Mittwoch, 31. Mai 2017

Die Moralisten

Wie oft ich mir schon diese Frage gestellt habe! Wer ist ein Moralist? Welche Handlungen und Eigenschaften machen einem Menschen zum Moralisten?

Heute gelesen:

 "... In der Familie [Proust] wurde offenbar kein Blatt vor den Mund genommen. Aus dem Nachwort erfahre ich, dass Proust-Kenner immer schon predigten, der Dichter sei ein großer Humorist. Dass er zu den französischen Moralisten gehört, leuchtet mir ein, denn diese heißen nicht Moralisten, weil sie Moral lehren, sondern weil sie die Sitten beobachten. Wer immer sich solche Beobachtungen leistet und dabei originell bleibt, kann gar nicht anders, als im Verhalten der Menschen die comédie humaine zu erkennen." (zeit.de)

Wir haben die Möglichkeiten, nach diesem Zitat: Moralisten =

* die, die Moral lehren
* die, die andere mit Blick auf deren moralisches oder eben: unmoralisches Verhalten beobachten

Es fehlt wohl:

* die, die selbst moralisch leben und öffentlich für ein moralisches Leben eintreten

Vielleicht noch ein paar andere Gruppen. Aber dass einen das bloße Beobachten + über die Beobachtungen auf diese oder jene Weise schreiben zum Moralisten macht, das leuchtet mir nun sowas von gar nicht ein! Das sind doch in der Regel Unmoral-Beobachter, oft sogar Unmoral-Voyeuristen!

So, und das nächste Mal frage ich, was wohl einen großen Humoristen ausmacht.

Dienstag, 30. Mai 2017

Die ZEIT macht nur vor dem Teufel halt?

(Man anhören, ansehen?)


Hallo Deutschland!

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BDLB #249 || Hier, Ende Kommentare 9 (von im Moment 62), mache ich mit dem Lesen Schluss. Und mein Schlussgedanke ist: Wenn diese Auseinandersetzungen hier eine kleine Vorausschau auf die Zukunft sind, dann sollte jeder froh sein, der über 50 -- was sag ich: über 70 ist. Die sozialen und ideologischen Auseinandersetzungen nehmen zu und werden härter. Und sie sind gekennzeichnet von einer gewissen Gnadenlosigkeit, die mit dem Wort Rechthaberei schon nicht mehr richtig bezeichnet ist.

Montag, 29. Mai 2017

Gutmenschen

Natürlich ist es beinahe vollkommmen sinnlos, auf den Kommentarseiten der Zeitungen etwas zu schreiben. Es entsteht da ein Kommentar-Chaos, das kaum einer liest und das vollkommen beliebig ist. Im Sinne des alten, ironischen "Gut, dass wir darüber gesprochen haben!" Auf der anderen Seite ist es so, dass manche Dinge, für einen selbst einmal festgehalten, ausgesprochen, doch vernünftig sind. Für einen selbst und die 10 Menschen, mit denen man ernsthaft-persönlich diskutiert. In diesem Sinne, mein heutiger ZEIT-Kommentar:

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"Eine junge Frau wollte wissen, wie man rechtfertigen könne, dass in diesem Jahr bereits über 1.500 Menschen auf ihrer Flucht aus Afrika im zentralen Mittelmeer ertrunken seien."

Ich sage das nicht zum ersten Mal: Es gäbe ein sehr einfaches Mittel, um zu verhindern, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken. Die EU, ersatzweise Deutschland allein, müssten Fähren nach Nordafrika schicken und die Menschen rüberfahren nach Europa. Das könnte gegenüber der Schleuser-Entlohnung zu einem günstigen und dabei kostendeckenden Fahrpreis gemacht werden. Damit wären auch die so oft angeklagten Schleuser mit einem Schlag aus dem Spiel.

Warum geschieht das nicht? Warum werden von den Politikern, auch von der Kanzlerin, weiter die Schleuser vorgeschoben? Weil niemand weiß, wie Europa mit 1, 10, 40 Mio. Afrikanern umgehen kann, die dann vielleicht kommen.

Das Problem, das mit dem -- wirklich nicht schönen und langsam verbrauchten -- Wort "Gutmenschen" aufgezeigt werden soll, das ist: dass dies Menschen sind, die nicht in großen Zusammenhängen und in längeren Fristen denken wollen, vielleicht auch nicht denken können. Natürlich ist es gut, einzelnen Menschen in Not zu helfen. Wenn aber die Hilfe für Millionen auf längere Frist die Zielländer der Migration politisch und wirtschaftlich vollkommen destabilisiert und am Ende selbst zu "Problemländern" werden lässt, dann müssen immer die vielgescholtenen Realpolitiker ran, auf die die Gutmenschen dann mit den Finger zeigen können.

Samstag, 27. Mai 2017

"Im Verhör schilderte...

... der Angeklagte seine Vita. Demnach zählte sein Vater zu den größten Kakaoproduzenten Ghanas. Dessen erste Frau habe neun Töchter geboren, aber keinen Sohn. Also habe sein Vater mit einer Zweitfrau einen männlichen Nachkommen gezeugt: Eric. Nach dem Tod seines Erzeugers hätten Erbstreitigkeiten zum Kampf mit seinem Schwager geführt. Mit einem Knüppel habe er ihn erschlagen, gab der Angeklagte zu Protokoll. Vor der Rache seiner Stiefschwestern sei er über Libyen nach Italien geflohen. Neun Monate habe er im Flüchtlingslager verbracht. Am 10. Februar landete er in einer Aufnahmeeinrichtung in Frankfurt/Main. | Von da aus ging es nach Sankt Augustin. Gut einen Monat später lehnte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seinen Asylantrag ab, weil er schon in Italien um Aufnahme gebeten hatte. Seit jenem 17. März hätte Eric X. abgeschoben werden können. Doch der Angeklagte schaltete einen Anwalt ein, der gegen den Bescheid vor dem Verwaltungsgericht klagte. Die Richter sahen sich außer Stande, zeitnah zu entscheiden." (general-anzeiger-bonn.de)

Eine Menge auf einmal. Vorher in dem Zeitungsartikel: dass eine Polizistin am Telefon geglaubt hat, der Anrufer, der Freund der Vergewaltigten, mache einen "Scherz".

Und der Rechtsstaat zerfällt, weil er ein Rechtsstaat ist. Er wird durach seine eigenen Maßstäbe zerstört.  Wenn Berufungen vorgesehen sind und zugelassen werden, wenn es extrem viele Prozesse und Berufungen werden, wenn dann nicht mehr 'zeitnah' entschieden werden kann, wenn dann freigelassen werden muss, weil eine andere Bestimmung das 'zeitnah' verlangt, dann geht am Ende nichts mehr.

Freitag, 26. Mai 2017

So, und jetzt ...

... machen wir einen noch weltberühmter als er eh schon ist. 

Ladies and Gentlemen!

We proudly present to you: 

Juergen ...

Teller!

"... in der Servicehölle von O2"

Es geht also nicht nur mir so? 

MOBILFUNKANBIETER | Willkommen in der Servicehölle von O2 || Von Johannes Wiedemann || Lesedauer: 6 MinutenWELT-Politikredakteur Johannes Wiedemann hat einen privaten O2-Handyvertrag. Früher war er von der Qualität des Kundenservice angetan – inzwischen hat sich das ins Gegenteil verkehrt || Unser Autor ist Privatkunde bei O2. Über Monate hinweg lieferte er sich mit dem Mobilfunkanbieter einen Streit über rund 200 Euro. Die wurden ihm für einen fiktiven Handytarif-Wechsel abgezwungen. Eine Abrechnung. || Mein Abstieg in die Servicehölle von O2 begann mit einer E-Mail: Ich hätte mich für einen Handy-„Tarif für junge Leute“ entschieden. Dafür solle ich einen Alters- oder Ausbildungsnachweis einreichen, forderte der Mobilfunkanbieter im Januar. Das war insofern seltsam, als ich in keinen solchen Tarif gewechselt war. Und auch seit vielen Jahren zu alt dafür bin: Besagte Option steht laut Unternehmens-Website Leuten unter 26 Jahren offen. Da ich seit 2008 meinen privaten Handyvertrag bei O2 habe, sollte bekannt sein, dass ich längst in meinen 30ern angekommen bin. Sollte. | Da aber in der Mail bereits ominös mit dem Wegfall von „exklusiven Tarif-Vorteilen“ gedroht wurde, wandte ich mich an den Kundenservice. O2-Kunden wissen: Telefonisch ist bei diesem sogenannten Telefonanbieter seit Monaten in der Regel niemand zu erreichen; wer mehr als eine Stunde gewartet hat, wird weggedrückt. Gäbe es einen Soundtrack zu meinen Albträumen, es wäre die Hotline-Musik von O2: sphärisch anmutender Chillout-Electro, der es aufgrund der Wartezeiten nie verfehlt, Aggressionen beim Anrufenden freizusetzen. (welt.de)

Ich habe jahrelang für eine Nummer bezahlt, die nachweislich nicht geschaltet war. Rückerstattung? Chancenlos! Die Überlegung ist klar. Geschäftsleitung an Sachbearbeiter: "Werden solche Leute wegen diesem Betrag vor Gericht ziehen? Doch wohl nicht!" Pech nur, wenn man dann mal an einen Journalisten gerät, der das ganze ins Blatt bringen kann.

Mein zusätzliches Pech ist: dass auch 1&1 sich so benimmt. Und Vodafone United, das auch Kabel Deutschland gefressen hat.

Donnerstag, 25. Mai 2017

""Ich verweigere jede Art von Verständnis ..."


"Ich verweigere jede Art von Verständnis für diese Art von Kultur. Ich will sie auch nicht importieren. Ich will keine Debatten führen über Kopftücher im öffentlichen Dienst, über Schwimmunterricht für Mädchen, über Männer, die Frauen keine Hand geben wollen, über Schweinefleisch in Kantinen und „kultursensible Pflege“ in Krankenhäusern. Und auch nicht darüber, wie viel Islam im Islamismus steckt. Ich will auch nicht genötigt werden, mich mit dem Koran zu beschäftigen, weder von weiß gewandeten Salafisten in der Wilmersdorfer Straße noch von Ihnen. Bleiben Sie bei Ihrer Wertschätzung für das „klassische islamische Recht“, das offenbar von den Kolonialherren versaut wurde. Und sobald Sie den Islam gefunden haben, der mit Demokratie kompatibel ist, sagen Sie mir bitte Bescheid."

Global Warming

Was man dem Herrn Schulz nicht alles voranstellen kann!

"Es gibt The­sen, die selbst dann über­le­ben, wenn kei­ne Be­wei­se für sie auf­ge­trie­ben wer­den konn­ten. Oder ge­nü­gend Be­le­ge ge­fun­den wur­den, um sie zu wi­der­le­gen. Die The­se, wo­nach der Kli­ma­wan­del nicht von Men­schen ge­macht sei, ist solch ein Fall. Die ori­gi­nel­le Be­haup­tung, wo­nach es Bie­le­feld gar nicht gebe, hält sich eben­falls hart­nä­ckig. Hin­ter fal­schen The­sen ste­cken im­mer hand­fes­te In­ter­es­sen. Sie sind nicht tot­zu­krie­gen, weil man­che Men­schen im Schat­ten von Wind­rä­dern le­ben und eine ak­ti­ve Kli­ma­schutz­po­li­tik als per­sön­li­chen Nach­teil emp­fin­den. Oder weil sie ganz ein­fach ei­nen tie­ri­schen Hals auf Bie­le­feld ha­ben." 

(MAR­KUS FEL­DEN­KIR­CHEN: DER GE­SUN­DE MEN­SCHEN­VER­STAND. Der Anti-Schulz-Hype. SPIEGEL 21 / 2017 -- Vielleicht ohne Abo nicht abrufbar.)

Aber zu der Sache hier: "Hin­ter fal­schen The­sen ste­cken im­mer hand­fes­te In­ter­es­sen." Interessen, irgendwelche? Ja. Einen Jux will er sich im Zweifelsfall machen mit dem Nicht-Bielefeld. Aber handfeste, ernsthafte Interessen? Wirklich immer? Nicht vergessen: Manchmal geht es einfach auch um wissenschaftliche Klarheit. Wenn ein Nobelpreisträger beispielsweise den menschengemachten Klimawandel sonor in Frage stellt.

Nun gut, da hat der SPIEGEL natürlich auch gleich eine Meinung: Der Mann befindet sich auf Abwegen. Nur -- das ist eine Meinung und wissenschaftlich gedacht ist das nicht. Der Mann weiß ja, wovon er redet. Man muss mal zuhören! (Nein, ich stimme Ivar Giaever nicht zu. Aber das mache ich als politischer Mensch mit einer Meinung, nicht als Wissenschaftler.)

Hat Ge­schlecht "et­was mit Bio­lo­gie zu tun"?

"Die St. Pau­l's Girl­s' School, eine bri­ti­sche Pri­vat­schu­le, er­laubt ih­ren Schü­le­rin­nen jetzt, Jun­gen­klei­dung zu tra­gen und sich mit Jun­gen­na­men an­spre­chen zu las­sen. Die Schul­lei­te­rin be­grün­det dies laut „FAZ“ da­mit, dass wir uns „auf ei­nen Punkt zu­be­we­gen, an dem das Ge­schlecht eine Fra­ge der Wahl ist“. Das ist in Zei­ten, in de­nen noch im­mer vie­le Men­schen glau­ben, Ge­schlecht habe et­was mit Bio­lo­gie zu tun, eine er­freu­li­che Hal­tung."

SO GE­SE­HEN. End­lich Wahl­frei­heit. Warum wir uns unser Geschlecht nicht vorschreiben lassen sollten von Clara Neukirch. SPIEGEL 21 / 2017.

Sagen wir mal so: Wenn die Mädels das lustig finden, dann -- nur zu. Nur als irgendwie fortschrittlich und verbunden mit einem 'endlich' sollte man solchen Klimbim nicht verkaufen. Wer mag, kann männlich / weiblich gerne mit den Mondphasen wechseln lassen und sein Geschlecht esoterisch verorten. Er sollte das nur möglichst in einem abgeschlossenen Terrain tun und anderen -- auch den SPIEGEL-Lesern -- damit nicht auf die Nerven gehen. Sonst könnte es sein, dass es demnächst eine Menge ehemaliger SPIEGEL-Abonnenten gibt.

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Ja, aber -- doch nur triefende Ironie? Von wegen: der Ralf? Ach -- so! Der Schlawiner aber auch!

"Bei mei­ner letz­ten Kan­di­da­tur muss­te ich ei­ner lie­ben Kol­le­gin den Vor­tritt las­sen, weil sonst das Min­der­hei­ten­quo­rum nicht er­füllt ge­we­sen wäre. Aber das kann nur ein An­fang sein. Wenn ich mein Ge­schlecht frei wäh­len könn­te, dürf­te ich die Da­men­toi­let­ten im Fuß­ball­sta­di­on be­nut­zen, was eine gro­ße Er­leich­te­rung wäre. Au­ßer­dem wür­de mei­ne Le­bens­er­war­tung stei­gen. Und ich wüss­te end­lich, war­um ich nach 15 Jah­ren Ar­beit für mein Ma­ga­zin im­mer noch nicht Chef­re­dak­teur bin: die glä­ser­ne De­cke, Sie wis­sen schon. Mit mei­nem Na­men bin ich oh­ne­hin un­zu­frie­den. Ich fin­de Cla­ra schö­ner als Ralf. Nur Mi­ni­rock wür­de ich nicht tra­gen, auch wenn ich es dürf­te. Ich habe ein­fach nicht die Bei­ne da­für."

Mittwoch, 24. Mai 2017

Nachhilfe: "Der erotische Wiedereinstieg"

Hand aufs Herz, Frau Expertin. Meinen Sie das wirklich ernst?

Kann man Sex verlernen? || KEINE LUST AUF SEX? | So gelingt der erotische Wiedereinstieg | Manchen Langzeit-Singles haben oft Angst, in Sachen Matratzensport nicht mehr gut zu sein. Tipps für erotische Wiedereinsteiger

Ich dachte schon, ich würde die Seite nicht mehr finden. Aber -- natürlich BILD! Und, ja, 'Matrazensport'. Ich glaube, die Welt, die WELT und die BILD -- ist da überhaupt ein Unterschied? -- tickt einfach nicht richtig.

Politisches Argumentieren und die Emotionen

Mein Gott, lange her! Und heute wieder aktuell. Also hierherkopiert.

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16.02.2006 um 09:39 Uhr

In der ZEIT von heute (16. Februar 2006, S. 15ff.) ein Dossier über Musliminnen in Saudi-Arabien. Die inhalte so bizarr wie interessant. Auf der Leserbriefseite (S. 20) dann, neben anderem, Stellungnahmen zu verschiedenen Islam-Artikeln in zurückliegenden ZEIT-Ausgaben. In dem vieltönenden Chor, dissonant, am Ende nur eins: Jeder hat so seine Meinung, die auf Gefühlen aufruht. Darüber wird dann eine Konstruktion aus Sätzen errichtet, die Argumentation ergeben soll. Dabei ist Argumentieren sinnlos, wenn es keine verbindlichen und anerkannten -- nein, nicht: wenn es keine Regeln, Normen, Werte gibt. Sagen wir ruhig mal, mathematik-angelehnt: wenn es keine anerkannten Axiome gibt.

Viel gewonnen ist schon, wenn man sich seiner eigenen Gefühle versichert. Wie sehr mag ich die Muslime? Wen mag ich überhaupt? Welche Eigenschaften sind für meine Sympathien und Antipathien verantwortlich.

Und: das ganze Gerede aus der Multikulti- und Political-Correctness-Ecke, was kann ich damit anfangen?

Ich lege also einmal Rechenschaft ab:

1. Hinweise auf die Geschichte. Was die Europäer den Entwicklungsländern angetan haben und daß die deshalb verständlicherweise so sind und so regieren wie sie sind und wie sie reagieren. Die Palästinenser ohnehin. -- Mein Gefühl sagt mir: Wenn in Deutschland die Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg in Zeltstädten an der Ostgrenze untergebracht worden wären, hätten wir dort heute in Abständen immer wieder mal eine veritable Intifada gegen die Polen und die Tschechen.

Oder anders: Wo ist die Grenze des zeitlichen Bezugs? Haben die Israelis nicht das Recht auf Palästina, weil sie dort vor den Palästinensern waren, und müßten die Israelis nicht die Italiener als Rechtsnachfolger der Römer, also wegen der Sache mit Titus 70 n. Chr., vor den Gerichtshof in den Haag bringen?

Das ist keine Gedanken-Karikatur, sondern es soll die Feststellung vorbereiten: Die Geschichte kann nicht ewig und für alles herhalten. Natürlich ist der Geschichtsbezug eine kaum wegzudrückende Instinktsache, wenn es um Gerechtigkeit geht. Wir müssen uns aber Gedanken über die dahinterstehenden Grundsätze und Grenzziehungen machen.

2. Nicht alle Muslime sind so. Ja, natürlich nicht. Aber das menschliche Gehirn ist auf Stereotypisierung und Vereinheitlichung angelegt. Da kann man wenig machen. Oder mal bildhaft gesagt: Wenn sich herausstellen würde, daß 90% der Attentäter der vergangenen 20 Jahre zur Gruppe der -- im Wortsinn jetzt -- blauäugigen Menschen gehören, dann würden die Blauäugigen unter Generalverdacht geraten. Auch wenn vollkommen klar und jederzeit unbestritten ist, daß a) 10% der Bombenbastler nicht blauäugig waren und daß b) 99,95% der Blauäugigen mit den Attentaten nichts zu tun hatten. So ist das nun mal mit dem menschlichen Bewußtsein und den darin enthaltenen Verallgemeinerungstendenzen.

3. Gekaufte Fähigkeiten. Die Entführer im Irak filmen ihre Opfer mit Camcordern, die aus Japan stammen, und kurven mit Autos aus Europa und Japan herum. Das Problem, das kaum jemals ausgesprochen wird (außer von H. M. Enzensberger im SPIEGEL, mit etwas taumelnden Sätzen): daß die Muslime im Nahen Osten von dem leben, was sie auf der Welt einkaufen, ohne selbst etwas Technisches, Wissenschaftliches, Innovatives hervorzubringen. (Selbstverständlich haben sie hervorragende Einzelwissenschaftler und wahrscheinlich auch hervorragende Automechaniker. Aber sie haben keine politische Kultur, um ein Autowerk mit innovativen Automodellen aufzubauen. An Geld würde es ja wahrhaftig nicht fehlen.) Würden die Muslime des Nahen Ostens als Amish -- nein, als Muslim People die Scharia nehmen und sich abschotten -- sie wären ein wohlgelittenes Großkuriosum in der Welt. Das Problem entsteht, weil da Menschen in der Moderne anerkannt sein und mitreden und mitspielen wollen, ohne die Regeln der Moderne anzuerkennen. Und ohne Leistungen zu erbringen, die sie als Mitglieder der Moderne ausweisen.

Vision of Humanity

In der ZEIT verlinkt jemand auf eine Seite, die Fakten zum Terrorismus bringt. Bemerkenswerte Datensammlung!


Montag, 22. Mai 2017

Chinesinnen heute

Auf der ZEIT-Seite ein Video: Junge Chinesinnen benutzen Apps, um ihre Selfies aufzuhübschen und finden das vollkommen normal. 

"Selfie | Digital aufgehübscht in China | In China boomen Smartphone-Apps, die Selbstporträts mit wenigen Klicks aufhübschen. Besonders junge Frauen teilen in den sozialen Netzwerken mit Vorliebe eine "verschönerte" Version ihrer selbst."

Ich erinnere mich auf einmal an einen leicht grausamen TV-Beitrag, schon ein paar Jahre her. Damals ging es vor allem um längere Beine bei Frauen. Vielleicht geht ea aber auch oft nur um Körpergröße. 

Natürlich steht dazu auch was im Netz:

GESUNDHEIT CHINA | Mit der Knochensäge zu mehr Körpergröße | Von Pascale Trouillaud | Veröffentlicht am 26.04.2010 |  | Operative Beinverlängerung in China: In vier Monaten um acht Zentimeter wachsen Operative Beinverlängerung in China: In vier Monaten um acht Zentimeter wachsen | Der Leidensdruck muss enorm sein – sonst würden sich Menschen einer solchen Prozedur sicherlich nicht unterziehen. In China lassen sich immer mehr kleingewachsene Menschen mit Säge und Schraubenzieher die Beinknochen strecken. Der Lohn: sechs bis acht Zentimeter mehr Körpergröße.

Über politische Fähigkeiten

Es gilt nicht nur:

A: "Der Klügere gibt nach!"
B: "Ja, deshalb sind überall die Idioten an der Macht."

Es gilt auch:

A: "Phantasie zu haben -- sich in andere hineinversetzen können, das ist eine große Fähigkeit!"
B: "Aber sich nicht in andere hineinversetzen können, das verleiht politische Durchschlagskraft! Andere aggressiv anfunkeln und für verrückt zu erklären, das muss der Politiker beherrschen."

Die Macrons

Unter den Entwürfen dieses Blogs findet sich das:

Warum die Macrons ein so ungewöhnliches Paar sind | Emmanuel und seine Lehrerin | Von Thomas Ley |  20.04.2017 | Die romantischste Affäre des französischen Wahlkampfs spielte sich vor 23 Jahren ab: Emmanuel Macron, damals 16, verliebte sich in seine 24 Jahre ältere Lehrerin Brigitte Trogneux. Heute haben die beiden gute Chancen, das ungewöhnlichste Paar im Elyséepalast zu werden. [...] Kann diese Liebe echt sein? | Es ist nicht schwer, derlei Zweifel anzufachen. Gerade wenn man, wie Russlands Wladimir Putin, eine weitere Präsidentschaftswahl im Westen mit Gerüchten beeinflussen will. Vor zwei Monaten deuteten russische Zeitungen prompt an, Emmanuel Macron sei schwul – und die Ehe nur Fassade. | Macron reagierte mit eher unbeholfenem Humor: Ein Doppelleben sei doch zu schwierig für ihn – schliesslich sei seine Frau dauernd neben ihm. Damit wird er die Gerüchte kaum zum Verschwinden bringen. Umso mehr, als Julian Assange, Chef des Kreml-treuen Enthüllungs-Portals Wikileaks, «brisante Informationen» ankündigte. (blick.ch)

Schnee von gestern. (Wie heißt es irgendwo: Der Schnee von gestern ist der Paris Match von heute. (Neues aus Kalau!))

Sonst sind sich doch immer alle einig, dass solche Dinge zum Privaten gehören. Aber am Ende natürlich -- was sind schon die Normen, wenn es um Politik geht!

Eduard Wirths

Funde, allesamt für die Martenstein-These:

Eduard Wirths (* 4. September 1909 in Geroldshausen bei Würzburg; † 20. September 1945 im Internierungslager Staumühle) war ein deutscher SS-Standortarzt in Auschwitz. || Wirths, der aus einer betuchten Unternehmerfamilie stammte, begann 1930 ein Medizinstudium an der Universität Würzburg, das er 1935 abschloss. Mit der 1936 erschienenen Dissertation Der heutige Stand der Pseudarthrosen promovierte er zum Dr. med. Wirths heiratete 1936 eine Kommilitonin, das Paar bekam vier Kinder. Im Mai 1933 wurde er Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnr. 3.139.549) und der SA. Wirths wechselte Anfang Oktober 1934 von der SA zur SS (SS-Nr. 311.594). Während seines medizinischen Praktikums war er ab 1936 im Thüringer Landesamt für Rassewesen tätig. Von Dezember 1936 bis März 1937 arbeitete Wirths im Gesundheitsamt in Sonneberg und wechselte danach als Assistent zur Universitätsfrauenklinik in Jena, wo er bis September 1938 beschäftigt war. Danach wurde er Landarzt in Merchingen, nachdem sein Onkel aus der Praxis ausgeschieden war. 1940 arbeitete er bei der Reichsärztekammer. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gehörte Wirths ab Anfang Mai 1940 einer Sanitätsersatzkompanie der Waffen-SS an. Von Ende Juli 1940 bis Anfang Februar 1941 war Wirths bei der Sanitäts-Inspektion der Waffen-SS tätig und danach bei der 6. SS-Gebirgs-Division „Nord“ eingesetzt. (Wikipedia)

Donnerstag, 18. Mai 2017

"The Donald without comb"

Ich wusste doch, dass ich den Typ schon mal gesehen habe! Ja, das ist er, "The Donald without comb". Ja, Donald ohne Kamm!

Brexit | Boris Johnson: Brüssel soll Rechnung für EU-Austritt zahlen | Die Europäische Union wolle sein Land ausbluten, sagt der britische Außenminister Boris Johnson. Von möglichen Brexit-Rechnungen für Großbritannien hält er nichts – im Gegenteil. | 13.05.2017 (faz.net)

"Wir können auch anders!"

Von der SPIEGEL-Seite rübergeholt:

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Ich versuch es noch mal:

"Türkischer Minister zum Streit um Incirlik: 'Wenn die Deutschen gehen wollen, ist das ihre Sache'".

Wenn das jetzt die nächste Drehung in der T-D-Beziehungsverschlechterungsschraube bringt? Außenamt: "Wenn die Ditib-Imame gehen wollen, ist das ihre Sache."

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/imam-ausbildung-in-deutschland-14329287.html

Und das alles unter NATO-Verbündeten?

[(Sollten Diskussionen geschlossen sein, dann wäre es gut, wenn das klar wäre, bevor man losschreibt.) Das, weil ich das chon mal geschrieben hatte und dann kam die Meldung, dass die Diskussion beendet sei.]

"Moderne Vorbilder": Marianne

Auch das halten wir fest:

Der Verein der Bürgermeister von Frankreich (AMF) wählt regelmäßig bekannte Französinnen aus, die für die Marianne Model stehen dürfen. Schließlich stehen die Büsten später in ihren Rathäusern. Brigitte Bardot war 1970 die erste prominente Schauspielerin, gefolgt von Mireille Mathieu, Catherine Deneuve, den Mannequins Inès de la Fressange und Laetitia Casta sowie Sophie Marceau. 2013 soll eine ukrainische Femen-Aktivistin für eine Marianne-Briefmarke Patin gestanden haben, was landesweite Diskussionen auslöste. Das Nationalsymbol weckt also noch heute Emotionen. (xn--franzsisch-icb.com)


Dienstag, 16. Mai 2017

Rechtschreibung 'schiefgehen'

Zu meiner Überraschung will der Duden schiefgehen, nicht schief gehen. (Letzteres natürlich: Vor Schmerzen konnte er nur noch schief gehen. Na gut, stilistisch nicht sonderlich elegant.)

Und natürlich lache ich mich auf ewig kaputt angesichts der Tatsache, dass die Rechschreibreform mal was vereinfachen wollte.