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Samstag, 26. September 2015

Beispiele der Martenstein-These

Heute morgen als Podcast: Ein Zeitzeichen über Getrud Luckner. Ich kannte seit der Kindheit den 'Seeteufel' Graf von Luckner, aber nicht Gertrud Luckner. In dem bemerkenswerten Leben dieser Frau eine Sache, die neben anderem hängenbleibt: dass Gertrud Luckner von zwei Angehörigen der Freiburger Caritas an die Gestapo verraten worden ist. Einer der beiden hat dennoch nach dem Krieg Karriere gemacht, sagt die Wikipedia.

Ich werde einmal versuchen, einige Beispiele für die Martenstein-These zusammenzutragen. Wohlgemerkt: Dabei gehe es nicht um wohlfeile Anklage, sondern um die These, dass 50% (Martenstein) oder 80% (ich) der in einer Demokratie Erfolgreichen auch in einer Diktatur, der sie nicht entkommen können, versuchen, Karriere zu machen. Und natürlich, hier, umgekehrt. Also auch heute: Wer heute erfolgreich ist, würde, wenn das System in die Diktatur kippt, versuchen, auch unter der Diktatur Karriere zu machen.

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Franz Xaver Rappenecker (1894 -1965) Verrät als Mitarbeiter der Freiburger Caritas in der Nazi-Zeit die ebenfalls dort angestellte Getrud Luckner. Nach dem Krieg: "In der badischen Regierung unter Leo Wohleb wurde er Ministerialdirektor im Ministerium für Wirtschaft und Kultur." (Wikipedia.) Vgl. auch deutsche-digitale-bibliothek.de .

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Freitag, 25. September 2015

ZDF-Fünfteiler "Blochin"

Im Kopfhörer: Morgen starte das ZDF mit einer fünfteiligen Serie, "mit viel Tamtam", denn man erhoffe sich ... Da reißt der Stream ab. Wahrscheinliche Fortsetzung: irgendwas mit internationaler Verkäuflichkeit, wie einst bei "Derrick".

Ja, und dann lese ich beim SPIEGEL:

"Ein deutsches "Breaking Bad"? Eher ein deutscher Popeye. Matthias Glasners lang erwarteter ZDF-Fünfteiler "Blochin" macht auf hart - und den Protagonisten Jürgen Vogel fast zur Comicfigur."

"Mit zunehmender Spieldauer des insgesamt sechsstündigen Werks gab es sogar Lacher wegen unfreiwilliger Komik - nämlich dann, wenn Titelheld Jürgen Vogel als schicksalsgeprüfter Berliner Bulle ein ums andere Mal in hochdramatischer Situation zum Smartphone griff und dann ganz schnell und unvermittelt weg musste. Da war gebannte Anteilnahme schon beiläufigem Amüsement gewichen."

Woran liegt das denn nun wirklich, dass deutsche Filme und Fernsehfilme so zäh und langweilig sind? Weil sie zuerst immer auf die Kunst schielen und auf das soziale Engagement?

"Geboten wird die klassische Story vom gewendeten Ex-Kriminellen, der nun als Ermittler bei der Mordkommission arbeitet, aber in Form einer Erpressung von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Zuspitzungshalber ist sein von allen Lieutenant genannter Chef (Thomas Heinze) zugleich sein Schwager, und seine Ehefrau Inka (Maja Schöne) leidet an Multipler Sklerose."

Ja, da ist sie, die Problemstellung in Richtung Problem: Multiple Sklerose. Das ist ein ernsthaftes, schlimmes Leiden, aber in so einem Drehbuch, in dem man ja die Wahl hat, doch wohl eher ... Ok, ich finde das richtige Prädikatsadjektiv nicht. Und dann noch Heinze? Heinze? Da war doch was, oder?

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Ach übrigens, gleich daneben: Das wär doch mal ein Stoff, oder? Frei adaptiert?

"Fall Dennis G.: US-Gericht verurteilt deutschen Auftragskiller zu 20 Jahren Haft

Einst war er Scharfschütze bei der Bundeswehr. Dann wurde Dennis G. als Auftragskiller angeheuert. Nun ist der 29-Jährige in Manhattan zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden. || Als Dennis G. am 25. September 2013 auf dem Flughafen von Liberias Hauptstadt Monrovia landete, war er bereit, einen Doppelmord zu verüben. Von einem Kontaktmann sollten er und sein Komplize Waffen erhalten, um in dem westafrikanischen Land den Verräter eines kolumbianischen Drogenkartells und einen US-Ermittler zu töten. Im Gegenzug waren G. mehrere Hunderttausend Dollar versprochen worden."

Welpen-Rache

Vergisst das Netz wirklich nichts, was nach dem Jahr 2000 geschieht? Fast sieht es so aus. Allerdings: Das Netz vergisst auch, so wie das menschliche Gehirn. Bis etwas wieder an die Oberfläche dringt. Durch Zufall, durch eine Assoziation, durch irgendwas. 

Beim Suchen nach der neuesten Version suche ich die Festplatten mit datei:maedchen durch. Dabei kommt mir ein Auszug aus einem vor längerer Zeit abgespeicherten Screenshot mit in die Ergebnisse. Dateiname: maedchen_kapuze_werbung.jpg. Ich habe das damals , am 04.09.2010, abgespeichert, um die schräge Verbundenheit verschiedener Lebensbereiche zu dokumentieren.


Ein Mädchen mit rotem Kapuzenpulli hat Hundewelpen in einen Fluss geworfen und das auch noch bei Youtube eingestellt. Wer hat da eigentlich gefilmt, fragt man sich. Und warum? Und: Ist so was die Form einer dreifachen Geisteskrankheit? Die Tat selbst und das Filmen und das Veröffentlichen?

Die Süddeutsche sogar hat die Meldung noch aufgehoben. Weil damals fälschlich ein Mädchen aus Aying bei München verdächtigt und dann massiv bedroht wurde. Am Ende heißt es dann:

Nun also richtet sich der Zorn der Nutzer der Peta-Seite nach Bosnien, was dem Mädchen aus Aying allerdings bislang wenig nützt. Zwar hat die Polizei den Namen der jungen Frau aus dem Netz löschen lassen, doch mittlerweile ist er dort in mehreren Seiten von einem sozialen Netzwerk wieder aufgetaucht - in Kombination mit einem Screenshot des Mädchens aus dem Youtube-Video. Mehr als 3700 Mitglieder hat die Seite bereits - und inzwischen musste der Administrator den Nutzern die Möglichkeit entziehen, an die Pinnwand zu posten. Zu viele Morddrohungen heißt es als Grund.

Inzwischen gibt es auch einen Diskussionsstrang, wonach die Spur des Mädchens nicht nach Aying führe - eine Nutzerin vermutet das Mädchen in Kroatien. Die digitale Hexenjagd geht weiter.

Donnerstag, 24. September 2015

So schnell kann die Stimmung kippen?

Ich lese mich durch die Kommentare auf der ZEIT-Seite, bis hin auf Seite 7. Immerhin die ZEIT! Und was ich da lese, klingt nicht sonderlich liberal oder auch nur konservativ.

ronslim #33 — vor 39 Minuten -- Was den Migranten am meisten fehlt ist.. || D e m u t - eine Eigenschaft die von uns Bundesbürgen in letzter Zeit häufiger eingefordert wurde..: Die Euphorie schwindet sehr schnell, man vergleicht sich mit den Menschen im Umfeld, es kommt erst Langeweile, dann allgemeine Unzufriedenheit auf und dann Neid. Aus Neid erwächst schnell Haß und daraus im extremen Fall Gewalt. Damit kein Mißverständnis auftritt: das sind keine Mechanismen die ausschließlich oder vorwiegend bei Migranten auftreten; es sind ganz "normale" Abläufe - man sollte sie nur kennen.

In vielen Fällen: reflexhafte Einlassungen, hin und her. Aber natürlich -- so geht Politik, und aus solchen Stimmungen heraus wird am Ende auch gewählt.

Lewan-5-dowski!



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Ein neues Blödheitsmuster entdeckt! (2)

Hier eine Ansammlung von irrlichternder Werbung! Glauben diese "Werbetreibenden" eigentlich, dass sich die Leute nicht die Frage stellen: 'Wenn das so einfach ist, warum gibt es dann noch Dicke und Arme? Und: Warum gibt es eigentlich noch Apple, wenn man das iPhone quasi geschenkt bekommt?' 


Erstentdeckung dieses Blödheitsmusters hier!

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Nachtrag (06.03.2016): Am  02.03.2016 liefert Markus K. dieses Beispiel:
  • "Ärzte geschockt! Vater hat in 2 Wochen 13 kg verloren!"
Ich finde allerdings das Beispiel so direkt nicht. Dafür aber natürlich jede Menge sehr ähnliche.

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Noch ein Nachtrag (16.06.2016): Auf diese Sache kommt wahrscheinlich jede und jeder von alleine; aber halt doch zur Sicherheit: Es ist immer wieder schön und erbaulich zu sehen, was herauskommt, wenn man für den betreffenden "Werbetreibenden" eine Google-Suche "erfahrungen mit XY" eingibt. Geht auch direkt mit der Werbezeile, also beispielsweise 


"Klickt man auf diese Werbung wird man natürlich nicht direkt zu vipauktion.com weitergeleitet sondern erst einmal zu einer kompletten FAKE-Webseite. In meinem Test war dies http://ww2.lifestyletrendsaktuell.com/reviews-vip5Zu… bei der man jedoch nur über Unterseiten zu Inhalten gelangt. Die Hauptdomain leitet auf Google.de weiter. Übrigens gibt es noch zahlreiche andere Webseiten auf denen genau nach diesem Prinzip verfahren wird und die alle nur vermitteln sollen vipauktion.com wäre seriös und gut."

"Sex mal anders"

Dafür ist das Internet-Wort surfen erfunden worden: Ich komme auf eine Seite und kann mich nach einer hlaben Stunde nicht mehr erinnern wie und warum. Aber die Seite -- der Reiter mit der Seite steht noch in Chrome. Schreierische Überschrift, ein Ton, der inzwischen fast total normal ist: "Sex mal anders". Sex -- das Wort zieht immer. Ein Zitat:

"... Und dann wieder so ein Moment, eines Tages, sie sagte: Das kann doch noch nicht alles gewesen sein. Alles – das soll die Liebe sein? Ein Mensch für den Rest des Lebens, durch dick und dünn, in guten wie in schlechten Zeiten, blindes Verstehen, Seelenverwandtschaft, keine Zweifel. Und noch mehr: Romantik, Sehnsucht, Verzehren, Aufregung, Erotik, Abenteuer. Sex. Ein Mensch, der uns ein Leben lang begleitet und nach dem wir uns trotzdem jede Sekunde verzehren. Soul mate und sex bomb, Sicherheit und Abenteuer. Das kann eigentlich nicht funktionieren. | Keiner hat diesen Widerspruch bislang so gut analysiert wie die israelische Soziologin Eva Illouz in ihrem viel besprochenen Buch Warum Liebe weh tut. Dieser Widerspruch ist die Quelle eines riesigen, universellen Liebesfrusts, der seinen Niederschlag in durchheulten Nächten und leer gekratzten Schokoeispackungen, massenweise Ratgeberliteratur und unzähligen Therapiesitzungen findet. Gibt es einen Ausweg? Erst ein radikales Umdenken, eine neue Definition von Erotik und romantischen Sehnsüchten, könnte uns helfen, so schreibt jedenfalls Illouz. Aber wie sieht das in der Wirklichkeit aus? Wie geht es Menschen, die versuchen, in der Liebe umzudenken. | In den sechziger und siebziger Jahren wurde schon einmal versucht, den Widerspruch zwischen der Vorstellung von Liebe und der Realität zu überwinden. Langhans, Obermaier, Kommune I, freie Liebe und Feminismus stellten alte Denkmuster auf den Kopf. Doch trotz aller Versuche, Liebe anders zu leben, trifft man auch heute samstags beim Ausgehen immer wieder alkoholisierte Menschen in T-Shirts, auf denen steht: “Ich bin ein Junggeselle. Holt mich hier raus!” Weise Voraussicht? Denn weder Alkohol noch Junggesellenabschiede schützen die meisten Paare vor dem Gedanken: Das kann doch nicht alles gewesen sein."

Ach ja. Und was ist das Fazit? Dass Menschen mit nichts zufrieden sein können. Mit sich selbst nicht. Mit dem, mit dem sie zusammenleben nicht. Mit den Verhältnissen und der politischen Lage, mit dem Leben insgesamt sowieso nicht. Sie überschätzen sich permanent. Man sieht es am besten, wenn es einmal Sendungen über die "Suchenden" gibt. Ganz normale Menschen, nicht sonderlich attraktiv, die aber den Märchenprinzen resp. die Märchenprinzessin suchen. Und die Verliebtheit in Liebe umwandeln wollen, mit denselben heftigen Gefühlen, wie sie am Anfang da waren. Selbsttäuschung allenthalben. Aber sagt ihnen das mal einer, dann werden sie böse. Das wollen sie nicht hören. Da gehen sie dem, der ihre Träume zerbricht, ganz schnell an die Kehle. W_ie gut, dass es da hin und wieder Journalisten gibt, die sich der Sache annehmen und berichten. Das bleibt dann übrig: einfühlsam-sinnlose Berichte.

GIMP: Hintergrund entfernen

Ja, das will ich mal eben machen. Die Anleitung der CHIP? Funktioniert nicht. Dann finde ich bei giga.de eine Anleitung, die erst mal mit einer komischen Werbesendung beginnt. Aber diese Anleitung enthält den entscheiden Hinweis:

  • Öffnet dazu im ersten Schritt die gewünschte Grafik über den Menüpunkt Als Ebenen öffnen unter dem Reiter Datei
  • Navigiert nun über Ebene zu Transparenz und wählt hier Alphakanal hinzufügen aus
  • Mithilfe des Lasso-Symbols im Werkzeugkasten könnt ihr im nächsten Schritt das Motiv, das ihr behalten wollt, markieren
  • Um den Hintergrund auszuwählen, klickt nacheinander auf Auswahl und Invertieren
    Über den Befehl Löschen könnt ihr ihn dann entfernen
  • Alternativ dazu könnt ihr das Werkzeug mit der Beschreibung Nach Farben auswählen nutzen, um den Hintergrund mit einem Klick auszuwählen und dann zu löschen
  • Diese Variante empfiehlt sich allerdings nur, wenn Vorder- und Hintergrund farblich klar voneinander abgegrenzt sind.
Und siehe da, es ist gelungen.

Michelle Pfeiffer

Mittwoch, 23. September 2015

Exekution durch Hamas: ...

Übernahme von ruhrbarone.de. Kein Kommentar.

...  „Sehr sozial abgelaufen“

In Politik | Am 26. August 2014 | Von Martin Niewendick [HINWEIS: Martin Lejeune bat um Änderungen an verschiedenen Stellen. Dem sind wir teilweise gefolgt.] || Der freie Journalist Martin Lejeune sorgt derzeit für Kopfschütteln. In einem Bericht aus dem Gaza-Streifen verteidigt er die Exekution angeblicher Kollaborateure durch die Hamas. Auch für die taz berichtet Lejeune aus der Region. | Das ist selbst für deutsche Journalisten ungewöhnlich: Die Erschießung von 18 Menschen durch eine Terrororganisation als „ganz legal“ und die Versorgung der Ermordeten durch die Hamas als „sehr sozial“ zu bewerten, dürfte ein Novum in der hiesigen Presselandschaft sein. Zumal für einen wie Martin Lejeune: Der Journalist schreibt unter anderem für die taz und steht Medien wie dem Deutschlandfunk Rede und Antwort zum aktuellen Konflikt in Nahost. Unter dem Titel „Kollaborateure gefährden das Leben vieler unschuldiger Menschen. Die Hinrichtung der Kollaborateure wird in #gaza begrüßt“, schreibt er:

Alle 18 haben gestanden und der Polizei detaillierte Informationen geliefert, die nur Kollaborateure haben können. Ein Revolutionsgericht hat daraufhin die Todesstrafe gegen die 18 Kollaborateure verhängt. Von den 18 hatten sehr viele Kollaborateure allerdings schon vor Ausbruch der Operation Protective Edge ihr Todesurteil erhalten, verhängt durch ordentliche palästinensische Gerichte. Alles ganz legal.

Dienstag, 22. September 2015

Greynet?

Ich weiß beim besten Wille nicht, wie diese Seite am Morgen auf meinen Rechner gekommen ist. Wer war da in der Nacht zugange?! Ich schaue, klicke, denke: Es ist in den Zeitungen immer vom Darknet die Rede. (Und manche wie der STERN geben dann Anleitungen zum gepflegten Gruseln.) Aber auch im normalen Internet gibt es Stellen, die sehr dark grey sind. Menschen beschimpfen sich gegenseitig, hin und her und her und hin.


Jetzt führe ich mal, ohne Einordnung von Sinn und Un- und Wahnsinn ein paar Namen auf, die auf dieser Seite genannt werden.

Winfried Sobottka
Marco Witte
Alvar Freude
Odem.org
SS-Satanisten

Das ist dann eine Art Honeypot. ...

"Dr. med Bernd Roggenwallner und sein wahnsinniger Stalker Winfried Sobottka. Richter Urich Oehrle, RA Detlef Burhoff, Beck Blog, Uni Münster, Annika Joeres, lastactionseo, womblog, wir in nrw, ruhrbarone"

Montag, 21. September 2015

FJS und "Affäre mit Ulrike P."

Die Überschrift ist einem Abschnitt aus der Wikipedia-Diskussion hinter Franz Josef Strauß entnommen. Vorweg: Mir, der mir so etwas nicht so leicht entgeht, war die "Affäre mit Ulrike P." seinerzeit und bis heute vollkommen entgangen. Ich frage mich natürlich, wie das sein kann. Aber nun, darum geht es eigentlich nicht.

Ausgangspunkt sind diese Einlassungen:

Die Affäre mit der Schülerin wird in der wissenschaftlichen Literartur zu Strauß, soweit ich sehe, nicht oder allenfalls am Rande erwähnt, ich halte sie für enzyklopädisch kaum relevant. Daher plädiere ich dafür, es bei einem knappen Satz zu belassen, ein eigener Abschnitt für diese Schlüsselloch-Geschichte ist nicht nötig. Vor allem sollte man sich auf etablierte Forschungsliteratur beschränken: Journalistische Belege sind hier nach WP:Q nicht zulässig. --Φ  16:52, 6. Sep. 2015



Das sehe ich auch so. Es handelt sich wieder mal um das "zusammensuchen" von Begebenheiten, bis das Bild "passt". --GiordanoBruno 17:50, 6. Sep. 2015


Die These dass journalistische Belege hier nicht zulässig seien, kann nur als Witz verstanden werden, und zwar nicht erst wenn man sich die aktuellen Quellen im Artikel anschaut. Noch mehr aber wenn man sieht dass qleichzeitig Quellen wie http://www.fjs.de akzeptiert werden - weil sie ja nicht journalistisch sind, obwohl klar parteiisch? *kopfschüttel* Dieses ständig herumrauschende „nur wissenschaftliche Quellen“ ist einfach nur Unfug. Und davon abgesehen soll hier offenbar gerade als wissenschaftlich bequellt erklärt werden was passt. | Der Zweck wäre hier eine klare Geschichtsklitterung: Diese Affäre hat mehr als offensichtlich das Potential gehabt die Karriere eines Politikers zu beenden und bei einem ausserordentlichen Spitzenpolitiker natürlich auch die Bundespolitik ganz erheblich zu beeinflussen. Da muss man noch nicht mal die eigenen parteispezifischen, eben nicht unpolitischen Moralvorstellungen konterkarieren... --Quetsch mich aus, ... itu (Disk) 18:43, 6. Sep. 2015


Und so geht es weiter. Und hat mich zu einer Anmerkung veranlasst, die ich schon seit längerer Zeit im Kopf habe. Hier also:

Ich sehe eben erst, dass diese Diskussion noch gar nicht so alt ist, wie ich dachte: 6. -- 13. September 2015. Ich finde, dass dazu noch was Wikipedia-Allgemeines passt, das mir immer wieder und also nicht nur hier bei FJS aufgefallen ist und dass ich für die spätere "Geschichte der Wikipedia" mal festgehalten will. -- Also: Die WP ist geprägt von einer lust- und lebensfeindlichen Spießigkeit, die sich, je nach Temperament des Einzelvertreters, als dem Leben abgewandte Wissenschaftlichkeit oder als edle, die "Privatsphäre" über alles achtende und hebende Nicht-Neugier ausgibt. Meine Vermutung: Dahinter stehen, im Unbewussten wohl verwahrt, 2000 Jahre christliches Abendland, und aus derselben Quelle ist einstmals der Zölibat entstanden. Meine Auffassung: Sex und also auch Sex-Skandale gehören bei kleinen und großen Leuten zum menschlichen Leben dazu, und ein vernünftiger Biograph eines Großen drückt sich um sie auch, um es leicht bajuvarisierend zu sagen: nieniemals herum. Mir wäre es lieb, wenn es auch die WP so hielte. Aber ich weiß natürlich: keine Chance! Die hier herrschende WP-Meinung ist, noch einmal: camouflierte Spießigkeit. Auch und gerade, was das Leben von FJS angeht. (Heute, 17:59)

Und ein Nachtrag musste dann auch noch sein:

Renate oder Ulrike P.? Oder sind das zwei unterschiedliche Affären? Die ja doch wohl ehrenwerte Süddeutsche: "'Plötzlich fiel in diesem Knäuel von 50 Menschen sein Blick auf mich und ließ mich nicht mehr los', schrieb Renate Piller in ihren Erinnerungen." Also nix mit Abkürzung P., wenn die Frauen am Ende offene und ehrliche Memoiren schreiben.

Und der Nachtrag zum Nachtrag:

Die Renate Piller hat sogar einen eigenen WP-Eintrag. Ja da schau her! Und die Ulrike war eine andere. Ich Ignorant, der ich sowas einfach nicht weiß!

Biedenkopf (und Pispers)

Man kann es zumindest so sehen. Wenn die Krise in Sichtweit ist, melden sich die Schlaumeier zu Wort. Für Volker Pispers ist die eine Krise immer da und die nächste am Horizont. Das ist sein Job, auch wenn ich gerne mal fragen würde, was er denn machen würde, wenn er morgen zum Bundeskanzler gewählt werden würde. Kurt Biedenkopf hat gleich drei Krisen vor langer Zeit vorausgesehen: "Bedrohungen wie Terrorismus, Umweltbelastungen oder Völkerwanderungen". Und als Macher, der er war und ist, geht er ins Detail:

"Die Welt: Müssen wir die südliche Mittelmeerküste stärker an die EU binden? 

Biedenkopf: Das wäre der Endpunkt, das Ziel. Zunächst müssen wir erst einmal nachholen, was wir längst hätten tun sollen: die wirtschaftlichen Bedingungen in diesen Regionen [Nordafrika] zu verbessern."

Und wie Pispers würde ich Herrn Biedenkopf gerne fragen: "Und wie machen wir das?!" Wetten, dass dann kommt: "Ja, ich weiß, das ist politisch nicht durchsetzbar." Peng. Pech gehabt. Nein, Pispers würde einfach sagen: "Das ist nicht mein Bier! Ich bin Kabarettist." Gewaltenteilung eben. Nicht jeder muss Politiker sein wollen. Manche zieht es zu den Hofnarren. 

Meine Antwort: Es muss ein UNO-Entmündigungsverfahren für Staaten her! Wer sein Land in einen Bürgerkrieg stürzt oder eine Diktatur errichtet, der wird unter UNO-Vormundschaft gestellt. Das müssen am Ende nicht immer westliche Demokratien rauskommen. Wenn ein Land gerne eine Räteregierung aus Stammesführern hat und das in freier und geheimer Wahl so beschließt -- ja dann. Sollen sie es ausprobieren. In 10 Jahren aber kommt das Rätesystem auf den Prüfstand. Bei der nächsten freien und geheimen Volksabstimmung. Ein UNO-Entmündigungsverfahren für Staaten: Mit allen Mitteln. Und mit bestimmten Regelungen. Dass die Machtfrage mal eben -- und vorübergehen! -- durch einen kurzen Bürgerkrieg geklärt wird, wird man nicht verhindern können. Das liegt in den Genen. Zumindest derer, die die Macht lieben und sich um die Macht bemühen. Aber ein langer blutiger Bürgerkrieg? "Das geht gar nicht." Mit allen Mitteln entmündigen = wirtschaftlichen und militärischen. Und die UNO entscheidet entlang den westlichen Menschenrechten. 

Ja, es gibt ja jede Menge Menschenrechte, die auf das eine oder andere "kulturell unverträgliche" Menschenrecht verzichten möchten. Dabei geht es nicht nur um die Ablehnung der "Kairoer Menschenrechte", aber um die auch. Und China dürfen wir fragen. Und natürlich gibt es auch die wissenschaftlichen Schlaumeier: "Menschenrechte als Ideologie. Die Rolle der Menschenrechte bei der Legitimation militärischer Interventionen. "Legalität und Legitimität der Kriege im Kosovo, in Afghanistan und im Irak sind nach wie vor Gegenstand heftiger gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Debatten." Dass nicht alle und vielleicht die wenigsten US- und West-Interventionen nach herrschendem Völkerrecht legitim waren, schon richtig. Aber da wird es dann interessant: Dass Mädchen nicht zur Schule gehen dürfen, Frauen den Männern untertan sein müssen, Saddam die Knute schwingt -- das muss man den Ländern bzw. ihren Diktatoren selbst überlassen? Weil das der örtlichen Tradition einfach mal so entspricht? Da sind wir dann bei der These, dass es eben Ländern gibt, die keine Demokratie vertragen. Die einen Diktator brauchen, um den permanenten Bürgerkrieg zu verhindern. Soll es das sein? Oder -- wie soll es denn sein? Herr Pispers? Herr Biedenkopf? Bitte! Sie haben das Wort.

Das nach heutigen Maßstäben die diktatorisch regierten Staaten schon mal in der Mehrheit wären, das ist ein Problem, ja. Aber wenn die örtliche Mafia im Lande X die Macht übernimmt, soll dann die EU sagen, dass das halt die Kultur von X ist? Das habe sich ja eben faktisch gezeigt. Soll die EU das sagen?

Freitag, 18. September 2015

Vornamen und Vorurteile

Was uns Namen sagen | Alexander der Große | von martin wittmann || ... || Mainz - ... Die allermeisten Lehrer hatten demnach Vorurteile, was die Namen von Schülern betraf, und sie trauten sich zu, danach Verhaltensauffälligkeiten und Leistungen des betreffenden Kindes einzuschätzen. | Wie wird ein Vorname auf einmal populär? Im Fall Kevin lag das auch an einem Hollywood-Film | Ein Jakob oder eine Charlotte galt als Musterschüler, eine Chantal oder ein Justin als lernschwach und frech. Und natürlich fiel damals der Name, der heute als Klassiker der Diskriminierung etabliert ist: "Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose", zitierte Kube eine Lehrerin. | Noch heute ist das Thema ein sensibles. In diesem Juli etwa wurde "Alpha-Kevin" - quasi eine neue Variante von Vollhorst - von der Nominierungsliste für das Jugendwort des Jahres gestrichen, dadurch sollte weiterer Spott von den Kevins der Nation ferngehalten werden (dass sich die Vorurteile durch diese Maßnahme sowie die folgende Berichterstattung verstärken könnten, wurde bei der Tagung am Rande thematisiert). Höchste Zeit jedenfalls, dieses tatsächlich mal jeden einzelnen Menschen betreffende - und viele junge Eltern quälende - Thema der Vornamenwirkung zu diskutieren und damit "die Diskrepanz aus öffentlichem Interesse und wissenschaftlichem Desinteresse" abzubauen. So kündigten die Veranstalter ihre 5. Mainzer Namenstagung an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur an. ... (Süddeutsche 17. September 2015, Uhr Panorama

Dazu wenige Meinungen im Wikipedia-Café. (Demnächst dort im Archiv.)

Montag, 14. September 2015

"Entlöschte Artikel" (Wikipedia)

Kannte ich bis heute nicht, die Seite "Entlöschte Artikel". Die Wikipedia als Wortschöpferin: Hoch soll sie leben...!

Mittwoch, 9. September 2015

"Rauchen ist gesund!"


Im gutbesuchten [sic] Wikipedia-Café überliefert der User Ilja am 1. September 2015 um 6 Uhr 45 (Mann, ist der früh aufgestanden! Und schon am Computer, um der Welt das mitzuteilen.):

Rauchen ist gesund!

... für die Staatskasse. "Die Raucher in Deutschland entlasten nach Erkenntnissen Karlsruher Forscher Sozialkassen und Steuerzahler in Deutschland unter dem Strich um hohe Milliardenbeträge." Wenn das nicht die Nachricht des Sommers ist! Wahrscheinlich ist in Karlsruhe die Sommerhitze bis in die Hirne der Frosche Forscher gedrungen oder sie üben sich in Zynismus. Professor Berthold Wigger und sein Mitarbeiter Florian Steidl vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) herausgefunden. Hauptgrund: Raucher sterben ungefähr fünf Jahre früher als Nichtraucher und beziehen entsprechend keine Altersrenten und Ruhegehälter mehr. Dieser Effekt ist den Forschern zufolge finanziell weitaus stärker als Mehrkosten durch zusätzliche medizinische Behandlung oder frühzeitiges Ausscheiden von Rauchern aus dem Erwerbsleben. Sozialvertägliches Sterben, das hatten wir doch schon einmal!
Um 10:18 dieses Tages fügt Ilja erklärend hinzu: "Mit der gleichen Aritmetik könnte man zum Beispiel das Trinkwasser nicht mehr reinigen, Starke vertragen es und die Schwachen entlasten den Staat aus seiner Pflich. Ja bereits die Idee für solche Forschung scheint mir bisschen fraglich. Wie bewertet man in Geld etwa das Husten der Kinder, die mitrauchen dürfen? Übrigens ist es nicht die este solche Veröffentlichung, da werden bestimmt dafür bereitwillig irgendwelche Forschungsgelder bereit gestellt. Das ist also des Pudels Kern!"
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Ich merke heute um 10:21 -- natürlich war ich schon einige Stunden vorher aufgestanden! -- dazu an:
 "*nachdenk* *grübel* *abwäg* Nun ja, rein rechnerisch ist die Sache wahrscheinlich vollkommen und unbestreitbar korrekt. Und als kleiner Nachtrag der alte Spruch: "Alkohol und Nikotin / Rafft die halbe Menschheit hin. // Ohne Alkohol und Rauch / Stirbt die andere Hälfte auch." Vor allem aber das Folgende, einer Nachrichtensendung abgelauscht. Sache: "Altkanzler Helmut Schmidt wurde operiert - ein Gefäßverschluss im rechten Bein konnte erfolgreich behandelt werden." Die Radionachrichten sagen dazu: Der Gefäßverschluss sei wohl auf das übermäßige Rauchen von Schmidt zurückzuführen. Da denke ich doch: Wenn der Schmidt nicht geraucht hätte, ja, dann wäre er jetzt nicht 96, sondern 46 Jahre alt und hätte quasi jugendliche Beine, komplett ohne Gefäßverschlüsse.

Dienstag, 8. September 2015

"... das Ende einer Nabelschnur"

Das, was ich eben in die Wikipedia-Diskussion bei Artur Schnabel geschrieben habe, ist es wert, auch hier festgehalten zu werden:
Axel Hacke sagt in seiner SZ-Magazin-Kolumne vom 5. September 2015:

"[...] Ich muss zum Beispiel, höre ich das Wart 'knacken', stets an den einst berühmten Pianisten Artur Schnabel und seine Vorliebe für Schüttelreime denken, die ihn Verse dichten ließ wie diesen:
'Am Anfang war auch Schnabel nur,
das Ende einer Nabelschnur.'"
Wenn das so stimmt: Der Vers ist genial! Zur allfälligen Verwendung! -- Gibt es mehr davon? Und wenn ja: wo? (Ok, hab selbst mal etwas nachgeforscht: Scheint zu stimmen!) -- Nachtrag: Und Axel H. scheint sich hier bei Eike Christian Hirsch bedient zu haben.

Montag, 7. September 2015

Die Freudsche 'Seele'

Das wollte ich schon längst mal notieren: Damit, dass er das, was vor- und unbewusst ist, Seele nennt, hat Freud sich und der tiefenpsychologischen Diskussion keinen Gefallen getan! Ausgerechnet ein Wort zu nehmen, das über die Jahrhunderte hin religiös und in unseren Breiten vor allem christlich geprägt worden ist. Vielleicht war es für den Erfolg der jungen Bewegung ja gut, von Seele zu reden. Klang so vertraut wie interessant. Für die Wissenschaft und die Klarheit der Terminologie, die Wissenschaft immer anstreben sollte, war er aber auf keinen Fall gut, der Begriff Seele.

Dienstag, 1. September 2015

Erster homöopathischer Klempnerbetrieb ...

Ich weiß ja nicht. Ich kann über den Postillon einfach nicht lachen. Lächeln, manchmal -- ja. Aber lachen? Nehmen wir dieses Beispiel. Ist das wirklich so lustig?

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NEWSTICKER

Mittwoch, 16. Oktober 2013
Erster homöopathischer Klempnerbetrieb bietet alternativ-handwerkliche Reparaturen an

Hamburg (dpo) - In Hamburg hat vor wenigen Tagen der erste homöopathische Klempnerbetrieb Deutschlands eröffnet. Im Gegensatz zu herkömmlichen Betrieben ("Schul-Klempnerei") verzichten homöopathisch arbeitende Installateure bei Verstopfungen, tropfenden Wasserhähnen, Heizungslecks und anderen Schäden auf brutale mechanische Eingriffe und Chemikalien. Stattdessen verfolgen "Hahnemanns & Söhne" einen ganzheitlichen Ansatz.

"Immer mehr Menschen vertrauen ihren Körper der Homöopathie an, sind aber bei sanitären Problemen nach wie vor auf konventionelle Klempner angewiesen", erklärt Samuel Hahnemann, der Chef des noch jungen Betriebs, der sich schon jetzt vor Kunden kaum noch retten kann. "Diesen Menschen können wir nun endlich eine sanfte Alternative anbieten – und das für nur in etwa den doppelten Preis."

Rohrfrei-Globuli ("Klobuli") mit Fäkalien: die sanfte Alternative zu ätzenden Mitteln
Statt bei einem Rohrbruch mit mechanischer Gewalt zu reagieren und mit Hilfe von Rohren, Zangen und Muskelkraft Schäden nur oberflächlich zu beheben, gehen homöopathische Klempner viel vorsichtiger vor. Hahnemann: "Man muss die gesamte Verrohrung als Organismus sehen. Man muss sich fragen: Warum tritt an dieser Stelle Wasser aus? Der homöopathische Klempner muss sich Zeit nehmen, auch wenn einem das Wasser bis zum Hals steht."
Auch verstopften Toiletten rücken die Alternativ-Handwerker von Hahnemann & Söhne nicht mit Pümpel oder ätzenden Chemikalien zu Leibe. Stattdessen werden nach dem Ähnlichkeitsprinzip, das besagt, dass Gleiches mit Gleichem geheilt wird, Fäkalien verschüttelt oder mit Milchzucker verrieben. Denn erst im Verhältnis von 1:1.000.000.000 (Potenzierung) können diese Mittel, die in Form von Flüssigkeiten oder Globuli in die verstopfte Toilette geträufelt werden, ihre volle Kraft entfalten.