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Montag, 10. November 2014

Wikipedia: POV und Theoriefindung

Da hab ich also am Sonntag im Wikipedia-Café eine Diskussion angeleiert, und ich dachte einen Tag lang, dass das wohl zu abstrakt war. Aber siehe da, es ist doch was draus geworden!

[...] Angeregt durch die Diktatoren da oben und die "menschengemachten Missstände (!Jesses, drei s mal wieder!) [habe ich mir] Folgendes überlegt: Wir brauchen doch ein Wikipedia-Derivat, das a) die Theoriefindung ermöglicht (wie viele kreative Beiträge landen im Café und werden hier eher witzelnd behandelt, weil bei den Artikeln der Hinweis auf "Theoriefindung" droht! Und das schöne, gerne angeführte Kürzel POV gerät ständig in Widerspruch mit Erkenntnissen wie "Die Toleranz, die sich selbst abschafft, weil sie die Intoleranz toleriert" oder "Standpunktlosigkeit, weil sonst POV". Konkret eben, am Beispiel: Weil es unterschiedliche Meinungen gibt, nicht nur unter den extremen Muslimen, ob die westlichen Menschenrechte wirklich universell sind, wird die Idee der universellen Menschenrechte aufgegeben. -- Also, her mit einem Wiki, bei dem Theoriefindung nicht nur zugelassen, sondern als Tugend gefordert ist, und POV ständig ein Thema der theoretisch fundierten Auseinandersetzung ist!

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Es ist tatsächlich eine sehr lange Diskussion geworden. Die am Schluss ein wenig vom Thema abkam. -- Heute (09:49, 13. Nov. 2014) dann meine wahrscheinlich letzte Bemerkung in dieser Sache:

"Ich hab viel gelernt aus dieser Unterhaltung. Dafür erst mal ein Dank! ("Die allmähliche Verfertigung der = meiner Gedanken bei der Unterhaltung im Café.") Dann: Mir sind zwei Punkte klargeworden: a) Natürlich kann eine Wikipedia-Theoriefindung-Seite keine Fachzeitschriften ersetzen. Aber es könnten gewisse "Laienfragen", die in den Artikeln nicht beantwortet werden und wegen 'Theoriefindung' da auch keinen Platz haben, zwischen Laien und Fachleuten mal ernsthaft 'theoriefindend' erörtert werden. Beispiel: Als die Sache mit dem Flug MH 370 richtig heiß diskutiert wurde, da war immer die Frage: Wie kann es sein, dass in unserer Welt, in der alles und jedes beobachtet wird, die Phantasie der Fachleute nicht ausreicht, einen Fall wie den dieses Verschwindens eines ganzen Flugzeugs vorauszusehen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu installieren? Eine, wie ich finde, sehr naheliegende und vernünftige Laienfrage. (Ich selbst habe mir überlegt, dass ein winziges Modul, das bei Aufprall von einem Flugzeug abgesprengt wird oder auch nur abfällt -- Airbag-Prinzip --, im Wasser aufschwimmt und im Stundenrhythmus ein hinreichend starkes Signal sendet, diese ewige Suchaktion, an die schon keiner mehr denkt und die demnächst vielleicht abgebrochen wird, überflüssig gemacht hätte. Warum ist so etwas nicht seit 50 Jahren Standard im Flugzeugbau?) b) Die Überlegung, die ich da in Sachen Theoriefindungs- = Laien-Fachleute-Seite angestellt habe, trifft auf wenig Zustimmung bzw. so viel Kritik, dass klar ist: Hierfür ist knapp neben der Wikipedia kein Platz. Man muss einsehen, wenn die eigenen Ideen auf keine Resonanz stoßen. Ich sehe das im vorliegenden Fall.