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Montag, 26. Februar 2018

Wenn Goldene Bären ...

... am Nasenring durch die Manege geführt werden.

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Man sucht ja immer nach Vergleichen, wenn es darum geht, die Welt zu verstehen. In besonderem Maße gilt das für die Welt der Kunst. Nun denn...

"Berlinale 2018: Goldener Bär für umstrittenen Film "Touch me Not" | Selten waren die Wettbewerbsbeiträge des deutschen Films so stark wie 2018 – und doch verbleibt keiner der Hauptpreise hierzulande. Bevorzugt wurde ein experimentelles Filmprojekt. Von Martin Schwickert"

Wenn experimentelle Filme bei Festivals prämiert werden – welcher Vergleich ist da der richtige? Ich denke der: Die sogenannte , die anspruchsvolle Schneiderei, die Alta Moda – das ist das, was frau nicht tragen kann, was aber auf geheimnisvolle Weise die Richtung bestimmt. Die Richtung in der Mode. Und die Haute Coutur genießt natürlich höchstes Ansehen! Lagerfeld und so.

Ist aus auch so bei Experimentalfilmen? Jetzt beginnt das Problem. Oder eben auch nicht. Denn der Weg von der Haute Couture über Prêt-à-porter zu Valentino, Boss und dann C&A ist lang und unübersichtlich. Dennoch wird kaum jemand bestreiten, dass die extreme Mode, der Laufsteg in Paris oder Mailand und das Kleiderkaufhaus in Ingolstadt irgendwie in Verbindung stehen.

Nun zur Auflösung, was die Kino-Frage angeht:

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"Mit dem Goldenen Bären für den rumänischen Beitrag „Touch Me Not“ von Adina Pintilie hat die Jury ein unmissverständliches Statement gesetzt, das darauf verweist, dass Kino nicht nur ein Unterhaltungsinstrument, sondern auch ein Erlebnisraum ist, in dem Grenzen immer wieder neu bestimmt und erweitert werden können und sollen. Pintilies halbdokumentarisches Filmexperiment beginnt mit einer Kamerafahrt, die in extremer Nahaufnahme an einem behaarten Männerbein entlang gleitet und sich gemächlich über den entspannten Penis bis zum Oberkörper hin vorarbeitet. Damit ist nach 15 Filmsekunden das Thema bestimmt und klar, dass der Film nie im Leben einen US-Verleih finden wird – was allerdings auch keine Schande sein muss. | „Touch Me Not“ begreift sich als filmischen Laborversuch, der sich mit dem Wesen der Intimität befasst. Im Zentrum steht eine Frau um die fünfzig, für die jegliche körperliche Berührung eine Qual darstellt. Aber sie ist gewillt, sich ihrer Angst in einigen therapeutischen Selbstexperimenten zu stellen: Sie schaut einem Callboy beim Duschen und Onanieren zu, engagiert eine transsexuelle Prostituierte, die sich als einfühlsame Gesprächspartnerin erweist, sowie einen Sadomaso-Spezialisten, der mit ihr an der Überwindung ihrer Berührungsängste arbeitet. | Weiterhin führt der Film in ein Therapie-Seminar, in dem behinderte und nicht behinderte Menschen gegenseitige körperliche Barrieren erkunden, sowie in einen Swinger-Club, wo die sexuelle Entgrenzung zum orgiastischen Programm gehört. Von vielen Kritikern als „pornografisch“ denunziert bzw. als „Sexfilm“ gehypt, führt Pentilis Erzählprinzip das Publikum – genau wie die Protagonistin – an ihre Grenzen."


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Sex im weitesten Sinne gilt immer als Avantgarde. Schon komisch nach Jahrzehnten mit allen Stufen des Pornografischen. Von Softestporno bis Hardcore. Ob man dann vor Langeweile einschläft, ist zweitrangig. Ich jedenfalls werde mir diesen Laborversuch im Kino auf keinen Fall antun. Da gibt es vielleicht ein paar Ratten, die das gegen Entgelt auf sich nehmen. Das Entgeld ist oft auch das gute Gefühl, über den anderen zu stehen.

Mit geheuchelter* Demut: "Nun ja, ich bin halt Cineast!"

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Ich hätte da noch so eine Idee: mit gehäuchelelter Demut > kommt ja von Hauch!