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Sonntag, 3. August 2014

Lojban


Sprache und (Nicht-) Logik || Für den Fall, dass sich mal sprachphilosophisch ausgerichtete Plansprachendidaktiker -- eine extrem seltene Spezies meiner Erfahrung nach -- hierher verirren: | "Ein spezifisches Merkmal von Lojban ist, dass die bedeutungstragenden Wörter nicht in Verben, Substantive usw. unterschieden werden. Die Grammatik ist streng nach Gesichtspunkten der Prädikatenlogik aufgebaut." | Meine These: Das Besondere der natürlichen Sprachen ist, dass sie halb-logisch = 50%-logisch aufgebaut sind. (Über die Zahl darf gestritten werden.) Das Nicht-Logische zeigt sich insbesondere in den Bereichen Metapher / Metonymie und Kollokation / Kookurrenz / Phraseologisme. Da treffen sich auch Lexik und Grammatik. Und also: Die historisch gewordenen grammatischen Kategorien wie Verben, Substantive, Adjektive haben sich aus kommunikativen Bedürfnissen heraus entwickelt und sind nicht ein Unfall des historisch gewordenen Unlogischen. Plansprachen haben deshalb in der Praxis keine Chance, weil dieses Nur-teilweise-logisch-Axiom nicht akzeptieret wird. (Dazu kommt, dass man immer erst mal ca. 20 Mio. perfekte Sprecher*innen in wichtigen weltgesellschaftlichen Positionen braucht, damit eine Sprache für Lerner*innen attraktiv wird. Die Abteilung Plansprachenmarketing müsste sich Gedanken machen, wie man denn diese "kritische Masse" erreichen kann.)