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Dienstag, 15. April 2008

Roman Herzog, der Mindestlohn und die Dummheit

Eigentlich schätze ich Roman Herzog, und als seinerzeit seine Ruck-Antrittsrede allenthalben kritisiert wurde, habe ich unter Bekannten für ihn gesprochen. Aber manches ist halt auch nicht zu verstehen. Wie etwa das, was er da der BILD-Zeitung sagt:
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BILD: Aber selbst der nachweislich Jobs vernichtende Mindestlohn bekommt bis tief ins bürgerliche Lager Umfragemehrheiten von bis zu 70 Prozent.

Herzog: Es gibt auch ein Grundrecht auf Dummheit.
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Da gibt es drei ganz unterschiedliche Kritikansätze.
  • Wer so redet, sagt, dass der Andersdenkende und Andersargumentierende dumm ist. Das ist zumindest grob unhöflich.
  • Dies besagt implizit -- was übrigens bei vielen deutschen Argumenten der Fall ist (wie etwa denen gegen die Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen): Die anderen, die das haben oder eingeführt haben, sind dumm. Die Franzosen zum Beispiel, die ihren SMIG, den salaire minimum interprofessionnel garanti, seit 1950 haben und es sich kaum anders mehr denken können. Nicht nur bei den Gewerkschaften ist entsprechendes Argumentieren nachzu- lesen.
  • Das wirtschaftliche Argument. Ich kann der Rede gegen den Mindestlohn nichts anderes entnehmen als: Die Wirtschaft ist wie die Natur. "Es hat keinen Sinn, gegen die Naturgesetze vorgehen zu wollen." Nur eben -- Wirtschaftsgesetze sind keine Naturgesetze, sie sind von menschlichen Grundan- nahmen bestimmt, die verändert werden können! Einst war die Annahme, es müsse naturrechtlich Sklaven geben, auch eine akzeptierte Grundannahme. Abgekürzt gesprochen: Wenn ein Arbeiter für 4 Euro 50 die Stunde arbeitet, dann gibt es zwei Argumentationslinien. a) Seine Arbeit ist halt nicht mehr wert, und er soll gefälligst schauen, wo er bleibt und wovon er lebt. b) Die anderen = die Steuerzahler sollen ihm was zuzahlen und damit indirekt den Arbeitgeber, der so wenig zahlt, alimentieren. Das erste ist zynisch und das zweite dumm-sozialistisch.

Sonntag, 16. Mai 2010

Bundeskanzlerin. Merkel über Mindestlohn

Ein Mindestlohn würde die Tarifautonomie schwächen, sagt laut Berichten Angela Merkel. Das ist so, als würde man die Einführung der Menschenrecht ablehnen, weil auf diese Weise die Freiheit der politischen Betätigung beschnitten würde.

Montag, 17. September 2007

Anne Will

Die meisten werden die erste AW-Sendung gesehen haben. Der mediale Werbeeinsatz vorher war ja auch entsprechend hoch.
1.Also: Thema "Wert der Arbeit". Ja, warum nicht. Wichtig.
2.Die Geladenen. Immer schwierig. Alle farblos. Am besten noch René Obermann von der Telekom. Kurt Beck einfach nervig mit seinem Parteigequengel, das keinen interessiert. Rüttgers deutlich ruhiger und dadurch besser. Unklar allerdings, wie seine Argumen- tation in der Mindestlohn-Frage läuft wenn a) das Beispiel mit den 5 Euro steht und also klar ist, dass das »freie Spiel der Kräfte« Gewerkschaft gegen Kapitalseigner nicht mehr funktioniert und wenn b) die meisten europäischen Länder einen solchen Mindestlohn haben. Auf Frau Käßmann, Beschöfin, wurde vom sonst sehr gut berichtenden Experten durchgehend mit Frau Kläsmann angesprochen.
3.Summe Gäste: Vielleicht wäre es am Besten, wenn immer nur 1 Politiker geladen würde und auf Experten unddas Volk trifft.
4.Der Einfall, eine Betroffene und einen Experten zu Wort kommen zu lassen war gut. Die Betroffene, eine Ingenieurin, die für 5 Euro Stundenlohn in einem Call-Center arbeitet und es als demütigend empfindet, dass sie dann auch noch Ergänzungsgeld bei einem Amt abholen muss.
5.Verwirrend das »Bühnenbild«. Irgendwie postmodern-mediale Schrankwand. Ein wenig kleiner und vor allem ruhiger hätt es auch getan.
6.Die Moderatorin: sehr gut. Ruhig, unaufdringlich, ruhig nachfragend und steuernd.
7.Alles in allem: eine gute Sendung als Form, im Detail natürlich verbesserbar.

Freitag, 10. Juni 2011

Die bestverdienden Sportler der Welt

Der Weg zu diesem Eintrag geht so: Avira, das kostenlose Antiviren-Programm, bringt neuerdings in seinem "Notifier", einer kleinen Werbeeinblendung bei der Aktualisierung, ein paar Zeitungs- anzeigen. Hinweise auf Berichte. Ich klicke einen dieser Hinweise an, bei dem eine Aufstellung der bestverdienden und damit wohl auch reichsten Sportler der Welt versprochen wird. Die Plätze 10 - 8 gehen so:


Lionel Messi
Lionel Messi ist das Schlusslicht der Top 10 der Geldrangliste. Für den Superstar vom FC Barcelona ist das mit einem Einkommen von gut 22 Millionen Euro jährlich jedoch verschmerzbar.

Michael Schumacher
Wer hätte das gedacht? Michael Schumacher fährt in der Formel 1 zwar hoffnungslos hinterher, landete in der "Forbes"-Liste dennoch als bestverdienender Deutscher auf Position neun. Sein Jahreseinkommen beträgt 23,2 Millionen Euro.

Alex Rodriguez
Der Baseballstar von den New York Yankees ist in Deutschland vor allem als On-Off-Lover von Cameron Diaz bekannt. Als Sportler macht "A-Rod" mächtig Kasse. Verdienst: 23,9 Millionen Euro. Platz acht für Rodriguez.

Werde ich da neidisch? Ach wo! Ich hätte ja auch die Wahl gehabt in der Jugend. Warum bin ich nicht Michael Schumacher geworden, beispielsweise. Hey, ich konnte nicht so gut Auto fahren. Ganz einfach.

Aber dann bleibt der Gedanke: Ist das ethisch vertretbar? Sind solche Einkommensgefälle zulässig? Ganz in der Theorie erst mal. Demokratietheoretisch gefragt. Ich muss daran denken, dass auf diese Verhältnisse -- eine Gesellschaft, in der es keinen Mindestlohn und keinen Maxi-Lohn gibt, in nach oben alles verhandelbar ist, nach unten aber auch --, dass für eine solche Gesellschaft das Westerwelle-Diktum von der "spätrömischen Dekadenz" zutrifft. 

Ach so, letzthin da habe ich einen Film mit Hugh Grant gesehen, der in einem US-Krankenhaus spielte. Man konnte so ganz nebenbei die Auswirkungen der harten republikanisch-amerikanischen Haltung "Keine allgemeine Krankenversicherung für die, die es nicht bringen!" bestaunen. (Auf Deutsch, mit einem gewissen Drall: "Leistung muss sich wieder lohnen!")

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Das schließt ja an an verschiedene vorherige Einträge in diesem Blog. Stichworte sind "Einkommenschere", "Mindestlohn", "Einkom- men" allein, u. ä.

Sonntag, 12. Oktober 2014

"Der Wikipedia-Glaube an die Wissenschaft ...

... und an Buch-Belege ist, wie hier mal wieder zu sehen ist, auch nur ein Glaube. -- Im Einzelnen: das, was hier vorgetragen wird, trifft das "Totschlagargument" nicht. "Das haben wir immer schon so gemacht" ist zwar in der Regel doof, aber der Hinweis schlägt nichts tot. Besser wird es schon bei der SZ, wenn die fragt, was ein Totschlagargument ist. Mein Lieblingsbeispiel: "Mindestlohn: Wenn wir den einführen, dann gefährden wir Tausende von Arbeitsplätzen!" Es müsste jetzt die -- ruhig polemische -- Anti-Totschlagargument-Analogie (ATA) mit hereingenommen werden: "Mit diesem Argument wurde seinerzeit die Sklaverei auch verteidigt." (Nun gut, es wurde eher gesagt: "... dann geht die Wirtschaft vor die Hunde.") Alternativ: "Es ist klar, wenn wir den Mindestlohn auf 0,70 Euro / Stunde festlegen und dann durch Steuergelder auf den Sozialhilfesatz aufstocken, dann werden wir viel mehr Beschäftigte haben. Ich beispielsweise würde dann meinen Haushalt von Hilfspersonal erledigen lassen."

Donnerstag, 29. Oktober 2015

BILD sperrt Adblock-Nutzer aus

Wie sollte man sich da einstellen:

Abgemahnter Youtuber fordert Bild.de heraus | (golem.de, Friedhelm Greis) || Die Chronologie: „Bild“ sperrt Adblock-Nutzer aus, Youtuber veröffentlicht Anleitung, um Adblock-Sperre zu umgehen, „Bild“ mahnt Youtuber ab. Jetzt will Tobias Richter, eben jener Youtuber, das Spiel aber nicht mitspielen und wird auf Anraten seines Anwalts keine Unterlassungserklärung abgeben und die geforderten 1800 Euro Abmahnkosten nicht zahlen. Wie es nun weitergeht, ist unklar: Auf „Golem“-Anfrage sagte der Axel-Springer-Verlag, den bisherigen Statements in den Verfahren um die Werbeblockersperre und den Prozessen gegen Adblock Plus sei nichts hinzuzufügen. (bildblog.de , 28.10.2015, 8:54)

Es erinnert mich dies -- so ganz irgendwie -- an Google News und Spanien: Da hatten die Zeitungen Geld von Google gefordert, woauf Google die spanischen GNews einfach abgeschaltet hat. Folge: 10-15% Rückgang der Seitenaufrufe. Was schwer ins Werbekontor der Zeitschriften einschlägt.

Also auch an BILD: Seit ich diese Zahlungsaufforderung lese, verlasse ich die BILD-Seite schnell und, ja: fluchtartig. Schon das Bild+ war affig. Das ist es jetzt noch mehr. Ich denke, dass es viele potentielle Leser so halten wie ich. Mal schauen, was für BILD dabei herumkommt. Denn, liebe Werbetreibende, die BILD-Seiten werden einfach nicht angeschaut, also auch nicht die Werbung dort.

Und es erinnert mich an den Mindestlohn. Da hat ein Industrieller, oder war es gleich ein ganzer Verband, schlicht und treffend gesagt: Wer den Mindestlohn nicht zahlen könne, der habe einfach ein schlechtes Geschäftsmodell. Klartext: Wer als deutscher Kapitalist auf Kosten seiner Arbeiter leben will, soll nach Russland oder China auswandern. 

Also, liebe BILD, wie wär's mit einem Auswandern nach Russland?

Mittwoch, 18. September 2013

Wahlkampf langweilig?

Wie hätten Sie es denn gern, deutscher Michel? Und was verhindert, dass der Wahlkampf so ist, dass "der Bürger" ihn spannend findet? Was ist das überhaupt für eine Kategorie -- langweilig / spannend?

18.09.13 | Die meisten Deutschen finden den Wahlkampf langweilig Das Kanzlergehalt schien wichtiger als Finanzmarktregulierung und Mindestlohn, der grüne «Veggie Day» stellte Spekulationsgeschäfte mit Nahrungsmitteln in den Schatten. Aber den Nerv der Bürger trifft dieser Wahlkampf nicht. | Das Kanzlergehalt schien wichtiger als Finanzmarktregulierung und Mindestlohn, der grüne «Veggie Day» stellte Spekulationsgeschäfte mit Nahrungsmitteln in den Schatten. Aber den Nerv der Bürger trifft dieser Wahlkampf nicht. (Ad-hoc-news)

Ich komme immer mehr dazu, dass man doch die besserwisserischen Kritiker mal an die Macht kommen lassen sollte. Was würden sie alles besser machen? Würden sie?





Dienstag, 14. Dezember 2010

Die Stars, das Geld und die Politik

Das halte ich einmal etwas fest, was mich zum Nachdenken gebracht hat:

Der Sport und seine Moderatoren: Abgehoben oder nur blauäugig - jedenfalls überbezahlt!

Montag, den 13. Dezember 2010
von hma tornow


Spätestens seit 2008, als die Presse feststellte, dass viele der Moderatoren/innen der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten durchschnittlich mehr als eine halbe Million Jahresgehälter erhielten, versuchte man, in des Sinnes wahrsten Wortes, „den Ball flach zu halten“ und holte die Sport-Moderatorin Monica Lierhaus aus der Schusslinie! Ob man bei Sport-Sponsoren interveniert hatte, der Presse Maulkörbe anzulegen, ist nicht bekannt. Jedoch verschwanden die weiteren Berichte schnell aus den Medien.

Das solche Gehälter den Bezug zu denen, die letzlich die Kosten für den Gesamtapparat „ARD und ZDF“ aufzubringen, völlig verloren haben und überhaupt nicht mehr in der Lage sind, zu verstehen, dass 18 Millionen arbeitslose Hartz IV Empfänger und Rentner, die schon abgeschrieben und in den Statistiken der Arbeitsagentur nicht mehr auftauchen, fast unterhalb der Armutsgrenze liegen.
...

Und der Kommentar dazu:

ROLF EHLERS am 14. Dezember 2010
Lieber HMA Tornow,
Sie haben hier ein besonderes Ärgernis ausgegraben! Die Zweiklassengesellschaft richtet sich überall ein. Wenige Begünstigte erhalten unmäßige Zuwendungen, die große Masse der Zuarbeiter in Funk und Fernsehen kriegt keine sicheren Arbeitsverträge und lausige Honorare. Das System ist so krank, dass es die Sportreporter, wenn sie nur einmal allgemein bekannt sind, auch noch zu Talkmastern macht, die dem Volk ihre politischen Sichtweisen nahe bringen dürfen.
Wir sollten es machen wie die Schweden mit der allgemeinen Offenlegung der Vermögen und Einkommen. Das würde solche Auswüchse zurückdrängen!

Da muss ich bei Gelegenheit mal grundsätzlich darüber nachdenken. Vorgestern: Gespräch mit einem Anwalt und FDP-Mitglied. Ich frage, wie er zum Mindestlohn steht. Seine These: Auf keinen Fall Mindestlohn! Und bei der Post -- die alten Beamten müssen weg. Würden heute alle Briefträger so wie früher bezahlt, dann würde der Brief 6 Euro kosten. Und wer wollte und könnte das bezahlen?! -- Die Frage, wie es denn die Post früher mal geschafft hat, Briefe für 80 Pfennig zu transportieren und zuzustellen, diese Frage ist mir da vor lauter Überraschung nicht eingefallen. Also entweder war die Post früher viel effizienter als heute, oder sie wurde gesponsert. Woran ich mich nciht erinnern kann. Oder die Gehaltspyramide wurde einfach neu eingemessen, und die Verwaltung verdient gut auf Kosten der Leute, die bei Wind und Wetter rausgehen und die Briefe zustellen. -- Vielleicht stelle ich diese Frage mal der heutigen so marktwirtschaftlich-effizienten Post...

--

Nachtrag, weil wir doch beim Thema Fernsehen waren: Ist es unbillig, zu verlangen, dass die Gehaltspyramiden auf den Websites der Sender dargestellt werden? Wobei die Stars unter den Verdienern mit Namen genannt werden. Ich meine -- die Gebührenzahler sind die Aktionäre. Haben die nicht das Recht zu wissen, was ihre Angestellten so verdienen? Und müssten sie, die Gebührenzahler bzw. ihre gewählten Vertreter, nicht eigentlich auch ein Mitspracherecht bei den großen Verträgen haben?

Dienstag, 1. Januar 2008

Mindestlohn

So kann es gehen:

"FDP-Chef Guido Westerwelle warf der Bundestagsmehrheit vor, sie wolle nur den »Staatsmonopolisten« Post AG schützen." (Quelle)

Wie wäre es mit der Sichtweise: Da beuten Kapitalisten frohgemut arme Schweine aus, um Kasse zu machen. Und wenn das nicht mehr in vollem Umfang geht, dann schaffen sie ohne mit der Wimper zu zucken Arbeitslose. Um der Politik mal zu zeigen, wo Bartel den Most holt und wo der Hammer hängt. Ja, eben: Nicht bei der Sichel, sondern in den Vorstandsetagen.

Sonntag, 9. Juli 2017

Die größten Edit-wars in der Wikipedia

Notizbuch:

"[...] Genau diese Edit-Wars haben die Forscher [Taha Yasseri und sein Team von der Universität Oxford] anhand der Daten vom März 2010 unter die Lupe genommen, um die brisantesten Themen herauszufinden. Die Forscher arbeiteten unter anderem mit MD5-Alghorithmen, um jede Änderung verfolgen zu können. Untersucht wurden die Wikipedia-Lexika in zehn verschiedenen Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch, Deutsch, Arabisch, Persisch, Tschechisch, Ungarisch, Rumänisch und Hebräisch. | Erwartungsgemäß ist der Artikel "Gott" weitaus umstrittener als die Artikel über Kokosnüsse oder Waschmaschinen. Die Top Ten der weltweit am heftigsten diskutierten Themen lauten: Israel, Adolf Hitler, Holocaust, Gott, Atheismus, Europa, Evolution, Jesus, Islam und Mohammed. Auf den folgenden Plätzen finden sich unter anderem Barack Obama, Abtreibung, Kosovo, Astrologie, Google, die Simpsons und Faschismus." (heise.de)

Gott, Israel, Hitler und Faschismus -- klar. Aber Die Simpsons?!

"Die zentralen Konfliktthemen sind rund um den Globus politischer (25 Prozent), geographischer (17 Prozent) und religiöser Natur (15 Prozent). Dennoch zeigen einige Themen einen deutlich lokalen Einschlag, wie etwa in der spanischsprachigen Wikipedia Themen zu Fußballclubs (FC Barcelona auf Platz 7), im Tschechischen zu Sex und Gender (Homosexualität auf Platz 1) und im Ungarischen zu dortigen politischen Konflikten ("Gypsy Crime" auf Platz 1). | Die englischsprachige Top Ten lauten: George W. Bush, Anarchism, Muhammad, List of World Wrestling Entertainment, Inc. employees, Global Warming, Circumcision, United States, Jesus, Race and intelligence und Christianity. | Die umstrittensten Themen in Deutschland sind Kroatien, Scientology, Verschwörungstheorien zum 11. September, Studentenverbindung / Burschenschaft, Homöopathie, Adolf Hitler, Jesus, Hugo Cháves, Mindestlohn und Rudolf Steiner."


Kroatien! Das ist ja mal erstaunlich. -- Textprobe aus einer zurückliegenden Diskussion:

"Lieber Mazbln, Faktum ist nunmal, daß es die Meinung mancher Kreise ist, daß "Serbokroatisch" existiert (dies steht auch im entrechenden Artikel). Daß nur 0,16 % diese Sprache in Kroatien als ihre Sprache angaben ist ein weiteres Indiz, daß hier in dem umstrittenen Satz dieser Enzyklöpädie die Meinung einer bestimmten politischen Strömung abgesondert wird. Punkt und Ende.--Drozgovic 23:23, 7. Nov. 2007

Jaja, blabla, publiziere Deine Erkenntnisse mal in serioesen Fachzeitschriften. Fossa?! ± 23:28, 7. Nov. 2007

Ihr könnt den Artikel von mir aus 100 Jahre lang sperren. Stört mich nicht, dann steht da eben Blödsinn - die Wikipedia schadet sich nur selbst. V.a. schadet ihr Admins Euch nur selbst. Ich glaube aber nicht, dass ihr es schaffen werdet, die vorliegende Version lange so beizubehalten. Wetten! Viel Spass! :) --Capriccio 01:09, 8. Nov. 2007

Die Admins werden den Artikel hoffentlich nicht 100 Jahre lang sperren, sondern ihn so lange gesperrt sein lassen. Zu Peruns Einwänden weiter oben: wieviel die Souveränität mancher Staaten in Zeiten wie diesen Wert ist, hat man ja in den 1990-ern gesehen. Der Irak und Afghanistan sind übrigens auch souverän, haben sie deswegen Frieden? Faktum ist, dass in Kroatien intensiv Sprachpurismus betrieben wird, wie ja auch hier zu sehen ist. Darüber könntest du mal was schreiben, an fehlenden Quellen wird es wohl nicht scheitern. --El Cazangero 03:02, 8. Nov. 2007

Normalerweise kann ich mich ja sehr gut zusammenreißen, aber so einen gequirlten nationalistischen Blödsinn hab ich hier schon lange nicht mehr gelesen. -- j.budissin+/- 07:58, 8. Nov. 2007"

Dienstag, 14. Mai 2019

Sklaverei


SZ heute

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PHRASENMÄHER

Sklaven

Spartacus war einer ihrer berühmtesten, auch Aida. Aesop soll einer gewesen sein, und natürlich Moses. Sie alle waren Sklaven, wurden in der Sklaverei geboren, als Kriegsbeute verschleppt, verkauft oder auch freigelassen. Sklaven waren Unfreie, Eigentum, Besitz, fester Bestandteil der antiken Wirtschafts ordnung, ja, der antiken Gesellschaftern Mancherorts war ihnen erlaubt, Geld zu sparen, um sich freizukaufen. Hier und dort konnte es seinen Besitzer in Schwierigkeiten bringen, wenn er seine Sklavein misshandelte. Sklaverei war gesellschaftlich akzeptiert, sie galt als unverzichtbar. Ihre Spielräume, wie gering auch immer sie für die Unterworfenen waren, lagen fest. Man mag diese Regelung entsetzlich finden oder einfach zeitgemäß, in jedem Fall ist sie lange her.

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Wovon träumen die, die gegen den Mindestlohn sind...? 

Mittwoch, 12. März 2014

Wikipedia: Edit-Wars

Ich stelle im Wikipedia-Café die Frage, welche Edit-wars wohl in der deutschen Wikipedia am umfangreichsten waren und bekommt schnell eine Reihe von guten, informativen Antworten. Erstaunlich ist diese Tabelle:
RangWertLemma
1943.979Kroatien
2854.656Scientology
3566.579Verschwörungstheorien zum 11. September 2001
4536.007Studentenverbindung
5484.382Homöopathie
6379.760Adolf Hitler
7358.794Jesus von Nazaret
8278.532Hugo Chávez
9206.572Mindestlohn
10168.826Rudolf Steiner

Und Kroation auf Platz 1. Na da schau her! 

Ein Problem ist sogar linguistisch sehr relevant: Ist Kroatisch, relativ zu Serbisch, eine eigene Sprache?

Welches Dialektkontinuum eine Sprache ist und welches nicht ist keine absolute Wissenschaft, daher müssen auch gegenteilige Meinungen dargestellt werden. Was die Mehrheit glaubt zu wissen ist dabei unherheblich (höchstens als Statistik in einem Absatz erwähnenswert), denn Wikipedia bildet das ab, was mit reputablen Quellen belegbar ist, keinesfalls das, was man durch I have a strong feeling in my balls that it's true belegt – aber genau das wird da versucht. —★PοωερZ 17. Sep. 2013

Samstag, 16. März 2019

Argument Plus: Wirtschaft

Notizbuch

s. auch: Mindestlohn


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SPIEGEL heute, S. 65

Dienstag, 28. Juni 2011

Natürlich nicht nur die Saudis

Im Radio, Bayern 2, am Morgen ein kurzer Bericht. Gar nicht einfach, die entsprechenden Meldungen im Netz zu finden. Dann aber das:

"Regierungsbericht klagt zahlreiche Staaten an
USA fordern stärkeren Kampf gegen Menschenhandel
Einmal im Jahr untersucht die US-Regierung, wie es um den weltweiten Kampf gegen Menschenhandel und Sklaverei bestellt ist. In diesem Jahr fällt die Bilanz noch düsterer aus als sonst. Die betreffenden Staaten müssen mit Sanktionen rechnen.

Von Silke Hasselmann, MDR-Hörfunkstudio Washington

Wie haltet ihr es mit dem Kampf gegen Menschenhandel und moderner Sklaverei? Die USA haben sich die Bedingungen in 184 Ländern genau angeschaut und dabei auch die eigene Politik kritisch untersucht. Ergebnis: In diesem Jahr sehen sich fast doppelt so viele Länder wirtschaftlichen Strafen gegenüber wie 2010."


"Menschenhandel und Ausbeutung in USA
Di, 28.06.2011 - 07:30 — illi
In ganz Kalifornien läßt sich die bürgerliche Mittelschicht von "illegalen" Einwanderern für minimale Löhne ihre Häuser renovieren, ihre Gärten pflegen, die Kinder beaufsichtigen und die Drecksarbeiten machen, in vielen Gewerben dort sieht es noch schlimmer aus. Rechtlos, ohne Krankenversicherung und ohne minimale Absicherung werden diese Menschen von den US Amerikanern untereinander nach Bedarf "ausgetauscht". Wer sich in der Bay Area um San Francisco herum mit offenen Augen und Ohren aufhält, sieht und hört, daß dies dort ein Massenphänomen ist. Wie soll man das noch kommentieren, es spricht für sich selbst."

Und was sagen wir -- was sage ich nun?

Ich nehme erst noch das dazu:

"Bundesrat sperrt sich gegen Mindestlohn
Die SPD-regierten Bundesländer sind im Bundesrat erneut mit einem Vorstoß zur Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes gescheitert. Ein Antrag der Länder Rheinland-Pfalz, Bremen, Nordrhein-Westfalen sowie Berlin, Brandenburg und Hamburg fand erwartungsgemäß keine Mehrheit"

Die Frage ist: Was ist der einfache Mensch und Arbeiter, wie viel ist seine Arbeit wert? Arbeit, die ja immerhin angeboten wird. Soviel, wie er auf dem "Markt" rausholen kann? Wirklich? "Hey, ich hab hier einen Job. 1 Euro die Stunde. Willst du ihn? Beeil dich! Es stehen auch noch andere in der Schlange!"

Eine Frage der Ethik sowas? Vielleicht. Früher einmal: eine Frage der Ehre. Aber was heißt schon Ehre, wenn es ums gierige Geldscheffeln von Firmen und ihren angestellten Großlakaien geht.

Dienstag, 6. August 2013

12:1

Das ist kein Ergebnis von einem Pokalspiel des FC Rüsselen gegen Bayer Leverkusen, sondern ...

Heute in der SZ, Titelseite, ein Bericht über 12:1 in der Schweiz. Hier im Netz auch unter anderen Zeitungen wie der FAZ gelistet. Das Stichwort Mindestlohn einmal anders: Wenn die Manager mehr verdienen wollen, müssen sie die kleinsten Löhne anheben. Wahrschein führt das erst mal zu dem Versuch, ein Unternehmen aufzubauen, das aus lauter Scheinselbständigen besteht. Aber sei's drum.

"... Eigentlich hatte das Votum „gegen die Abzockerei“ von Managern, das der Kleinunternehmer Thomas Minder angestoßen hatte, wenig mit Umverteilung zu tun. Hauptpunkt der Neuregelung ist, dass die Aktionäre börsennotierter Unternehmen über die Gehälter der Führungskräfte bestimmen sollen. Aber die Abstimmung verhalf vor allem der „1:12“-Initiative der Jungsozialisten zu ungeahntem Aufwind. Hier geht es um viel mehr, nämlich um eine maximale Spanne zwischen den höchsten und tiefsten Gehältern in einem Betrieb von 12 zu 1. Dies soll für alle Unternehmen, also nicht allein für die börsennotierten, gelten. Selbst Unternehmer, die das vorgeschlagene Verhältnis praktizieren, warnen vor einer solchen Pauschallösung, die den Wirtschaftsstandort Schweiz gefährde. Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse, der gegen die Initiative kämpft, steckt nach seinem Versagen in der Abzocker-Debatte aber in einer tiefen Führungskrise."

12:1, das wäre doch mal was!

Montag, 18. November 2019

Wert der Arbeit

Das hat bei der ZEIT nicht reingepasst. 

"Chinesischer Nationalismus : Bloß nicht zu viel Freiheit Die Kommunistische Partei Chinas hat eine junge Generation von unkritischen Menschen herangezogen. Die Vereinbarung: Wohlstand für Treue. Wie konnte es dazu kommen? Von Franka Lu 17. November 2019 543 Kommentare"

Nein, fas Folgende passt da das eigentlich nicht rein.

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Weiter mitgelesen. Oben: 

"Taranis #1.29 | Wobei Wohlstand sehr subjektiv ist. Klar geht es vielen Menschen verhältnismäßig gut, aber Viele Menschen kommen auch nur irgendwie über die Runden. Gerade in den großen Städten überleben nicht wenig Menschen trotz totaler Selbstausbeutung nur gerade so. | Antwort auf #1 von Sonja."

Das zeigt, dass DER WERT VON ARBEIT X einmal auf den Prüfstand gehört. Es geht nämlich nicht und auf keinen Fall heute nach "Angebot und Nachfrage" -- wie die Mindestlohn-Gegner gerne sagen --, sondern nach traditionellen Wertvorstellungen von "Das kann jeder" ... "Das können nur Spezialisten (die entsprechend teuer zu bezahlen sind)." Das ist die Voraussetzung für ein ausbeuterisches Modell. 

Nehmen wir mal nur die Größen:

  • Arbeitszeit
  • Körperliche Belastung / Eintönigkeit
  • Intellektuelle Fähigkeiten (Kann fast jeder ... Können nur geschulte Spezialisten) 
  • Anteil in der Wertschöpfungskette
  • ... 


Oder so herum: Wenn wir die Arbeit ausschreiben und wir bezahlen mal die Arbeit an der Ladenkasse hoch -- wer geht dann an die Ladenkassen, für welches Geld? Wann schneidet Geld / Bezahlung die Annehmlichkeit und das Nicht-Entfremdete? 

Was ist dann die konkrete Arbeit des Menschen X wert?

--

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Fliegen und Sicherheit: Risikogruppen

SPRECHBLASEN VON HEUTE:

Stigmatisierung
Gut aufgestellt
Verfassung
Menschenrechte


VERLEICHEN WIR:

Mindestlohn