittels, Muskelrelaxans, Insulin, durch Kaliuminjektion oder einer Kombination davon." Verdachtfrage: Sind diese Mittel zu wenig grausam oder zu wenig sicher?

Sonntag, 1. Dezember 2013

DGCH

Welcher Nicht-Chirurg, meinetwegen Arzt, aber eben nicht Chirurg, hat einmal mit Vorsatz und genau das Siegel der DGCH, der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie angesehen? Ja, das hier:


Wahrhaftig, ein Hand-Spiralbohrer, eine Säge und ein Skalpell, das aussieht, wie ein klassisches Rasiermesser. Das nenn ich Geschichtsbewusstsein!