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Freitag, 3. Februar 2017

Ist Neugier unethisch?

Die ZEIT meldet:

"Frankreich. Soldat schießt auf Angreifer am Louvre | Ein Mann hat am Pariser Louvre-Museum Soldaten mit einer Machete attackiert. Ein Soldat schoss ihn nieder, die Regierung spricht von einem versuchten Terroranschlag. | 3. Februar 2017, 10:35 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters, bb 165 Kommentare"

Im Forum heißt es wenig später:

"Warum wird immer alles sofort veröffentlicht ohne das ausreichende Informationen vorliegen."

Ich formuliere eine Antwort, die ich hier im Blog schon mal so oder so ähnlich versucht habe zu formulieren:

Mal eine erste Einschätzung dieser Frage, über die ich intensiver seit dem Verschwinden des Fluges MH 370, also schon seit einiger Zeit nachdenke.

1. Manche Menschen wollen bei gewissen kleinen oder großen Sensationen sofort mehr wissen, und sie wollen ggf. spekulieren. Ich finde, das ist sehr menschlich, wenn auch nicht immer vernünftig und angenehm.

2. Andere Menschen wollen nicht sofort wissen / spekulieren, sondern auf "Fakten" warten. Das halten sie, verglichen mit dem Sofort-Wissen-Wollen, für die "moralischere Haltung". Manchmal machen diese Menschen eine Art geistige Überlegenheit aus ihrer Haltung, die sie dann besserwisserisch vor sich hertragen. Das ist u. U. ein wenig unangenehm.

3. Die Vermittlung von 1. nach 2. durch 2. erinnert mich immer an die Versuche der katholischen Kirche, den Sexualtrieb in enge Schranken zu weisen. Das gelingt, wie die Geschichte zeigt, in sehr bescheidenem Maße. Vom Misslingen dieser katholischen Neugier-Eindämmungsversuche profitieren manche Medien. (Nicht wahr, BILD?) Und ganz abhängen lassen wollen sich die "seriösen Blätter" von den triebgesteuerten Zeitungen halt auch nicht.