Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Montag, 14. Juli 2014

WM und Sprache 2: Vermischtes

Diese WM! Zittern. Schreien. Beten. Je nach Temperament. Und es gibt schöne Funde, sprachlich gesehen. Beispiel:

-------

"Die Weltmeisterschaft in Brasilien ist die am zweitbesten besuchteste der WM-Geschichte." (WELT, 11:07)

---


---

Der BILD-Video-Kommentator innerhalb dieses Video-Berichts. Ein Mann rennt durch das Bild und reißt den Pokal kurz an sich. Dazu:

(Mann, laut schreiend) "Jaaa!"

(Gibt Pokal zurück und rennt weiter)

"...?! Das ist übrigens unser Ablauf-Redakteur. Der hat nicht mehr alle Latten am Zaun. Aber das ist bei BILD Einstellungsvoraussetzung."

---

Die einen grüßen ihre Oma, Bastian Schweinsteiger denkt an Uli Hoeneß: In einem Interview nach dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft richtete der FC-Bayern-Spieler ein paar Worte an den Ex-Präsidenten seines Vereins: „Ein ganz spezieller Gruß an Uli Hoeneß, ohne den wir alle nicht hier wären. Wir denken an Sie und glauben daran, dass alles gut wird und unterstützen Sie sehr." Hoeneß, derwegen Steuerhinterziehungzu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden war, konnte das Finale und das Interview in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Landsberg im Fernsehen anschauen. (Augsburger Allgemeine)

---

Welcher Treffer der schwierigere ist, lässt sich also nicht abschließend sagen. "Beides sind außergewöhnliche Tore", meint Memmert. Zweifelsohne handelt es sich bei Götzes Treffer aber um den wichtigeren. Während Pelés Tor nur eines von vielen beim deutlichen 5:2-Sieg über Schweden war, bedeutete Götzes Tor kurz vor Ende der Verlängerung den K. o. für die Argentinier. Er besiegelte den vierten Weltmeistertitel für Deutschland.

Und das, obwohl die deutsche Elf im Mannschaftshotel in Rio de Janeiro eine ziemlich unruhige Nacht vor dem Finale hatte. Der Lärmpegel soll hoch gewesen sein, die Fifa hatte die Situation offenbar nicht im Griff. Wer weiß, vielleicht nutzte Götze die Zeit ja für ein inspirierendes Schäferstündchen. Laut Brasiliens Rekordstürmer Romario ist das Torgeheimnis nämlich ganz einfach: "Gute Stürmer können nur Tore schießen, wenn sie am Abend vor dem Spiel guten Sex hatten. Dafür war ich das beste Beispiel." (WELT)

Eine sprachlich-moralische, also eine Benimmfrage. Man muss ja nicht jeden dumm-dämlichen Spruch weiterspinnen und dann weitergeben. Geht's eigentlich noch blöder?