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Montag, 14. Dezember 2015

Banksy, Jobs und die Argumente

Die, im weitesten Sinne, politische Argumentation ist so eine Sache. Zunächst ist Banksy, der Sprayer, ein Kunstphänomen. Das heißt, ein Phänomen des Kunstmarkts und seiner schwer bis gar nicht zu durchschauenden Regeln. Es gibt Millionen Sprayer und einer wird weltberühmt. Wegen der Qualität seiner Werke? Vielleicht. Jedenfalls sprüht er nicht irgendwelche Bilder, sondern politisch Engagiertes.

"Ein Apple-Rechner in der Hand, ein Müllbeutel auf dem Rücken: Banksy hat ein neues Graffito geschaffen, das auf die Herkunft von Steve Jobs' Vater hinweist, der syrischer Migrant war. Er kommentiert so die Flüchtlingskrise. [...] Wie der 'Guardian' berichtet, äußerte sich Banksy in einem seiner raren Statements zu dem Graffito: 'Wir werden oft dazu gebracht zu glauben, Migration belaste die Ressourcen des Landes, aber Steve Jobs war der Sohn eines syrischen Migranten.' Und weiter: 'Apple ist das profitabelste Unternehmen auf der Welt - und es existiert nur, weil ein junger Mann aus Homs reingelassen wurde.' Jobs' biologischer Vater, Abdulfattah 'John' Jandali, war nach dem Zweiten Weltkrieg in die Vereinigten Staaten emigriert." (SPIEGEL Online)

Jetzt ist die Frage, ob sich wirklich mit klarem Verstand sagen lässt: Die Immigration wird uns einige Steves bringen! Selbst wenn dem so wäre, bleibt die Frage: Wiegen die zwei Steves, die Deutschland in 40 Jahren haben wird -- Sohn eines Immigranten! -- die Probleme auf, die es zwischenzeitlich geben kann? 

Mich erinnert Banksys Überlegung an einen Internationalen Frühschoppen zum Thema Abtreibung. (Man sieht am Thema und an Werner Höfer: das ist ein paar Tage her.) Da sagte ein Kirchenvertreter: Wenn seinerzeit abgetrieben worden wäre, dann hätten wir vielleicht Mozart und Beethoven nicht ...

Was sagen Statistik und gesunder Menschenverstand -- mal angenommen, es gibt den letzteren -- zu diesen Argumentationssträngen?