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Montag, 3. Februar 2014

"Tatort": Was isn in Dortmund los?

Mein Gott! Was habe ich mich durch den Tatort gestern abend gequält! Wieder mal in einer fremden Welt gelebt, denn die Kritiker fanden das alles gut bis sehr gut. Ich fand da keinen "guten Lauf", ich fand es zum Davonlaufen. Wenn das die Drehbuchautoren-Form des Lebens ist, dann Gnade uns Gott. 

Regisseur Dror Zahavi hat einen guten Lauf. Erst bescherte er dem Publikum den beeindruckenden Geisel-Krimi „Franziska“, mit dem Tessa Mittelstaedt das Team des Kölner „Tatorts“ verließ. Und jetzt legt Zahavi einen weiteren starken „Tatort“ nach: „Auf ewig dein“ heißt der vierte Fall von Depri-Fahnder Faber (Jörg Hartmann) und seiner Dortmunder Truppe. Den Kölner wie den Dortmunder Krimi verbinden Psycho-Duelle, bei denen die Luft brennt. // Die brillanten Vorlagen lieferte in beiden Fällen Drehbuch-Autor Jürgen Werner, der im Augenblick in der Form seines Lebens ist. Wie beim Kölner „Tatort“ geht in dem Dortmunder Krimi um die dunkle Seite der Sexualität, um krankhaften Lustgewinn durch Macht, um Kontrolle eines Menschenleben bis hin zum Tod. (Dortmunder Tatort besticht mit starken Psycho-Duellen | WAZ.de)

Grundproblem: Dieses Totalverzahnen der Handlungsebenen. Polizist und Polizistin als Paar, und die Schwangerschaft / Abtreibung. Die verheiratete Polizistin, die was mit dem Call-Boy hatte. Faber, der kaputte Cheffander, der gleich mit dem Täter im Generationenclinch liegt. Und dazwischen quält sich das Unlogische hindurch. Etwa: Der Täter, der als wortgewandt-souveräner Zyniker daherkommt, aber bei einer Putzkolonne arbeitet. An den sich Faber mit der Handschelle kettet, um ihn mit in die Hochhaus-Tiefe zu reißen. Psycho-Duelle? Mein lieber Schwan!

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Es ist ein besonders aus US-Serien bekanntes Muster: das Privatleben holt die Protagonisten auch in ihrer beruflichen Rolle ein und der Erzählstrang führt über eine einzelne Folge hinaus. Für den Dortmund-Tatort bedeutet das im Fall von Nora Dalay, die von ihrem Kollegen und Partner Daniel Kossik geschwängert wurde, gar nichts. Im Falle von Kommissar Peter Faber bedeutet das ziemlich viel für diejenigen, die zum ersten Mal in den Dortmund-Tatort reinschalten, vielleicht zu viel.

Ich kenne ein paar US-Serien. So plump und übertrieben wie in diesem Tatort kommt das Vorleben der Agents dort nicht daher.