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Mittwoch, 26. Juni 2013

Facebook -- Börsenkurs wird abstürzen!

Facebook war hier schon überraschend oft das Thema. Auch die krude Werbung, die Facebook schaltet. Heute also ein allerletztes Mal, das Facebook-Fundstück des Tages.


Wiederum beglückt die tolle Sprache! 
Und natürlich auch, wie  die Frauen da aussehen, die "eine treue Mann" suchen!

Also, der Börsenkurs von Facebook wird abstürzen. Das hat mir auch Henry Blodget gesagt. *schwör*

Sonntag, 23. Juni 2013

Amazon-Diskussion, Billiglöhne 3

[ Alle Beiträge hier im Blog zum Thema Billiglöhne ...]

[... und viel, viel mehr in den Weiten des Internets ]

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Schon sehr, sehr seltsam, finde ich!
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Breisgauer meint:
Ich denke auch, die (unvereinbaren) Standpunkte sind ausgetauscht.
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Delabarquera meint:
@ Breisgauer -- Jetzt haben wir, denk ich, die Grenze des Problems von beiden Seiten ausgelotet, und es ist auf durchaus lehrreiche Weise soweit alles gesagt. Ich bedanke mich für Ihre Diskussionsbereitschaft. -- Grüße! D.
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Nachtrag: Ich wusste es einfach nicht. Vor einer halben Stunde gesehen: 
"23.06.13 | 21:45 Uhr Lohnsklaven und Menschenschinder - verkommen wir zum Billiglohnland? || Sie schleppen Schweinehälften, putzen Zimmer in Luxushotels, packen Pakete für den Online-Versand – und das oft für einen Hungerlohn und unter miesen Arbeitsbedingungen. Vor allem Arbeiter aus Osteuropa werden immer wieder mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt und dann hemmungslos ausgebeutet. | mehr"
Das nennt der Grieche dann wirklich: Ο καιρός -- Ich habe mal auf die Aufnahmetaste des Festplattenrekorders gedrückt.
http://daserste.ndr.de/guentherjauch/rueckblick/lohnsklaven117.html

Stoned-fox-Bilder

Mein Favorit der russischen Stoned-fox-Bilder ist eindeutig dieses Foto, versehen mit der Frage: "Wie kommt die alte Frau da hin?!" Natürlich auch: "Worauf sitzt sie denn eigentlich?" Und: "Ist das Ganze etwa schon eine Fotomontage?" Letzteres wäre schade, weil ziemlich unwitzig.


Peter Sloterdijk

Solange die Rede- und Pressefreiheit erhalten ist, kann man Überheblichkeit verkraften. Denn es gibt ja die Möglichkeit zur Antwort.

"11:49 Peter Sloterdijk | Dem Philosophen sind die Wähler zu dumm || Peter Sloterdijk wurde in diesem Jahr mit dem Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet. Seine Dankesrede ist ein erschütterndes Zeugnis geistiger Überheblichkeit und antidemokratischer Affekte. Von Richard Kämmerlings." (WELT Online)

Amazon-Diskussion, Billiglöhne 2

Oder: Darf man fragen ...

Ich habe heute tatsächlich ziemlich ausführlich auf zwei Antworten im Amazon-Forum geantwortet. Weil da einige Punkte dabei sind, die ich vom Versinken im Internet bewahren möchte, kopiere ich sie mal hierher.

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Meine erste Reaktion auf diese Einlassungen: "Hoppla!" Warum diese beiden Antworten, die doch sehr persönlich sind und auf meine eigentliche Frage nicht eingehen?!

Aber dann, nach diesen Aufforderungen, jetzt mal Butter bei die Fische! Dass Amazon Dumping-Löhne bezahlt, habe ich nirgendwo behauptet. Was da gezahlt wird, an Normal-, Zeit- und Saisonkräfte, können wir ja aus den Zeitungen mal größenordnungsmäßig entnehmen. 

Meine eigentliche Frage war, jetzt in der Kurzfassung: Wie steht es um die Konkurrenz zwischen (a) Verbraucherbereitschaft, mehr zu zahlen, und (b) Hersteller- und Vertriebskräfte-Entlohnung?

Tja, und jetzt noch zu dem "Darf man fragen, wie viele Jahre ..." Nein, man darf eigentlich nicht. Es zählt die Macht der Argumente, nicht die Person des Argumentierenden. (Das andere, das eigentlich Verbotene nennt sich in der Argumentationstheorie "argumentum ad hominem". Das nur nebenbei.) Aber ich will doch antworten: Ich habe, eben mal überschlagen, ca. 35 Jahre gearbeitet. Die Ochsentour an drei verschiedenen Universitäten. Promoviert und habilitiert. Knapp 100 wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Veröffentlichungen. Ob das, was ich getan habe, "produktiv" war, ist bei Arbeit an der Uni naturgemäß schwer zu sagen. Auch hier müssten wir "produktiv" definieren. (Das alles hätte ich nicht angeführt, wenn ich nicht so eindringlich danach gefragt worden wäre.)

Um dann noch die Seltsamkeit von Unterstellungen in Diskussionen wie der vorliegenden zu demonstrieren: Ich unterstelle Ihnen, Klaus, jetzt mal, dass Sie seit ca. 15 Jahre im unteren Teil des mittleren Management eines Autozulieferers tätig sind. Wie ich darauf komme? Weil in diesem Bereich der Stolz auf die eigene Tüchtigkeit besonders groß ist. Und weil oberhalb dieses sozialen Bereichs die Leute in der Regel gelernt haben, dass man auch in anonymen Diskussionen nicht in dieser Weise persönlich wird.

Schließlich noch zu der Frage nach der Definition von "Dumpinglohn". Ich habe da eine persönliche Formel, die keine offizielle ist. Natürlich nicht. Ich sehe alles grundsätzlich als Dumpinglohn an, was bei 40 Stunden Wochenarbeitszeit, nicht nach Steuern das Doppelte des Hartz-IV-Satzes ausmacht, also für einen Alleinstehenden ca. 800 Euro / Monat. Wohlgemerkt: Da sind wir bei der einfachsten Arbeit ohne abgeschlossene Ausbildung.

Fast hätte ich es vergessen, von wegen der engagiert-persönlichen Nachfrage: Ich bin FDP-Mitglied, wenn auch vielleicht kein ganz typisches.

Also, soviel. Und beste Grüße! D.

P. S. In einer Diskussion immer gleich nach Definitionen zu fragen, gilt vielen meiner Bekannten und Freunde und mir auch als unfein, weil weltfremd. Wir kommen einfach zu keinem Gespräch, wenn wir diese wohlfeile, immer irgendwie passende Forderung nicht weglassen und darauf vertrauen, dass wir schon so ungefähr wissen, was wir meinen.

Samstag, 22. Juni 2013

Amazon-Diskussion, Billiglöhne 1

... wird über die Niedriglöhne bei Amazon diskutiert. Ich merke am 22.06.2013 17:10 an:

Ich lese mit und finde das Thema wichtig. Ich frage mich nun aber, wer, um eine rationale Diskussion zu starten und also vom bloßen Gutmenschseinwollen wegzukommen, in der Lage ist, das Ganze mal in Kostenpunkte aufzuschlüsseln. Ungefähr so: 
  • Herstellerpreis = Einkaufspreis Amazon
  • Allgemeine Verwaltungskosten (ohne Personal)
  • Personal (oberes / mittleres Management, Arbeiter)
  • Versand
  • das, was ich vergessen habe zu nennen
Und am Ende die Kernfrage: Wie viele Menschen sind (aufgeschlüsselt) bereit, X % mehr zu zahlen, damit die Arbeiter vor Ort und auch die Leute, die da mit den Lieferwagen rumfahren, ein menschenwürdiges Einkommen haben? Im Moment ist der Stand der Dinge ja so: Der Kapitalismus holt aus den Menschen an Niedriglöhnen raus, was rauszuholen ist, und der Käufer steht, zumindest tendentiell, auf der Seite des Kapitalisten.

Donnerstag, 20. Juni 2013

Candy Crush. Oder: Löwenzahn bricht durch den Asphalt

Irgendwann habe ich mal das Bild vor mir gehabt: Die Wirtschaft ist wie der Löwenzahn. Leute, die Geld machen wollen, schrecken vor nichts zurück. Der Geschäftslöwenzahn bricht sich überall Bahn und durchbricht im Zweifelsfall auch den besten Asphalt.

Im Internet sind die Löwenzahn-Programme die, die keiner will und die ungefragt daherkommen: "Wir haben Ihnen ein tolles Angebot zu machen!" Mein Erstaunen immer wieder mal: Wie kommt das denn schon wieder auf meinen PC?!

Es ist den ungefragten und oft extrem unbeliebten Programmen vollkommen wurscht, ob sie jemand will und braucht. Sie sind überzeugt, dass sie was Gutes tun. Nun denn, gerade eben wieder:


Candy Crush. Allein schon dieser naiv-doofe Name. Nein, ich spiele keine Kinderspiele. Das ist mir zu blöd. Jeder darf es halten, wie er will. Mich aber bitte in Ruhe lassen.

Montag, 17. Juni 2013

Sibylle Lewitscharoff

Ach, wie erholsam ist es doch, am ersten richtig warmen (noch rede ich nicht von heiß!) Sommertag eine gepflegte Polemik zu lesen!

Igitt, Tätowierungen! Hungerwahn! Privatfernsehen! An der Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff ist vor allem ihr Schaudern vor dem vermeintlich Vulgären bemerkenswert. Könnte es sein, dass sie einfach eine vom Reinlichkeitswahn der schwäbischen Hausfrau getriebene Langeweilerin ist?

Jaja, der intellektuell-bebrillte, schmollmundige Georg Diez, der versteht sein Handwerk!

Zugabe!

Wen will die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung damit [mit der Georg-Büchner-Preis-Verleihung an S. L. (!)] eigentlich beleidigen? Was will sie damit sagen? Reicht es schon, Literatur als Religion zu feiern, was ja eine alte deutsche Krankheit ist? Reicht es schon, sich in öde Schlachten zu werfen wie die um den Realismus? Reicht es schon, eine rasende Kleinbürgerin zu sein, die mit besonderer Verachtung anderen Kleinbürgern gegenüber auftritt?

Und  dann noch die Forum-Kommentare lesen! "Diskutieren Sie über diesen Artikel // insgesamt 63 Beiträge". Singe, wem Gesang gegeben! So ein Tag, so wunderschön wie heute ...

Zugabe!




Samstag, 15. Juni 2013

Können Frauen "vergewaltigen"?

Die Sprache ist unvollkommen und damit ein Abbild des Lebens und der Welt!

Nach neuseeländischem Recht können nur Männer wegen Vergewaltigung verurteilt werden und dafür bis zu 20 Jahre hinter Gitter wandern. Frauen, die einen Mann oder Jungen zum Sex zwingen, müssen sich dagegen nur wegen sexuellen Missbrauchs verantworten, der höchstens 14 Jahre Haft nach sich zieht. Justizministerin Judith Collins kündigte dem Bericht zufolge eine Untersuchung des Falls und mögliche rechtliche Konsequenzen an. (Quelle: n-tv)

Ich glaube nicht, dass eine 36jährige einen 11jährigen Jungen dazu zwingen muss, Sex mit ihr zu haben. Da gab es doch immer das Verb verführen. Wie wär es damit? Aber ich geb es zu -- das trifft den Sachverhalt auch nicht genau.

Freitag, 14. Juni 2013

Wikipedia-Diskussion: Zeitungen, Schreibweise

Ich halte das aus einer Wikipedia-Diskussion mal fest und kommentiere irgendwann noch ein wenig:

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Ich verkenne nicht, dass sich über die WP-Formalia die Klügsten und Besten die Köpfe zerbrochen haben und da viel Nachdenken dahintersteckt, auf dem Weg zur Vereinheitlichung des Auseinanderstrebenden. Aber vielleicht könnte man sich doch bei einem Relaunch überlegen, ob man bei den Zeitungen (die ZEIT, die WELT, der SPIEGEL) nicht doch alternative Möglichkeit freigibt. Mein Gefühl ist, dass in einem Satz wie "Er wurde in der Welt als 'Retter Deutschlands' bezeichnet" einfach die Irritation groß ist. Bei "Er wurde in der WELT als 'Retter Deutschlands' bezeichnet" ist das nicht der Fall. Auf die Sache gestoßen bin ich übrigens hier. --Delabarquera 18:35, 12. Jun. 2013

Kann man denn davon ausgehen, daß jeder Benutzer (Kinder? Zuwanderer?) die WELT kennt, und das auch noch evtl. in fünfzig oder hundert Jahren, wenn das Blättchen längst eingegangen ist? Besser also: "Er wurde in der Tageszeitung Die Welt als 'Retter Deutschlands' bezeichnet"? --Epipactis 21:50, 12. Jun. 2013

Nun ja, Kinder sollen ja was lernen und Zuwanderer sollen integriert werden ... -- Also, jetzt im Ernst: Das mit die Tageszeitung ..., das Hamburger Wochenmagazin ..., usw. ist halt doch arg sperrig und umständlich. Aber wie angedeutet: Wie bei allen sprachlichen Regeln und Normen geht es darum, ein (Sprach-) Gefühl zu explizieren, und wenn die Mehrheit der qualifizierten User (ein ganz schwieriges Problem, das mit dem qualifziert, ich weiß) der Meinung ist, dass "Im Stern wurde er ... genannt" ok ist, dann ist das halt so. Ich habe ja nur darum gefragt, ob man das mit dem STERN / Stern / Magzin Stern nicht einfach freigeben könnte. Wenn das nicht möglich ist, werde ich nicht weinen, und über die alte Kiste die Machtverteilung in der WP wurde weißgott schon genug geredet. Die Probleme sind klar und zum Teil aus grundsätzlichen Gründen nicht zu beheben. Das Leben und die WP sind halt ein workaround. --Delabarquera 15:04, 13. Jun. 2013

Bei sprachlicher Kommunikation muss man ja auch auf andere Formulierungen ausweichen, da würde man auch eine doppeldeutige Formulierung vermeiden. Und das geht auch ohne Umstände eleganter. Und da Die Welt ohnehin verlinkt und die Aussage mit einem Beleg von der Welt-Homepage belegt werden muss, sehe ich das Problem nicht. Wer das nicht kapiert, dem ist auch mit einem groß geschriebenen "WELT" nicht geholfen. // Die Großschreibung ist ohnehin nur eine Werbemasche, um den eigenen Namen herauszustellen, der durch keine Rechtschreibregel gestützt ist. (Böse Zungen behaupten, es ist eine Abkürzung für "Welch eine langweilige Tageszeitung". In dem Fall dürfte man es groß schreiben.) Nicht umsonst ist im Internet die Blockschrift als "Schreien" verpönt. Es widerspricht der neutralen Darstellung, völlig unwichtige Namen so herauszustellen. Wenn man schreiben würde "in der Presse" und die Welt nur noch im ref-Link erwähnt würde, wäre das auch völlig ausreichend. -- Harro 18:47, 13. Jun. 2013

Gelesen. Und: Danke! Ich sehe das zwar weiterhin anders und erblicke da keine "Werbemaschen", sondern nur meine Lesegewohnheiten. Aber ich will das auch nicht so wichtig nehmen. Lassen wir's dabei. --Delabarquera 10:52, 14. Jun. 2013

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<Kommentar dann irgendwann später.>

Montag, 10. Juni 2013

Walter Jens

Walter Jens ist also gestorben. Nach dieser langen Zeit, in der ihn das Gedächtnis verlassen hatte und der Streit um seine Person über ihn hinweggerollt ist. Er auf dem Grund des Vergessensees. Wie man zu ihm steht? Ich sehe ihn noch, wie er an den Tübinger Bibliothekskatalogen seine Bücher höchstselbst heraussucht. (Was nicht heißt, dass er es immer selbst gemacht hat.) Ein Wichtiger, ja. Vom heutigen Standpunkt aus bleibt aber wieder einmal nur die Martenstein-These.

PUS und seine (Ex-) Autoren

PUS = Post Unseld Suhrkamp.

Weil es sich grad so ergibt, für meine Notizen in Sachen Suhrkamp, aus dem Wikipedia-Artikel Suhrkamp:

Ende Februar 2004 erklärte mit Martin Walser einer der prominentesten lebenden deutschsprachigen Autoren, dass er von Suhrkamp zum Rowohlt Verlag wechsele.
...
Aufgrund von Missstimmigkeiten und wegen schlechter Honorierung kündigte im November 2008 der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki seinen Vertrag mit Suhrkamp und wählte für seine fünfteilige Anthologie deutscher Schriftsteller den Hamburger Verlag Hoffmann und Campe. Er setzte hinzu, dass er zu Siegfried Unseld immer Vertrauen gehabt habe, während seine Witwe ihn dagegen „betrogen“ habe.

Im Februar 2009 erklärte der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg nach 35 Jahren das Ende seiner Zusammenarbeit mit Suhrkamp und seinen Wechsel zum Münchener Verlag C. H. Beck. Muschg, der bis November 2008 als einziger Autor dem Stiftungsrat des Suhrkamp Verlags angehörte, begründete seine Entscheidung mit der Führungspolitik der Verlagschefin Unseld-Berkéwicz.

Während ja offenbar Handke und einige mit der neuen streitbaren Chefin gut können.

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Ein kluger, klug ausgewogener Kolumne oder ein Blog-Eintrag in der taz (die heute gar nicht gefragt hat, ob ich diesen Artikel kaufen will)  07.05.2013: Wird Barlach gelyncht? Von lottmann.

Ihm [Unseld] geschah in seinen letzten Jahren, was vielen älteren Herren seiner Generation und Position geschieht, nämlich die freundlich-feindliche Übernahme durch eine junge, attraktive Frau: Ursula Schmidt, die sich mit dem Künstlernamen Ulla Berkewics anreden läßt. Sie ist 33 Jahre alt, als Unseld ihr zuliebe einen ‚Roman‘ aus ihrer Feder bei Suhrkamp veröffentlichen läßt. Später, schon im siebenten Lebensjahrzehnt stehend, heiratet er die verführerische, als leicht spinnert-esoterisch verschrieene Frau.

...

Sie gab in den folgenden Jahren die Klischee-Hexe in dem unappetitlichen Stück ‚Der Untergang des Hauses Suhrkamp‘. Wie einst die Mao-Witwe, nur viel erfolgreicher, riß sie die Macht nach Unselds Tod an sich. Wer bis dahin etwas zu sagen gehabt hatte im Verlag, wurde abgeräumt. Die besten Autoren wurden vergrault, „sogar der scheußliche Martin Walser“ (Rainald Goetz). Geschäftsführer und Leiter der Theaterabteilung Rainer Weiss, für viele der gefühlte Kronprinz des Patriarchen, der es auch von der Sache her gekonnt hätte, wurde ebenso weggemobbt wie Joachim Unseld, der keineswegs ungeniale Sohn des Alten. Damit begann aber das heutige Debakel: Dieser Sohn warf genervt seine Anteile am Verlag weg – und Hans Barlach in den Rachen. Daß dieser eine Heuschrecke war, hätte er wissen können. Barlach hatte sich sein ganzes Geschäftsleben lang mehr oder weniger darauf spezialisiert, Zeitungen und andere Medien zu ruinieren. Heute ist Joachim Unseld entsetzt über seine Tat. Aber er hatte den Krieg mit der zickigen Frau seines Vaters wohl einfach nicht länger ausgehalten.

Sonntag, 9. Juni 2013

Fundgrube: Suhrkamp

Eben diese hübsche Formulierunge in FR Online gefunden:

Die Suhrkamp-Chefin hat eine Schwäche fürs Mondäne, für das Preziös-Unverständliche, für elegant auftretenden Tiefsinn. Ihr Geschäftsführer Thomas Sparr hingegen ist jemand, bei dem noch niemand auf die Idee gekommen ist, er könnte die Bücher verstehen, die er verlegt. Ein Gespann, das allein schon Stoff für ein hübsches Dramolett wäre.

Samstag, 8. Juni 2013

NAPOLA

Immerhin, die Auswähler für die NAPOLAs, die hatten ein Händchen! Wer da so alles dort war!

Theo Sommer
Günter Peis
Jörg Andrees Elten

Freitag, 7. Juni 2013

Sophie in Bayern

In dem -- nun ja: süffig geschriebenen Buch von Cornelia Ziegler über Ludwig II. von Bayern finde ich diese Stelle:

1867 Zusammen mit seinem Bruder Otto besucht Ludwig die Wartburg bei Eisenach in Thüringen. Er interessiert sich für den Wiederaufbau der Burg im mittelalterlichen Stil – zu Ludwigs Zeit geradezu eine Mode. Am 23. Januar dieses Jahres verlobt sich der König mit Sophie in Bayern, (der Adelstitel lautet tatsächlich so), der jüngeren Schwester der Kaiserin Elisabeth („Sisi“) von Österreich. Während Ludwig den Hochzeitstermin immer weiter hinausschiebt, verliebt sich Sophie in den Fotografen Franz Seraph Hanfstaengl, mit dem sie sich heimlich in Schloss Pähl trifft. Am 10. Oktober des Jahres wird die Auflösung der Verlobung öffentlich bekannt gegeben und später Sophie gemäß ihrem Stand mit einem anderen verheiratet. Als sie an Scheidung denkt, weil sie sich in ihren Frauenarzt verliebt hat, wird sie von ihrer Familie in das Sanatorium des Nervenarztes Richard von Krafft- Ebing verbracht und wegen „sexueller Abartigkeit“ behandelt. Nach einer fünfmonatigen „Therapie“, darunter das Übergießen mit Eiswasser, das Einreiben ihres kahl geschorenen Kopfes mit Zugsalbe und diverse Schockbehandlungen wie das Abfeuern von Pistolenschüssen nahe ihrem Ohr, gilt sie als geheilt und die Scheidungspläne gehören der Vergangenheit an.* Am 4. Mai 1897 stirbt Sophie während einer Wohltätigkeitsveranstaltung in Paris bei einem Brand – man vermutet, dass sie den Tod gesucht hat.

Andere Zeiten, andere Unsitten ... 

Das wäre ein Drehbuch für einen Film, der direkt neben die Romy-Sissi-Filme gestellt werden könnte.

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|* Ziemlich genau so steht es auch in der Wikipedia ...

Hans Poser, 3 x

Es gibt ja bei Google Earth das Hobby, bizarre Formationen zu finden. Gesichter in Landschaften usw. So etwas könnte man wohl auch bei der Wikipedia versuchen. Drei Männer, drei Jahrgänge mit einer 7 am Schluss. Abstand der Jahrgänge: 10 und 20.


Hans Poser ist der Name folgender Personen:

  • Hans Poser (Geograph) (1907–1998), deutscher Geograph
  • Hans Poser (Komponist) (1917–1970), deutscher Komponist
  • Hans Poser (Philosoph) (* 1937), deutscher Philosoph
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Die Magische Kabbala, die dritte Kategorie, ist eng verwandt mit der Meditativen. Sie besteht aus verschiedenen Zeichen, Beschwörungen und göttlichen Namen, durch die man natürliche Ereignisse beeinflussen oder verändern kann. Viele der Techniken ähneln meditativen Techniken, und ihr Erfolg mag von ihrer Fähigkeit abhängen, spirituelle Zustände auszulösen, in denen telekinetische oder geistige Kräfte wirkungsvoll kanalisiert werden können. Wie in der zweiten Kategorie sind die wichtigsten Texte nie gedruckt worden, obwohl einige Fragmente veröffentlicht wurden. Eines der besten Beispiele dafür ist das Buch Raziel.

Donnerstag, 6. Juni 2013

Was mach eigentlich ... Susan Stahnke?

Das wäre auch beinah an mir vorbeigegangen. Aber als Quasi-Stalker von Harald Schmidt kommer ich unweigerlich und auf Umwegen auch auf das:

2002 ereilte Stahnke dann der schlimmste Schock ihres Lebens. Sie erfuhr, dass der Mann, den sie 35 Jahre für ihren Vater gehalten hatte, nicht ihr leiblicher Vater ist.
Stahnke: „Ich brach zusammen, weinte wochenlang. Ich bin oft nicht in den Schlaf gekommen, weil ich nicht wusste, wie ich diesen Schmerz am nächsten Tag weiter ertragen soll. Ich saß auf einer riesigen Lebenslüge.“
Es folgte eine über Jahre andauernde Suche nach ihrem wirklichen Vater, die nach seiner Entdeckung in einer Schlammschlacht vor Gericht endete.
Stahnke: „Ich weiß heute im Herzen, wer mein leiblicher Vater ist. Es ist mir gerichtlich untersagt, darüber zu sprechen, und ich habe ihm innerlich dafür vergeben. Seitdem richte ich den Blick mehr und mehr zum Himmel, denn der Schöpfer aller Dinge hat mich niemals verleugnet.“
Aus heutiger Sicht waren die Jahre des Vaterschafts-Prozesses für Susan Stahnke die schlimmsten ihres Lebens. „Ich bin damals oft in die Kirche gegangen und habe Kraft im Gebet gefunden. Im Leben eines jeden Menschen kommt der Zeitpunkt, wo er das Beten lernt." (natürlich BILD Online)

RR (Rauschexperte Räsch)

Von dem "Rauschexperten" und gleichzeitig "Eth­no­phar­ma­ko­lo­gen" -- Jesses, neben den Terrorismusexperten jetzt auch noch die Rauschexperten! -- Chris­ti­an Rätsch hatte ich bislang noch nicht gehört. Was nicht viel heißen muss. Jetzt kenne ich den Christian Räsch, und ich muss sagen, dass er Erstaunliches für meine Weiterbildung tut.

Was ist und wie wirkt ...

SPIEGEL: Crack?
Rätsch: Habe ich noch nie gesehen, und ich kenne auch niemanden, der es probiert hat.
SPIEGEL: Crystal Meth?
Rätsch: Eigentlich nix Dolles. Ein ganz normales Methamphetamin. Wirkt wie drei doppelte Espressi. Es kann allerdings bei übermäßigem Gebrauch ziemlich gefährlich sein.

Nun CM kenne ich, wie so vieles, da da verhandelt wird, nicht. Aber ich hab, als Zeitungsleser und ausgewiesener Nicht-Experte, auch schon ganz anderes gelesen. Ja nun gut -- drei doppelte Espressi, die kenn ich. Ich kann da also mitreden.

SPIEGEL: Ayahuasca?
Rätsch: Ein Trank aus ausgekochten Lianen und Chacrunablättern. Die Lianen enthalten Harmalin, die Blätter DMT. Dank dieser Kombination entfaltet der Trank eine stark bewusstseinserweiternde Wirkung. Die Schamanen des Regenwaldes nutzen Ayahuasca, um mit den Pflanzengeistern in Kontakt zu treten.
SPIEGEL: Welches ist die gefährlichste Droge?
Rätsch: Alkohol, ganz klar.
SPIEGEL: Alkohol ist gefährlicher als Kokain oder Heroin?
Rätsch: Nichts anderes fügt dem Körper so viel Schaden zu wie Alkohol. Er greift nahezu alle Organe an und macht unproduktiv, schläfrig, teilnahmslos. Ich trinke jedenfalls keinen mehr. Nie. Alkohol ist die einzige psychoaktive Substanz, mit der ich negative Erfahrungen gemacht habe.

SPIEGEL Nr. 23 / 02.06.2013. S. 117

Nun denn Freunde von Bier, Wein und Whiskey! Sagt nicht, der Experte hätte euch nicht gewarnt. Noch könnt ihr umsteigen. Oder natürlich ganz verzichten. 

Doch halt!

SPIEGEL: Es sterben jährlich Zehntausende Menschen durch Drogen. Wäre eine Welt ohne Drogen nicht eine schönere Welt? 
Rätsch: Eine Welt ohne Drogen gab es nie und wird es nie geben. Und die Menschen sterben nicht an den Substanzen selbst, sondern am unsachgemäßen Gebrauch und an der Kriminalisierung der Drogen. (Ebd.)

Und für alle die, die sich nun weiterbilden möchten, noch dies:

SPIEGEL: Machen Sie sich mit Ihren Forschungen eigentlich strafbar?
Rätsch: Ich bin kein Dealer, ich bin Wissenschaftler. Der Konsum dieser Substanzen ist nicht verboten. Bei manchen ist zwar schon der Erwerb strafbar, aber da befinden wir uns in einer rechtlichen Grauzone, ich habe jedenfalls noch nie Ärger bekommen.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Götzes Gehirn

Der Blick fällt auf dieses:

04.06.13 Reichenforscher || "Die Millionen machen was mit Götzes Gehirn" || Die Millionengehälter die Fußballstars verändern erklärt Professor Doktor Thomas Druyen, der renommierteste Reichenforscher Europas. Ein Gespräch über viel Geld und Hoeneß' Steuerflucht. Von Patrick Krull (WELT Online)

Millionen machen "was" mit einem Gehirn. Soso. Fundamentale Einsicht das!

Wie wird jemand bitteschön "Reichenforscher" und welcher Fakultät gehört der dann an? Offenbar den Psychologen, oder? Oder doch den Medizinern? Hirnforschern? 

Aber -- ein gutes Konzept, das mit dem "Reichenforscher". Besser als Terrorismusexperte. Das allemal. Oder als Psychopathenforscher. Und wenn man über die Reichen spricht, wird man dann selbst ein ganz klein wenig reich? Und ist der Professor D. eigentlich sympathisch oder eher doch einer, der sich an die Reichen hängt? Kritisch selbstverständlich. Nun gut, sympathisch, das ist keine akademische Kategorie, schon klar. 

Und der prominentest Reichenforscher der Welt? Heißt Forbes oder so ähnlich, oder?

Und irgendwas war da dann doch noch ... A ja! Kennedys Hirn, richtig! War nicht schlecht.

Montag, 3. Juni 2013

Universitäten -- "Statt Wettbewerb: Kartelle"

Das gilt es unbedingt festzuhalten: Ulrich Radtke (Rektor Uni Essen): "Die selbsterklärten Auserwählten. Wie Clubs und Kartelle der deutschen Hochschullandschaft schaden". Forschung & Lehre 6 / 2013, S. 472-474.

Anschließend erklärend: Radtke habe sich gegen das Entstehen immer neuer "Hochschulverbünde" gewandt, die sich ihre Wichtigkeit selbst bestätigen.

Damit ist aber das wahrscheinlich viel größere Problem nicht zu fassen, nämlich die informellen Bekanntschaftskartelle der absolut Mittelmäßigen, die sich, natürlich vor allem in Geisteswissenschaften, aber vielleicht auch in anderen Bereichen und Richtungen der Universitäten, gegenseitig zu Geistesgrößen erklären und auf Stellen hieven. 

Meine Erinnerung: Ich höre mir ein Habilitationskolloquium an einem anderen Fachbereich meiner Uni an. Während es "bei uns", in meinem Fachbereich, in einem solchen Kolloquium hart zur Sache geht und der Kandidat auch schon mal Blut und Wasser schwitzt und anschließend zur Wiederholung einbestellt wird, ist das hier reine Formsache. Darum sind auch die Schnittchen und der Sekt für den anschließenden kleinen Umtrunk schon bestellt. Und ich traue meinen Ohren nicht: In dem Frage und Antwort-Spiel gibt es keinerlei Probleme, keine Kontroversen, und es gibt auch keinen einzigen eigenständigen und originellen Gedanke des zuerst Vortragenden und dann Befragten. Alles gediegenes Wiederkäuen von Angelesenem. (Ich kann das beurteilen, weil ich mich in diesem Forschungssegment zufällig gut auskenne.)

Ich habe die Sache dann noch ein wenig verfolgt: Dieser Kandidat wurde dann nach weiteren drei Semestern, nachdem durch gute wissenschaftsinterne Beziehungen unter den Mediokren und dann sogar durch parteipolitisch gut unterfütterte Einflussnahme im Ministerium einen anderen von der fertigen Berufungsliste verdrängt hatte, ein deutscher Professor.

So geht das! Und keiner kann es nachweisen. "Denn man sieht nur die im Lichte..." Also sollte man vielleicht auch gar nicht darüber sprechen, sondern höchstens satirisch tätig werden. Auf dass manche die Verhältnisse wiedererkennen.

's Triple hoamma!

Ja, zugegeben, ich habe mal hier geschrieben: "Nun mag Bayern München keine herausragende europäische Mannschaft mehr sein..." Aber sie sind es, die Bayern. Noch oder wieder. Ganz egal. Herausragend! Und nach all dem Getöns: Jetzt auf einmal. Glückwunsch!

Sonntag, 2. Juni 2013

Mary Scherpe: Mode-Bloggerin, Stalker-Verfolgte

Ganze eigene Arten von Texten sind, rezeptionstheoretisch gesehen, die, die man liest, weil man diese Zeitungsseiten gerade in den Papiermüll werfen wollte, und dann fällt der Blick auf einen Überschrift, einen Artikel. Auch hier war es so. Schön, dass die SZ diesen Artikel auch online gestellt hat. Ok, bei näherem Hinwsehen: nur den Anfang. Dann soll man kaufen. Wir sind auch ePaper-Abonennten.

Stalking im Internet. Du kriegst mich nicht! || Mary Scherpe ist eine erfolgreiche Mode-Bloggerin, sie hat einen Namen im Internet. Alles wäre gut, gäbe es nicht diesen Stalker. Er will sie über das Netz vernichten. SZ-Redakteur Johannes Boie hat sie getroffen und für die "Süddeutsche Zeitung" aufgeschrieben, wie Scherpe im Netz um ihren Ruf kämpft. (SZ 23. Mai 2013. Online)

In diesem Artikel unter anderem auch das ... 

Ok, der Artikel ist nich mehr aufrufbar. Geht nur 1 Woche lang. 

Also aus dem Gedächtnis: Eine wirklich echte Verfolgung solcher Stalker durch die Polizei und die Staatsanwaltschaft gibt es nur bei Kapitalverbrechen. Mord und Totschlag usw. Damit hat die Frau Scherpe keine Chance, den Stalker wirklich verfolgen zu lassen. Ist das die Freiheit im Netz, von der die FDP immer redet? Dass Stalker mit ein paar frei downloadbaren Progrämmchen sich unsichtbar machen und andere in den Wahnsinn treiben können?

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Auch, und BILD hat das aufgegriffen, wie ich erst jetzt via Google sehe. Und es kommen da natürlich auch die "Querdenker" mit ihren Stellungnahmen zu Wort. Mein Gott, ist die Welt kompliziert und verrückt geworden!

Ralf Simmer (vor 8 Tagen): Das war auch mein erster Gedanke. [Dass die Frau auf diese Weise bekannt werden will und das selbst inszeniert hat.] Ich denke viel mehr an eine PR-Aktion! Gibt Unzählige, die von Stalkern verfolgt werden, warum berichtet BILD gerade über sie?! Wenn's aber ein neuer Ansatz des Marketing ist: Liebe Bild, ich kenne da auch jemanden, der mehr PR vertragen würde!

[ Der Blog von Mary Scherpe in dieser Sache ist eher unscheinbar. ]