Dienstag, 5. Juli 2016

Mathematik im Leben

Was es nicht alles gibt!

"Mein Interesse galt aber immer noch hauptsächlich der Kosmologie und nicht so sehr der klassischen Astronomie. Ich hatte auch immer noch kein Teleskop (auch wenn ich jetzt doch ab und zu mal an den Himmel geschaut habe; zum Beispiel um eine Mondfinsternis zu beobachten). Heute weiß ich, dass man Mathematik oder theoretische Physik studieren muss, wenn man ernsthaft Kosmologie betreiben will. Das war mir damals aber nicht klar, und nach der Matura (Abitur) habe ich deswegen ein Astronomie-Studium begonnen. Mein Interesse für Astronomie hat übrigens nicht dazu geführt, dass meine schulischen Leistungen in Mathe/Physik besser wurden. Ich hab mich davon aber nicht abschrecken lassen und war damals der einzige aus meiner Klasse, der so mathelastiges Studium wie Astronomie anfing, obwohl ich quasi der Klassenschlechteste in Mathe war. | An der Universität habe ich dann aber Mathematik und Physik sowieso nochmal ganz von Anfang an gelernt und ich fand es wesentlich faszinierender als in der Schule! (Unser damalige Lehrer – er unterrichtete beide Fächer – war wohl einfach nicht sonderlich gut gewesen). Besonders die Mathematik hat mich beeindruckt. Das war etwas völlig anderes als das, was wir in der Schule gemacht hatten. In der Schule haben wir im wesentlichen nur gerechnet, so spannende Dinge wie ein mathematischer Beweis tauchten da nie auf. Ich bin zwar trotzdem bei meiner ersten Mathematikprüfung an der Uni durchgefallen (übrigens die einzige Prüfung während meines ganzen Studiums die ich nicht bestanden habe). Bei der Wiederholung hab ich dann aber schon eine 3 bekommen und danach lief Mathematik problemlos und ich hab alle Prüfungen mit einer 1 bestanden."

Wie ich Wissenschaftler wurde und warum ich heute keiner mehr bin. Von Florian Freistetter / 1. Februar 2012 / 72 Kommentare.

Hätte ich nicht für möglich gehalten.

Montag, 4. Juli 2016

Kanonen und Spatzen

Vergleiche sind tückisch, nicht nur, weil sie bisweilen hinken. Beispiel:

"Nicht jeder, der ein Buch schreibt, braucht einen eigenen Verlag. Das wäre so, als ob Sie mit Kanonen auf Spatzen schießen wollen würden."

Warum ist dieser Vergleich schief, obwohl er doch inhaltlich -- grob: große Sache für kleine Sache -- in Ordung ist? Es hat wohl etwas mit dem Zeitablauf zu tun.

Sonntag, 3. Juli 2016

"Wahrheitsgefühl"

Der Titel der Aarbeit ist vielleicht nicht sonderlich glücklich gewählt. Dennoch, da müsste man weitermachen! GRIN hin oder her.

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Das "Wahrheitsgefühl" als epistemisches Konfidenzgefühl
Seminararbeit, 2007, 36 Seiten


Seminararbeit
Institution / Hochschule
Universität Basel (Philosophisches Seminar)
Note
1.5

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1. EIN VERGEBLICH GESUCHTER AUSDRUCK
Der Ausdruck „Wahrheitsgefühl“ ist in der philosophischen Terminologie nicht sonderlich verbreitet. In der MITTELSTRASS’SCHEN Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie (2004) – im deutschsprachigen Raum wohl gegenwärtig ein Abbild des State-of-the-Art unserer Disziplin – sucht man den Ausdruck vergeblich, findet aber viele andere Ausdrü-cke mit dem Wahrheits-Präfix (Wahrheitskriterium, Wahrheitsbegriff, Wahrheitsbedingung...). Auch im kleineren Philosophielexikon von HÜGLI/LÜBCKE (2003) findet man keinen Hinweis auf das „Wahrheitsgefühl“, ebenso wenig in dem deutschen Online-Philosophiewörterbuch Phillex (2007). Durch das Philosophische Wörterbuch (SCHISCH-KOFF 1991), das seit 1912 herausgegeben wird, wird man auch nicht klüger. Das etwas ältere Meyers Grosses Taschenlexikon (in 24 Bänden) (1987) scheitert ebenfalls aufgrund der Abwesenheit eines Eintrags darin, dem Leser verständlich zu machen, was das „Wahrheitsgefühl“ ist. Und selbst in Wikipedia (2007), dem (in zweierlei Sinne) populärsten Internet-Nachschlagewerk, muss man sich mit dem Kommentar „Es wurden keine pas-senden Seiten gefunden“ zufrieden geben.

Doch anscheinend ist der Ausdruck nicht nur in der Philosophie und der Wissenschaft kaum gebräuchlich, sondern tritt auch im Alltagsdiskurs eher selten auf: Bei einer Eingabe in die Suchmaschine Google (2007) wurden gerade mal 450 Treffer angezeigt (sowie die Bemerkung „Meinten Sie: Wahrheitstafel “) – man vergleiche das mit den 16'900'000 Tref-fern bei der Google -Suche nach dem Ausdruck „Wahrheit“.

Sono tedesco!

Wieder aus der ZEIT: 

"Unser Löw glaubt ja im Ernst, dass er mit seinen betulichen fußballtaktischen Eingriffen auf dem Platz Effekte erzeugt. [...] Aber in Sachen 'Aggressivität' haben wir mit Löw den Falschen. Die Italiener den Richtigen."

Auch wenn man hinterher (03.07.2016) immer klüger ist: Nur selten kann man eine Behauptung so schnell falsifizieren. Und was das Urteil über Löw im Allgemeinen angeht: Die Lust der Deutschen an Selbstkasteiung und dem Runtermachen anderer Deutscher halt. Selbstbild: Deutsche sind hier wie sonst tendenziell doof. Die Italiener hingegen: Sono italiano! Selbstbild: Mit liebenswerten Macken, aber toll.

Samstag, 2. Juli 2016

Antonio Conte vs. Lars Lagerbäck

"Italiens Antonio Conte ist der expressivste Trainer der EM – und vielleicht auch der beste."

Sagt Sebastian Stier in der ZEIT. Ich merke an:

Nah am bloßen Gerede! Während mit dem 'expressivsten Trainer' irgendwie noch Kriterien finden kann, ist die Frage: Wie wird, über das bloße 'Kann man ja mal behaupten' hinaus, die Qualität eines Nationaltrainers festgestellt? Indem er die EM gewinnt? Dann ist Löw bis auf weiteres der beste, weil WM-Trainer. Als ob es für den Erfolg nicht entscheidend auf das "Spielermaterial" ankäme, das einem Trainer zur Verfügung steht. Für _mich_ ist Lars Lagerbäck der beste. Allein schon wegen dem Folgenden:

"Auch nach knapp fünf Jahren als isländischer Nationaltrainer ist Lars Lagerbäck die Muttersprache seiner Spieler eher fremd. "Ich verstehe sehr wenig. Ich habe viele Worte gelernt, aber sobald sie anfangen zu reden, tappe ich im Dunkeln", sagte der Schwede." (t-online.de)

Sony Z Ultra ...

... friert komplett ein.

Sowas ist mir noch nie, mit keinem Handy passiert. Ich bin im Internet, auf einmal geht nichts mehr. Ok, das ist schon mal vorgekommen. Dann aber -- das Telefon lässt sich nicht ausschalten! Und die Uhrzeit ist eingefroren. Es lässt sich nicht anrufen. Der Teilnehmer ist nicht erreichbar. Nur das Display leuchtet starr und stumm vor sich hin.

Wer ist schuld? Wahrscheinlich die App, die ich vorher installiert hatte. Sollte eigentlich dem Schutz dienen, saubermachen. Sowas halt.

Ich lese im Internet nach, werde schnell fündig: Mit der Lautstärke-runter-Taste + Ausschalttaste, länger gedrückt, lässt sich das Smartphone ausschalten. Wieder hochfahren. Die zuletzt installierte App deinstallieren. Hoffnung, dass es das jetzt war.

Donnerstag, 30. Juni 2016

"Dann sei die Landespolizei ...

wieder abgezogen."

Ich bin Fußballfan der extremeren Sorte. Ich sehe das, weil ich kaum ein EM-Spiel am Fernseher versäume. Und nun lese ich im ZEIT-Magazin online das hier. Und denke mir: Das sollte man, denke ich, einmal festhalten und bei der Polizei und im Innenministerium anfragen:

"Eine halbe Stunde später kommt er nochmals ins Abteil. Er fragt, ob er sich kurz setzen dürfe. Ich sage: "Selbstverständlich." Der Zugführer wirkt aufgelöst und fassungslos. Die Landespolizei sei wieder abgezogen, sagt er. Der Einsatzleiter hätte sich entschlossen, nicht einzugreifen, die Situation im Bordbistro sei für seine Truppe zu gefährlich gewesen. Auch er sei von den Fans angegangen und beleidigt worden. Er habe den Einsatzleiter gefragt, wie er sich verhalten solle, wenn nochmals eine junge Frau in seinem Zug sexuell belästigt werden würde. Der Einsatzleiter habe geantwortet: Am besten schauen Sie einfach weg. | Dann sei die Landespolizei wieder abgezogen. "Einfach so?", frage ich. Ja, sagt der Zugchef. Der Einsatzleiter hätte sich vorher noch bei den Fußballfans erkundigt und diese hätten ihm versichert, dass es keinen Grund zur Sorge gäbe und ein sexueller Übergriff niemals stattgefunden hätte. "Wenn alles so friedlich gewesen sein soll", frage ich, "warum war der Einsatz dem Einsatzleiter trotzdem zu gefährlich?" Der Zugchef zuckt mit den Schultern. Es täte ihm leid, sagt er, und dass die Kollegin und der Kollege von der Bundespolizei noch da wären. | Der Bundespolizist kommt später noch einmal an meinem Platz vorbei. Ich erzähle ihm, was ich vom Zugchef erfahren habe. Der Bundespolizist setzt sich neben mich. Er sagt, er müsse mir mal etwas erklären. Bei der Polizei sei Sicherheit, und vor allem die Sicherheit der eigenen Männer, höchstes Gebot. Die Verantwortung trüge jeweils der Einsatzleiter. | Worauf er mit seiner Erklärung hinaus will, erfahre ich nicht mehr. Aus dem Lautsprecher kommt Stimmengewirr, der Zugchef bittet den Bundespolizisten in einen anderen Wagen. Der Bundespolizist entschuldigt sich und geht."

Natürlich möchte ich ein paar Vorschläge machen.
  • Vorab: Wenn richtig ist, dass die Verluste von Banken nicht 'sozialisiert', also von den Steuerzahlern beglichen werden sollten, dann gilt das, meine ich, auch für die Kosten von Polizeieinsätzen und Zerstörungen durch Fußballfans. 
Was konkret die Züge angeht, so plädiere ich für diese Sofortmaßnahmen:
  1. Fans bekommen eigene Zugabteile, die sie nicht verlassen können, weil die Türen geschlossen sind. (Ja, für Brandlegungen müssen Maßnahmen getroffen werden, um eine Flucht zu ermöglichen. Dazu aber: siehe 2. und 3.)
  2. Die Abteile werden ausnahmslos videoüberwacht, in einer Auflösung, die die Identifizierung von Tätern jederzeit ermöglicht. (Die Datenschützer mögen bitte nicht wieder als Täterschützer auftreten!)
  3. Fangruppen werden gezwungen, eine Versicherung abzuschließen, die für Beschädigungen aufkommt. Die Höhe der Versicherung richtet sich nach dem Schaden, der pro Saison bezahlt werden muss.
Man kann gegen diese Maßnahmen sein. Es gilt dann aber der Verwurf, dass die Täter Priorität gegenüber den Opfern haben. Was ja kein ganz neuer Vorwurf ist.

Freitag, 24. Juni 2016

Eine Demokratie-Diskussion ist notwendig!

Mein Kommentar im Forum der ZEIT, was das Brexit-Abstimmungsergebnis angeht:

Was wir jetzt unbedingt brauchen: eine länger andauernde und tiefe Demokratie-Diskussion! Positionen mit Für und Wider zwischen

alpha) "Das Volk" ist als Souverän nicht klug genug, um solch komplexe Fragen mit den EU-Austritt richtig beantworten zu können (es ist verführbar, kindlich usw.) Darum wurde die repräsentative Demokratie ja eingeführt; das populistische Element, das auch schon mal in die Diktatur führt, soll nicht entscheidend sein.

...

omega) Wir müssen das Instrument der Volksabstimmung -- Hey, Vorbild GB! -- in allen EU-Ländern als ständiges Recht und nicht als von der Regierung gewährte Gunst etablieren, damit der "Brüsseler Wasserkopf" / "national: 'die Merkel' / 'die Mächtigen in Politik und Wirtschaft" nicht ständig abheben und nach dem Wahltag / der Aktionärsversammlung und überhaupt machen, was sie wollen. [Vorbild sind die Schweizer! Und sage keiner: "Ja, die Schweiz ist klein!" Eher mal ein Wettbewerb, wie man solche Abstimmungen korrekt und gültig auch online in Szene setzen kann.]

Donnerstag, 23. Juni 2016

Populismus: Nixgut

Für die Zusammenstellung rechtspopulistischer Websites ein neuer, was die Wortwahl angeht, tatsächlich überraschender Fund: islamnixgut -- eine eigenartige Mischung!


... Der 20-Jährige war Dienstag von Teams der Mordkommission festgenommen worden. Im Bad Godesberger Ortsteil Mehlem. Walid S. wohnt dort in einem Mehrfamilienhaus. Er steht in dringendem Verdacht, den 17-jährigen Niklas tödlich verletzt zu haben! || Walid S. wurde in Italien, Piacenza, geboren, hat aber marokkanische Wurzeln. In Bonn lebt er seit einigen Jahren. Und: Er ist bereits wegen Gewaltdelikten polizeibekannt! | Die Polizei hat im Fall des zu Tode geprügelten Niklas P. einen Tatverdächtigen präsentiert. Es handelt sich um einen 20 Jahre alten in Italien geborenen Mann, der bereits mehrfach wegen Gewaltdelikten aufgefallen und vorbestraft ist. | Doch dies ist nur die halbe Wahrheit, denn eine Ratte die in einem Kuhstall geboren wurde wird nie im Leben eine Kuh sein, geschweige denn Milch geben. | Denn dieser „Italiener“ ist kein Italiener, denn seine Eltern stammen aus Mordafrika und fielen vor 20 Jahren in Italien ein und setzten sich dort fest. | In Italien gefiel es dem Täter nicht, weil es in der BRD mehr Taschengeld gibt zog es ihn in die Bananenrepublik. | Zwar bestreite der 20jährige die Tat, er habe sich in seiner Aussage aber bereits in Widersprüche verwickelt. Seinen angeblichen Aufenthaltsort zur Tatzeit konnte die Polizei widerlegen. Zudem war er von Zeugen der Tat wiedererkannt worden. Er wurde deshalb dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Mittwoch, 22. Juni 2016

Hannes Thor Halldórsson

Gestern bei "ran", das EM-Spiel der Kommentator erzählt zwischendurch die launige Geschichte vom isländischen Torwart, der sich, ich glaube als 12jähriger, mit seinem Vater ein Skirennen geliefert hat und -- der Originalton:

  • "Das Ergebnis war: er schultert sich die Kugel aus".

Dann geht es direkt weiter, zurück zum Spiel.

Die Chefin vom Dienst wird es ihm auf den Kopfhörer gesagt haben. Korrektur unversehens, ca. 10 Minuten später, um 19:29 Uhr. Bleibt die Frage, ob man sich die Schulter oder den Arm "auskugelt" (funny German word anayway and so far). -- Ok, die Fachleute sagen, dass sich tatsächlich die Schulter auskugelt.

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Und das muss man natürlich gesehen und vor allem: gehört haben!

https://cdn-hw.streamable.com/video/mp4-mobile/f6hj.mp4

Samstag, 18. Juni 2016

Laien-Flugschreiber-Lösungen

Weil ich gerade bei Laien-Erkenntnissen war, wie steht es damit? (Der Laie bin hier ich.) Ich übertrage mal hierher, von der ZEIT-Seite:

Antwort auf #3 von bronco-miller | "Aber dann könnte man nicht monatelang über die Unglücksursache spekulieren, was einen Umsatzrückgang für die Medien bedeuten würde." | Klingt zwar schräg, ist aber als Plot für einen Hollywood-Schinken nicht schlecht. | Jetzt mal im Ernst: Ich frage mich spätestens seit Malaysia-Airlines-Flug 370 (dem bis heute nicht gefundenen und wahrscheinlich nie zu findenden Flugzeug), warum nicht seit 1950 eine simple, technisch vollkommen anspruchslose Lösung Standard ist: Eine im Flugzeugrumpf eingebaute Boie, die sich bei Wasserberührung absprengt, die aufschwimmt und leicht auffindbar Signale sendet. Heute: mit Solarstrom auch 3 Jahre lang, wenn es sein muss. (Ach ja, ich habe ja auch gelesen: Die Sache hat sich Airbus bereits patentieren lassen. Dann aber: kein Hersteller-Interesse. Na dann.)

Nachtrag: Der SPIEGEL bringt die Sache ziemlich genau so, wie eben beschrieben. Mitsamt technischer Schwierigkeiten, "nicht versehentlich" usw. Parallel: Dann dürften wir auch keine Airbags im Auto haben, weil die "versehentlich ausgelöst" werden und Unglücksfälle verursachen könnten. Man hat's offenbar in den Griff bekommen, das Technische. Und bei Flugzeugen sollte das so schwierig sein?

Wenn wir nur die letzten drei großen Abstürze im Meer ansehen -- Air-France 447, Malaysia-Airlines 370 und jetzt Egypt-Air 804 -- und die Suchkosten grob aufsummieren -- wie viele Flugzeuge hätte man für dieses Geld umrüsten können? Ich glaube: alle größeren Verkehrsflugzeuge.

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Nachtrag (30.06.2016): ZEIT-Online. Ein Forumsbeitrag von mir zu diesem Thema.

Was im Flugzeug geschah, ist unklar. Auch weil eine zweite Blackbox, der Stimmrekorder, bisher nicht ausgewertet werden konnte. [...] Das Gerät war am 15. Juni gefunden worden, es war in mehrere Teile zerbrochen und wird momentan in Paris repariert."

Blackbox: Eine Technik der 1950er Jahre, die dann auch noch "in mehrere Teile zerbricht"! *staun* Wann kommt eigentlich ein System -- die Experten sollen sagen, wie das aussehen muss --, das die Daten verlässlich und 'unabschaltbar' an die Flugsicherung überträgt. Sage nicht noch mal einer dass das technisch zu aufwendig sei, in einer Welt, in der TV-Aufnahmen en masse über Satelliten gehen! Und wenn es den Flugpreis und 0,5% verteuert, dann muss dieser Preis eben gezahlt werden. Alles andere ist der reine Zynismus der Flugtechnik gegenüber den -- statistisch gesehen natürlich: extrem wenigen -- Opfern und deren Angehörigen. Siehe auch: Malaysia Airlines Flug 370. -- Weiteres unter


[ Noch einmal der Verweis auf den SPIEGEL ]

Fachleute und ...

... von sich selbst überzeugte Laien. 

Man findet sie in ganz, ganz unterschiedlichen Bereichen, die von sich selbst überzeugten Laien. Sie haben im Leben was geleistet, sind vielleicht erfolgreicher Rechtsanwalt geworden oder Professor auf dem Gebiet X. Aber nun müssen sie sich unbedingt zu Y äußern, weil ihnen ihre Ansicht zu Y so unglaublich plausibel, oft sogar: als einzige wahr vorkommt. Einstein wird vom Diplomingenieur K. grundlegend kritisiert? Ja, klar! Manche Laien wollen sogar die Wahrheit über fast alles finden, möchten sich aber nicht mit dem 300 grundlegenden Bänden, die zur Wahrheitstheorie geschrieben worden sind, auseinandersetzen. Und dann wundern sich diese Laien, dass sie nicht ernst genommen werden.

Ja, und dann gibt es natürlich noch tatsächlich das andere: Dass die Fachleute betriebsblind geworden sind und naheliegende Lösungen nicht gesehen haben. 

Ein neues Blödheitsmuster entdeckt! (4)


Zwei Möglichkeiten, diesem Typ von Blödheitsmuster auf die Spur zu kommen: a) formal, algorithmusgeeignet, via Schlägwörtern und Phrasen; b) inhaltlich, (noch) nicht algorhitmisierbar, über leicht erkennbare Inhalte. -- Beispiele:


Das Ebay-Anzeige nehme ich gleich einmal heraus. Kann schon sein, dass man da was findet, zu einem günstigen Preis. Dann aber:

Deutschland ist überrascht
a) Millionärs Paar, bis zu ... verdienen
b) Versprechen von leicht verdientem Geld. Frage: Wenn das funktioniert, warum machen es dann nicht alle? -- Außerdem: Bilder von Protzpaaren sind extrem unangenehm. Die, die sich von solchen Leuten angezogen fühlen, sollen eine eigene Community gründen und unter sich bleiben.

Anmerkung: Nervig, dass diese Anzeigen sprachlich so verdammt schludrig daherkommen! Ich meine, wenn jemand seinem Kumpel eine Mail voller Rechtschreibfehler schreibt -- geschenkt. Aber in offiziellen Anzeigen? Könnte man da nicht einem Deutschlehrer ein paar Euro geben und die Sache prüfen lassen? 

So, und nun hier mal konkret:

Deutschland ist Überrascht (= überrascht) || Millionärs Paar (= Millionärspaar; Wort ist nicht schön, aber wenn schon, dann so) zeigt Ihnen, wie (Jesses, die Komma-Setzung!) Sie monatlich bis zu 12.000 € verdienen können.

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Weitere Stichwörter wenigstens noch: 

flacher Bauch, unglaubliche Methode, Fettverbrennung, bis zu (nichtssagende Aussage; so entgeht man Regress-Ansprüchen!) -- Anmerkung: Hey, Freunde, Leute, Zeitgenossen! So einen "flachen Bauch" könnt ihr ganz einfach haben. Ihr müsst da gar nicht draufklicken. So geht's: (viel) weniger essen und viel Sport treiben! Speziell: möglichst 280 Sit-ups pro Tag. -- Was, das kriegt ihr nicht hin? Zu wenig Willenskraft und Selbstdisziplin? Ja, dann!

Ex-Allergiker (I, was für ein häßliches Bild daneben!), einfacher Trick (überhaupt: Trick!), packt aus (zwar vollkommen unpassende Wendung, aber gut marktschreierisch natürlich)

Den Rest möge sich jede und jeder selbst überlegen.

Mittwoch, 15. Juni 2016

Migrationshintergrund, ja oder nein?

Natürlich ist die Meldung bzw. der Inhalt der Meldung schlimm. Auf der anderen Seite: ein interessantes Beispiel dafür, wie sich die Strafverfolgungsbehörden und die Zeitungen winden, um politisch korrekt zu bleiben: "Die fünf in Untersuchungshaft sitzenden Männer seien allesamt in Deutschland aufgewachsen. 'Es sind keine Flüchtlinge'“. 'Nicht dass wieder die Flüchtlinge unter Generalverdacht geraten', steht dahinter. Nur eben -- was denkt der mäßig politisch korrekte Leser: 'Also Hueber und Mayer hoaßn die bschtimmt ned!' Hier geboren und mit Migrationshintergrund halt. Zweite oder dritte Generation.

Fünf junge Männer sollen in München eine Frau in ihrer Wohnung brutal vergewaltigt haben. Die allesamt 19 Jahre alten Tatverdächtigen aus München sitzen in Untersuchungshaft, wie die Münchner Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte. Sie bestätigte damit einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung.“ Zugleich betonte sie, die Ermittlungen stünden „noch am Anfang.“ | Im Zusammenhang mit den Ermittlungen durchsuchte nach Angaben Henkels am Dienstag eine Sondereinheit der Polizei mehrere Wohnungen. Die fünf in Untersuchungshaft sitzenden Männer seien allesamt in Deutschland aufgewachsen. „Es sind keine Flüchtlinge“, sagte die Staatsanwältin. (faz.net)

Irgendwie wird es sich weisen, ob die Vermutungen richtig sind.

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Es wird ja immer merkwürdiger:

Seit Dienstag befinden sich die Beschuldigten in Untersuchungshaft, sagte Staatsanwältin Judith Henkel gegenüber dem stern. Nach einer mehrwöchigen Fahndung konnte die Identität der mutmaßlichen Täter schließlich festgestellt werden. "Es sind keine Flüchtlinge", so Henkel. Die Verdächtigen seien in Deutschland aufgewachsen. Die Nationalitäten seien aber noch nicht endgültig geklärt. Ob sich die Männer sich vor ihrer mutmaßlichen Tat gekannt haben, ist noch nicht bekannt. (stern.de)

Wenn die Nationalitäten noch nicht bekannt sind, dann wird das mit dem Hueber und dem Mayer und dem Migrationshintergrund da oben schon stimmen. Und dass sich eventuell fünf Männer, die sich vorher nicht gekannt haben, zusammenfinden, um, spontan sozusagen, eine Frau zu vergewaltigen, ist bemerkenswert. Auch, dass eine Frau fünf Männer offenbar mal eben in ihre Wohnung mitnimmt. Fremde Welten!

Dienstag, 14. Juni 2016

"Hirnverbrannt"?

Sagt Herr Konsul W.: "Haben die Wörter hirnverbrannt, verblödet und wahnwinnig heute noch eine Bedeutung? Ich glaube nicht. Geschmacklos? Eh nicht."

Nacktshow | Raten Sie mal, welcher Richter bei „Adam sucht Eva” blank zieht | 13.06.16, 10:30 Uhr | Mit dabei: „Richter Gnadenlos", Ronald Barnabas Schill (58). Das berichtet "Bild". | | | Ronald Schill trat in zig Talkshows auf. | | Wer will denn das sehen, Euer Ehren? | | Schill wurde vor 15 Jahren bekannt, weil er als Hamburger Richter besonders strenge Urteile fällte. Später wurde er Innensenator der Hansestadt. | | Nachdem Schill 2003 aus dem Amt flog, ging er nach Rio de Janeiro, soll dort von seiner Richterpension gelebt haben. | | 2014 meldete sich der Ex-Richter zurück: als Teilnehmer der Sat.1-Show „Big Brother - das Experiment". Schon in dem TV-Knast ließ Schill die Hüllen fallen. Jetzt mischt er in der nächsten Trash-Show mit. | | Weitere Nackt-Kandidaten bei „Adam sucht Eva" sollen der Ex-Duschungel-König Peer Kusmagk (40) und DSDS-Sternchen Sarah Joelle Jahnel (26) sein. | | Ronald Schill macht bei Nacktshow Adam sucht Eva auf RTL mit (berliner-kurier.de)

"Also gehe ich auf die kleine Karibikinsel, die ich mir vom Geld meines Großvaters gekauft habe, und lasse dieses Deutschland einfach hinter mir."

Diplome und Doktorhüte


Hier bestraft Sie
(wenn Sie nicht aufpassen)

Diplompolitologe Dr. Dr. h. c. mult. 
Karl-Theodor Maria Nikolaus
Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester

Freiherr von Recep über Tayyip und zu Erdoğan



Whataboutism

Ich bin vor kurzem durch Harald Martenstein auf ein Phänomen hingewiesen worden, das jedem aufmerksamen Zuhörer und Leser seit langem bekannt ist, das aber jetzt auch einen einprägsamen Namen hat: Whataboutism. Ich habe dann festgestellt, dass ich da mal wieder nicht auf der Höhe der Zeit war: Es gibt längst einen Wikipedia-Artikel zu diesem Phänomen, das sich in aller Kürze so fassen lässt: A sagt kritisch, dass X. B erwidert, dass man da aber nicht das analoge Y vergessen dürfe, das ja genau so schlimm wie X oder noch schlimmer sei. Seitdem finde ich überall solche Einlassungen in Foren. Heute ein exemplarisches Statement, das es verdient, festgehalten zu werden:

Am 13. Juni 2016 um 22:37 von 6X66 || Man heuchelt wieder Anteilnahme | mit den Opfern, sogar Merkel aus China. Aber keinem kommt es in den Sinn, auch den Tausenden unschuldigen Opfern US-Amerikanischer Drohnenangriffe zu gedenken. Oder den Opfern terroristischer Anschläge wenn die Opfer RUSSEN sind. Wie bei dem Anschlag auf eine Rrussische Maschine in Ägypten mit über 200 Toten. Oder dem Krieg in der Ost-Ukraine. Wo die Mörder vom Westen protegiert werden. Keine Blumen und keine Kerzen an der russischen Botschaft in Berlin und auch das Brandenburger Tor wurde nicht in den Landesfarben Russlands angestrahlt. Aber bei de Anschlägen von Paris und Brüssel und jetzt wieder ... Diese Doppelmoral widert mich an! Auf eine gezielte Tötung mittels Drohne kommen Teils über 100 ziviele Opfer die als Kollateralschaden abgetan werden. Wo ist da die Anteilnahme der westlichen Welt? Hinzu kommt das die Opfer der Drohnenangriffe zu 99% Muslime sind. Da sind solche Attentate wie in Paris, Brüssel, Orlando ... nur die Schlussfolgerung. (tagesschau.de)

Hier kann man sich natürlich selbst 'angewidert' geben, aber damit betreibt man natürlich nur Standpunktverfestigung. Wenn wir uns einmal auf diese Argumentation einlassen, nicht einfach sagen, dass man nicht ein Unrecht mit dem anderen aufrechnen kann und also den Whataboutims vergessen: Was ist falsch an dieser Denkweise? 

"Noch eine Hiobsbotschaft für BVB-Star"

Was alles kann man, auf den unterschiedlichen Feinheitsstufen, an dieser Meldung sprachlich kritisieren?

Was die Obduktion beim toten Bundesliga-Trainer ergab | +++ Und noch eine Hiobsbotschaft für BVB-Star +++ || Sascha Lewandowski, der ehemalige Bundesligatrainer von Bayer Leverkusen, wurde in seiner Bochumer Wohnung tot aufgefunden. Lewandowski, gegen den offenbar wegen Kindesmissbrauch ermittelt worden sein soll, hat laut einer gemeinsamen Presseerklärung des Staatsanwaltschaft und des Polizeipräsidiums Bochum Suizid begangen. Fremdverschulden sei auszuschliessen. Es sei davon auszugehen, dass der Tod selbst gewählt worden sei. Damit werde das Todesermittlungsverfahren eingestellt. Weitere Details zum dubiosen Fall wurden nicht bekannt. (derbund.ch)

Nun, weil das nächste Fenster später vielleicht nicht mehr auffindbar ist, hier auch gleich:

Marco Reus, der von Weltmeistertrainer Jogi Löw wegen einer Verletzung aus dem EM-Kader gestrichen wurde, fällt noch länger aus als befürchtet. Der Star von Borussia Dortmund, der an einer Schambeinentzündung laboriert, hat im Pokalfinale offenbar auch noch einen tiefen Sehneneinriss in den Adduktoren erlitten, wie «Bild» berichtet. «Wenn man eine chronische Schambeinentzündung inklusive eines Sehneneinrisses in den Adduktoren richtig ausheilen lassen möchte, ist eine Ausfallzeit von sechs Monaten durchaus realistisch», befürchtet Professor Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln.

Google: Translate!

Manchmal überprüfe ich, ob der Google-Übersetzer Fortschritte macht. Heute also diese einfache Zeitungsüberschrift: :

Former soldier sentenced to 20 years in prison for plotting to kill DEA agent and drug trafficking

Der ehemalige Soldat zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt für das Plotten DEA -Agent und den Drogenhandel zu töten

Schon erstaunlich, dass dieses recht einfach 'plotting to kill' ohne Not auseinandergerissen und dann in die Sinnlosigkeit weitergeleitet wird.

Weiterhin sind also die Arbeitsplätze von menschlichen Übersetzern und Dolmetschern nicht bedroht.

Montag, 13. Juni 2016

"Zahl der Kinderehen in Flüchtlingslagern"

Was stünde da wohl, wenn die ZEIT das Kommentieren freigegeben hätte? Sie hat es -- wohlweislich? -- nicht und zu keinem Zeitpunkt getan.


 


Die Meldung ausgeschrieben:

Zahl der Kinderehen in Flüchtlingslagern nimmt offenbar zu | 13. Mai 2016 | München (dpa) - In Flüchtlingsunterkünften werden nach Angaben der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer weltweit immer mehr Kinder zwangsverheiratet. Vor allem bei Mädchen aus Syrien sei die Anzahl der Kinderehen stark gestiegen, teilte die Hilfsorganisation mit. | Vor dem Syrienkrieg seien bei 13 Prozent aller syrischen Hochzeiten einer oder beide Ehepartner jünger als 18 Jahre gewesen. Nun seien es über 51 Prozent. Zwangsehen hätten besonders in Flüchtlingslagern in Jordanien, im Libanon, im Irak und in der Türkei zugenommen. | Die Leiterin der SOS-Kinderdörfer im Nahen Osten, Alia Al-Dalli, forderte verstärkte Aufklärungsmaßnahmen und das gesetzliche Verbot von Ehen von Minderjährigen. Sie verwies auf häufige Folgen von Kinderehen wie Schulabbruch, soziale Isolierung, sexuellen Missbrauch und häusliche Gewalt.

Hier befinden wir uns schlicht in einem kulturellen Konflikt großen Ausmaßes.