Mittwoch, 30. September 2009

Westerwelle und das Englische

Westerwelle hat sich geweigert, eine Frage eines BBC-Reporters auf englisch zu beantworten. Und wir erfahren:

Der BBC-Reporter hat Westerwelle vor Hunderten Journalisten und Dutzenden Kameras gefragt, ob er eine Antwort zur Außenpolitik auf Englisch erhalten könne. Der lehnte das, zugegeben brüsk, ab. Dennoch ist seine Reaktion in der Sache eine pure Selbst- verständlichkeit. Weil der FDP-Chef Außenminister werden möchte, hat er sich schon bekannt gemacht mit den Gepflogenheiten auf dem diplomatischen Parkett.

Dort gilt: Bei Statements mit internationalem Bezug redet man besser in der Muttersprache. Weil es auf jede Nuance ankommt. Weil es klüger ist, einmal unhöflich zu sein, als später diplomatische Verwicklungen mühsam wieder entwirren zu müssen. Ressentiments gegen die Briten? Nonsens. Westerwelle bot dem Reporter sogar an, bei einer gemeinsamen Tasse Tee gern englisch zu parlieren.

Und dann weiter:

Es wäre übrigens ein interessantes Experiment, David Miliband oder Hillary Clinton mal auf Deutsch zu befragen. Oder, um sich das peinliche Augenbrauenzucken zu ersparen, doch besser auf Englisch – dann wäre auch gleich zu besichtigen, ob all die Westerwelle-Spötter denn selbst über Fremdsprachenkenntnisse auf Oxford-Niveau verfügen. Der Oberliberale spricht übrigens ein Schulenglisch, das dem vieler seiner Vorgänger durchaus überlegen ist. Wurden Joschka Fischer oder Frank-Walter Steinmeier deshalb mit Häme übergossen?

Hübsche Bemerkungen. Wobei das Erstaunliche doch ist, dass Joschka F. am Ende sehr gut auf Englisch parlierte. Von Steinmeier ist das nicht klar. Will heißen: Ich weiß es nicht. Aber klar ist schon: Feinheiten sagt man besser in der Muttersprache.

Sprachliche Feinheiten

WELT Online vermeldet in einer Mail-Mitteilung, die eine Presseschau enthält, dies:

Zukunft der SPD
Daniel Friedrich Sturm vermutet in der Welt, dass Gabriel Steinmeier schon bald in den Schatten stellen könnte. Er fordert außerdem, dass Nahles und Gabriel die Mitte nicht aufgeben dürfen. SPD sein oder Sekte*

Das war nicht schwer zu verstehen. Wir wissen ja, wer die Herren Gabriel und Steinmeier sind. Interessanter aber ist natürlich, sprachlich gesehen, die kurze Irritation, die eintritt. Bevor das Sprachzentrum zurechtrückt: "Ach so! Natürlich! Gabriel ist kein Vorname des Herrn Steinmeier. Gemeint ist, dass der Gabriel den Steinmeier schon bald in den Schatten stellen könnte.

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Und in derselben Aussendung auch noch ein Hinweis auf Brigitte Seebachers sprachkritische Westerwelle-Einführung. Ein längeres Zitat hieraus:

Und dann wird die Partei, die sich liberal nennt, gewiss auch dem Freiheitsgebot in der Forschung zum überfälligen Durchbruch verhelfen. Auf dass der Hokuspokus, der mit der Ethik getrieben wird, aus dem öffentlichen Diskurs verschwinde. Kampf dem Phrasentum! Und Schluss mit den falschen Versprechen! Die Arbeiter gehören geschützt, nicht die Arbeitsplätze.

Die gerade Linie aber nutzt nur, wenn sie gehalten und erklärt und nicht bei jedem kleineren Beben verlassen wird. Das dürfte so schwer nicht werden. Attacke ist nicht in Sicht. Solange nicht, wie vom rötlichen Milieu Leistungs- und Lastenträger aller Art verschreckt werden. Im Wettbewerb um die schönste Gerechtigkeitsparole darf man sich auf ein Massaker freuen. Rot-Rot ein Gespenst? Nicht mal das! Es geistert ohnehin nur dort herum, wo man sich aushalten lässt - von finanzstarken Ländern und dem Bund.

Westerwelle hat freie Fahrt. Mag er die Dame [Angela Merkel] zum Jagen tragen.

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* Der Artikel dazu steht hier.

Dienstag, 29. September 2009

Piratenpartei

Wie kann man ihren (relativen) Erfolg erklären? Oder soll man doch einfach staunen und mehr nicht? Ein staunender und erstaunlicher Satz aus der WELT. Es sei, sagt der Autor,

"erstaunlich, dass mein 27-jähriger Nachbar die Hälfte seiner Lebenszeit als 'Kampf-Kleriker' in der virtuellen Welt von 'World of Warcraft' verbringt. "

Tja, wo ist die Welt bloß hingekommen?!

Montag, 28. September 2009

Demokratie-Kritik von Henri

Und wenn wir schon dabei sind, noch einmal Pispers. Seine unterkühlt vorgetrage Demokratie-Kritik. "Sind Sie wirklisch der Meinung, dass jemand, der zu blöd ist für die 'auptschulabschluss, dass der die gleiche Stimmrecht 'aben soll wie Sie?!"

Bundestagswahl - aus dem gehörigen Abstand heraus

Sagt das Mitglied der echten Sieger-Partei dieser Bundestagswahl 2009: Im Grund tun mir die SPDler doch auch wieder ein wenig leid. Und dann fragt sich der Betreffende, ob Volker Pispers vielleicht doch die richtige Analyse vorweg geliefert hat.

David Carradine's Death

Das heißt Surfen -- einfach bei etwas sein, das man nicht gesucht hat. Beispielsweise Youtube-Kommentare zum Tod von David Carradine:

spiritmindeddotcom
I think I saw something like this (death by autoerotic asphyxiation) in an episode of "Six Feet Under". ;)

SylviaKayeSims
Can women do autoerotic asphyxiation? I was thinking of trying it tonight, while I'm alone......
What are my chances of suffocatiing and dying? It would be so embarrassing to be found dead like that.

talon115
No matter how he went out...he is still a legend!

fluxmuldar
a wig, fishnet stockings, and autoerotic asphyxiation. How embarassing.. rofl.
72 year old perv... "dirty old man" to the extreme!

kapacon
He just loved himself to death!

Acronis True Image 1: Einzelne Dateien finden und zurückspielen

Es ist schon wieder ein paar Tage her, dass wir unter Sonstiges eine Diskussion zu Acronis True Image geführt haben. Ich fand die Software sperrig und eher unangenehm, musste mich aber belehren lassen, dass ich über Dinge rede, die ich gar nicht richtig kenne oder verstehe.

Das hab ich mir zu Herzen genommen und mir gesagt: Jetzt hast du dieses so viel gelobte Image-Programme. Jetzt probier es halt mal damit! Gut. Ich würde jetzt gerne drei Fragen stellen, die so spontan entstehen. Hier also Frage 1:

Bei der Gesamtsicherung meiner Partitionen c:\ und d:\ hat ATI die Dateien MeinBackup1.tib bis MeinBackup44.tib auf die externe Festplatte geschrieben, jede Datei genau 4.294.966.784 Bytes groß. Die letzte Datei ungerade Byte-Zahl mit dem Rest.

[b]Frage: Ich nehme die externe Platte mit und will 12 Dateien, die ich gerade brauche, extrahieren, um auf meinem Notebook damit arbeiten zu können. Wie gehe ich da vor? Genauer: Wie finde ich diese Dateien in der etwas wüstenhaft-gleichförmigen Summe der Backup-Dateien?[/b]

Noch was aus dem Umfeld: In einem anderen Forum sagte jemand, Image-Programme seien nicht dazu da, einzelne Dateien zurückzuspielen. Ein anderer merkt an: "Acronis True Image kann auch einzelne Dateien aus einem Image extrahieren und zurückspielen."

Was erst mal als Vorteil dasteht. Nur -- wie geht das, wenn die Dateien in diesen gleichförmigen .tib-Dateien drin stecken, die sich jedenfalls mit Vista-Mitteln nicht durchsuchen lassen?

LCD-Fernseher 32 Zoll

Ja, Gott -- das Internet und seine Suchmaschinen könnte besser sein. Gewiss! Nehmen wir mal dieses Beispiel: Sie wollen sich einen Flachbildfernseher kaufen, wissen nicht welchen und geben bei Google ein:


Dann bekommen Sie die Tests von 2007. Da fügen Sie 2009 hinzu. Ja, die Seite von CHIP wird angeboten. Und da? Diese sehr unangenehme Liste mit allem und jedem, das einen sofort und fluchtartig die CHIP-Seite verlassen lässt. Die wollen einen nur wegen der eigenen Klick-Statistik ihren Werbekunden gegenüber auf solche belämmerten Seiten locken! Brrrh!

Was also tun? Wir gehen zu Amazon und schauen uns die Beurteilungen an. Und vergessen Google und CHIP. Nur eben -- ob der Aldi-Fernseher von heute einen Vorteil bietet, ist immer noch unklar.

Der neue Bundestagsabgeordnete

Jawohl, auch ich kenne einen neuen -- wirklich neuen und also noch nicht verbrauchten -- Bundestagsabgeordneten persönlich. Also, nicht gut. Aber ich hab ihm ein paar Mal die Hand geschüttelt. Parteifreund halt.

Und jetzt stelle ich mir vor: der Mann an diesem Morgen. Heute. Hoffentlich gar nicht oder nur leicht verkatert. Jetzt wird er, großzügig finanziell unterstützt, ein Leben an zwei Orten führen müssen. Ich hoffe zuversichtlich, dass ihm das Seehofersche* Schicksal erspart bleibt.
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* Seltsamerweise habe ich nirgendwo gelesen, dass ein kleiner Mit-Grund für das schlechte Abschneiden der CSU gestern auch die, natürlich laa-aaang zurückliegende, amour fou des Vorsitzenden sein könnte. Nicht einmal ein ganz ein kleiner Grund? Oder gibt es nicht vielleicht doch ein paar ober- und ein paar niederbayerische Frauen, die dem Herrn Seehofer diese, sagen wir: Eskapade verübelt haben?

Einstein und die Frauen

Ein Zufallsfund. Ich ich frage mich dann doch: Hat Albert Einstein das wirklich gesagt oder gar geschrieben?

"Manche versuchen das Wesen der Frau zu verstehen, andere befassen sich mit weniger schwieriegen Dingen, z.B.: der Relativitätstheorie."

Wobei -- Einstein hatte, wenn wir mal ein Bisschen bunt reden wollen, mit Frauen wohl tatsächlich größere Probleme als mit der Relativitätstheorie. Aber ob man das verallgemeinern kann...?

Samstag, 26. September 2009

Bizarr 002

Was für eine Droge mag der Mann genommen haben, von dem BILD da berichtet?

DEUTSCHER LKW-FAHRER IN SCHWEDISCHER HAFT
Er onanierte am Steuer – und krachte in Leitplanke

[...]
Der 30 Jahre alte Nordrhein-Westfale hatte Polizisten berichtet, er sei morgens mit seinem Lkw in die Leitplanken gekracht, weil er sich gerade mehr auf das Onanieren als auf die Straße konzentrierte. Der Verkehr auf der zentralen Verbindung von Göteborg nach Stockholm war nach dem Unfall mehr als zehn Stunden lang stark behindert.
Bei einer Untersuchung im Krankenhaus von Borås attackierte der leicht verletzte Fahrer eine Krankenschwester und schleuderte sie gegen die Wand des Behandlungsraumes. Während des anschlie- ßenden Polizeiverhörs begann der Deutsche dann wieder zu onanieren, ehe er hinter Schwedischen Gardinen landete.

Bizarr 001

Das ist eine Meldung aus der WELT, und die lassen wir wieder mal staunend so stehen. Wobei die Frage bleibt, die offenbar keiner von der WELT stellt: Wie kam der Fahrer an die Handy-Nummer der Frau, hinter ihm in der Straßenbahn?

HANDY FOTO
Straßenbahnfahrer sendet Nacktbild an Fahrgast
26. September 2009, 11:25 Uhr
In Karlsruhe hat der Fahrer einer Straßenbahn in der Kabine sein Geschlechtsteil fotografiert und das Bild über sein Handy versandt. Ein weiblicher Fahrgast empfing die Nachricht. Dafür wurde er verurteilt. Jetzt zieht er erneut vor Gericht. Er behauptet, das Bild an seine Freundin verschickt zu haben.

Freitag, 25. September 2009

Die bayerische "Medaille für besondere Verdienste" [Peter Meding]

Meine Anfrage vor drei Tagen, per Mail, bei der Pressestelle des bayerischen Innenministeriums, dem der Herr Minister Joachim Herrmann vorsteht.

"Gestern abend habe ich im Vorbeigehen in einem Fernsehsender einen kurzen Bericht gesehen, dem zufolge ein Mann ebenfalls die 'Medaille für besondere Verdienste um die Innere Sicherheit' bekommen sollte, dann aber wieder ausgeladen wurde. Weil er einmal wegen Haschisch-Besitz vor Gericht gestanden hat. Das Bemerkenswerte: der Mann, der vor der Kamera erschien, machte einen durchaus normal-bürgerlichen Eindruck. Er hat bei seiner Hilfeleistung, so der Sender, gesundheitliche Schäden davongetragen und steht kurz davor, deswegen in die Obdachlosigkeit zu geraten. | Ich habe mir leider die genauen Sendedaten nicht gemerkt, aber die Sache geht mir nach. Ihnen ist der Fall sicherlich aber auch ohne genaue Quellen-Hinweise bekannt. | Frage: Ist diese Darstellung des Fernsehsenders zutreffend?"

Ich habe nicht geglaubt, dass ich Näheres herausfinden werde. Nicht vor der Antwort aus dem Ministerium, auf die ich zuversichtlich hoffe. Aber was ist der Fall? Die SZ meldet es heute:

Kommentar
Der tiefe Fall eines Helden
Es gibt ihn also auch, den Helden, mit dem man sich auf staatlicher Seite nicht so gern schmücken möchte. Einen, der Ehre zwar verdient hätte, den die Politik aber partout nicht feiern will. Peter Meding aus Tutzing ist offenbar so ein Mensch. Der 50-Jährige hatte 2008 eine Gruppe von Kindern vor brutalen Schlägern geschützt und war daraufhin selbst verprügelt worden. So schwer, dass es ihn danach regelrecht aus der Bahn geworfen hat. Eigentlich hätte er am Montag die Verdienstmedaille von Innenminister Joachim Herrmann überreicht bekommen sollen. Doch das Ministerium lud ihn kurzerhand wieder aus, weil sich herausstellte, dass Meding schon mal mit Drogen erwischt worden war.
Der Fall des couragierten Helfers macht deutlich: Dankbarkeit kann ein sehr kurzlebiges Mitgefühl sein. Wenn ihm jetzt die Ehrung für seine Tat verweigert wird, ist das der Höhepunkt eines beispiellosen Falls. Meding ist seit dem Überfall bis ganz nach unten durchgereicht worden. Er ist heute ein Sozialfall, hat Schulden und keine Arbeit. Er hat in der Vergangenheit einiges falsch gemacht. Aber taugt er deshalb nicht als Vorbild?
Meding fühlt sich zu Recht im Stich gelassen, schließlich hatte er ohne Umschweife geholfen, als andere seine Hilfe benötigten. Was also unterscheidet Meding von Dominik Brunner, der mutig Kinder am Münchner S-Bahnhof Solln vor Schlägern beschützte, dafür aber mit seinem Leben bezahlte? Auch Meding hat alles richtig gemacht, als er sich für bedrohte Kinder einsetzte. Er hat vorgelebt, was Ministerpräsident Horst Seehofer gerade erst wieder als "Kultur des Hinsehens" bezeichnete. Meding hat die Auszeichnung verdient. Mike Szymanski"


Quelle: Süddeutsche Zeitung, Nr. 221, Freitag, den 25. September 2009 , Seite 33

Mal sehen, was da die Antwort aus dem Hause Hermann sein wird.

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Inzwischen ist eine Eingangsbestätigung für meine Nachfrage aus dem bayerischen Innenministerium eingetroffen. Als Brief, nicht als Mail. Und im Bayerischen Rundfunk habe ich heute morgen eine Stellungnahme eines Ministeriumssprechers gehört. Peter Meding ist auch zu Wort gekommen. Offenbar wurde er wegen eines Rauschgiftdelikts zu einer Bewährungsstrafe verurteilt und hat dann -- wegen unerlaubten Traktor-Fahrens -- gegen die Bewäh- rungsauflagen verstoßen.

Wahrnehmungstheorie 1

Jens erzählt, in seinem Kopf spielten sich lauter fruchtlose, oft sogar vollkommen lächerliche Diskussionen ab. Das mache ihn zunehmend nervös. Das etwa: Zwei Männer, Experten für Fotografie, streiten sich über den Wert der Schwarz-Weiß-, also der Graustufen-Aufnahmen. Der eine ist dafür, direkt im Graufstufenmodus Aufnahmen zu machen, der andere spricht sich für das Farbbild aus, weil man das dann immer noch mit einem Klick am PC das Farbbild in ein Graustufenbild umwandeln. Umgekehrt sei das bekanntlich nicht möglich. Und einen Unterschied könne man nicht erkennen. Da sagt der Kontrahent: "Es ist eine der unsäglichen Wesenszüge der Moderne, dass sie glaubt, nur das, was durch Wahrnehmung erkennbar ist, sei überhaupt Erkenntnis."

"Was soll man zu solche einem Satz denn noch sagen?" fragt Jens. Er scheint ehrlich ratlos zu sein.

Donnerstag, 24. September 2009

Oktoberfest 2009: Bierpreisentwicklung

[ Bierpreis / Oktoberfest in diesem Blog ]

Erstaunlich, den Bierpreis des Oktoberfests nach 1945 zu bekommen, war gar nicht so schwer. Weil das Tourismusamt München, das die Liste auf meine Frage hin schnell schickte. So also sieht die Sache aus, nachdem ich die pdf-Liste des Tourismusmts ein wenig umformatiert habe und per Rechenblatt ein Diagramm erstellt habe. (Das Balkendiagramm zeigt den in Euro umgerechneten Preis.)



Hier die Wikipedia-Diskussion (archiviert) zu dieser Sache.

Dienstag, 22. September 2009

Die Mord-Gesellschaft

Ist es eine Sache der prompten, ständig verfügbaren Berichterstattung, dass einem Angst und Bange werden kann in diesen Tagen? Nach München-Solln geht es weiter. Ansbach. Nun Biesigheim. Angst und Bange auch wegen der Art und Sprache der Berichterstattung, der Vorfälle, der Wortschablonen bei den Stellungnahmen, der grotesken "Nebensächlichkeiten", die da auftauchen.

Bürgermeister Steffen Bühler war gestern am frühen Morgen von der Tötung des jungen Besigheimers verständigt worden. Der Vorfall sei bedauerlich und schrecklich und für die Angehörigen und Freunde des Opfers nur schwer zu verarbeiten. Eine unmittelbare Beziehung zum Winzerfest bestehe aber nicht, betonte der Bürgermeister am Rande der großen Weinprobe in der Alten Kelter. Der junge Besigheimer sei nachweislich nach Schließung aller Lokalitäten getötet worden, abseits vom Festgeschehen. Er sehe keinen Grund, am Ablauf des Festes Abstriche zu machen.

Beinahe an der gleichen Stelle war es vor rund drei Jahren während der Fußballweltmeisterschaft ebenfalls zu einer Bluttat mit tödlichem Ausgang gekommen. Nach einem Streit mit einem 22-Jährigen war ein 57 Jahre alter Mann ums Leben gekommen. Der Täter wurde damals zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Weitere Hinweise erhofft sich die Polizei von den Aussagen einer Radfahrerin, die gegen 6.30 Uhr vom Bahnhof kommend am Tatort vorbeigefahren ist und dort einen Apfel verloren hat.

"Verbesserte Angebote" der Zahnärzte u. a.

Ich halte hier mal meine Wikipedia-Frage zur Gesundheitsreform fest und frage die AOK und das Bundesministerium für Gesundheit.

"Wo bringt man hier eigentlich das 'neue marktwirtschaftliche Element' der Gesundheitsreform unter, das meiner Beobachtung nach so aussieht: Als Kassenpatient geht man heute zum Zahnarzt. Bei nahezu jedem Behandlungsschritt sagt der Zahnarzt: Da gebe es die Standardlösung, die von der Kasse bezahlt werde, und dann aber die viel bessere Lösung mit XYZ-Vorteil. Die koste ... Euro extra. Ob man denn die Standardbehandlung wolle oder die bessere. Er malt dann -- was für ein Einsatz! -- auf ein Blatt Papier die Vorteile der teureren Lösung auf. Bei der Frage, ob mann denn da vielleicht ein Informationsblatt und einen Kostenvoranschlag mit genauerer Beschreibung bekommen könne, windet er sich: Also, nein, weil... Was er nicht sagt: Dass man mit so einem Kostenvoranschlag mal überprüfen lassen könnte, ob dieses ständige Mehrleisung-Draufzahl-Anbieten sinnvoll und rechtens ist. (Gleiche Beobachtung beim Augenarzt. Gott verhüte, dass ich noch andere Ärzte in den nächsten 50 Jahren brauche!)"

Stegner, Ralf - SPD - Schleswig-Holstein

Zu dem hier noch ein Nachtrag:


Was haben Politiker im Wahlkampf und Rassismus gemeinsam? Ob wir wollen oder nicht, wir schauen als Wähler und Rassisten auf, rational gesehen, völlig unerhebliche Eigenschaften eines Menschen. Auf äußere Eigenschaften. Rassistisch: Hautfarbe -- lächerlich! Politisch: Gesichtsausdruck -- lächerlich! Aber wer wollte leugnen, dass beides politische Größen sind? Schauen wir uns den Ausdruck von Ralf Stegner, SPD, Schleswig-Holstein an. Stegner mag ein guter Politiker und ein analytischer Kopf erster Güte sein, was fragt sich der Durchschnittswähler wahrscheinlich doch? "Muss der eigentlich immer so griesgrämig schauen?"

Der Mensch ist eben nur an der ganz dünnen Oberfläche vernünftig.


Ach, und wer ist nun das Vorbild für Ralf Stegner? Eindeutig Herbert Wehner.

Montag, 21. September 2009

Günter Grass

Mal wieder ein (später) Fund zu Günter Grass. (Als Ergänzung zu dem da.)

"GRASS GILT IN DEUTSCHLAND ALS MORALISCHE AUTORITÄT. WAS SAGT ES ÜBER SEINEN CHARAKTER AUS, DASS ER SO LANGE SCHWIEG?

Ich werde mich hüten, den Charakter anderer Menschen zu beurteilen, weil es mir schon schwer fiele, den eigenen zu beschreiben. Wohl aber frage ich mich – damit stehe ich wohl nach diesem Bekenntnis des Nobelpreisträgers nicht allein –, warum er so lange verschwiegen hat, bei der SS gewesen zu sein. Einer, wie man ja schon lange weiß, und ein so politischer Mensch wie Grass weiß es erst recht, verbrecherischen Bande. Sein Eingeständnis hat, glaube ich, nichts mit seinem Charakter zu tun. Er sagt ja, sich endlich von der Last befreien zu müssen, sei sein Antrieb gewesen, dies nun in seinen Erinnerungen zu schreiben."

Jessica Alba war als Kind hässlich?

Gestern abend irgendwo im Fernsehen: J. A., die dick gewesen sein soll. Nachgeschlagen und diese Seite gefunden:


Jessica Alba war als Kind Hässlich

Los Angeles - Bei Hollywood-Schauspielerin Jessica Alba ist offensichtlich das Märchen vom hässlichen Entlein wahr geworden.
...
Wie der Online-Dienst "contactmusic.com" berichtet, war die heute 24-Jährige in ihrer Kindheit nämlich alles andere als eine Schönheit. Jessica wörtlich: "Ich war als Kind hässlich und unbeholfen. Ich hatte eine Zahnspange. Ich hatte ziemlich schlimme Hasenzähne und ich habe eine zeitlang gelispelt. Ich hatte wirklich meine schlimmen Momente mit den Hässlichkeitsgenen."

Schon früher ließ Jessica verlauten, dass sie eine harte Kindheit hatte. Sie litt unter Zwangsneurosen, Panik-Attacken, Schlaf- und Ess-Störungen. Die Schule brach Alba mit zwölf Jahren ab, weil sie so schlecht war. (Fan-Lexikon berichtete)

Doch heute ist aus dem hässlichen Entlein ein schöner Schwan geworden. Im Moment gilt Jessica in Hollywood als eine der begehrtesten Jungschauspielerinnen.

Ist das jetzt tröstlich für die Hässlichen?