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Mittwoch, 11. April 2012

Instagram (Kommentar)

Ich würde gerne als der Mitbegründer einer Bewegung gelten, die derartige Internet-Geschäfte wie nachfolgend beschrieben auf das reduziert, was sie ohne Zweifel sind: Deppen-Monopoly. Auf einem allerdings -- Fakten bleiben Fakten -- finanziell extrem hohen Niveau. (Oder, wenn das Sprachgefühl diese Form denn zuließe: extremst hohen...)

"Ihr Produkt: eine Anwendung, mittels derer sich Fotos auf dem iPhone aufnehmen, bearbeiten und verschicken lassen. Anderthalb Jahre nach dem Firmenstart, kauft Mark Zuckerberg, Gründer und Chef von Facebook, dieses Gebilde Instagram für eine Milliarde Dollar in Bargeld und Aktien - die bisher größte Erwerbung des sozialen Netzwerks. Eine Karriere wie im Bilderbuch. || Die Summe klingt unglaublich. Vor allem angesichts der Tatsache, dass Instagram bisher noch keinen Cent Umsatz erwirtschaftet hat. Die Firma hat zwar 30 Millionen Nutzer, aber nur 13 Mitarbeiter. Ein Modell, wie man via Instagram Geld verdienen könnte, ist bisher nicht bekannt." (Süddeutsche Zeitung Online)

Da schuften andere Leute in Steinbrüchen und wieder andere in Entwicklungshallen, legen sich mit Banken an, gehen auf Geschäftsreisen, die ein Knochenjob sind, und ein paar andere, die programmieren ein wenig an einer guten Grundidee entlang. Gehen ins Internet, mieten ein paar Server und sind dann zwei Jahre später Milliardäre. 

Nein, um Himmels willen! Kein Neid! Nur Realismus und der Versuch, ein wenig in Richtung einer Wirtschaftsethik zu denken. Und ich ich weiß auch -- es stand ja auch heute wieder mal in der SZ: Ein Unternehmen ist so viel wert, wie ein anderer dafür bereit ist zu zahlen. Aber was, wenn wir mal dran denken, dass es OpenOffice gibt und dahinter den Gedanken von OpenSource. Und dass sich, wenn es sein muss, ein LibreOffice abspaltet. Voll dynamisch! Der Grundgedanke von Facebook und von Instagram sind nicht schützbar, weil sie sich auch ein schlichtes Gemüt innerhalb von einer halben Stunde ausdenken kann. Klar ist das nichts als eine Skizze dann. Aber gute Programmierer, die so was umsetzen, gibt es genug. Die mit Anteilen und ehrenvollen Erwähnungen bezahlt werden. Das neue Produkt gehört seinen Nutzern und seinen Programmierern. Über die Verteilung der Anteile und die Ge- schäftspolitik entscheidet ein Demokratie-Wiki, das die Piraten- partei oder eine runderneuerte FDP stiftet. (Ich sehe da keinen unüberbrückbaren Gegensatz zwischen der Piratenpartei und einer neuen FDP. Aber da darf sich jeder eine Meinung bilden. Vor allem jedes FDP-Mitglied.)

So, und das wär's erst mal.