Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Freitag, 19. Februar 2016

Ein wütender Mob

Nein, dass ist keine Parteinahme für die AfD und auch nicht für den "Mob". Keine Sympathie für die, die Flüchtlingskinder angehen.

Aber zuerst mal die Meldung:

"Am Donnerstagabend blockierte ein wütender Mob an Demonstranten in Sachsen einen Reisebus mit Flüchtlingen. Rund 100 Menschen riefen "Wir sind das Volk" und hinderten den Bus daran, in die Einfahrt der neuen Aufnahmeeinrichtung in der Cämmerswalder Straße in Clausnitz einzubiegen. Etwa zweieinhalb Stunden später erst, gegen 22 Uhr, konnten die Menschen die Unterkunft beziehen. Drei Autos hatten die Einfahrt blockiert, während die Demonstranten die ankommenden Menschen, darunter Kinder, anpöbelten. Es soll in einem Fall auch zu einer konkreten "verbalen Bedrohung einer Person" gekommen sein. Dies teilte die Polizei Sachsen mit - sie ermittelt nun wegen etwaiger Straftaten und Ordnungswidrigkeiten." (tagesspiegel.de)

Gezeigt werden soll, dass die Stellungnahme und die Wortwahl von einer -- nicht mehr weiter zu hinterfragenden -- Grundsatzentscheidung, einer Emotion, abhängig ist, die da lautet: Ist X gerechtfertigt / legitim (oder nicht)? Hier also wird schon vorausgesetzt, dass diese Demonstration illegitim ist. 

Um es zu verdeutlichen: Was wäre gewesen, wenn eine Zeitung bei aufgebrachten Demonstrationen gegen Castor-Behälter vom "Mob" gesprochen hätte, der da aufgetreten ist?

Warum das wichtig ist: Wenn die Stimmung wirklich einmal wieder nach rechts kippt, dann sind viele Journalisten, die sich jetzt entrüsten, blitzschnell auf der Seite derer, die vorher der "Mob" waren. Das ist das Bedenkliche. 

Nicht zu glauben? Mal in die deutsche Geschichte zurückblicken.

--

P. S. "ein wütender Mob an Demonstranten" ist stilistisch sehr daneben!