Sonntag, 1. November 2015

Berühmteste Fotografen?

Eine interessante Diskussion mit Kati B. Sie nennt einen Fotografen, der ja – wirklich – sehr bekannt, nein, weltberühmt sei. Ich kenne ihn nicht. Na gut, wie viele Fotografen kenne ich denn überhaupt?  Jürgen Teller, weil er Franke und provokant und hin und wieder in der ZEIT ist. Roger Fritz, weil ich den nicht sehr gut, aber immerhin persönlich kenne. Helmut Newton? Na ja, wer, der einmal eine Pubertät durchlebt hat, kennt nicht Newton. Heinrich Hofmann? Der ist wirklich weltberühmt, aber aus ganz anderen Gründen und nicht bei der heutigen Jugend. Und natürlich die hier bereits genannte junge Fotografin Lina Scheynius!
Und – ist Fotografie überhaupt Kunst? Kaum ist die Frage gestellt, geht das Hauen und Stechen los, ich weiß. Wobei vor allem die Fotografen und ihre Galerien stechen. Den anderen ist die Frage ziemlich egal.
Wie heißt nun Katis weltberühmter Fotograf? Suchen wir doch mal: »Die berühmtesten lebenden Fotografen« oder so ähnlich.
Na klar, eine Website kennt sie! Es sind die folgenden zehn:
  1. Cindy Sherman (Kostümierte Selbstportraits)
  2. John Baldessari (Übermalte Fotos)
  3. Thomas Ruff (Sterile Portraits, Architektur)
  4. Andreas Gursky (Großformate) [Das war der, um den es Kati ging.]
  5. Wolfgang Tillmans (Gender-Portraits)
  6. Thomas Struth (Gruppen-Portraits, Architektur)
  7. Valie Export (Feministische Portraits)
  8. Nan Godin (Subkultur-Portraits)
  9. Jeff Wall (Inszenierte Fotografie)
  10. Hiroshi Sugimoto (Minimalistische S/W-Fotos)
Wie kommt diese Seite auf diese Aufstellung? Nun, natürlich über den Preis der Fotos. Die von Stellen, die an Kunst als Geldanlage interessiert sind, eingeteilt wird.

Neben der Stockfotografie gibt es noch ganz andere fotografische Bereiche. Sicher träumen viel mehr Kunstschulen-Absolventen davon, ihre Fotos groß in internationalen Galerien zu sehen als tausendfach auf Werbeflyern. | Deshalb habe ich mal über den Bildagentur-Tellerrand geschaut und – inspiriert durch die Zeitschrift Capital – bei artfacts.net die zehn bedeutendsten lebenden Fotografinnen und Fotografen rausgesucht. | Artfacts erstellt regelmäßig eine Top-100-Liste aller Künstler weltweit und vergibt Punkte für die öffentliche Präsenz. Eine Einzelausstellung zählt mehr als eine Gruppenausstellung, je renommierter die Galerie oder das Museum, desto mehr Punkte gibt es. (Ebd.)

Gut, gut. Da steckt Arbeit und Kenntnis dahinter. Nehmen wir das mal an. Obwohl – Nan Godin? Goldin!

Jetzt der nächste Versuch: »the world’s most famous photographers«. Eine Seite findet sich, die genau so heißt. Was sagt die? Sie macht die folgende Liste auf:
  1. Annie Leibovitz
  2. David LaChapelle
  3. Ellen von Unwerth
  4. Irwing Penn
  5. Mario Testino
  6. Patrick Demarchelier
  7. Steven Klein
  8. Steven Meisel
  9. Terry Richardson
  10. Solve Sundsbo
Was lernen wir daraus? Solche Listen sind allesamt Kokolores, wenn sie nicht den Weg ihrer Entstehung mit angeben und zur Diskussion freigeben. Und wir halten fest: Die beiden Listen sind elementausschließend. Keiner kommt in beiden Listen vor. Das erstaunt doch schon mal.
Jetzt also lernen wir etwas über die »operationale Definition« von berühmter Fotograf. Deutsch oder Englisch? Oder Französisch? Wir bleiben bei der Suche N. N. photography, also englisch. Bei Jeff Wall zeigt sich: ohne Anführungszeichen fast 11 Mio. Treffer. Weil eben jeder Jeff, der mal eine Mauer fotografiert hat, hier auftaucht. Ab jetzt also in Anführungzeichen. Und die erste Spalte zeigt an, was die Werte ohne Anführungszeichen waren. Warum der David LaChapelle mit Anführungszeichen mehr Treffer erzielt als ohne, das muss bei Google noch herausgefunden werden.

Andreas Gursky
432.000
394.000
Annie Leibovitz
668.000
692.000
Cindy Sherman
582.000
392.000
David LaChapelle
517.000
951.000
Ellen von Unwerth
628.000
605.000
Hiroshi Sugimoto
569.000
315.000
Irwing / Irving Penn
594.000
558.000
Jeff Wall [ohne Anführungszeichen: 10.900.000]

156.000
John Baldessari

373.000
Nan Go[l]din

265.000
Patrick Demarchelier

551.000
Solve Sundsbo

285.000
Steven Klein

427.000
Steven Meisel

625.000
Terry Richardson [auch »Terry Richardson« photographer 821.000]

779.000
Thomas Ruff

118.000
Thomas Struth

110.000
Valie Export

101.000
Wolfgang Tillmans

174.000

Und nun sortieren wir noch einmal. Und siehe da, jetzt sieht die Reihenfolge schon mal anders aus!

David LaChapelle 951.000
Terry Richardson [auch »Terry Richardson«, einschließl. photographer 821.000] 779.000
Annie Leibovitz 692.000
Steven Meisel 625.000
Ellen von Unwerth 605.000
Irwing / Irving Penn 558.000
Patrick Demarchelier 551.000
Steven Klein 427.000
Andreas Gursky 394.000
Cindy Sherman 392.000
John Baldessari 373.000
Hiroshi Sugimoto 315.000
Solve Sundsbo 285.000
Nan Go[l]din 265.000
Wolfgang Tillmans 174.000
Jeff Wall [ohne Anführungszeichen: 10.900.000] 156.000
Thomas Ruff 118.000
Thomas Struth 110.000
Valie Export 101.000

Und die, die ich am Anfang genannt habe? Nun ja, Newton würde – Überraschung! – nach Ellen von Unwerth einsortiert werden. Lina käme noch ungefähr in die Reihe. Und sonst?

Helmut Newton 570.000
Lina Scheynius 99.500
Heinrich Hofmann 39.200
Roger Fritz 28.600

Und wie steht es by the way mit ... ? Ja da schau her!

Jürgen Teller 779.000


Samstag, 31. Oktober 2015

Lyndon B. Johnson as MacBeth

Irgendwo im SPIEGEL-Gedächtnis ist es aufbewahrt gewesen. Ich wollte es schon längst nachgeschaut haben. Wie war das noch mal mit dem "Rutsch rüber ..."?

Jetzt komme ich dazu. Darauf gebracht hat mich:

Als der polnische Literaturwissenschaftler Jan Kott 1965 schrieb, Shakespeare sei unser Zeitgenosse, so deshalb, weil der Dichter den Mechanismus der Macht in totalitären Gesellschaften bloßlegte. Macbeth war Stalin oder einer der vielen kleinen Stalins des Ostblocks. Etwa zur gleichen Zeit feierte das Stück "MacBird" Erfolge, in dem der Machtmensch Lyndon B. Johnson durch den Mord an John F. Kennedy ins Weiße Haus kommt. (WELT)

Lyndon Johnson, Kennedys Nachfolger, mühte sich auch auf diesem Gebiet, seinen Vorgänger zu übertreffen: Seine Promiskuität war legendär in Washington. | "Dieser Präsident diskriminiert wenigstens nicht", hieß es in der Stadt - eine Anspielung darauf, daß er sich wahllos Partner ins Bett holte. Das jedenfalls behauptet unwidersprochen die US-Autorin Myra McPherson in ihrem Buch "The Power Lovers". | Seine Damen verglich Johnson gern, so McPherson, mit den Kühen seiner Ranch, wenn er prahlte, er habe ihnen sein "Brandzeichen" aufgedrückt. Auch gab es, wiederum nach Myra McPherson, an den Türen der Gästezimmer auf der LBJ-Ranch keine Schlösser - Besucherinnen mußten mit nächtlichen Visiten des Landesvaters rechnen, der ihnen in seinem rollenden Texanisch zuknurrte: "Rutsch ''rüber, hier kommt dein Präsident." (SPIEGEL)

Paul Rosenberg & Marianne Simon

Was es doch für eigenartige Enteckungen gibt!

"Beim V. Festival Internacional da Canção, einem Schlagerwettbewerb der im Oktober 1970 in Rio de Janeiro stattfand, erklärte [Paul] Simon, der als Juror verpflichtet wurde, bereits vorab, dass er der damals erst fünfzehnjährigen Teilnehmerin Marianne Rosenberg keine Punkte geben werde, da diese aus Deutschland stamme. Rosenbergs Vater, der Sinto Otto Rosenberg war ein Überlebender von Auschwitz. Der Großteil seiner Angehörigen kam in den Vernichtungslagern um."

"Marianne Rosenberg ist das dritte von sieben Kindern von Otto Rosenberg, einem Überlebenden von Auschwitz und langjährigen Vorstandsmitglied des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Sie wuchs in einer Sinti-Künstlerfamilie auf. Ihre Schwester Petra Rosenberg ist die Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg."

Marianne Faithfull

Die Faszination, die Gesichter und Stimmen einer Person zu unterschiedlichen Lebenszeiten!






Freitag, 30. Oktober 2015

Die Psyche ... (Sam Sarpong)

... noch einmal:

Das britisch-amerikanische Topmodel Sam Sarpong ist tot. Wie die Polizei im kalifornischen Pasadena mitteilte, sei er von einer Brücke in den Tod gesprungen. Zuvor habe man über sieben Stunden hinweg versucht, den 40-Jährigen davon abzubringen. Auch Familienangehörige des Models seien hinzugerufen worden. (n-tv.de)

Summary: Money doesn't make happy, baby.

Morbus puella interruptura

Diese Meldung sollte in 10 Jahren einmal analysiert werden. Worauf hat sie hingewiesen? Meine Vermutungen sind fett und rot hervorgehoben:

Syrien | Einstiger Rapper Denis Cuspert offenbar getötet | Die Gerüchte um den Tod des früheren Berliner Rappers Denis Cuspert in Syrien scheinen sich zu bestätigen. Der IS-Dschihadist soll bei einem amerikanischen Luftangriff getötet worden sein. | 29.10.2015 | Der IS-Dschihadist und frühere Berliner Rapper Denis Cuspert soll bei einem Luftangriffen in Syrien getötet worden sein. Zunächst hatte das auf Terrorismusbeobachtung spezialisierte Webportal Site in dieser Woche berichtete, sein Fahrzeug sei in der Region von Tabkah unweit von Rakka getroffen worden, der inoffiziellen Hauptstadt der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). In sozialen Medien zirkulierten Bilder, die angeblich den Leichnam Cusperts nach einer Bombardierung am 16. Oktober zeigen. Am Donnerstag bestätigte ein nicht näher genannter amerikanischer Regierungsbeamter dem Nachrichtensender CNN den Tod von Dennis Cuspert. | Cuspert alias „Deso Dogg“ hat unter dem Namen „Abu Talha al-Almani“ in zahlreichen IS-Videos zu Gewalt aufgerufen und mit islamistischen Anschlägen gedroht. Die Vereinigten Staaten setzten den gebürtigen Berliner (!) auf ihre Terroristenliste. Der Extremist wurde bereits mehrfach für tot erklärt. Solche Berichte aus Syrien sind von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen. (faz.net/aktuell)

Wenn zukünftige Historiker-Generationen eine universelle Liste zu Krieg und Gewalt aufstellen, dann sollte das schlichte deutsche Wort durchgeknallt eine wohltönend-wissenschaftliche Entsprechung finden, Vorschlag: morbus puella interruptura. Wenn Sie wissen, was ich meine ...

Junge Männer mit brennenden psychischen Problemen -- woher immer die stammen mögen, diese Probleme -- brauchen eine Mission. IS oder SS oder RAP, solange die brennende Psyche dieser jungen Männer erfasst wird, ist jedes Kürzel recht.

Mord: Die Spur der Wörter

Was bedeuten diese Wörter in diesem Zusammenhang:

tragisch, mutmaßlich, (sich) offenbaren

"Der Fall des vermissten Flüchtlingsjungen Mohamed hat ein tragisches Ende genommen. Die Polizei hat am Donnerstag eine Kinderleiche in einem Auto aufgefunden, bei der es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um den vierjährigen Flüchtlingsjungen handelt. Die Beamten nahmen am selben Tag einen 32-jährigen Verdächtigen fest. Er wurde in Brandenburg gefasst und ist der Fahrzeughalter des Wagens, in dem die Leiche des Kindes gefunden wurde. | Der entscheidende Hinweis kam von der Mutter des mutmaßliches Täters. Diese habe am Donnerstagvormittag beim Infotelefon der Polizei angerufen und erklärt, ihr Sohn habe sich ihr gegenüber offenbart. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Nachmittag bei einer Pressekonferenz mit." (tagesspiegel.de)

Anschließend beginnt die polizeiliche Arbeit: Warum hat dieser Mann das getan, und wie und warum hat er sich seiner Mutter 'offenbart'?

Donnerstag, 29. Oktober 2015

BILD sperrt Adblock-Nutzer aus

Wie sollte man sich da einstellen:

Abgemahnter Youtuber fordert Bild.de heraus | (golem.de, Friedhelm Greis) || Die Chronologie: „Bild“ sperrt Adblock-Nutzer aus, Youtuber veröffentlicht Anleitung, um Adblock-Sperre zu umgehen, „Bild“ mahnt Youtuber ab. Jetzt will Tobias Richter, eben jener Youtuber, das Spiel aber nicht mitspielen und wird auf Anraten seines Anwalts keine Unterlassungserklärung abgeben und die geforderten 1800 Euro Abmahnkosten nicht zahlen. Wie es nun weitergeht, ist unklar: Auf „Golem“-Anfrage sagte der Axel-Springer-Verlag, den bisherigen Statements in den Verfahren um die Werbeblockersperre und den Prozessen gegen Adblock Plus sei nichts hinzuzufügen. (bildblog.de , 28.10.2015, 8:54)

Es erinnert mich dies -- so ganz irgendwie -- an Google News und Spanien: Da hatten die Zeitungen Geld von Google gefordert, woauf Google die spanischen GNews einfach abgeschaltet hat. Folge: 10-15% Rückgang der Seitenaufrufe. Was schwer ins Werbekontor der Zeitschriften einschlägt.

Also auch an BILD: Seit ich diese Zahlungsaufforderung lese, verlasse ich die BILD-Seite schnell und, ja: fluchtartig. Schon das Bild+ war affig. Das ist es jetzt noch mehr. Ich denke, dass es viele potentielle Leser so halten wie ich. Mal schauen, was für BILD dabei herumkommt. Denn, liebe Werbetreibende, die BILD-Seiten werden einfach nicht angeschaut, also auch nicht die Werbung dort.

Und es erinnert mich an den Mindestlohn. Da hat ein Industrieller, oder war es gleich ein ganzer Verband, schlicht und treffend gesagt: Wer den Mindestlohn nicht zahlen könne, der habe einfach ein schlechtes Geschäftsmodell. Klartext: Wer als deutscher Kapitalist auf Kosten seiner Arbeiter leben will, soll nach Russland oder China auswandern. 

Also, liebe BILD, wie wär's mit einem Auswandern nach Russland?

1985 > 1955, 1885 und 2015

Es wird ein Geheimnis bleiben, warum diese Stelle für mich wichtig ist:

"Zurück in die Zukunft" ist eine der bekanntesten Film-Trilogien der 80er Jahre. Produzent Steven Spielberg und Regisseur Robert Zemeckis inszenierten in ihren 1985, 1989 und 1990 veröffentlichten Teilen Zeitreisen aus dem Jahr 1985 in die Jahre 1955, 1885 und 2015. Das Datum, an dem Schauspieler Michael J. Fox als Marty McFly im Jahr 2015 ankommt, ist der 21. Oktober. Fun Fact: Zunächst hatten sich die Macher mit dem Tag vertan, im Film war es ursprünglich ein Dienstag. Erst in einer späteren und überarbeiteten DVD-Fassung wurde aus dem Dienstag ein Mittwoch. (rp-online.de)

Die Slow Mo Guys: WOW!

Über den SPIEGEL erfahre ich, dass es die Slow Mo Guys gibt. Was für eine Idee! Hier mein Lieblingsvideo zur Zeit. (Tipp für den Ton: Bässe zurückdrehen!)

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Von Löschhöllen und anderen Orten

Das sagte neulich einer, der die Wikipedia mag: "Also -- na ja. Eigentlich bin ich ein friedlicher, freundlicher Mensch. Ich lächle die Leute meist erst mal an. Ich kann aber auch ausrasten, wenn Leute glauben, sie könnten sich aufspielen. Ich raste oft gegenüber denen aus, die Freundlichkeit für Schwäche halten."

Woran erinnert mich das? An diese Wikipedia-Diskussion, die blitzschnell aus dem Ruder gelaufen ist und ein paar -- nach meiner Meinung! -- unschuldige Sätze rasch das Prädikat infam übergebraten bekamen.

Anschließend schaue ich mich wieder ein wenig um und finde unter anderem dies:
Dann ein paar Suchen in WP-Diskussionen:

Und, als freies Zitat zur Erheiterung, aus der Diskussion > Workaround:

... welcher Blockwart setzt hier schwachsinnige Kenner?

... das Wort ist als solches gut umschrieben worden, welchen Sinn soll es mach diesen Eintrag zu löschen? Wie könnten Belege ausschauen die einem Blockwart genügen?
Alle sind zufrieden nur die Sockenpuppen sind am meutern; oder was?
Es lebe die englische Wikipedia, welche noch immer den Grundgedanken von Wikipedia am leben erhält, welchen die deutsche "Wikipedia" bereits vollständig getötet hat!
tolle Wurst -- Watz 12:57, 8. Nov. 2011

___

Und allemal lesenswert: Der Artikel Kritik an Wikipedia in der Wikipedia selbst. Wahrscheinlich alle Aspekte sind verzeichnet. Was fehlt sind die coolen Beispiele.

Missglückte Wortspiele

Das muss ein echter Bayern-Anhänger sein, der das in der SZ-Einzelspielerkritik von heute verzapft hat. Man braucht 1/10 Minute, um dieses Bild für daneben zu erkennen und 10 Minuten, um das wirklich sorgfältig zu begründen.

Thomas Müller
Würde es einen Abgas-Test für Fußballer geben, Thomas Müller würde glatt durchfallen. Fährt der Gegner doch stets stinkig nach Hause, wenn er auftaucht.

Dienstag, 27. Oktober 2015

Jean Raspail, Heerlager

Es gibt, wieder mal, die Diskussion eines vor Jahren eerschienenen Buches. Jetzt: Deutsche Neuübersetzung. Rezensionen mit den Prädikaten VON - BIS: rechtsradikal bis absurd-witzig

Literatur | Lust, die eigene Kultur auszulöschen || Jean Raspail hat 1973 in einem ­parodistischen Roman den heutigen ­Flüchtlingsnotstand ­vorweggenommen. Wir sollten das Meisterwerk wieder lesen. | Von Matthias Matussek | Was vor über vierzig Jahren als Science-­Fiction geschrieben wurden, ist plötzlich der grosse Roman zur heutigen Zeit geworden: Jean Raspails rabenschwarzes, witziges, absurdes und doch enorm realistisches Meisterwerk «Das Heerlager der Heiligen», jetzt zum ersten Mal vollständig und in neuer Übersetzung auf Deutsch erschienen. (WELTWOCHE)

FFS Berlin (Fußball, Flüchtlinge, Schlägerei)

Soll man lachen oder weinen? Oder das Folgende gar als eine große Metapher auf die Willkommenskultur kleben? Wenn man das nur wüsste!

Berlin-Kreuzberg | Fußballspiel mit Flüchtlingen endet in Massenschlägerei || Von Timo Kather | Ein Fußballspiel zwischen Flüchtlingen und einheimischen Jugendlichen ist Montagnachmittag eskaliert. 30 Menschen lieferten sich in der Urbanstraße eine Schlägerei. || Auf dem Fußballplatz kochen die Emotionen schon mal hoch. | Die Besucher eines Jugendtreffs hatten sich laut Polizei zu einem Fußballspiel mit den Jugendlichen eines Flüchtlingsheims in der Nähe verabredet. Das Spiel fand auf einem Bolzplatz an der Ecke Urbanstraße/Graefestraße statt. (TAGESSPIEGEL)

'Netzneutralität', was ist das?

Haben Sie schon mal überlegt, warum die Vorfahrtsregeln für alle Fahrzeuge gleich gelten, egal ob 7er BMW oder Peugeot 107? Könnte man nicht erhebliche staatliche Einnahmen erzielen, wenn der BMW eine eingebaute Vorfahrt hätte? (Bei den technischen Details -- "Wie soll man das denn machen?!" -- will ich mich jetzt nicht aufhalten.)

Und im Netz? Eine Meldung aus der WELT:

Bislang gilt die Netzneutralität als eines der wichtigsten Prinzipien für die Abwicklung des Datenverkehrs im Internet. Sie besagt, dass alle Arten von Datenverkehr gleich zu behandeln sind, dass also die Daten vom Server eines kleinen Start-ups genauso schnell transportiert werden müssen wie die von Google oder Facebook. | Der verabschiedete Entwurf der EU-Parlamentarier sollte eigentlich dieses Prinzip gesetzlich verankern. Doch in der Abstimmungsphase zwischen erster und zweiter Lesung konnten Interessenvertreter der DSL-Provider ihre Vorstellungen von Ausnahmen dieses ehernen Prinzips einbringen. Die Sonderregelungen könnten künftig aus Sicht der Nutzer ein Zwei-Klassen-Internet ermöglichen. | Der Entwurf, den die EU-Parlamentarier am Dienstag beschlossen haben, weist eine große Lücke auf – die zulasten der Internetnutzer in Europa geht. Unter anderem fehlt das Verbot für kommerzielle Absprachen zwischen großen Inhalte-Anbietern und Providern.

Da steht man jetzt zwischen den Stühlen und weiß nicht, wohin man sich setzen soll. Wird hier der Daten-BMW mit eingebauter Vorfahrt kreiert, oder ist es nur gerecht, wenn die Video-Dauerglotzer, die die Leitungen mit ihrem Bilderzeugs verstopfen, mehr zahlen? Gesetzt darauf läuft es hinaus? 

Ach ja, die Welt ist kompliziert.

Montag, 26. Oktober 2015

Pegidas Wildschütz, heute

Lassen wir doch mal die Pegida, und wenden wir uns der deutschen Sprache zu:

"Großes Gelächter vor der Semperoper, während drinnen gerade der erste Akte des ''Wildschützes' zu Ende gegangen sein dürfte." (FR Online)

"... der erste Akt des Wildschützes ..."?"

Ich würde denken, dass man sagen sollte: des Wildschütz.

FFD

"Facebook Falling Down."

Die Frage ist: Wann nervt eine Website wen warum? 

Da gibt es natürlich keine einheitlichen Antworten. Facebook nervt mich mit der Dauernachricht:

"Seit deiner letzten Anmeldung bei Facebook ist viel passiert. Hier sind einige ungelesene Benachrichtigungen von deinen Freunden."

Ich will diese aufdringlichen Mails nicht mehr! Schluss damit! Ausgefiltert wird!

Freitag, 23. Oktober 2015

Parasit winfuture.de?

Eigentlich scheue ich mich, die Seite winfuture.de einen Parasiten zu nennen. Ich habe immer wieder mal und ganz freiwillig dorthin geschaut. Gestern auch. Und dann wirft sich die Seite ohne mein Zutun zur Suchmaschine auf! Auch als ich sie in Chrome lösche -- sie ist immer noch da. Mal schauen. Wahrscheinlich: Löschen. Browser erst mal zu. Wieder auf. Wenn nicht, muss ich schon wieder die Voodoo-Puppe rausholen. Es wird mir langsam zu viel!

--

Und winfuture.de ist nicht mehr bei den Suchmaschinen und schon gar nicht der Standard.


Aber wenn ich in die Browserzeile was eingebe -- dann ist das Ding wieder da! Doch die Voodoo-Puppe also. Was bleibt mir übrig.

Wissenschaftliche Sexualtäter

Notiz:

Nach dem heftig diskutierten, erzwungenen Rücktritt des britischen Nobelpreisträgers Tim Hunt vor wenigen Monaten hat sich die wissenschaftliche Gemeinschaft dieser Tage einem neuen prominenten Skandal zu stellen, der über bloße Genderfragen hinausgeht und ein anderes, unrühmliches Problem im Umgang der Geschlechter betrifft: sexuelle Belästigung als Mittel und Folge der Machtausübung in wissenschaftlichen Hierarchien. | Eine sechsmonatige Untersuchung der University of California, Berkeley, war bereits im Juni zu dem Ergebnis gekommen, dass Geoffrey Marcy, einer der bekanntesten amerikanischen Astronomen, in den Jahren zwischen 2001 und 2010 in mindestens vier Fällen gegen die universitären Richtlinien verstoßen hat. Dem Universitätsprofessor, der für seine Arbeiten im Feld der Suche nach erdähnlichen Planeten noch kürzlich als Kandidat für einen Nobelpreis gehandelt worden war, wird vorgeworfen, sich wiederholt Studentinnen mit ungewollten Massagen, Küssen und unsittlichen Berührungen genähert zu haben. Der Fall war ursprünglich unter Verschluss gehalten worden. Erst als das Online-Magazin Buzzfeed vor knapp zwei Wochen den Vorgang an die Öffentlichkeit brachte, wurde bekannt, dass die Universität Berkeley trotz der eindeutigen Untersuchungsergebnisse lediglich eine Verwarnung gegen Marcy ausgesprochen hatte. (FAZ)

--

Doch noch eine schnelle Anmerkung zu Hunt, hier.

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Die Wulffs

Fast wäre das an mir vorbeigegangen. Aber nur fast:

Ex-Bundespräsidenten-Paar | Die Wulffs haben nochmal geheiratet || Erst im Sommer war bekannt geworden, dass Christian und Bettina Wulff wieder ein Paar sind. Jetzt haben sie sich erneut das Ja-Wort gegeben - diesmal kirchlich. || Eigentlich wollten sie sich scheiden lassen. Jetzt haben Bettina und Christian Wulff einem Medienbericht zufolge noch einmal kirchlich geheiratet. (Süddeutsche)