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Montag, 25. Juli 2016

Eine längere Anmerkung in der Wikipedia

Noch einmal eine längere Anmerkung in der Wikipedia, heute: 14 Uhr 39. Zur Löschdiskussion von Marcus da Gloria Martins. (Demnächst im Archiv eben dort.) Ein Eintrag möglicherweise: bevor ich bei der WP aussteige. Es sind mir einfach zu viele Menschen da unterwegs, die anderen laut Vorschriften machen, in ihrem Diskursvermögen erkennbar aber nur das Wikipedia-Abitur haben.

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@Matthiasb, oben. "Die Kategorie:Arbeitsloser ist ganz, ganz leer." 

Eine Kategorie muss Arbeitsloser wirklich nicht sein, aber, jetzt ganz ernst: Diese Bemerkung, die wahrscheinlich als durchschlagend-selbsterklärend gemeint ist, zeigt für mich das Problem hier auf, nur exakt in die gegenteilige Richtung. Natürlich ist Arno Dübel kein 'an und für sich' historisch wichtiger Mann, aber er stand (für Leute mit halbwegs gutem Gedächtnis: steht) als Name für ein Phänomen, das öffentlich heftig diskutiert wird: für den gutgelaunten Arbeitslosen, der sich in die sogenannte "soziale Hängematte" gelegt hat und der dafür, je nach Standpunkt der Betrachter, bewundert oder geschmäht wird. Heißt für mich und bezogen auf das Problem hier: Es gibt 'herausragende Exemplare' von normalen Menschen, die genau wegen dieser punktuellen Hervorgehobenheit in die WP gehören. Das entscheidende Beispiel: Alexei Grigorjewitsch Stachanow. War Arbeiter, hat seine Pflicht getan, nicht mehr und nicht weniger. Wurde aber zum großen Symbol für den 'herausragend guten Arbeiter'. Von wegen "hat nur seine Pflicht getan"! -- Auch das noch: Die hier oft beschworene Kategorie der 'lang andauernden Relevanz' einer Person (manche bemühen sogar das etwas depperte Modewort 'nachhaltig' an dieser Stelle) ist für mich ziemlich unsinnig, weil dieses Kriterium, außer ad-hoc, von den Leuten mit dem zu großen Selbstbewusstsein, inhaltlich kaum auch nur ungefähr zu bestimmen ist. Ich meine, wen interessiert sub specie aeternitatis schon Thomas Eßer? Soll er, weil sich kaum jemand für ihn interessiert, aus der WP eliminiert werden? Oder worin besteht der überzeitliche Wert von Daniele Negroni? -- Ich mache hier mal einen Vorschlag: Die WP sollte, was LA und Relevanz von Personen / Einträgen angeht, unbedingt zu objektivierbaren Kriterien übergehen, um vollkommen sinnlosen Streitereien aus dem Weg zu gehen. (Eine Lektüre des Artikels zur Operationalisierbarkeit von Definitionen kann hier helfen.)  Auch, um von dem unseligen Kriterium des überbordenden Selbstbewusstseins einzelner Diskursteilnehmern (Was relevant ist, weiß ich natürlich am besten!') wegzukommen. Zwei objektivierbare Kriterien bieten sich an: a) Anzahl der Suchmaschinen-Einträge zu Bezeichnung + Kategorie. Hier also: Marcus da Gloria Martins, pressesprecher polizei münchen = 356.000 Treffer [soeben] -- Anzahl der Suchaufrufe bei der Wikipedia: s. oben. Wobei das Kriterium 'Anzahl der Suchaufrufe' für mich das entscheidende ist. Welcher noch so selbstbewusste Platzhirsch hier will den Leuten denn bitte vorschreiben, was sie zu fragen bzw. bei der Wikipedia nachzuschlagen haben? Wenn es ein Generalgebot für die WP geben sollte, dann doch wohl dies: 'Die WP gibt Antworten auf die Fragen, die Menschen haben.' Und niemand sollte sich mit präpotenter Haltung anheischig machen, die Welt für die Menschen vorab in wichtig und unwichtig zu gliedern. Auch wenn die Versuchung des Welteinteilens für Menschen, die sich gerne über die anderen erheben, natürlich riesengroß ist. . -- Kleiner Nachtrag: "Unsere Kriterien taugen nur solange etwas, wie wir die einigermaßen gleich bei jedem anwenden, nur dann ist das hier gerecht." Die WP-Kriterien sind, wie sollte es anders sein, quasi-juristisch formuliert. Und jedem Juristen ist dann klar, dass sie einen Inhalt erst durch die Interpretation der Worte und Redewendungen haben, nicht vorher und nicht unabhängig von dieser Interpretation. Der Glaube, das, was man selbst in einer Regel sieht, sei schon die richtige Interpretation ist, pardon: schlicht naiv.

Es geht dann noch ein wenig weiter, nämlich so:

Sich bei persönlichen Angriffen (ich werde als „naiv“ bezeichnet) hinter einem No-Link zu verkriechen, ist ziemlich daneben und entspricht nicht unseren Verfahrensweisen, welhab ich das rekonstruiert habe. Im übrigen hat sich der User selbst desavouiert mit seinem Geschwurbel: Selbstverständlich versuchen wir bei Löschdebatten beispielsweise die RK gleichermaßen anzuwenden, um so gerecht wie möglich zu sein. GT (Butter bei die Fische!)

Ich gebe zu bedenken:

"Sich bei persönlichen Angriffen (ich werde als „naiv“ bezeichnet) ..." Wo ist da bitte ein No-Link, und wer versteckt sich da? Ist doch alles prima unterschrieben. Und das mit dem naiv -- das keineswegs eine Beleidigung ist --, das ist doch gut begründet. Da erwarte ich was Inhaltliches dagegen und keine leeren Überempfindlichkeiten. Grüße nach Gütersloh!