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Samstag, 28. Dezember 2013

"Gesetz" in der Linguistik

Wenn Sprachwissenschaftler davon reden, dass es irgendwo ein Gesetz oder so was ähnliches gibt (Regel, Regularität, Prinzip), dann hat dies die Funktion, die bei den Alchemisten der Stein der Weisen* hatte: Es wird an etwas voraussetzungslos geglaubt, dass natürlich entdeckt werden muss, weil es das ja geben muss. Darüber, welche Reichweite ein Gesetz hat und ob es wirklich diesen Fall X 'sprachgesetzlich' regelt, macht man sich dann keine Gedanken mehr.

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|* Wunderschön verschrobene Glaubenssätze sind da zu finden -- wie eben auch in der Linguistik: "Als Aurum Potabile („Trinkbares Gold“) bezeichnete man die Verbindung des Steins der Weisen mit Rotwein. Dieses solle als Mittel gegen jede Krankheit und als einziges auch gegen das Altern wirksam sein. Die Verbindung des Steins mit destilliertem Wasser bezeichnete man dagegen als Universalmedizin, die, bis auf die verjüngende, alle Wirkungen des Aurum Potabiles vollbringen könne." Da lob ich mir den Rotwein! Und das Vernersche Gesetz!