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Freitag, 25. Mai 2018

"Das mausarme Ruanda ...

... wird Arsenal-Sponsor"

Schweizer Entwicklungsgelder für Xhaka-Club

BERN - Die SVP will nicht mit Schweizer Entwicklungshilfeprojekten die Schuhbändel der Arsenal-Spieler vergolden. Aussenminister Cassis soll klarmachen, wie schnell die Schweiz aus Projekten in Ruanda aussteigen kann.

Ruanda ist neu Sponsor des englischen Fussballklubs Arsenal. Hier garnieren Stars wie der Schweizer Natispieler Granit Xhaka (25) und der Deutsche Mesut Özil (29) in einem Monat Summen, die die breite Bevölkerung Ruandas während ihres ganzen Lebens nicht verdient.

Denn obwohl Ruanda sich – auch dank Millionen an Entwicklungshilfe aus westlichen Ländern – seit dem Völkermord 1994 besonders gut entwickelt hat, sind grosse Teile der Bevölkerung nach wie vor arm.

...

Auf einen BLICK!

W., der ein Experte für afrikanische Fragen ist, hat mir erklärt, für Afrika funktioniere die westliche Demokratie nicht. Wenn man verallgemeinern wolle: das Prinzip "Palaver" sei das, worum es gehe.

Das sind jetzt natürlich viele Fragen offen. Wie kommt man vom Palaver auf der örtlichen Ebene zu einer Entscheidung, die einen ganzen Staat betrifft? Geht es um eine Art Rätedemokratie auf afrikanisch?

In diesem Zusammenhang auch: W. meint auch noch, dass Paul Kagame für Ruanda und eigentlich für ganz Zentralafrika ein Vorbild abgebe. Aber halt – es sei ein Diktator. Damit nicht voll anerkannt bis vollständig abzulehnen. (Meine Anmerkung: Diktatoren werden von den westlichen Demokratien das sehr oft hofiert, es wird mit Ihnen durchaus ernsthaft verhandelt, sie sind de facto anerkannt. Aber wehe sie schwächeln zuhause! Dann entdeckt der Westen plötzlich den Nur-Diktator und prangert ihn an. Das ewige Beispiel: Gaddafi.)

Ich konstatiere einmal: Es fehlt an einer ehrlichen und umfassenden politischen Theorie, was das Thema "Fremde Kulturen und ihre Diktatoren" anbelangt.

Ach so, ja! Ruanda, Kagame und der FC Arsenal mit den vergoldeten Schuhbändern. Ist das nicht irgendwie verlogen? Werden bei uns nicht auch allerlei vergoldete Schuhbänder unterstützt? Sehen wir das mal symbolisch: Die Alimentierung und Subventionierung der Oper, während Menschen von kleinen und kleinsten Renten leben müssen und insgesamt am unteren Rand der Gesellschaft wenig Geld übrig bleibt für die, denen es eben nicht gut geht. Sollte man nicht erst vor der eigenen Haustür kehren, auch in der Schweiz?