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Dienstag, 5. Juli 2016

Humanistisches Erbe?

Ein Gastbeitrag von Barbara Lochbihler in der ZEIT. | Flüchtlinge | Wie Europa sein humanistisches Erbe verspielt | Das Mittelmeer wird erneut zum Massengrab für Tausende Flüchtlinge. Die Politik aber schweigt und baut Europa weiter zur Festung aus. Eine Schande! | 5. Juni 2016 | 535 Kommentare (Einer von mir)

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Dass das Asylrecht in seinen Ursprüngen ein Individualrecht war und so übernommen wurde, will ich nicht bezweifeln. Ich glaube aber, dass dieses Recht in Zeiten entstanden ist, als kleine Gruppen von politisch Verfolgten vor der Gewalt flohen. Ein Recht für Thomas Manns sozusagen, wenn die Nazis ihnen nachstellen. Dass man die Probleme von Massenwanderungen in jenen Tagen nicht mit ins Kalkül gezogen hat, war und ist ein schlichtes Manko, der mangelnden Phantasie von damals geschuldet. Leider lassen sich aus dieser Nicht-Phantasie keine Handlungsanweisungen für heute ableiten.

So also lese ich mich durch die Zeitungen und Bücher. Ein Fundstück heute:

Tibi: Ich habe sicherlich in den letzten eineinhalb Jahren mit mehreren Tausend Syrern gesprochen ... . Die meisten von ihnen, habe ich am Dialekt festgestellt, sind keine Städter, sondern vom Land. Und unter ihnen gibt es viele Antisemiten. ... Unter all den Leuten, die ich sprach, war übrigens kein einziger Arzt und auch kein Ingenieur.

Welt: Sind Sie empört, dass so viele Menschen kommen?

Tibi: In Damaskus gibt es Überbevölkerung. Aus der 700.000-Metropole meiner Kindheit sind 3,5 Millionen Menschen geworden. Es gibt Straßengangs, viele Schulabbrecher. Letztens sprach ich eine Frau auf dem Markt von Göttingen an und fragte sie auf Syrisch, ob sie politischer Flüchtling wäre. Sie kannte das Wort überhaupt nicht.

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Interview in der WELT. -- "Heute sieht Göttingen aus wie ein Flüchtlingslager" Der Islamkenner Bassam Tibi kam als 18-Jähriger nach Frankfurt. Der heute 72-Jährige befürchtet große Konflikte wegen der vielen syrischen Flüchtlinge, die arm sind und falsche Vorstellungen haben.