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Dienstag, 24. Mai 2016

"Verbeen hat nie existiert!"

Für mein Notizbuch ein schöner Fund in einer Wikipedia-Diskussion. "Verbeen hat nie existiert! Herbst hat, ähnlich wie Borges, einfach eine fiktive Gestalt mit Vita und allem drumherum erfunden, ein Hörstück dazu verfasst und anschließend seinen Eintrag in der Wikipedia gemacht." -- Und noch der Hinweis auf Unamuno, der in Niebla die Gestalt Augustu Perez sagen lässt, dass die Gestalten viel realer seien als die Autoren. Und die erfundenen Autoren, füge ich hinzu, sind realer als die wirklichen Autoren!

Vorab, in Sachen Wikipedia:

"Wer bestimmt, welche Arbeiten angemessene 'Beweise' sind?"

"Dummes Geschwätz ! Fakes haben 
(bis auf wenige anerkannte Ausnahmen) 
in Enzyklopädien 'aber auch gar nichts' verloren."

Danke, OliverGassener. Ich wollte den Artikel schon selbst neu schreiben. So gut wie du hätte ich das aber nicht hinbekommen. Jetzt habe ich nur eben noch auf ein paar Quellen verfügbare Weblinks gelegt. WICHTIG: Wegen Carl Johannes Verbeen gibt es auf der Homepage des Thelen-Nachlasses einen deutlichen Hinweis auf eine tatsächliche Übersetzung eines Buches von Verbeen durch Albert Vigoleis Thelen, nämlich Verbeens "Der Neue Katechismus, Meditationen zum Christentum", Zürich 1958. So lange dem so ist, müssen wenigstens Zweifel daran gerechtfertigt sein, daß es sich bei Verbeen um eine Erfindung Herbsts handelt, und zwar obwohl er selbst hat verlauten lassen, Verbeen erfunden zu haben. Man kann Leute auch durch falsche Aussagen verschwinden lassen, sofern andere diese falschen Aussagen glauben. Zudem hat das ZVAB nach der Verbeen-Sendung zwei oder drei Verbeen-Bücher im Angebot gehabt. Ich habe mich seinerzeit über meinen Antiquar darum bemüht, aber den Bescheid bekommen, sie seien bereits schnell vergriffen gewesen. In jedem Fall ist das zu klären, bevor so bestimmt von einem Fake gesprochen werden kann. Ich habe deshalb die Aussage von sf67 im Text leicht moderiert. --PeregrinusSyntax 02:04, 24. Feb. 2008 (CET)

@PeregrinusSyntax: Verbeen hat nie existiert! Herbst hat, ähnlich wie Borges, einfach eine fiktive Gestalt mit Vita und allem drumherum erfunden, ein Hörstück dazu verfasst und anschließend seinen Eintrag in der Wikipedia gemacht. Vereinzelt haben Buchhändler, die bei der zvab gelistet sind, lancierend eingewirkt, d.h. Bücher, die nie existiert haben, in ihr Sortiment aufgenommen. Dies bestätigte mir damals ein beteiligter Buchhändler. Bitte beachten: Herbst schreibt selbst in seinen Blog, dass er für die Nachwelt unsterblich werden will und dass die Wikipedia hierfür ein gutes Medium der Verbreitung ist. Es scheint eine Unsitte der Vertreter der sogenannten Postmoderne zu sein, solchen Unfug zu veranstalten und Medien wie etwa die Wikipedia dafür zu missbrauchen. Das mag diesen Leuten Spaß bereiten, schadet aber dem Ansehen der Wikipedia. Ohne Ansehen der tatsächlichen Bedeutung dieses Autors in der jüngeren deutschen Literaturgeschichte, sollten diese Beiträge, die zumeist von seinen Freunden in die Wikipedia eingestellt wurden, auf die Kriterien der Wikipedia hin abgeklopft werden und gegebenenfalls - wie hier bei Verbeen - gelöscht werden. Was Neologismen wie Möglichkeitenpoetik oder Kybernetischer Realismus betrifft, kann Herbst ja beweisen, ob es wirklich Landmarken sind, die er in die Literaturtheorie gesetzt hat. Beweise hierfür sehe ich noch nicht, selbst wenn es eine Magisterarbeit darüber gibt, die auf diese Wortneuschöpfungen eingeht. Für einen Nachweis selbst reicht das jedoch noch lange nicht.

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Leider finde ich den Autor des unteren Abschnitts nicht. Ich will mich noch mal bemühen...

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Ach so und ok! "@anonymen Kommentierer hierüber:..." Das hat also jemand ohne jede Spur und Unterschrift da reingesetzt. Schade, das mit der Nicht-Spur.