Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Freitag, 29. Juni 2018

"Matthias Matussek war ein gefeierter Reporter ..."

Mal ein längeres Zitat aus einem ZEIT-Artikel, ZEITPlus, also nur für Abonnenten. Darum kein Link.

--

"Überwerfung, Matthias Matussek war ein gefeierter Reporter des "Spiegels". Heute applaudiert ihm vor allem die neue Rechte. Ehemalige Kollegen meiden ihn. Wer hat sich hier von wem entfremdet? Von Malte Henk

...

Matthias Matussek war selbst mal Journalist. Er würde sagen, er ist es immer noch. Ich bin mir da nicht so sicher.

Als ich ihm vor zwölf Jahren zum letzten Mal persönlich begegnete, da war er mein Chef. Matussek erschien mir damals mächtig und bewundernswert. Er war Anfang fünfzig und leitete das Kulturressort des Spiegels. Ich war Ende zwanzig und Praktikant bei ihm. Er interviewte heute Peter Sloterdijk und morgen Heidi Klum, er bestellte mal eben einen Essay bei Enzensberger und stieß mit seinen Titelgeschichten die, wie man so sagt, großen Debatten an. 'Auf der Buchmesse war er stets von einer Traube Lauschender umringt', bestaunte ihn die taz. Der FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher übernachtete bei ihm zu Hause. Matussek war einer der wichtigsten Journalisten des Landes.

Tja. Einiges passiert seit damals. Heute steigt er bei einer Merkel-muss-weg-Demo auf die Bierkiste. Matussek tritt bei der Identitären Bewegung auf, Matusseks Gesicht prangt auf Plakaten der Hamburger AfD, Matussek bekämpft auf Facebook den 'kalten Putsch von oben'. Dieser Mann, der einmal so viel Deutungsmacht hatte wie kaum ein Intellektueller in unserem Land, hat sich dem selbst ernannten Widerstand angeschlossen. Wie konnte es so weit kommen?"

--

Ich liebe solche persönlichen Berichte! Aber die Frage ist: Was ist da denn vor sich gegangen?

A) Der M. hat auf unbegreifliche Weise die Richtung gewechselt. So wie Horst Mahler vor Jahren.

B) Die Politik ist so anders geworden, dass M. sich gar nicht bewegt hat. Er ficht nur gegen eine vollkommen veränderte Lage.

--

Und dann finde ich auch noch, in dem ZEIT-Artikel von Malte Henk angekündigt:

16.04.2018 | “Die Redaktion als Angstgemeinschaft”: AfD-Talkerin Beatrix von Storch interviewt Matthias Matussek zum Thema “gesunder Menschenverstand” | Zwei Stühle, eine Meinung: die Politikerin/Talkerin Beatrix von Storch (links), Journalist Matthias Matussek in "Das ganze Bild" || Die AfD-Politikern Beatrix von Storch ist schon seit längerem auch als Medien-Anbieterin unterwegs. Sie ist eine der Personen hinter der "Internet & Blogzeitung" "Freie Welt". Beim YouTube-Kanal "Freie Welt TV" präsentiert von Storch seit einiger Zeit zudem ein Interview-Format, bei dem sie in der jüngsten Folge den früheren Spiegel- und Welt-Journalisten Matthias Matussek begrüßte. Die Begegnung geriet erwartbar. || Von Stefan Winterbauer (meedia.de)

Und natürlich auch den Internet-TV-Beitrag, das Interview selbst. Verwirrend: dass da steht 'Das ganze Bild'. Untertitel: 'Der Abschied vom gesunden Menschenverstand'.

Kurzes Nachdenken...

Ach so, das Letztere ist der Titel des Buchs von Matussek. Na denn!



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen