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Donnerstag, 8. Oktober 2015

Wer oder was Mohammed war ...

... oder "der" Islam ist und will, ich glaube, es ist die falsche Frage. Und auch die Kritik des Falschen kann nicht sinnvoll sein, wenn sie sich auf gewisse Unsinnigkeiten einlässt. 

"Abdel-Samad macht sich jedoch selbst einer viel größeren Naivität schuldig. Sein Islam- und Mohammed-Bild verdankt sich genau dem fundamentalistisch-salafistischen Islam, den es bekämpfen will. Der Unterschied zwischen der Mohammed-Darstellung Abdel-Samads und der eines Salafisten besteht nicht im Inhalt, sondern in der Wertung: Abdel-Samad findet verwerflich, was die Salafisten nachahmenswert finden. Beide glauben, es gäbe den wahren Mohammed, und sie wüssten, was dieser sei. | Mit Wertungen, Urteilen und Richtersprüchen ist uns jedoch in der Auseinandersetzung mit fragwürdigen Weltanschauungen nicht geholfen. Wir müssten sie vielmehr analysieren und dekonstruieren, um die Vermessenheit ihres Wahrheitsanspruchs zu entlarven, statt einfach neue Wahrheitsansprüche zu erheben." (Deutschlandradio > Kultur)* 

Ein Schuh wird draus, wenn die Selbstbezeichnungen der Gläubigen mit den Autoritäten und Schriften, auf die sie sich berufen kurzgeschlossen wird. Und dann ist die Frage: Was tun die verschiedenen Gruppen von Gläubigen konkret?

Viele Muslime sind dann normale Bürger in folgendem Sinn: Sie
  • nehmen ihren Glauben als Lebenshintergrund
  • missionieren nicht
  • sind ordentlich gemeldet
  • arbeiten regelmäßig
  • zahlen ihre Steuern
  • haben keine terroristischen Gedanken und Ziele
  • sind materialistisch ausgerichtet, mit einem Schuss Idealismus (Haus, Auto, gute Schule für die Kinder)
Und dann gibt es eben andere, die in einem oder mehreren oder allen dieser Punkte anders sind und etwas anderes tun. Das heißt dann: Wir müssen differenzieren. Gut. Nur ist klar, dass die Menschen gierig sind nach Vereinfachungen und Stereotypen. Bleibt die Frage, wie man ungehörige Vereinfachungen und Stereotype austreiben kann. Vor allem angesichts der Tatsache, dass auch unter den Muslimen der verschiedenen Gruppen kämpferische und manchmal anmaßende Stereotype verbreitet sind.

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* 01.10.2015 H. ABDEL-SAMAD: "MOHAMED - EINE ABRECHNUNG". Psychogramm des Propheten. Kritik von Stefan Weidner