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Sonntag, 30. November 2008

Elke

Eine Nachricht der WELT.
Mit einem Bild, das das unterschicht-schnoddrige, doch eben auch lesende und geistig bewegte ewige Mädchen Elke Heidenreich als ältere Frau zeigt. Es ist zum Sentimentalwerden! Auch das eigene Leben geht dahin. 
Zurück zur Sache!

LITERATUR-TV
Elke Heidenreich nennt ihren Rauswurf "idiotisch"
28. November 2008, 12:40 Uhr
Nach ihrem Rauswurf beim ZDF verlegt Elke Heidenreich ihre Literatursendung "Lesen!" ins Internet. Künftig will die 65-Jährige jeden Monat eine neue Ausgabe auf einem Internetportal präsentieren. Erstmals gab die Kritikerin auch Fehler bei ihrer Kritik am ZDF zu. Grundsätzlich leid täte ihr diese aber nicht.

Frau Heidenreich hatte kurz übesehen, dass mit Institutionen, die sich front-end quasi, auf den Bildschirmen, immer leutselig geben, auf der Ebene der Verträge und der Administration nicht zu spaßen ist. Da mag man noch so bekannt und beliebt sein. Da zeigt das ZDF mal eben, wo Bartel den Most holt: "Du hättest keine Berühmtheit, Elke, wenn sie dir nicht von uns, dem ZDF, gegeben wäre...!" Wenn Sie die Anspielung bitte verstehen wollen...? Wenn nicht -- auch egal. "Also können wir, das ZDF, dir den Großteil deines Ruhms auch wieder wegnehmen." Siehste!
Anschließend wird uns -- wird mir gleich klar, dass ich von den geldlichen Größen in der Wirtschaft mal wieder rein gar nix verstehe. Nie hätte ich gedacht, dass eines Internet-Video-Sendung solche Honorare zahlen will -- zahlen kann -- zahlt. 

Aufgezeichnet werde "Lesen!" künftig mit rund 40-köpfigem Publikum und einem prominenten Gast in ihrer Kölner Lieblingskneipe "Backes". Die sei viel gemütlicher als das kühle Fernsehstudio, außerdem könne man da besser Bier trinken. Und den permanent unter Zeitdruck setzenden ZDF-Aufnahmeleiter sei sie nun auch endlich los. Den müsse sie als Dame im gesetzten Alter sich nun wirklich nicht mehr antun. Man dürfe sich keine falschen Vorstellungen von dem Internetformat machen. Da kämen "nicht zwei Hanseln" in ihre Küche und filmten sie mit der Handykamera. Und um auch die letzten Zweifel am Wert des neuen Formats auszuräumen, setzte sie hinterher, sie werde bei "litcolony.de" keinen Cent weniger verdienen als beim ZDF. Eher mehr.

"... sie werde bei 'litcolony.de' keinen Cent weniger verdienen als beim ZDF. Eher mehr." 
Ja da schau her! Die freie Wirtschaft! Woher haben die nur das Geld? In diesen Zeiten!

Freitag, 28. November 2008

Bandmitglieder dröge bis doof-gelangweilt

Spät geworden. Und zum Nachteinstieg komme ich noch auf ein Video. Eine Band -- stumm. Meine Soundkarte ist kaputt. Und endlich sage ich mir: Das musst du einfach mal festhalten!
Ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, dass Bandmitglieder dröge bis doof-gelangweilt schauen müssen, während vorne der Lead-Sänger mit Grimassen herumhampelt?
Was bin ich dann dankbar, wenn der / die Frontman / -woman gelegentlich Kontakt zu seinen / ihren Hinterleuten aufnimmt. Sie ermuntert mitzumachen.
Unnachahmlich menschlich: Hubert von Goisern und die Alpinkatzen, wie er mit dieser drall-schönen Frau das Duett gesungen hat. Aber halt: Der Schnee von gestern schon wieder.

Donnerstag, 27. November 2008

Online-Durchsuchung

Das halten wir mal fest, und es wird vor allem dei FDP und Frau Leutschnarrer-Heusenberg (oder so) überraschen:

"Online-Durchsuchung: 57% der Deutschen sind dafür
Am 28. November berät der Bundesrat über die Neufassung des BKA-Gesetzes, welches auch die umstrittene Online-Durchsuchung mit sich bringt. Unter den Bundesbürgern scheint die Online-Durchsuchung dabei nicht allzu unbeliebt zu sein.

Wie aus einer Umfrage des ZDF-Politbarometers hervorgeht, halten 57 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung die Online-Durchsuchung für "grundsätzlich richtig". Immerhin 39 Prozent der Befragten gaben an, dass sie grundsätzlich gegen die heimlichen Durchsuchungen durch das BKA sind.

Die meisten Befürworter für die Online-Durchsuchung finden sich mit 67 Prozent unter den Wählern der CDU/CSU. Auch unter Anhängern der FDP ist die Befürwortung mit 65 Prozent noch ziemlich hoch. Unter Wählern der SPD (52 Prozent) und der Linkspartei (50 Prozent) herrscht diesbezüglich eher Unentschlossenheit.

Die größte Abneigung gegen die heimlichen Online-Durchsuchungen findet sich unter den Wählern der Grünen. Hier gaben in der Umfrage lediglich 30 Prozent an, dass sie dafür seien. Kritik am BKA-Gesetz kommt derzeit vor allem von Ärzten und auch vom Branchenverband BITKOM (wir berichteten)."

Interessant, was dann von den WINFUTURE-Nutzern, die sich zu Wort melden, eingewendet wird! Mal ein wenig überspitzt gesagt: a) Dass nicht nur sie und die, die ihrer Meinung sind, befragt worden sind, macht die Umfrage sinnlos. b) Die Menschen sind durch Schäuble-Panik-Mache verführt worden. Nur darum sind 57% dieser Meinung. 

Was bleibt als Konsequenz? Das geistig minderbemittelte und darum so leicht verführbare Volk für blöd erklären und abschaffen und anschließend durch ein den WINFUTURE-Nutzer-Ansprüchen entsprechendes anderes ersetzen.

Geheinmis?

Irgendwann werden wir eine Entdeckung machen, die viele erstaunen wird. So wie wir heute nicht begreifen, wie kluge Leute im Mittelalter den Horizont des Meeres nicht mit der Erdkrümmung und letztlich mit der Kugelgestalt der Erde in Verbindung gebracht haben, so werden sich dann die Menschen fragen, warum wir den Wahr- nehmungsprozess und seine Eigenheiten -- die wir schon gut, wahrscheinlich nahezu vollständig beschrieben haben, nicht als Hinweis auf das Eigentliche verstanden haben - auf das Eigentliche, das die Zukunftsmenschen dann kennen und benennen werden.
Mal ein Beispiel: Ich habe irgendwo in einer Überschrift geschrieben und lese das, einfach so, nicht auf Fehlersuche:
Geheinmis
Ich bin schon von der Seite weg, als mir klar wird: Da hat etwas nicht gestimmt! Was?
Ich blättere zurück, muss mich konzentrieren, erst dann sehe ich den Tippfehler. Was ist mein Bewusstsein, wenn es mit Vorbewusstem und Intuitivem auf diese Weise zusammenarbeitet?

Mittwoch, 26. November 2008

Wer ist's?

Dieser Mann ist nicht wirklich weltberühmt. Doch was ihm an Ruhm fehlt, macht er durch eine bestimmte Form der Exoktik wett: Er hat 12 Ehefrauen. Doch damit nicht genug ...

Bild 18 von 18
Einer Dreizehnten wurde die Aussicht auf die Ehe mit dem König ebenfalls bereits gestellt. Beim traditionellen 'Schilfrohrtanz der barbusigen Jungfrauen', an dem 4000 Frauen teilnahmen, entdeckte er im Jahr 2005 die damals 17-jährige Studentin Phindile Nkambule. Er verfügte per Dekret, sie zu heiraten, sobald sie von ihm schwanger sei."


PIS-A, PIS-B und PIS-C

Ich schlage vor: Die unten einkopierte Meldung der WELT lassen wir einmal so stehen und machen uns, wie gefordert, so unsere eigenen Gedanken.
"Ganz am Ende der Sendung, die Maischberger abschließend als „Materialsammlung zum Thema“ bezeichnete, stellte die Moderatorin noch die Frage, was Noten letzten Endes überhaupt zählen würden. Anstatt aber wieder in die Diskussion zu gehen, ließ sie einfach zwei Beispiele sprechen. Harald Schmidts Abiturnote: 3,2. Dieter Bohlens Abiturnote: 1,3. Nun konnte sich jeder selbst Gedanken machen."
Ach so, das aber doch noch, liebe WELT-Journalisten: "... was Noten letzten Endes überhaupt zählen würden", das müsste der Deutsch- und Journalisten-Lehrer aber unterkringeln, oder? Denken wir doch auch darüber nach.
Ach ja, und auch das noch:
"Doch im Laufe der Sendung beschlich den Zuschauer immer mehr das Gefühl genau das zu erleben, worüber Maischbergers Gäste so erregt und emotional diskutierten: eine schlechte Schulstunde. Da wurde geschimpft und beleidigt, unterbrochen und durcheinander geredet und Sandra Maischberger wirkte zeitweise wie eine überforderte Lehrerin, die ihre Chaosklasse nicht mehr im Griff hat – wären irgendwann die ersten Papierflieger durchs Studio geflogen hätte es auch niemand mehr überrascht."

Dienstag, 25. November 2008

Ebay -- fast fertig

Wann ist man "fast fertig"? Das lässt sich natürlich so allgemein nicht sagen. Aber wann ist eine Ebay-Auktion fast fertig? Na ja, wenn noch ein halber Tag bleibt? Falsche Hoffnung! Fünf volle Tage ist das "Fast"! Nun denn, warten wir mal ab.


Wer war's?

Für alle, die glauben, sie würden nicht mehr berühmt in ihrem jetzigen Leben. Eine kleine Aufmunterung an einem grauen Tag.

Wer war's?

"[...] In den beiden folgenden Jahren bemühte er sich, auf legale Weise seinen Lebensunterhalt zu verdienen: Er gab in seinem Heimatort Privatunterricht, schrieb Erzählungen, komponierte und deklamierte. Existenzsichernd waren diese Beschäftigungen allerdings nicht. In der Folge wurde er wegen Diebstahls, Betrugs und Hochstapeleisteckbrieflich gesucht. 1865 wurde er zu vier Jahren Arbeitshaus verurteilt, von denen er dreieinhalb Jahre imZuchthaus Zwickau verbüßte. Aufgrund guter Führung wurde er Verwalter der Anstaltsbibliothek und konnte in dieser Zeit einen großen Lesestoff, darunter viel Reiseliteratur, konsumieren. Nach seiner Freilassung scheiterten erneut alle Versuche, eine bürgerliche Existenz aufzubauen, und ??? nahm die Betrügereien und Diebstähle wieder auf. Oftmals stand die Beute in keinem Verhältnis zum Aufwand. 1870 wurde er schließlich in Niederalgersdorf (Böhmen) wegen Landstreicherei festgenommen und nach einer langwierigen Identitätsfeststellung an Sachsen übergeben. Von 1870 bis 1874 saß er im Zuchthaus Waldheim ein."

Die Antwort hier!

Sonntag, 23. November 2008

Japaner

Na ja, irgendwie will Amazon meinen Kommentar zu der Coulmas-Rezension nicht posten. Obwohl ich doch Kunde bin. Schreib ich ihn halt hierher:

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Ich bin nicht ganz sicher - aber ich glaube, darauf hat noch keiner hingewiesen:
Darum nerven Japaner: Der ungeschminkte Wahnsinn des japanischen Alltags. Von Christoph Neumann (Taschenbuch - Januar 2008)

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Und das hab ich gerade irgendwo in den Tiefen des weltweiten Netzes gefunden:

Managerseminar: Am ersten Tag treffen sich die dreissig internationalen Teilnehmer zu einem Allgemeinwissen-Test. "Der Modus ist einfach", erklärt der Seminarleiter, ich nenne ein Zitat, sie sagen mir, wer es wo und wann gesagt hat. Fangen wir gleich an: 'Vom Eise befreit sind Strom und Bäche...'"

Im Saal herrscht eisiges Schweigen, bis sich ein kleiner Japaner meldet: "Johann Wolfgang von Goethe, Faust, Osterspaziergang, 1806."

Die Teilnehmer murmeln anerkennend, der Seminarleiter nennt das nächste Zitat: "Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen..." Wie aus der Pistole geschossen kommt vom Japaner: "Matthias Claudius, Abendlied, 1782." 

Die anderen Teilnehmer sehen betreten zu Boden, als der Seminarleiter wieder loslegt: "Festgemauert in der Erden..." "Schiller", strahlt der Japaner, "das Lied von der Glocke, 1799." 

Die Manager sehen sich blamiert. In der ersten Reihe murmelt einer der Teilnehmer: "Scheiss-Japaner!"

Wieder ertönt die Stimme von ganz hinten: "Max Grundig, CeBit, 1982!"

Rechtschreibung

Da predige ich über die Jahre hin, die Rechtschreibung sei nicht so wichtig, solange man sich versteht. Und dann ist mir, ganz intuitiv, so was bei Ebay doch genant (lies: schennant):

schadhafte Ware,null Reaktion auf Mails,nur Ärger und Unkosten,nie wieder Käufer: mclarenfankatze ( 84) 14.03.08 22:35

Antwort von atko-2007 (15.03.08 12:05):
Geckauf und zurück geschickt bin noch schuld das es ihnen nicht gefällt

Honest doctors

Dann auch noch woanders:
"Honest doctors are not aware of some of this information and do not make an effort to explore alternative medicine treatments of disease since all of it is labeled quackery and nostrums. Doctors often repeat exactly the same phrasings when describing certain cases of successful alternative medicine. For example, patient case medical histories are uncertain for some successful cancer therapies because prior mainstream medical doctors refused to supply the information. As a result, mainstream medical practitioners claim that the patients may not have had cancer at all, or that it was probably treated successfully by mainstream medicine prior to the patient seeking treatment elsewhere. Studies performed have to use double-blind methods, and have a huge array of diagnostic testing done to provide positive proof that a patient had a particular disease prior to starting the study."

AIDS ist heilbar

Was man doch nicht alles findet, wenn der Tag lang ist! Seiteneinsteiger-Informationen hier!

2.1 AIDS ist heilbar
Wie viele haben von euch gelesen, dass es für AIDS keine Heilung gibt. Das haben wir doch alle. Das ist eine absolute Lüge. Es gibt eine einfach einzusetzende 95% wirksame Heilmethode für HIV, und Krebs, und Herpes, und Hepatitis, und Epstein-Barr und etwa ein Dutzend weiterer "unheilbarer" Krankheiten, die am 11. März 1990 an der Albert-Einstein-School of Medicine in New York von Dr. William Lyman und Dr. Steven Kaali gefunden wurde. Und was geschah mit diesem Durchbruch, der viel wichtiger ist als das Penicillin, Antibiotika oder was auch immer! Er wurde unterdrückt! Warum wurde Ihnen diese Info vorenthalten, die Sie selbst leicht nachprüfen können. Sie müssen nicht mein Wort dafür nehmen!

Ich habe kürzlich entdeckt, dass die Mafia ca. 51 % der großen Pharma-Konzerne besitzt, dabei arbeiten sie auch auf der anderen Seite, mit den illegalen Drogen aus Süd- und Zentralamerika und China. Die Medizin-Kartelle in diesem Land, den USA, belasten Ihnen 50.000 200.000 $, wenn Sie "unheilbar" an Krebs erkrankt sind. Das sind für OP, Chemotherapie, Bestrahlungen und Spitalkosten.

2.2 Heilung kostet 1 $ 32 Cent

Samstag, 22. November 2008

Das Google-Geheimnis

Enthüllung des Google-Geheimnisses jetzt und hier!

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Normale Leute denken ja, dass die jungen Herren Larry Edward Page (bitte mal hier schauen! It is so charming!) und Sergey Brin einen genialen Code ertüftelt haben. Und dann fanden sie Risiko-Finanzierer. Und dann waren sie Milliardäre.

Großer Quatsch!

Das Geheimnis von Google ist ein Doppel-, nein, ein Dreifach-Geheimnis:

1. Der Name, der sich um das normale Marketing nicht eine Sekunde schert! Poesie halt.

2. Die phänomenale graphische Schlichtheit, die den Menschen nicht auf die Nerven geht.

Wer erinnert sich noch an die ersten Zeiten, als alles Wenig-Bunt auf Reinweiß war, versehen mit dem schüchternen Hinweis, dass es nicht auszuschließen sei, dass hier mal Werbung auftauche. Und dann später, wieder genial dezent, die rechte Seite mit ein paar ausgesucht-gezielten Hinweisen.

3. It's fast! Egal welche Vorteile eine Sache bietet, man will, auch nicht drei Sekunden, vor dem PC sitzen und warten. Man vergleiche mal Google Chrome mit dem Internet Explorer oder mit Mozilla.

Man vergleiche auch heute noch das schlichte Goggle-Layout mit dem Blink-Plop-Pink-Grell-Movie-Krach-Bumm-Layout der normalen Websites, die voller Verzweiflung auf sich aufmerksam machen wollen.

That makes the difference!

Hinzu kommt noch ein Drittes, aber das ist Google-intern: die Umdefinition von "Arbeit", von "Geld und nochmals Geld" hin zu Wir-Gefühl und Kreativität. Und siehe da, das Geld kam von alleine!

Und was natürlich immer auftaucht: Die deutschen Moralisten, die prinzipiell hinter jedem Erfolg das Böse wittern und dann in ihrem begrenzten Wortschatz so klasse Wörter wie "Krake" finden. Die Moralisten, die einfach PIEP sind, sich in in ihrer PIEP besserwisserisch-warm einpacken und keinen Augenblick um die Ecke denken können.

Geschmacksverirrung

Paw, eih! So werde ich mich demnächst auch anziehen! Welche Eleganz für den mittelalten Herren: Kurz- haarfrisur. Nachdenklich die Hand am Kinn. Weißer, enger Anzug. Überaus enges Beinkleid. Schwarze Schuhe.

Klasse!

Und wofür wird da nochmal geworben? Für Wrigleys?

Mensch, Kumpels, wofür werdet ihr eigentlich bezahlt? Um den Männern die Geschmacksverirrung schmack- haft zu machen?

Pingpong


Ich treffe zufällig auf Bilder, die mir -- zum allerersten Mal -- sagen, dass es einen Film "Pingpong" gibt. Die Bilder interessieren mich. Es könnte sein, dass mich der Film interessiert. Ich klicke assoziativ herum und werde ich weitergeleitet auf http://www.kino.de/. Da gibt es eine kurze Inhaltsangabe und die Möglichkeit, sich die Trailer anzusehen. Mich würden ein paar Schlüsselszenen schon interessieren.
Da -- klick --
hier ist unsere Werbesendung!
Ich bin so erschrocken! Ich musste mir in der Reaktionszeit wirklich zwangsweise diese blöde Werbung anschauen. Aber das ist wahrscheinlich exakt das Ziel von kino.de. Aber ich schwöre: Nie mehr werde ich zu dieser Seite gehen!

Donnerstag, 20. November 2008

Hölzerne Sprache

Ach, isses nich schön?! Ein Kommentar zu einer Hausarbeit-Veröffentlichung:

"Dr.
Dies ist eine shr schwache Leitung und zeigt nicht das Verständnis der Autorin bezüglich dieses Stoffes. So eine Hausarbeit für andere bereitzustellen ist fast eine Zumutung, da diese Thematik bei Weitem besser behandelt werden kann."


Ein wunderbares Beispiel dafür, wie man -- mit etwas Sonderbar-Talent -- ein Stück Sprache zu einem Holzklotz verwandeln kann.
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Ich hab nicht aufgepasst! Da steht "Institution/Hochschule: Real Centro Universitario Maria Cristina". Es könnte sein, dass ein Mitschüler, der nicht Deutsch-Muttersprachler ist, sich einen Jux gemacht hat. Es sei ihm verziehen! :-)

PISA-Studien

Könnten Sie das Vorgehen beim Erstellen der PISA-Studien erklären? Wie würden Sie -- Erwachsener -- wohl bei einem der Tests abschneiden? Ein Fund in der Wikipedia:

"[...] Ein [...] Einwand lautet, dass PISA mit seinen Schwerpunkten Mathematik, Muttersprache, Naturwissenschaften die Marginalisierung gesellschaftswissenschaftlicher und musischer Fächer forciert. Jahnke kritisiert den Grundgedanken, Bildung „standardisieren“ zu wollen[...], und deutet PISA auch als Markterschließung der Testindustrie."

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Mein Eintrag in der Wikipedia-Diskussion:

Hab ich was überlesen? Es fehlen Informationen, die es ermöglichen, eine halbwegs bildhafte Vorstellung der PISA-Durchführung zu erlangen.

Ein paar Beispiel-Fragen:

ZusamWie werden die zu testenden Schüler konkret ausgewählt?
Wie sieht der genaue Ablauf des Tests aus? (Wer beaufsichtigt, wo findet Test statt? Usw.)
Können Eltern / Schüler / Schulen die Teilnahem verweigern?
Wenn ja: Wie wirkt sich das Verweigern-können auf die Resultate aus?
Es gibt dann ja keine Zufallsauswahl, die hochgerechnet werden könnte. (Naheliegende
Vermutung: Wer sich nicht stark fühlt, macht nicht mit.)
Wenn nein: Welches ist die gesetzliche Grundlage des dann ja vorliegenden "Zwangstests"?
Ist vorgesehen, dass später das PISA-Ergebnis Einzelner mit dem tatsächlichen
beruflichen Erfolg korreliert wird? (Es könnte sein, dass die Fähigekeiten, die getestet
werden, nicht mit dem Uni- und Berufsfähigkeiten zu tun haben, sondern abstrakte,
isolierte "kognitive Fähigkeiten" abbilden.)
Schlicht auch: Erfahren die Teilnehmer ihre Ergebnisse?
Kann es sein, dass bestimmte Probanden den als einen »großen Jux« nehmen?
Schlussendlich: Gibt es irgendwo einen Erfahrungsbericht von SchülerInnen, die
den Test mitgemacht haben?
Wie ging das -- subjektiv erlebt -- ab?
Wie haben sie sich gefühlt? Waren sie "bei der Sache" oder nicht?
War das ihrer Meinung nach was Vernünftiges?
menfassend: Eine viel konkretere Darstellung müsste her, damit man weiß, worum es da geht. Wir – das ist: die kritische Öffentlichkeit vor dem Fernseher und den Zeitungen -- reden sonst wie die Formel-1-Fans vom Formel-1-Fahren: mit Null Ahnung von den tatsächlichen Abläufen.

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So, das ist doch schon was! Ran an die Buletten!

L. T.

So vermeldet es eine Programmzeitrschrift -- ich finde es nur noch im Google-Cache. Hübsch kritische Darstellung des Inhalts dann hier.

Die Stunde des Jägers
Tommy Lee Jones jagt Benicio Del Toro. Actionthriller von William Friedkin

In den Wäldern Oregons werden zwei Jäger ermordet und wie Tiere ausgewaidet. Das FBI setzt den Spurenleser und Ex-Army-Ausbilder L.T. Bonham (Tommy Lee Jones) auf den Täter an. Schnell entlarvt er den Killer: Aaron Hallam (Beni­cio Del ­Toro), ein vom Kosovo-Krieg traumatisierter Soldat, den Bonham selbst das Töten gelehrt hat. Nach ­einer erbarmungslosen Hetzjagd kommt es zum Showdown zwischen Meister und Schüler... Die dramaturgischen Schwächen des Drehbuchs bügelt Regisseur Friedkin mit schnittigen Actioneinlagen aus. Dabei ging"s hart zur Sache: Bei einer Kampfszene brach sich Del Toro das Handgelenk. 2008 kommt der "Sin City"-Star als Che Guevara in einem Zweiteiler von Steven Soder­bergh ("Traffic") ins Kino.
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O: The Hunted, USA 2003; R: William Friedkin; D: Leslie Stefanson (Irene Kravitz); Connie Nielsen (Abby Durrell); Benicio Del Toro (Aaron Hallam); Tommy Lee Jones (L.T. Bonham) FSK: 18

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Frage: Was sollte wohl der romantisch-hölzerne Schluss bedeuten? Eine Waldhütte in der großen Waldeinsamkeit, tiefer Schnee, L. T. als lonesome Cowboy, ein schlurfender Wolf in einiger Entfernung, verschwindet den Hang hinauf im Wald. Was um Himmels willen bedeutet das?

e-Mail- und andere Pannen

Die Süddeutsche veröffentlicht eine Liste von e-Mail-Pannen. Darunter diesen Bericht. Jetzt fragt man sich aber zusätzlich zu dieser Panne auch noch, wie es um eine Firma bestellt ist, in der man an fremde PCs geht um mal einfach eine e-Mail zu löschen ...?

Platz 6:
"Ich habe eine E-Mail meiner Nachfolgerin als Projektleiterin mit '... what a clever boy she is...' kommentiert. Beim Eingeben der Adresse war ich allerdings so in Gedanken, dass ich die E-Mail geradewegs an sie geschickt habe. Gott sei Dank war sie gerade nicht am PC, so dass ich die fehlgeleitete Nachricht noch eigenhändig bei ihr löschen konnte."
Dagegen hat das doch eine gewissen, wenn auch komische Logik:
Platz 5:
"Eine Kollegin schickte ein E-Mail an alle 1600 Mitarbeiter unserer Firma: Sie habe in aller Stille geheiratet."
Man kann doch in aller Stille heiraten, und das dann allen vermelden, oder? Schließlich kann man schlecht 1.600 Leute einladen. Aber es allen voller Stolz bekanntgeben, das Heiraten, das geht schon. Und wie man sieht: sogar ziemlich einfach.
*denk* Na ja, ein Subverteiler wär schon nicht schlecht. Kaum jemand kann sich doch die 1.600 Namen seiner besten Bekannten merken.

Solarworld

In der Rundfunk-Presseschau am Morgen ein Zeitungs- kommentar: Solarworld habe einen "Werbegag" landen wollen, und Öko-Autos könnten doch nur in homöopathischen Dosen verkauft werden. Das sei doch nichts für die Opel-Krise!
Mein Empfinden: Wir werden an der Tüchtigkeit und dem Realismus der Tüchtigen demnächst in einem tüchtigen Rülpser verenden. Dem selbstzufriedenen Rülpser, der jenen Tüchtigen entfährt, die nicht empfinden können, dass die realen 4spurige Stinker-Autobahnen den Planeten seit 50 Jahren mit zunehmender Geschwindigkeit in den Abgrund schieben.

Design-Katastrophen

Könnte man eine Design-Aufsicht organisieren, die solche Pretiosen wie da unten verhindert?
Und weil wir schon dabei sein: Warum werden eigentlich silberne Gehäuse produziert, obwohl die bei Kameras und Fernsehern kaum einer will, sodass die silbernen Dinger immer billiger abgegeben werden als die schwarzen? Ist es so viel aufwendiger, schwarze Gehäuse zu machen, für die es, für die Extravaganten, pinkfarbene usw. Ummantelungen gibt?

Geschichtsunterricht

Das Problem des Geschichtsunterrichts am Beispiel dargestellt: Es wird zu wenig nach Wichtigkeit geschieden, es wird zu wenig hierarchisiert. Und es geht in den Inhalten wild durcheinander. Die Magna Charta steht neben einem Geflügelpestschutzverordnung. So geht es nicht.

Europeana

Das ist eine Meldung wert.
19.11.08, 19:07 FOCUS
Online-Bibliothek

Das Erbe Europas im Internet
Mozart, die Magna Carta, der Mauerfall, Dante und Vermeer: Das kulturelle Erbe der Europäer soll künftig kostenlos per Mausklick zur Verfügung stehen.
Die Vergangenheit Europas bekommt eine digitale Zukunft: Am Donnerstag will die EU-Kommission den Startschuss für eine Online-Bibliothek geben – unter dem Namen „Europeana“ sollen dann zunächst fast drei Millionen Manuskripte, Bücher, Gemälde, Filme und Fotografien kostenlos abrufbar sein. Bis zum Jahr 2010, so die Pläne, könnte Europas digitale Bibliothek sogar zehn Millionen historische Zeugnisse und Kunstwerke in allen EU-Sprachen präsentieren.

Mittwoch, 19. November 2008

Causa Heilmann

Die Causa Heilmann würde man so was in Österreich nennen:

Wenn es einen Preis für das „Eigentor des Jahres“ gäbe: Verdient hätte ihn in diesem Jahr niemand mehr als der Bundes- tagsabgeordnete Lutz Heilmann (Linkspartei). Er hat es fertig gebracht, ungezählte Nutzer des Internets gegen sich aufzubringen, eine PR-Katastrophe für seine Partei und sich selbst zu verursachen, den von ihm Angegriffenen ein ungeahntes Spendenaufkommen zukommen zu lassen und nebenbei seine eigene Vergangenheit als Stasi-Mitarbeiter ins grelle Licht der Öffentlichkeit zu rücken.

Wir sammeln das mal als einen weiteren kleinen Beleg für die These: Zu allen Zeiten und in allen Gesellschaften tun manche Menschen alles, um nach oben zu kommen oder zumindest -- berühmt zu werden. Herostrates lässt grüßen!

Dienstag, 18. November 2008

Tippflehler

Was für wunderbar-erstaunliche Seiten es doch gibt! Eine Liste der häufig gemchten Rechtschreib- und Tippfehler bei der Wikipedia. Wirklich und ohne jede Ironie: Wun-der-bar!

Politik und Sprache

Noch ein kleiner Nachtrag zu dem da unten:

"Im Namen der sowjetischen Botschaft überbringe ich tief empfun- dene Grüße dieser ersten sozialistischen und kommunistischen Gemeinschaft der USA in Guyana und in der Welt."

Kann man wirklich 'tief empfundene Grüße' überbringen? Wer hat da empfunden oder empfindet da? Der, der Grüße überbringen lässt, oder der, der überbringt? Kurz nachgedacht: Natürlich der, der überbringen lässt. Und dann - hat der, der grüßen lässt, gesagt: 'Ich habe diese Grüße, die sie da überbringen sollen, tief empfunden. Sagen Sie das bitte auch!' Wie empfindet man Grüße tief? Und wie wäre es, wenn er die Grüße ganz normal oder gar nur ganz flach empfunden hätte?
Ach Gott, das sind halt Ritualausdrücke -- Floskeln. Da steckt nichts weiter dahinter. -- Wirklich nicht?

Ist die Sowjetunion an der Liebe zum Wortgeklingel gestorben?
Wieder einmal: Fragen über Fragen ...

Lutz Heilmann und die Wikipedia

Aus den Tiefen der Wikipedia-Archive sei das mal hierher gerettet:

Artikelsperre

Ich habe den Artikel soeben für eine halbe Stunde für jede Bearbeitung gesperrt, wegen Editwars und in der falschen Version. --Felistoria 17:31, 15. Nov. 2008 (CET)

Ich halte die Sperrdauer von einer halben Stunde für viel zu wenig. Erst in einer Woche werden sich die Enthüllungsfanatiker soweit abgekühlt haben, dass sie wieder einen klaren Kopf haben und verstehen, dass Biographieartikel sehr konservativ gehandhabt werden müssen, und dass ganz besondere Rückverweise auf Rechtsstreitigkeiten über den Artikel strengstens verboten sind und zensiert werden müssen. --rtc 17:34, 15. Nov. 2008 (CET)

Es steht jedem frei, eine längere Sperre zu beantragen; ich werde nach Ablauf der Sperrdauer wieder die vorhandene Halbsperre einsetzen. --Felistoria 17:48, 15. Nov. 2008 (CET)

„Betreiber der Enzyklopädie ist die in der Anbieterkennzeichnung der Enzyklopädie genannte Wikimedia Foundation, eine in Florida, Vereinigte Staaten, inkorporierte Stiftung mit Sitz in San Francisco.“ Nach welchem Gesetz muss hier zensiert werden, so dass sich eine Löschung rechtfertigen ließe? --Liberaler Freimaurer (Diskussion) 17:51, 15. Nov. 2008 (CET)

Ich sehe nicht, dass ein Gesetz notwendig wäre, um hier eine Zensur durchzuführen. --rtc 17:55, 15. Nov. 2008 (CET)

Ich sehe nicht, was für Zensur spricht. --Liberaler Freimaurer (Diskussion) 17:56, 15. Nov. 2008 (CET)

Die Sache ist irrelevant, sie ist Recentismus und sie verletzt die Biographierichtlinien. Keine seriöse Enzyklopädie hat je Gegner in Rechtsstreitigkeiten dadurch bestraft, indem ihnen der Rechtsstreit in die Biographie geschrieben wurde. Die Wikipedia ist kein Ort, bei dem die Internet-Szene über Leute, die ihre Anti-Zensur-Ideologie angekratzt hat, eine Art öffentlich anprangerndes Führungszeugnis schreiben darf. --rtc 18:10, 15. Nov. 2008 (CET)

Über heutige Meldungen hierher gestolpert. Und schon gibt es eine Frage: "Die Sache ist irrelevant, sie ist Recentismus und sie verletzt die Biographierichtlinien. Keine seriöse Enzyklopädie hat je Gegner in Rechtsstreitigkeiten dadurch bestraft, indem ihnen der Rechtsstreit in die Biographie geschrieben wurde." Die Frage ist doch: Wie oft ist das überhaupt vorgekommen, dass jemand vor dem Internet-Zeitalter gegen eine Enz. geklagt hat? Die hätte dann tatsächlich schlecht gleich eine neue Auflage mit dieser Aktualisierung drucken können. Jemand gegen den Brockhaus? (Falls wir den nicht als Lexikon führen? Wie viele Enzyklopädien hatten wir denn vor den Internet-Zeiten in Deutschland überhaupt? Mir ist keine Enzyklopledia Germanica bekannt.) Welches sind die nicht-seriösen Enzyklopädien, in denen so was vorgekommen ist? Dass man in einem WP-Artikel mit sachlichen Worten mitteilen darf, wenn jemand gegen den ihn selbst betreffenden Artikel eine Klage anstrengt, halte ich für absolut selbstverständlich. Ja, man muss es mitteilen, wenn man nicht gleich eine ganz normale Zensur einführen will. Da kann man sich nicht hinter Richtlinien verstecken, da ist gesunder Menschenverstand und Selbstdenken gefragt. -- Geht halt alles mal wieder ein wenig kunterbunt zu bei der WP. Die Objektschützer versuchen ihre Gesetzeskenntnisse unter Beweis zu stellen und damit Enzyplopädie-Freitheit zu unterlaufen. --Delabarquera 18:09, 16. Nov. 2008 (CET)

Jonestown

Eine Sendung im Deutschlandfunk. Wer wusste das denn? Die Sowjetunion hat dem Sektenführer Jones eine offizielle Delegation geschickt. Eine Schießerei am Flughafen. Die Ton-Aufnahmen von Jones Reden. Massenselbstmord. Was es nicht alles gibt.

Als der Abgeordnete Ryan Mitte November 1978 Jonestown erreicht, wird er freundlich vom Sekten-Führer empfangen. Trotzdem sprechen Ryan 16 Mitglieder an, die zurück in die USA wollen. Jones wertet das als Verrat. Er lässt Ryan und die Aussteiger zum Flughafen verfolgen. Dort kommt es am 18. November 1978 zur Schießerei, bei der Ryan und fünf weitere Menschen getötet werden. Da der Sekte nun auch in Guyana ein Verbot droht, fordert Jones seine Anhänger in der selben Nacht zum kollektiven Selbstmord auf.
Mir war nicht bekannt, dass die damalige Sowjetunion Jones als "Kommunisten" geführt und Gesandte geschickt hat.
Für Außenstehende sieht Jonestown wie eine bäuerliche Kommune aus. Die Sektenmitglieder legen im Regenwald Felder an. Doch wer nicht genug arbeitet, wird mit Elektroschocks traktiert. Wer dem Sektenführer Jones nicht gehorcht, den lässt er mit Drogen gefügig machen. Die Regierung Guyanas beobachtet das Treiben der Sekte immer kritischer. Jones nimmt deshalb Kontakt mit der sowjetischen Botschaft auf, die tatsächlich einen Diplomaten nach Jonestown schickt. "Im Namen der sowjetischen Botschaft überbringe ich tief empfundene Grüße dieser ersten sozialistischen und kommunis- tischen Gemeinschaft der USA in Guyana und in der Welt."
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Breitengrad: 7°44'59.78"N Längengrad: 59°57'31.75"W

Schelskys

Kurz- und Klein-Dynastien sind etwas Eigenartiges. Da schreibt der Vater über die Priesterherrschaft der Intellektuellen, und der Sohn organisiert später die Schmiergeldzahlungen bei Siemens. Ein Blick heute in die Süddeutsche:
"Was die Fakten angeht, ist das meiste unstrittig", so Lubojanski. Nur was die Schlüsse daraus angeht, ist man uneins. Dem 58-Jährigen mit Hauptwohnsitz im oberfränkischen Hausen werden unter anderem Beihilfe zur Untreue und Steuerhinterziehung vorgeworfen.

Ob dank der Siemens-Millionen oder auch aufgrund anderer lukrativer Aufträge - Schelsky häufte in den vergangenen Jahren über seine Firmen allerhand Reichtümer an und pflegte einen aufwendigen Lebensstil. Dem Sohn des 1984 verstorbenen, renommierten Soziologen Helmut Schelsky gehörten neben einem ansehnlichen Fuhrpark nach Erkenntnissen der Ermittler auch repräsentative Immobilien hierzulande.
Gehörten oder gehören?

Die Arbeit tun die anderen. Klassenkampf und Priesterherrschaft der Intellektuellen. Von Helmut Schelsky.

Sonntag, 16. November 2008

Gewinneinbruch in der Musikindustrie

Da muss ich bei Gelgenheit mal weiterlesen: " Hat nicht der Gewinneinbruch in der Musikindustrie noch andere Gründe als P2P? [...] Man will in der Musikindustrie nicht differenziert denken. Man will schlagen, hauen, klotzen. Danke, Herr Professor Hoeren."

Samstag, 15. November 2008

Gruppen-Ermittlung

Wie man Gruppen von Menschen, die einen gemeinsamen Hintergrund teilen, feststellt:

Frage an den 14jährigen Sohn: "Du, wo ist unser portugiesischer Dolmetscher grade beschäftigt?"

Vorfeld: Verstehe der Sohn die Frage a) auf Anhieb / b) nach weiteren Informationen / c) grundsätzlich überhaupt nicht?

Kriterium: Wird die richtige Antwort a) sofort / b) nach weiteren Informationen / c) nie gegeben?

Auflösung -> In Block setzen oder aufrufen: José Mourinho, in Italien, bei Inter Mailand.

Donnerstag, 13. November 2008

Verbrecher-Erbfolge

Halten wir halt das auch noch am Ende des Tages fest:
"46-Jähriger soll Mann jahrelang als Sklaven gehalten haben

Göttingen (AFP) — Weil er einen Mann jahrelang wie einen Sklaven gehalten haben soll, hat die Staatsanwaltschaft gegen einen 46-Jährigen aus dem niedersächsischen Landkreis Northeim Anklage erhoben. Bei dem Angeschuldigten handelt es sich um einen Sohn der als 'Schwarze Witwe' bekannt gewordenen Ex-Prostituierten, wie ein Sprecher der Anklagebehörde in Göttingen sagte. Die Frau war im Juli wegen Mordes an vier Rentnern verurteilt worden. Ihr Sohn soll sein neun Jahre jüngeres Opfer mit einer Peitsche geschlagen und zu täglicher Arbeit gezwungen haben."

Sexueller Missbrauch in Migrantenfamilien?


Der Artikel von Cathrin Kahlweit in der Süddeutschen von heute (Nr.264, Donnerstag, den 13. November 2008, Seite 3) kennt zurückhaltende Stellen:

"Ob es sexuellen Missbrauch in Migrantenfamilien häufiger gibt als in deutschen, genauso oft oder seltener - niemand weiß es. Es gibt hierzulande nur eine Untersuchung, die darauf hindeuten könnte, dass in traditionellen, muslimischen Familien mit ihrem rigiden Ehrenkodex und der Vormachtstellung der Männer eine besondere Problematik besteht: Eine Studie, die das Bundesfamilienministerium veröffentlichte, gab 2004 erste Hinweise auf eine erhöhte Zahl von Gewaltfällen in muslimischen Familien. Fast 40 Prozent der Frauen türkischer Herkunft hatten angegeben, körperlicher oder sexueller Gewalt in der Familie ausgeliefert gewesen zu sein; bei den deutschen Frauen waren es 25 Prozent. Dass körperliche Züchtigung zur Erziehung gehört, findet ohnehin die Mehrheit türkischer Eltern. Erziehungswissenschaftler Ahmet Toprak von der Uni Dortmund beklagt: Das Unrechtsbewusstsein türkischer Frauen, die Gewaltopfer wurden, sei wenig ausgeprägt; 'die bestätigen oft den Anspruch ihrer Männer auf Schläge und glauben, das sei deren gutes Recht', sagt Toprak etwas ratlos - 'weil sie es selbst so erlebt haben.'"

Aber dann kommen auch gut begründete Vermutungen vor. Hier etwa:

"Es gibt [...] eine Allgemeinärztin aus Bayern zum Beispiel, die mit einem Türken verheiratet ist. Sie vermutet des Öfteren sexuellen Missbrauch, kann das aber selten belegen. 'Einmal hatte ich eine Patientin, die von ihrem Vater schwanger war. Weil ein Frauenarzt skeptisch war und die Sache nicht ruhen ließ, flog es auf. Das Mädchen wurde von seiner Familie verstoßen.' Missbrauch in türkischen Familien, weiß sie, sei noch schambehafteter als bei Deutschen. 'Darüber spricht man nicht. Nie. Schon gar nicht mit einer Deutschen. Eine Frau hat mal zu mir gesagt, wenn sie damit rausgehen würde, wäre das ihr Todesurteil.' Seyran Ates, türkisch-deutsche Frauenrechtlerin und Anwältin in Berlin, die gerade an einem Buch über 'Islam und Sexualität' arbeitet, bestätigt das: 'Eine Frau, die über diese Verbrechen spricht, bringt sich in Gefahr.'"

Kari-katur-tat-ives

Der Verteidiger des in Deutschland vor Gericht stehenden Beinahe-Kofferbombers ist ein offenbar abwegiger Leut. Gestern im Radio: Die beiden Jungen seien doch noch so unreif und hätten halt nur gebastelt. Es hätte ihnen halt gefallen, wenn sie einen Schalter umlegen und eine Leuchtdiode blinkt. Niemals hätten sie Zivilisten umbringen wollen. (Soldaten zählen natürlich nicht. Die sind sozusagen naturgewachsene weiche Ziele.) Und die Staats- anwaltschaft und ihre Gutachter hätten sich nicht in die Vorausssetzungen der beiden hineingedacht. Das sei schlimm! Und dann das Schärfste: Die beiden hätten halt keinen anderen Weg mehr gewusst, um gegen die Mohammed-Karikaturen zu protestieren!
Könnte man die jungen Herren und den ihnen geistig Anverwandten vielleicht mal von Seiten der Anwälte verklickern, dass man in Deutschland Karikaturen auch von Jesus und eben auch von Mohammed veröffentlichen darf? Dass das Wort für solcherlei Treiben traditionell Pressefreiheit heißt ...

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|* Nachtrag: Das war der Anwalt Bernd Rosenkranz, in seinem Plädoyer vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf, Mai 2010. -- Dass der Angeklagte einen Verteidiger dieses Namens nicht für befangen erklären ließ, ist schon bemerkenswert.

Anne Sinclair

Muss dieser Artikel auf Deutsch in der deutschen Wikipedia stehen?
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Anne Sinclair, née le 15 juillet 1948 à New York, est une journaliste française.

Biographie
Fille d'un riche industriel, petite-fille du grand marchand d'art new-yorkais Paul Rosenberg dont elle est une des héritières,[1] licenciée en droit, diplômée de l'Institut d'études politiques de Paris (filière Politique et Social, 1972), elle commence sa carrière de journaliste à Europe 1 en 1973.
Divorcée du journaliste Ivan Levaï, elle est l'épouse de l'homme politique Dominique Strauss-Kahn. Elle s'est illustrée dans les années 1980-1990 par son émission politique Sept sur sept (en alternance la troisième année avec Jean Lanzi) sur TF1 qui lui vaut deux Sept d'or, en 1985 et 1990.
En 1983, elle est engagée par TF1 pour présenter l'émission Édition spéciale. Mais c'est avec Sept sur sept, de 1984 à 1997, et Questions à domicile qu'elle devient une vedette du petit écran.
Après la privatisation de TF1, elle est nommée directrice adjointe de l'information sur TF1, en plus de l'animation de ses émissions, puis directrice générale de TF1 Entreprise.
En 1997, après la nomination de son mari au ministère de l'Économie, des Finances et de l'Industrie, elle décide d'arrêter de présenter des émissions politiques et devient directrice générale de e-TF1, la filiale internet du groupe, puis vice-présidente.
Elle quitte le groupe TF1 en 2001 suite à des désaccords avec Patrick Le Lay, le PDG de la chaîne. Elle rejoint le groupe Netgem, puis RTL en 2002 et collabore au magazine Paris Match.
Elle anime de 2003 à 2007 sur France Inter Libre Cours, émission où des étudiants rencontrent des professionnels.
Elle participe en 2008 à l'émission Le Grand Journal sur Canal + en tant que correspondante aux États-Unis en vue de l'élection présidentielle de 2008, en alternance avec Laurence Haïm.

Lien externe

Werbung: das reine Wunderbare!


Und so treffsicher diese automatische Auswahl zum Thema! Auch ich bin entzückt, nicht nur Basel.

Und bei jedem neuen Klick auch eine neue Neuigkeit. Beispiel:

Google-Anzeigen
Die Gerüchte sind wahr
Das Mittel, um enorm viel abzunehmen, wurde endlich entdeckt.
http://www.trimgel.de/
Selbstdurchschreibendes Beratungs-Protokoll für Vers.-Vermittler
http://www.europrotokoll.com/

Beziehung
Hier warten über 3,5 Mio Singles. Nicht zögern - kostenlos anmelden!
http://www.flirt-fever.de/
Aber zugegeben: das "Erfolg bei Frauen haben" auf dem Bild ist schon die allerschärfste Werbung im vorliegenden Zusammenhang!

Dienstag, 11. November 2008

M. at the end

Manchmal fallen mir am Abend die blödesten Kalauer ein, und ich schäme mich auch dafür: "Wenn mit einer Kamera auf dem Dach 24 Bilder in der Sekunde gemacht werden [...] [und damit] großflächig fotografiert wird, dann sei es kein "normaler" Verkehr mehr, sondern bedürfe einer Sondererlaubnis", sagte der Anwalt von Frau Klatten.

Das ist aber böswillig montiert. Das hierfür fies abgewandelte Original steht wieder mal hier.
Und dann erwacht, ein wenig ernsthafter, der Amateur-Jurist in mir. Wie steht es um den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes: "Es gibt [...] die Persönlichkeitsrechte, d. h. Google muss Personen und z. B. Autokennzeichen [bei seinem Street-view-Projekt] unkenntlich machen und macht es auch." Also, wenn ich morgen in München den Odeonsplatz fotografiere und das Bild ins Netz stelle, muss ich dann tatsächlich alle Gesichter und alle Autokennzeichen unkenntlich machen? Ich muss mir auch noch mal die Postkarten von Traunstein am Kiosk genauer ansehen. Ob da alles unkenntlich gemacht worden ist. ...

Rebell und Krieger

"Nach Informationen des Magazins 'Focus' soll der Erpresser Klatten in der Weihnachtszeit 2007 mit einem Brief unter Druck gesetzt haben. Das Schreiben habe Helg Sgarbi mit 'Dein sanfter Krieger' unterzeichnet und 14 Millionen Euro von ihr verlangt, berichtete das Magazin unter Berufung auf das bayerische Landeskriminalamt."
Der Erpresser Klatten? Hmhm. Wollen wir mal nicht so -- spitzfindig -- sein. Wir verstehen ja, was gemeint ist.

Aber doch die Frage: Woher hat der Helg S. das nur?! Ach -- von Stefan Waggershausen, sanft abgewandelt. Dacht ich's mir doch.
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Und jetzt auch noch die Polizei-Protokolle! Kaum gibst du was nach Italien, schon steht es im Internet! Ich mein es vollkommen ernst: Susanne K. sollte unser alle Sympathie haben. Auch wenn die Fernseh-Sendung gestern abend über die Quandt-Familie schon beinhart war. Aber -- lange her, das alles.
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Und ich bin auch immer wieder erstaunt, was die Werbung an den Rändern des Internet so alles zutage fördert. Da mach ich extra einen Beitrag dafür auf.

Millionen-Risiko der FDP

Dafür, dass sich die FDP mal als die "Partei der Besser-Verdienenden" führen ließ, ist diese Meldung doch erstaunlich:
"Die FDP ist erstmals seit Jahren nicht mehr überschuldet. Die drohenden Strafzahlungen an den Bundestag wegen falscher Spenden-Angaben in der Zeit von Jürgen Möllemann bleiben für die Parteikasse aber weiter ein Millionen-Risiko. Wie FDP- Schatzmeister Hermann Otto Solms in Berlin berichtete, hat die früher hoch verschuldete FDP inzwischen ein Vermögen von 4,5 Millionen Euro. Dem stehen Bankverbindlichkeiten von 2,2 Millionen gegenüber."
Ich lasse mich also belehren: Die FDP-Mitglieder haben viel auf dem Konto, weil sie ihr Geld zusammenhalten. Auch gegenüber ihrer Partei.

Sandy, o Sandy...*


Ein schöner, ein klangvoller Name: Sandy Meyer-Wölden. Ein Name wie von einem neuen Star der Literaturszene, einem nachgewachsen-zeitgemäßen Thomas Mann. Da wollte ich doch eben mal hinsehen. Und dann? Ist die angepasste Werbung rechts auf der Seite wesentlicher interessanter als die Meldung. Da müssen ja echte Werbe-Psychologen bei Focus Online -- nein, doch bei Google am Werk sein...!
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* Wie da mal nicht wieder der deutsche Schlager seine überragenden Prophezeiungsqualitäten bewiesen hat!

Erfüllung eines letzten großen Traums

Es gibt Meldungen, da weht einen der Schauder des Alltags an. Jenes Alltags, der sich immer auch schon mit der Ewigkeit verbindet.

Eishockey
Krebs – Keeper Müller kämpft für den letzten Traum
Von Daniel Stolpe und Steffen Lüdeke 11. November 2008, 09:14 Uhr
Im November 2006 wurde bei Robert Müller ein Hirntumor festgestellt, der operativ nur teilweise entfernt werden konnte. Nun ist klar, dass der Krebs des Kölner Keepers unheilbar ist und er bald sterben wird. Trotzdem kämpft der 28-jährige zweifache Familienvater weiter für die Erfüllung seines letzten großen Traums.

Linkzirkel

Nehmen wir mal an, Sie wollen Programm GMail Drive von Bjarke Viksoe runterladen. Dann schauen Sie mal bei der CHIP nach, die vermeldet, dass der Download über die Site des Herstellers erfolgt. Der verweist auf Mirror. Wenn Sie den ersten wählen, kommen Sie in einen Linkzirkel. Dieses Phänomen sollte man mal gründlicher erforschen. Es gibt ja auch Seiten, die man nicht mehr verlassen kann. Schöne Welt des Internet ...

Sonntag, 9. November 2008

Friedich Merz

Was mir heute morgen alles so einfällt! Die Erinnerung an einen winzigen Schnipsel, ich glaube in den Tagesthemen: Friedrich Merz geht sehr schnellen Schritts über einen Bundestagsflur, und neben ihm geht ein Mitarbeiter und redet informierend auf den MdB ein. Merz schaut nicht, wie der normale Mensch das so tun würde, mit halbem Blick auf den Sprechenden. Merz' Blick ist starr gerade aus gerichtet. Das macht den Mann neben ihm zu einer Sprechmaschine. Einen instinkthaften Moment lang habe ich damals gedacht: Mein Gott, ja! So funktioniert die Macht! Mitarbeiter-Menschen sind nichts anderes als zuarbeitende Maschinen des Mächtigen.
Ach so, ja, und auch das noch: Die Mächtigen oder sich zur Macht berufen Fühlenden -- wenn sie in die Fernsehkamera sprechen, so schaffen sie es, den Eindruck entstehen zu lassen, sie sprächen direkt zu uns, den normalen Menschen. Aber sie reden so zu dem Imaginären, zu der Masse, die wir alle zusammen sind. Treten wir als Einzelne auf, so sind wir für den Machtvollen die kleinen Hascherln. Nichts anderes.
Und während ich das schreibe, weiß ich schon: das ist nicht das erste Mal, dass du das schreibst!

Die Zeit der ZEIT

Auf der gleichen Seite der ZEIT wie eben. (DIE ZEIT Nr. 45, 30.10.2008, S. 66) Nikol G. Alexander Floyd wird man sich merken müssen. "Wie weiß ist Schwarz?" Seltsam, dieser Artikel ist im Netz nicht zu finden. Anyway.
Schön ist, wenn innerhalb einer Woche eine so unglaublich grundsätzliche Frage entschieden ist:
"In den Umfragen vor der Wahl lag Obama mit kaum mehr als sechs Prozent vor seinem Rivalen McCain."
Wie wird die Wahl also ausgehen, wenn viele Amerikaner sehr verkappte Rassisten sind? Fragt die Autorin vor einer guten Woche. Nun also -- jetzt wissen wir es.

LINKSPARTEIISMUS / WIRTSCHAFTSLIBERARISMUS -- die Gemeinsamkeiten

Wieder und immer wieder: Gelobt sei die ZEIT, dass sie uns ihre Artikel kostenlos zur Verfügung stellt! Gerade darum -- na ja, nicht nur darum, haben wir sie abonniert, DIE ZEIT. So kann man auf Artikel wie diesen locker verweisen: "Mantra des Neoliberalismus. Friedrich Merz singt noch einmal das Loblied auf den entfesselten Kapitalismus – und steht damit plötzlich ziemlich allein da." (DIE ZEIT Nr. 45, 30.10.2008, S. 66)
Und dann komme ich am Sonntag Morgen, leicht melancholisch gestimmt, darauf: DER LINKSPARTEIISMUS und DER WIRT- SCHAFTSLIBERARISMUS haben eines in diesem Tagen gemeinsam: ihre extremen Real-Erwartungen sind durch die Wirklichkeit widerlegt. Die sozialistischen Utopien haben ihr 1989 erlebt und die kapitalistischen Utopien werden ihr 2009 erleben.

Samstag, 8. November 2008

Das große Andere

Ein Mann wünschte sich von einem ausländischen Bekannten, als der ihn fragte, was er ihm denn schenken könnte, eine Kleinigkeit. Ein Schriftzeichen in der fremden Schrift des Bekannten. Wie groß denn das Zeichen sein solle, fragte der Bekannte. Nun -- nicht groß, sagte der Mann. Wenn es so groß wie ein Postkarte sei, würde das genügen. Der Bekannte entschuldigte sich in den darauffolgenden Wochen mehrfach. Das Zeichen würde von einem Kalligraphen in seiner Heimat geschrieben, und das brauche Zeit.
Nach einem halben Jahr brachte der Bekannte dem Mann ein Päckchen. Der Mann packte es aus. Es enthielt ein Papier ungefähr 2 mal 3 Meter groß, und in der Mitte, umsäumt von kleinen Schriftzeichen, prangte ein größeres Zeichen, ungefähr so groß wie eine Postkarte. Und der Bekannte sagte: Ja, das anzufertigen sei sehr schwierig gewesen. Denn ein Zeichen dieser Größe verlange nach der herkömmlichen Sitte seine Landes eine bestimmte Größe des umgebenden Papiers, und normalerweise seien die Zeichen winzig. Schriebe man ein Zeichen aber so groß, dann müsse das Papier entsprechend vergrößert werden. Darum habe es auch so lange gedauert.
[Frei nach einer wahren Begebenheit.]

Anti-Ypsilantisten

Im Deutschlandradio, heute, kurz vor 1. Ein süffisant artikulierender Kommentator walzt aus, dass in der vergangenen Woche die SPD-Abweichler und Anti-Ypsilantisten ausgerechnet am Hubertus-Tag die Chefin abgeschossen haben. Und von da an geht es in der Jäger-Metaphorik weiter. Hubertus Heil darf auch nicht fehlen.
Mir ist die Sache vorher schon beim Küche-Aufräumen durch den Kopf gegangen. Anders und ungefähr so: Wir betonen immer, dass wir unsere Abgeordneten ihrem Gewissen verpflichtet sein lassen, nicht der Partei-Raison und nicht dem imperativen Mandat ihrer Wählerschaft. Und dann sagen einmal vier Abgeordnete, dass sie gegen ihre -- Wahlversprechen brechende und schlingernde -- Partei und Parteichefin stimmen werden. Und was ernten sie? Hohn und Spott und bestenfalls Desinteresse. Dabei sollten wir innehalten und sagen: Endlich einmal eine Gewissensentscheidung! Sogar eine ziemlich glaubwürdige. Denn um ihre politischen Karrieren kann es dem Jürgen Walter und seinen drei Mitstreiterinnen wohl kaum gegangen sein. Diese Karrieren sind wohl zu Ende. Also unterm Strich, wieder einmal: Wir haben schon eine merkwürdige politische Öffentlichkeit!

Freitag, 7. November 2008

Politik verquerst


Es gibt in der Politik einfach Dinge, die nicht zusammen- und nicht aufgehen. Das ist wieder so ein Ding. Irgendein Journalist konnte am Nachmittag schon nicht anders als zu kalauern: "Der Wulff im Schafspelz". Und dann auch noch, mitten im Halbsinnfreien: "Wulff macht den Sinn".
Wie will man es fassen? Das von Christian Wulff, den zu verteidigen ich nicht den geringsten Grund habe, wird also so berichtet:

"Es war am Donnerstag, die N24-Sendung Studio Friedman war reichlich fortgeschritten, als sich Christian Wulff auf Geheiß des Moderators zu 'unangemessen hohen' Managergehältern äußern sollte. Nach kurzem Zögern sprach der 49-Jährige von einer Neiddebatte und befand forsch: 'Ich finde, wenn jemand 40 Millionen Steuern zahlt und Zehntausende Jobs sichert, dann muss sich gegen den hier nicht eine Pogromstimmung entwickeln.'"

In der Sache halte ich das für 'voll daneben'. Die Manager, um die es da geht, haben ja eben keine Jobs gesichert. Das zum einen. Wie viele Jobs sie vernichtet haben, die Manager, als Kaste, das wird sich demnächst zeigen. Außerdem muss man die Sache wohl einmal als ziemliches Gerede auf der Schiene von 'großer und darum groß zu bezahlender Verantwortung' als schlicht dämlich bezeichnen. Wenn ich bedenke, wie viele Menschen der Lokführer Karl Müller verant- wortungsvoll in einem Jahr durch die Lande fährt, dann müsste der 500.000 Euro plus Erfolgszulage bekommen. Es ist wohl einfach so, dass Leute der Wirtschaft halt nur einen Maßstab haben, nämlich Geld. Also bekommen sie, wenn sie, nicht selten ja voll zumwinkelnd, oben angekommen sind, viel Geld. Andere Maßstäbe haben sie ja nicht. Arme Kerle! Eine riesenhafte Zulage in Sachen riesig-grotesker Lebenssinn. Eine groteske Sicht, die der Ministerpräsident da zum Besten gibt.

Aber nun dieses Wort Pogrom. Dass es jetzt reflexhaft reserveriert wird und der Ministerpräsident dann den Kotau vor dieser Reservierung macht, das ist genauso grotesk unhistorisch. Pogrome sind alt, oft gegen die Juden gerichtet, oft auch gegen andere Minderheiten. Der Blödsinn des Inhalts der These wird hinter einen Aufschrei um ein sinnlos reserviertes Wort verschoben. Als ob man jetzt Lustmord reservieren wollte für den Haarmann Fritz. Mit dem Tanz um die geschützten Wörter sollten wir aufhören. In den Inhalten sollten wir sorgfältiger sein.

Ach so, dass der Friedman wieder da ist, darf man auch mal so ganz nebenbei und lustvoll grinsend erwähnen. Wie war das noch mit dem, damals vor unvordenklichen Zeiten, im Jahr 2003?

Islamismus, Populismus und Youtube

Surfen, politisches.
Was man doch bei Youtube alles findet! Zuerst einen Bericht über die Anschläge in London, am 7. Juli 2005, dann taucht gleich daneben ein neueres Interview mit Jörg Haider. Das lassen wir mal wertfrei so stehen.
Was die Argumentation in Sachen Fremdenfeindlichkeit angeht, so muss man, denke ich, den Populismus immer ein weniger genauer ins Auge fassen, etwas so wie hier.

Betrug und schlichte Dummheit

Solange Betrüger nicht auf die Idee kommen, einen Betrugsversuch-Text, vulgo Pishing-Attacke, von einem Muttersprachler ordentlich korrigieren zu lassen, haben wir eine sehr gute Chance, schwarze Schafe zu erkennen. So sprachlich daneben sind Banken nun denn doch nicht, auch wenn sie sich gelegentlich in ihrem höchsteigenen Metier gewaltig vertun.
Ein derartiges Pishing-Muster gefällig? Hier bitte!

Donnerstag, 6. November 2008

Fernseh-Kritik

Nehmen wir mal an, Sie denken daran, sich einen dieser neuen, hippen LCD-Fernseher bei Amazon zu kaufen. Wie wär es damit?

Panasonic TH PX 80 E 16:9 "HD-Ready" LCD-Fernseher mit DVB-T Tuner schwarz

Bei Amazon lesen Sie dann:

Produktinformation
Display-Weite: 42
Größe und/oder Gewicht: 1.130 x 330 x 810 cm ; 35 Kg
Produktgewicht inkl. Verpackung: 34 Kg
Versand: Dieser Artikel kann nur in folgende Länder verschickt werden: Deutschland
Modellnummer: TH-42PX80E
ASIN: B0013YBQMI
Fällt Ihnen was auf? Jawohl! Sie müssen sich ein neues Haus bauen! Denn der Fernseher misst 11,3 x 3,3 x 8,1 Meter! Für sowas reicht Ihre große Wohnzimmerwand im Moment doch nicht aus, oder?
---
Und -- nun ja, eigenartig ist auch, dass man woanders ganz was anderes liest.

Breite (cm) 102
Höhe (cm) 72,7
Tiefe (cm) 9,5
Gewicht (kg) 28

Montag, 3. November 2008

Ulrich-Horstmann-Seiten

Diesen Text zum Tagesausgang gelesen:

"Impressum
untier.de ist seit 6/2000 online.
Die Ulrich-Horstmann-Seiten verzeichnen derzeit monatlich rund 4.000 verschiedene Besucher, Tendenz steigend. Das ist entschieden zu viel."

Wunderbar!

Und was sagt Reich-Ranicki dazu?
Ach so, der sieht ja nur fern.

Samstag, 1. November 2008

Scharia und Grundgesetz

Vielleicht hat der bayerische FDP-Abegeordnete Barfuß ja nur einem vorübergehenden Herostrades-Impuls nicht widerstehen können, als er meinte, die Scharia könne, soweit sie dem Grundgesetz nicht widerspreche, auch bei uns Gesetz sein. Und ganz so blöd, wie sich das auf den ersten Horch anhört, ist die Sache nun auch wieder nicht. Natürlich wird ein religiöses Recht nicht Teil unseres Rechtssystems. Sonst müssten Fragen des katholischen Kirchenrechts vor unseren "weltlichen Gerichten" verhandelt werden, nach Vorgaben des Kirchenrechts. Aber freiwillige Bindungen kann es natürlich geben. Wer sich den Sprüchen des Bischofs oder des Imams nicht fügen will, muss halt aus der Kirche oder dem Islam austreten. Dann hat sich die Sache. Bedroht werden darf er dann, wenn er austritt, aber nicht. Versteht sich, Herr Barfuß, oder?

Allerdings gibt es natürlich praktische Probleme, wie immer in solchen Fällen. Sollen wir, das ist so eine Frage, die Feiertage anderer Religionen auch arbeitsfrei halten? Und muss der Ramadan oder meinetwegen auch der Sabbat entsprechend gefeiert werden? Auf welcher Ebene und wie konkret? Das Autofahren am Samstag verbieten? Mal nur so als Beispiel.

Wahrscheinlich ist nur sinnvoll zu sagen: ohne historisch gewordene Grundwerte und Grundgegebenheiten, und das sind bei uns halt nun mal Werte der Aufklärung und des Christentums, funktioniert diese Gesellschaft nicht. Wer hier leben will, der soll sich anpassen. Wenn er das nicht will, dann gibt es ja auch andere Länder.*
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Nachtrag: Erforschen sollte man bei den Politikwissenschaftlern aber schon mal die Frage, was Einzelne und ganze Parteitage** dazu treibt, Dinge öffentlich zu machen, die absehbar Kopf und Kragen oder doch zumindest Wahlergebnisse kosten. Ist es mangelnde Voraussicht oder dieses emporschwappende "Wir sind die Progressiven!"?
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* Ich weiß, klingt nach: "Ihr könnt ja rübergehen!" Je nun, die Gegenargumente müssen aber erst mal gebracht werden, gegen argumentersetzende Historiosierungen.
** "Konkordat und Kruzifix - das sind natürlich unglückliche Debatten", sagt Daxenberger. Viele bei den Grünen würden sich kirchlich engagieren, seine Großmutter habe in der NS-Zeit fürs Kreuz in der Schule gekämpft. Nein, der Kruzifix-Beschluss könne "so nicht bleiben, wir werden das korrigieren". Denn nicht die CSU, sondern die Grünen seien "die Werte-Partei".