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Sonntag, 6. März 2016

"Gutmenschen?"

Was soll's, ich wende das gebrandmarkte Wort hier einfach mal an:

"... Das ist nicht das Europa, das ich mir vorstelle. Das ist unmenschlich, die Behörden tun nichts anderes, als das Lager zu zerstören. In zwei, drei Wochen entsteht irgendwo das nächste Lager. Es ist eine Schande. Europa ist reich genug, um die Flüchtlinge aufzunehmen." (spiegel.de)

Ja, ja, jeder stellt sich so sein Europa vor, und es fühlt sich wahrscheinlich gut an, "den anderen" -- wem eigentlich? -- den Unmenschlichkeitsspiegel vorzuhalten, hinter dem man selbst als Gutmensch steht. Folgendes wird nicht bedacht bzw. als Denkverbot ausgeschlossen:
  • Was macht man in diesem konkreten Fall mit England / Europa (EE)? Wie überzeugt man "die Bewohner von EE", dass sie reich und vor allem in ihrer Identität stark genug sind, um alle, die nach EE wollen, aufzunehmen?
  • Was wird zu den üblichen Einwänden gesagt? Stichworte: Parallgesellschaften? Probleme mit den Sozialsystemen? Arbeitsmarkt-Probleme? Einheimische Geringqualifizierte / Arme geraten weiter unter Druck? Terrorismus?
Unterm Strich bleibt aber, selbst wenn dieses arg Globale, dass "Europa reich genug" ist, erst mal stehen gelassen wird: wie man das der einheimischen Bevölkerung klar macht, dass sie reich genug ist. Was ja gleichzeitig heißt, dass man sie dazu bewegen muss, x% ihres Einkommens für die Integration der Flüchtlinge herzugeben. Oder vorher und noch schlichter: Wie kriegt man eine Quotierung hin, wenn die demokratisch gewählten Regierungen in Polen, England usw. sagen: Nicht mit uns!