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Sonntag, 3. Juli 2016

"Wahrheitsgefühl"

Der Titel der Aarbeit ist vielleicht nicht sonderlich glücklich gewählt. Dennoch, da müsste man weitermachen! GRIN hin oder her.

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Das "Wahrheitsgefühl" als epistemisches Konfidenzgefühl
Seminararbeit, 2007, 36 Seiten


Seminararbeit
Institution / Hochschule
Universität Basel (Philosophisches Seminar)
Note
1.5

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1. EIN VERGEBLICH GESUCHTER AUSDRUCK
Der Ausdruck „Wahrheitsgefühl“ ist in der philosophischen Terminologie nicht sonderlich verbreitet. In der MITTELSTRASS’SCHEN Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie (2004) – im deutschsprachigen Raum wohl gegenwärtig ein Abbild des State-of-the-Art unserer Disziplin – sucht man den Ausdruck vergeblich, findet aber viele andere Ausdrü-cke mit dem Wahrheits-Präfix (Wahrheitskriterium, Wahrheitsbegriff, Wahrheitsbedingung...). Auch im kleineren Philosophielexikon von HÜGLI/LÜBCKE (2003) findet man keinen Hinweis auf das „Wahrheitsgefühl“, ebenso wenig in dem deutschen Online-Philosophiewörterbuch Phillex (2007). Durch das Philosophische Wörterbuch (SCHISCH-KOFF 1991), das seit 1912 herausgegeben wird, wird man auch nicht klüger. Das etwas ältere Meyers Grosses Taschenlexikon (in 24 Bänden) (1987) scheitert ebenfalls aufgrund der Abwesenheit eines Eintrags darin, dem Leser verständlich zu machen, was das „Wahrheitsgefühl“ ist. Und selbst in Wikipedia (2007), dem (in zweierlei Sinne) populärsten Internet-Nachschlagewerk, muss man sich mit dem Kommentar „Es wurden keine pas-senden Seiten gefunden“ zufrieden geben.

Doch anscheinend ist der Ausdruck nicht nur in der Philosophie und der Wissenschaft kaum gebräuchlich, sondern tritt auch im Alltagsdiskurs eher selten auf: Bei einer Eingabe in die Suchmaschine Google (2007) wurden gerade mal 450 Treffer angezeigt (sowie die Bemerkung „Meinten Sie: Wahrheitstafel “) – man vergleiche das mit den 16'900'000 Tref-fern bei der Google -Suche nach dem Ausdruck „Wahrheit“.