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Freitag, 28. November 2014

Politische Denkmuster in D

Das Wikipedia-Café ist ein Ort, in dem Fragen aufkommen und Antworten provoziert werden. Dafür sei das Café gelobt. Heute: Die IP 112.198.77.244 fragt am 28.11.2014:

Homophobie in Afrika als Ergebnis / Folge der Kolonialpolitik? // Ist diese weit verbreitete Homophobie in Afrika eigentlich nichts anderes als Ergebnis der Indoktrination der europäischen Kolonialherren?

Ich komme dazu, das, was ich schon lange mal notieren wollte, zu notieren:

Eine benachbarte und mindestens ebenso interessante Frage lautet: Wie kommt es, dass eine gewisse, medial durchaus einflussreiche Schicht in Deutschland (und manchmal, wenn auch seltener: in Europa) für alle Ungerechtigkeiten und Blödsinnigkeiten, die es in der Dritten oder Vierten Welt gibt, die zurückliegenden Untaten der Großväter, Urgroßväter und noch weiter zurückliegenden Altvorderen verantwortlich macht? Als ob das Böse nicht einfach aus einer Traditionsgemengelage heraus entstehen könnte. Und als ob 50 Jahre nicht ausreichend sein könnten, um importierte oder oktroyierte falsche Muster aus eigener Kraft zu überwinden. Überhaupt der Zwang, Fehlentwicklungen im Kulturellen und Politischen immer, damit es schlicht bleibt, monokausal irgendwo vom Kolonialismus, Imperialismus usw. herzuleiten, das hat doch auch was von einer Zwanghaftigkeit. Weiterführende Frage: Wo kommt diese Zwanghaftigkeit eigentlich her? -- Wer zu solchen Denkmustern neigt, sollte die Kausalitäten mal weitertreiben: Woher kommt der Kolonialismus und Imperialismus? Von den alten Römern? Und woher hatten die es? -- Vielleicht kommt dann der eine oder die andere auf die vernünftige Schlussfolgerung: Das Böse und Blöde und den menschliche Irrsinn gibt es, und wenn die "Verhältnisse" unglücklich sind und die Abwehrkräfte schwach -- siehe unsere NS-Vergangenheit, aber auch die anderen Mörder-Regime, die wir vor kurzem hier hatten --, dann kommt das Böse und Blöde und der Wahnsinn so richtig offiziell an die Macht.