Posts mit dem Label Intertextualität werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Intertextualität werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 13. Januar 2019

"Der Reichtum des mesopotamischen Bodens ..."

Ich installiere die CR-ROM mit der Fischer-Weltgeschichte, die ich schon lange besitze. Mein Blick fällt auf einen Satz:

"Der Reichtum des mesopotamischen Bodens war sprichwörtlich, und Babylonien verdiente diesen Ruhm auch noch unter der persischen Herrschaft."*

Ist das ein vernünftiger, gar schöner Satz? Und ist er, damit zusammenhängend, sinnvoll? Warum sollte ein guter Boden nicht mehr gut sein, wenn die Herrschenden über das Gebiet wechseln? Und verdient etwas seinen Ruhm? Ein Gebiet gar?

--

* Wunderbar, dass da auch die Stelle mit angegeben wird, wenn man einen Satz kopiert! > [Band 5: Die Mittelmeerwelt im Altertum I. Griechen und Perser: 17. Mesopotamien in der Perserzeit. Zeno.org: Fischer Weltgeschichte, S. 3634. (vgl. FWG Bd. 5, S. 339)]

Donnerstag, 13. September 2018

Interview mit Romy Schneider (1959)

Ein Ausschnitt aus dem SPIEGEL. These: Zwei gereifte Männer versuchen ein Mädchen, das sie durchaus faszniert, dennoch irgendwie vorzuführen. Und das Mädchen mag das nicht. Heraus kommt also: Quark.

--

Unveröffentlichtes SPIEGEL-Interview mit Romy Schneider

"Ich bin ja keine Heilige"

Exklusiv für Abonnenten

1959 trafen sich Romy Schneider, damals 20, und die SPIEGEL-Redakteure Walter Busse und Günter Gaus zum Interview. Doch das Gespräch ging schief, das Tonband verschwand im Archiv. Bis jetzt. Von Walter Busse, Günter Gaus

03. September 2018

--

Busse: Es stehen zuweilen Sachen in der Zeitung, die Ihnen keinen Spaß machen.

Schneider: Sicher, aber ich werd's nicht ändern können.

Busse: Was denn zum Beispiel?

Schneider: Dass man mit Leuten verbandelt wird, mit denen man gar nicht verbandelt ist. Immer dieselben Gerüchte, mit jedem Filmverlobten, jedem Partner im Film oder mit meinem Regisseur. Die Gagen in der Zeitung sind viel höher als in Wirklichkeit. Meine Mutter zieht man durch den Kakao.

Gaus: Woran liegt das, dass die Zeitungen so viel über Sie berichten?

Schneider: Sicher nicht an mir. Mit irgendwas müssen Sie ja Ihre weißen Seiten füllen. Mir ist nur unbegreiflich, warum man immer die Dinge verdreht.

Busse: Sie haben sich zu Weihnachten gewünscht, die Berichterstattung möge anders sein.

Schneider: Richtig, richtig soll sie sein!

Gaus: Halten Sie sich für einen Star?

Schneider: Nein, ich halte mich für keinen Star.

Busse: Sie haben mal gesagt, der Ausdruck "Filmstar" sei eine dumme Bezeichnung.

Schneider: Nein. Das habe ich nicht gesagt.

Busse: Dann war das auch schon wieder falsch berichtet.

Gaus: Was ist ein Star?

Schneider: Ein Star ist für mich die Callas zum Beispiel. Sie ist für mich – tja, jetzt müsste man gut formulieren können – ein Star im besten Sinne ist eine große Könnerin, wenn man sie hört, wenn man sie sieht, vergisst man alles.

Gaus: Sie verstehen Star ganz positiv.

Schneider: Nein, es gibt Stars und es gibt Stars. Ein richtiger Star benimmt sich nicht wie ein Star.

Busse: Sie meinen, er macht nicht so viel Theater um sich. Aber könnte es nicht sein, dass ein Künstler bei aller Könnerschaft, nicht die gleiche Prominenz erreicht, wenn er das Theater nicht macht?

Schneider: Nein, man braucht das Können, um populär zu werden.

Busse: Meinen Sie, dass sich das Talent in jedem Fall durchsetzt?

Schneider: Ja, letzten Endes ja. Absolut. Das kann bei vielen etwas länger dauern, bei einigen geht es sehr schnell. Aber wenn jemand etwas kann, dann wird es sich letzten Endes immer durchsetzen, glaube ich.

Gaus: Nachdem Sie gesagt haben, dass sich jedes Talent – und dafür halten wir Sie ganz gewiss – schließlich durchsetzt, würden Sie sagen, dass Sie Ihre Publicity nur durch Ihre Arbeit erhalten haben? Schneider: Ich weiß es nicht. Ich habe nur gemerkt, dass dieser ganz Wirbel mir letzten Endes auch nicht geschadet hat, beim Publikum, weil sie spüren, dass es nicht stimmt. Es hat mir nicht genützt und es hat mir nicht geschadet.

--

Und so geht das noch eine ZEITlang -- eine Zeitlang so weiter.

Freitag, 29. Juni 2018

"Our son of a bitch"

Ich dachte zum einen, dass das viel länger her ist, dass ich das geschrieben habe, und dann dachte ich, ich hätte es schon hierher kopiert.

--


In den Suchmaschinen wird noch auf diese Seite verwiesen, aber hier steht es nicht mehr. Ist ok. Ich hatte, erinnere ich mich recht, nur einen Satz geradegestellt. Jetzt hat es mich dann aber doch dem Inhalt nach interessiert. Gefunden:

“But He’s Our Son of a Bitch” by Kevin Drum May] 16, 2006 POLITICS “BUT HE’S OUR SON OF A BITCH”….I’d never thought about this before, but inspired by an offhand comment here I went looking for the origin of the famous “son of a bitch” quote. Here are three contenders: Reference.com: It was Roosevelt who made the often-quoted remark about the dictator of Nicaragua, Anastasio Somoza: “Somoza may be a son of a bitch, but he’s our son of a bitch.” Dick Morris: FDR’s memorable characterization of Spain’s brutal dictator Francisco Franco: »Sure he’s a son of a bitch, but he’s our son of a bitch.« Michael Wood: Rafael Leònidas Trujillo, long-term dictator of the Dominican Republic….The Americans supported him because, as Cordell Hull said, in a phrase since used countless times of other unappealing figures, ‘he was a son of a bitch, but he was our son of a bitch.’ Bottom line: we don’t know who said it, who it was said of, or where it came from. Or whether anyone ever said it at all. Apparently the best we can do is this guy, who tracked it back to a 1966 biography of Trujillo written by Robert Crassweller. However, when he contacted the author, Crassweller told him that although the quote had “acquired a great deal of generality,” he didn’t have any way of tracking it down. Yet another famous quote that seems to have appeared out of nowhere. How many more are there? (washingtonmonthly.com)

Ein tolles Forschungsgebiet: Falsch / nicht belegbar zugeschriebene Sinnsprüche usw. Luther, das Apfelbäumchen und das Furzen und Rülpsen, usw. Auch: multipel zugeschriebene Zitate also, wie das mit dem "our son of a bitch / unser Schweinehund".  -- 9. Februar 2018

Mittwoch, 20. Juni 2018

"Es kann der Frömmste nicht ..."

Zufallsfund -> Intertextualität:

--

Roland Kaiser

ES KANN DER FRÖMMSTE NICHT IN FRIEDEN LEBEN


Ich liege in der Sonne und träume in den Tag
glücklich und allein.
Ich nehme mir die Freiheit
zu leben wie ich mag
glücklich und allein.
Da hält ein Möbelwagen genau vor'm Nachbarhaus
und ein Traum von Mädchen steigt dort aus.

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben
wenn ihm die schöne Nachbarin gefällt
und ihm das Schicksal vor der eig'nen Haustür
solchen schönen Beine stellt.

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben
wenn ihn der Himmel nicht verschont.
Ich bin versucht
der Versuchung nachzugeben
wenn nebenan die Sünde wohnt.

...

--

Und dann natürlich Ulrich Roski: "Von Nachbarn halt ich überhaupt nichts!"

"Streit und Ärger wird es immer geben ..."

--

Schiller, Wilhelm Tell

Tell:
Dergleichen Taten bringet jeder Tag,
Kein Wunderzeichen braucht sie zu verkünden.

Stüssi:
Ja, wohl dem, der sein Feld bestellt in Ruh,
Und ungekränkt daheim sitzt bei den Seinen.

Tell:
Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben,
Wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.


Tell sieht oft mit unruhiger Erwartung nach der Höhe des Weges.

Stüssi:
Gehabt Euch wohl – Ihr wartet hier auf jemand?

Tell:
Das tu ich.

Stüssi:
Frohe Heimkehr zu den Euren!
– Ihr seid aus Uri? Unser gnäd'ger Herr
Der Landvogt wird noch heut von dort erwartet.

--

...

9. Welche Superlative gebühren Schiller?

Er ist der größte deutsche Dramatiker, der größte deutsche Essayist.

10. Was empfinden Sie, wenn Sie an Schiller denken?

Dankbarkeit.

--

Kraftvoll und laut gesprochen! Ja denn, sagt Gottfried Bürger.

Dienstag, 10. April 2018

Kristeva: "Die Wahrheit der Akten"

Von der Wikipedia-Diskussoinsseite kopiert:

--

Ich habe das in der Papier-ZEIT gelesen. (Leider nur für Abonennten online zugänglich.)

"Julia Kristeva. Die Wahrheit der Akten || War Julia Kristeva, die Pariser Star-Intellektuelle, in den siebziger Jahren eine Agentin des bulgarischen Geheimdienstes? Im Gespräch mit der ZEIT sagt sie: "Die Akten machen aus mir eine Person, die ich nicht bin!" || Von Georg Blume und Iris Radisch"

Da waren nicht so viele Zweifel, dass "die frühe J. K.", nachdem sie 1965 nach Paris gegangen war, vom bulgarischen Geheimdienst tatsächlich eingesetzt worden ist. Allerdings offenbar seit 1973 schon nicht mehr, weil ihre Berichte "nicht präzise genug" waren. (Alles aus dem Gedächtnis.)

Eine Pretiose der Formulierungskunst für mich:

"[...] Dass ausgerechnet die skrupulöse Psychoanalytikerin und poststrukturalistische Sprachphilosophin Kristeva in die Maschinerie eines der brutalsten Überwachungsunternehmen des östlichen Imperiums geraten ist, scheint denjenigen recht zu geben, die die Pariser Dekonstruktionsarbeit an der Vernunft schon immer beargwöhnten. Es passt allzu gut in das Klischee vom Poststrukturalismus als theoriebesoffener Denkspielerei im sicheren Abseits der großen Weltkonflikte. Schließlich war es vor allem Julia Kristeva, die für einen neuen, im freien Spiel der Texte wild umherflottierenden Wahrheitsbegriff eintrat. Die Erfinderin der »Intertextualität«, die von der Spießer-Unterscheidung zwischen Fakten und Fiktionen nichts mehr wissen wollte."

Sonntag, 1. Oktober 2017

"Alles ist besser als noch ein Tag mit dir" > 0


Manchmal bekenne ich mich nach ein paar Sätzen schon zur Verehrung für einen Text. Und im gewissen Sinn auch für den Autor des Texts. Jetzt haben ich wieder so einen Fall vor mir. Jan Fleischhauer, den habe ich, weiß der Herr warum, immer für einen SPIEGEL-Jungspund und seine Kolumnen habe ich für Jungspund-Kolumnen gehalten. Seit gestern weiß ich, der Mann ist 55. Am Samstag habe ich im Seinen Auszug aus einem Buch von Fleischhauer gelesen. Ich wusste sofort: Wer so über etwas ganz und gar Persönliches schreiben kann, so balancierend auf des Messers Schneide, links die Rührseligkeit und rechts die Peinlichkeit, der ist ein Großer seines Fachs. Vielleicht sogar ein großer Schriftsteller.

"Ich habe mich im Som­mer vor sechs Jah­ren von mei­ner Frau ge­trennt. Na ja, das stimmt nicht ganz. Mei­ne Frau hat sich von mir ge­trennt, was die Sa­che für mich nicht ein­fa­cher mach­te. Es war eine scho­ckie­ren­de Er­fah­rung, die ich nicht mei­nem ärgs­ten Feind wün­sche. Noch heu­te schre­cke ich manch­mal nachts mit dem Ge­dan­ken auf, dass al­les wie­der von vorn be­ginnt. | Ich habe mei­ne Frau sehr ge­liebt, ein Teil von mir liebt sie ver­mut­lich noch im­mer. Ich dach­te, wir wür­den bis zum Ende zu­sam­men­blei­ben, trotz al­ler Schwie­rig­kei­ten, die un­se­re Ehe mit sich brach­te. Heu­te le­ben wir in zwei Städ­ten: ich in Mün­chen, sie in Frank­furt, bei­de gleich weit von un­se­rer ehe­ma­li­gen Ber­li­ner Woh­nung ent­fernt, die jetzt ei­ner net­ten äl­te­ren Dame ge­hört, von der ich nicht mehr weiß, als dass ihr On­kel Vic­co von Bü­low war, den die meis­ten Men­schen un­ter sei­nem Künst­ler­na­men Lo­ri­ot ken­nen. Für vie­le Men­schen ist eine Schei­dung die größ­te Ka­ta­stro­phe in ih­rem Le­ben, sie wis­sen es wie ich am An­fang nur noch nicht. Kein an­de­res Er­eig­nis hat, wenn es ei­nen schließ­lich er­eilt, solch ver­hee­ren­de Aus­wir­kun­gen, von schwe­ren Un­fäl­len und Krank­hei­ten ein­mal ab­ge­se­hen. Al­les, wor­auf sich das ge­wohn­te Le­ben grün­de­te, wird mit ei­nem Schlag in­fra­ge ge­stellt. Ver­lo­ren ist die ge­sell­schaft­li­che und emo­tio­na­le Si­cher­heit, die eine Ehe mit sich bringt, selbst wenn sie un­glück­lich ver­läuft. Vie­les, was bis da­hin selbst­ver­ständ­lich er­schien, muss neu er­lernt wer­den. Fi­nan­zi­ell droht der Ruin."

Fleischhauers Buch erscheint morgen. Ich habe es mir als E-Book vorbestellt. Was ich mir erhoffe? Vor allem: Dass ich mehr über die Frau erfahre, die diesen Satz gesagt hat: "Alles ist besser als noch ein Tag mit dir." Natürlich wird alles durch die Perspektive des Mannes gebrochen sein. Aber er wird sich bemühen, seiner Ex-Frau gerecht zu werden. Das immerhin. Ab morgen also lese ich das Ganze.


Montag, 30. Mai 2016

Am 30.05. ist der Weltuntergang?

Daran wollte ich schon lange mal erinnern, und heute ist der Tag, an dem das passt.

»Am dreißigsten Mai ist der Weltuntergang.
Wir leben nicht mehr lang!
Wir leben nicht mehr lang!
Am dreißigsten Mai ist der Weltuntergang.
Wir leben nicht, wir leben nicht mehr lang.
Doch keiner weiß in welchem Jahr,
Und das ist wunderbar.
Wir sind vielleicht noch lange hier
Und darauf trinken wir.«

Wer hat es getextet und komponiert?

Nun ja, wenn die hier bei Youtube richtig liegen dann war das

Melodie: Karl Erpel
Text: Bert Roda.

Montag, 23. März 2015

Hätte, hätte. Oder: Die Reichweiten ...

... der Intertexualität. -- Jetzt mal, so gut es eben geht, zeitlich geordnet. Von jetzt aus zurück.

23.03.2015 „Die kalte Wahrheit“ im ZDF || Hätte, hätte, Kausalkette || Der Fernsehfilm „Die kalte Wahrheit“ rekonstruiert eine Unfallnacht, die es in sich hat. Ein betrunkener Jugendlicher wird nachts überfahren. Die Polizei ermittelt nicht, dafür aber die Frau, die den Unfall verursacht hat. Von MATTHIAS HANNEMANN

19.08.2014 SDP -- Hätte Hätte Fahrradkette (feat. Keule) Aus dem aktuellem Album "Bunte Rapublik Deutschpunk" (Youtube)

23.11.2014 "Wachstumswende e.V. [bw] Hätte hätte Kausalkette. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel sind Wachstum und Nachhaltigkeit keine Gegensätze, sondern - Effizienz sei dank - natürlich miteinander vereinbar."

04.09.2013‎ Mick149 Die Seite wurde neu angelegt: Als '''Deutschlandkette''' wurde im Jahr 2013 eine Halskette bekannt, die die deutsche Bundeskanzl... -- In Anlehnung an ein berühmt gewordenes Zitat von Merkels Gegenkandidaten Peer Steinbrück („Hätte, hätte, Fahrradkette“) titelten deutsche, aber auch ausländische Medien in ihrer Berichterstattung in Anlehnung an Twitter über das TV-Duell „hätte, hätte, Deutschlandkette“. (Wikipedia)

12.04.2013 Steinbrück zum verpatzten SPD-Slogan: "Hätte, hätte - Fahrradkette" SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gibt sich stur und kämpferisch: Seine Partei will den Wahlslogan "Das Wir entscheidet" weiter nutzen. Dass eine Leiharbeitsfirma den Spruch bereits seit Jahren verwendet, beeindruckt ihn wenig. Die Schuld für die Panne gibt er dem Wahlkampfteam. (SPIEGEL)

Donnerstag, 18. Dezember 2014

TANE

Twitter - A New Experience

Wiewohl für mein Alter viel zu internetafin, habe ich mich bei Twitter bisher zurückgehalten. Einen Account angelegt, um zu sehen, wie das ist. Dann Ruhe. 

Heute mal aus Neugier mal hingesehen. Eindruck: Die Twitter-Welt ist kommunikationswahnsinnig! Allein was die Titanic! Und dann da auch noch die Titelseite! "Traumjob Sterbehelfer". Mit Bild von Helmut Kohl im Rollstuhl und seiner jetzigen Frau, lächelnd dahinter. Das Lachen bleibt einem -- na ja ... wo stecken?

Und die Politik! Die Bundesregierung, die twittert wie verrückt! Steffen Seibert zum Beispiel. Na ja, ist wahrscheinlich Teil seines Jobs. Dafür hat man ihm drei Angestellte gegeben: Frau A, die ihm Listen vorlegt. Da wo Seibert ein Häkchen macht, twittert Herr B in seinem Auftrag. Und Frau C kontrolliert, was die Follower mit den Seibert-Tweets so machen.

Also, eigentlich könnte man sein Leben ausschließlich damit zubringen, Tweets zu lesen. Und hin und wieder einen selbst zu schreiben. Ob das gut für die Welt ist?

Sonntag, 10. August 2014

Plagiate. Mal ein guter Befund.

Wer schreibt von wem wie ab? Ein kleines Experiment.

Im SPIEGEL lese ich einen Artikel:

"15.04.2013 | PSYCHOLOGIE | Raubtiere ohne Kette | Von Thadeusz, Frank || Könnte man auch Karriere machen, statt zum Serientäter zu werden? Seelenkundler entdecken den Typus des beruflich erfolgreichen Psychopathen. Ein britischer Gelehrter glaubt sogar, dass jeder von den Gestörten lernen kann."

Darin der schöne Abschnitt: 

"Der Inder Chandra Mohan Jain, besser bekannt als Bhagwan, predigte seinen Jüngern Bescheidenheit, strebte für sich selbst jedoch den Besitz eines Rolls-Royce für jeden Tag des Jahres an. | Dass seine Anhänger diesen Widerspruch klaglos akzeptierten, kommentierte Bhagwan in der wohl einzig möglichen Weise: "Fünf Prozent der Menschen sind intelligent, die restlichen 95 Prozent sind unsere Anhänger.""

Ich suche per Google genau den Satz "Fünf Prozent ... Anhänger". Es werden genau 6 Artikel gefunden. Gibt man -spiegel dazu, bleibt 1 Artikel übrig, und bei dem sind einfach kommentarlos Zitate gesammelt. Fazit: ein hoher Grad der Ehrlichkeit, wenn auch vielleicht nicht der Kreativität.

Mittwoch, 3. März 2010

Flugangst

Das STREIFLICHT der SZ beginnt heute so:

"Fisch schwimmt, Vogel fliegt, Mensch läuft" hat der tschechische Langstreckler Emil Zatopek einmal gesagt, und damit hat er im Großen und Ganzen recht gehabt. Wohl gibt es auch fliegende Fische, schwimmende Vögel sowie fliegende und schwimmende Menschen, aber immer handelt es sich um etwas Widernatürliches, namentlich im Falle des Menschen. Nicht nur, dass er nicht ohne Hilfsmittel zu fliegen imstande ist, er kriegt es in den Bäuchen der Flugzeuge, in denen er hockt wie Jonas im Wal, auch immer wieder mit der Angst zu tun. Wissenschaftler haben tausend Erklärungen für diese Angst. Aber letztlich ist es ganz einfach: Der Mensch braucht festen Boden unter seinen Füßen, Erdboden; es steckt ihm in den Genen, ist ihm von Anfang an überliefert, dass die Luft ihn nicht trägt, denn wenn sie ihn trüge, dann wär" er ja eindeutig ein Vogel. Man kann sagen: Je mehr Angst jemand in der Luft hat, umso näher ist er bei seinen Wurzeln. (Nachzulesen für E-Paper-Abonnenten hier)

Und später, beim Ausräumen der Spülmaschine ertönt es aus dem Kopfhörer via Haus-Funk-Anlage: Das Lied der Wise Guys (nein, da sind nicht die Prinzen!) deren Lied über die Flugangst.

Merke: Intertextualität und Zufall beherrschen die Welt!

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Suters dunkle Seite

Ich lese dieser Tage Martin Suters "Dunkle Seite des Mondes". Heute suche ich im Netz und finde zum Beispiel das:

"Ein erstaunlich positiver Bericht zu “Magic Mushrooms” bzw. Psilocybin ist dieser Tage bei Spiegel Online unter dem Titel “Pilz-Trip kann Stimmung dauerhaft heben” zu finden, auch wenn zu Anfang und zum Schluss die idiotische Geschichte des Schriftstellers Martin Suter zitiert wird, der in seinem Roman “Die dunkle Seite des Mondes” (Titel von Pink Floyd abgekupfert) einen Wirtschaftsanwalt nach Pilzgenuss zum Mörder werden lässt."

Natürlich wird mancher da denken: 'Was stört es die SPIEGEL-Eiche und und die Suter-Buche, wenn sich das kleine Blog-Schwein daran reibt'*, aber das wäre dumm. Damit ist die Macht dargestellt, aber nicht die Richtigkeit des Arguments gewürdigt. Aber es scheint halt, dass der Blogger tatsächlich nicht so ganz auf dem Laufenden ist. Intertextualität, davon kann man halten was man will. Aber Pink Floyd bewusst zum Titel zu machen, ist ein Kunstgriff. Wie groß die Kunst ist, ist eine andere Frage. Unangenehm aber ist die Gewohnheit, die Blogger-Sau rauszulassen. Die "idiotische Geschichte" -- ich lese sie gerade. Sie ist hochgradig spannend und intelligent geschrieben. Meine Punkt-um-Meinung.
---
* Damit ich nicht in Verdacht gerate, ich wollte da jemanden beleidigen: Das ist nur eine Abwandlung des entsprechenden deutschen Sprichtworts.