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Dienstag, 27. Oktober 2015

'Netzneutralität', was ist das?

Haben Sie schon mal überlegt, warum die Vorfahrtsregeln für alle Fahrzeuge gleich gelten, egal ob 7er BMW oder Peugeot 107? Könnte man nicht erhebliche staatliche Einnahmen erzielen, wenn der BMW eine eingebaute Vorfahrt hätte? (Bei den technischen Details -- "Wie soll man das denn machen?!" -- will ich mich jetzt nicht aufhalten.)

Und im Netz? Eine Meldung aus der WELT:

Bislang gilt die Netzneutralität als eines der wichtigsten Prinzipien für die Abwicklung des Datenverkehrs im Internet. Sie besagt, dass alle Arten von Datenverkehr gleich zu behandeln sind, dass also die Daten vom Server eines kleinen Start-ups genauso schnell transportiert werden müssen wie die von Google oder Facebook. | Der verabschiedete Entwurf der EU-Parlamentarier sollte eigentlich dieses Prinzip gesetzlich verankern. Doch in der Abstimmungsphase zwischen erster und zweiter Lesung konnten Interessenvertreter der DSL-Provider ihre Vorstellungen von Ausnahmen dieses ehernen Prinzips einbringen. Die Sonderregelungen könnten künftig aus Sicht der Nutzer ein Zwei-Klassen-Internet ermöglichen. | Der Entwurf, den die EU-Parlamentarier am Dienstag beschlossen haben, weist eine große Lücke auf – die zulasten der Internetnutzer in Europa geht. Unter anderem fehlt das Verbot für kommerzielle Absprachen zwischen großen Inhalte-Anbietern und Providern.

Da steht man jetzt zwischen den Stühlen und weiß nicht, wohin man sich setzen soll. Wird hier der Daten-BMW mit eingebauter Vorfahrt kreiert, oder ist es nur gerecht, wenn die Video-Dauerglotzer, die die Leitungen mit ihrem Bilderzeugs verstopfen, mehr zahlen? Gesetzt darauf läuft es hinaus? 

Ach ja, die Welt ist kompliziert.